Ebenholzersatz

Diskussionen über Hölzer für den Bau von Instrumenten
Herkunft, Trocknung, Lagerung und Eigenschaften

Moderator: jhg

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Ebenholzersatz

#1

Beitrag von jhg » 26.10.2017, 23:23

Las ich gerade bei den schweizer Nachbarn:
https://www.nzz.ch/wissenschaft/ein-sch ... ld.1323798

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Sven2
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Re: Ebenholzersatz

#2

Beitrag von Sven2 » 26.10.2017, 23:32

Hm, in Verbindung mit so einem Hightech-Verfahren ist das aber auch nicht gerade umweltfreundlich.
Was Griffbretter angeht, kann man auch Birnenholz verwenden. Einige Ahornarten sind ebenfalls hart genug. Ein Geigenbauer, mit dem ich mal auf der Musikmesse gesprochen habe, verbaut Buchsbaum.
Die Liste alternativer Harthölzer ist bestimmt noch länger.

Sven

Der Sängerchor trinkt Bier vom Fass,
benebelt sind schon vier vom Bass.

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Re: Ebenholzersatz

#3

Beitrag von bea » 27.10.2017, 00:10

Sven2 hat geschrieben:
26.10.2017, 23:32
Ein Geigenbauer, mit dem ich mal auf der Musikmesse gesprochen habe, verbaut Buchsbaum.
Falls er welchen bekommt...

Buchsbaum ist eines der traditionellen Griffbretthölzer für Violinen. Aber Buxus Buxus wächst leider nun mal sehr sehr langsam und ist deshalb kaum in hinreichend großen Stammdicken verfügbar. Und bei größeren Griffbrettern - Celli, Gitarren, wird es noch schwieriger...

Ebenholz hatte sich ja wohl sogar zu einem Ersatz für den schwer verfügbaren Buchsbaum entwickelt.

Zum Artikel: gerade der Bergahorn ist aber doch auch unbehandelt ein prima Griffbrettholz - abgesehen von der Farbe.
LG

Beate

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Re: Ebenholzersatz

#4

Beitrag von liz » 27.10.2017, 00:22

Sven2 hat geschrieben:
26.10.2017, 23:32
Was Griffbretter angeht, kann man auch Birnenholz verwenden.
Das wird und wurde leider häufig bei billigen Streichinstrumenten verwendet. Für bundierte Griffbretter, ja, mag sein, aber bei fretlessinstrumenten kann ich nur sagen, nein, es ist nicht hart genug. Da hast du sehr schnell sehr tiefe Spielspuren.
Das swiss ebony sieht interessant aus, ich frage mich nur, wo man es beziehen kann. Im Einzelhandel dürfte es ja noch nicht angekommen sein.

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Re: Ebenholzersatz

#5

Beitrag von bea » 27.10.2017, 01:44

liz hat geschrieben:
27.10.2017, 00:22
Das wird und wurde leider häufig bei billigen Streichinstrumenten verwendet.
Je leichter zu hobeln oder zu schleifen, desto größer wird auch der Verschleiß ausfallen. Daher dürfte sogar die vielgescholtene Buche der Birne überlegen sein. Die Birne hat halt den Vorteil, dass sie extrem gut Beize annimmt. Für bundlose Griffbretter benötigen wir Hölzer mit hoher Abriebfestigkeit und möglichst feiner und gleichmäßiger Struktur.

Von den einheimischen Hölzern also bevorzugt Buxus, Goldregen (?), Steinbuche, Bergahorn (alle selten), sonst von den technischen Eigenschaften her eher Buche als den üblichen Spitzahorn. Aus Südeuropa vielleicht Olive?
LG

Beate

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Re: Ebenholzersatz

#6

Beitrag von Arsen » 27.10.2017, 10:01

Das wollte ich heute auch posten :lol:
Hier ein minimal längerer Artikel: https://www.schweizerbauer.ch/pflanzen/ ... 38407.html
Gruß, Arsen

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Re: Ebenholzersatz

#7

Beitrag von Arsen » 27.10.2017, 10:18

Bea hat geschrieben:...Steinbuche...
Die Steinbuche, eine Variante / Unterart der gewöhnlichen Rotbuche...Habe ich ja noch nie gehört. (think)
Google liefert dazu keine sinnvollen Infos...gibts es eine gute Quelle wo man mehr darüber lesen kann?
Gruß, Arsen

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Re: Ebenholzersatz

#8

Beitrag von Jenser » 27.10.2017, 10:32

https://rover.ebay.com/rover/0/0/0?mpre ... 2400220068

Buxbaumholz gibt’s hier zur genüge, falls jemand was braucht. Das dürfte doch ganz brauchbar sein oder?
Grüßle Jens


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Re: Ebenholzersatz

#9

Beitrag von Yaman » 27.10.2017, 11:33

Jenser hat geschrieben:
27.10.2017, 10:32
https://rover.ebay.com/rover/0/0/0?mpre ... 2400220068
Buxbaumholz gibt’s hier zur genüge, falls jemand was braucht. Das dürfte doch ganz brauchbar sein oder?
Auch in der richtigen Länge? Wie schon Bea geschrieben hat:
bea hat geschrieben:
27.10.2017, 00:10
Aber Buxus Buxus wächst leider nun mal sehr sehr langsam und ist deshalb kaum in hinreichend großen Stammdicken verfügbar. Und bei größeren Griffbrettern - Celli, Gitarren, wird es noch schwieriger...

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Re: Ebenholzersatz

#10

Beitrag von Jenser » 27.10.2017, 11:39

Ich denke wenn man ihn anschreibt sollte sich das auf jeden Fall machen lassen ;)
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Re: Ebenholzersatz

#11

Beitrag von liz » 27.10.2017, 11:40

Was früher gemacht wurde und auch heute noch bei Streichinstrumenten mit Barocksetup gemacht wird, ist ein Fichtenkern, der mit Ebenholz oder Palisander furniert wird. Das löst das Problem nicht ganz, hilft jedoch Material zu sparen.

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Re: Ebenholzersatz

#12

Beitrag von Jenser » 27.10.2017, 12:03

Welche Hölzer auch zu den härtesten der Welt gehören sind:

Bongossi (Vorteil: leicht zu bekommen und im Vergleich günstig)

Ipe

Und natürlich nicht zu vergessen Pockholz, aber sehr teuer und nur noch sehr schwer zu bekommen z.B bei Cropp in Hamburg
Grüßle Jens


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Re: Ebenholzersatz

#13

Beitrag von hatta » 27.10.2017, 13:04

Bongossi ist laut wikipedia auch vom aussterben bedroht... machts also nicht besser...
Gruß
Harald

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Re: Ebenholzersatz

#14

Beitrag von Arsen » 27.10.2017, 13:09

Die Idee ist doch Tropenhölzer durch heimische Hölzer zu ersetzten.

Warum? - Waldrodung, Verlust von Ökosystemen, Verlust von Arten, illegale Handelswege, etc. sind ein akutes Problem, wenn es um den Handel tropischer Hölzer geht. Daher kommt u.a. auch die Neulistung ALLER Dalbergia Arten unter Cites II Anfang diesen Jahres.

Da hilft es mMn absolut nicht, andere Tropenhölzer als Alternative zu Ebenholz vorzuschlagen (Pockholz ist übrigens auch in Cites II, so viel ich weiß).
Meine persönliche Meinung ist, dass man sich das genau überlegen sollte, wie man mit Tropenhölzern umgeht.
Es gibt da sicher nicht den einen richtigen Weg.
Aber die heimischen Alternativen sind vorhanden und User wie z.B. Haddock, aber auch andere, haben hier schon oft gezeigt, dass diese Alternativen durchaus mit tropischen Hölzern konkurrieren können.

Just my2cents...bitte nicht persönlich nehmen :!:
Gruß, Arsen

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Re: Ebenholzersatz

#15

Beitrag von Jenser » 27.10.2017, 13:27

Kein Problem, das war auch nur nebenbei, hatte nämlich überlesen das es um die Einheimischen Arten geht (think)
Aber Hainbuche soll wohl auch sehr hart sein...
Grüßle Jens


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Re: Ebenholzersatz

#16

Beitrag von AsturHero » 27.10.2017, 13:44

bearbeite gerade ja ein Platanengriffbrett...das ist auch recht hart und homogen..natürlich nicht schwarz wie Ebenholz 8) , aber hübsch anzuschauen. So etwas liesse sich auch in schwarz oder dunkel beizen..was natürlich später dann mit 2K oder Bootslack versiegelt werden müsste....
lg Antonio

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