Wandergitarre

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Moderator: jhg

dantiel
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Re: Wandergitarre

#26

Beitrag von dantiel » 03.02.2021, 05:24

weiss jemand wie die genaue Stegposition sein sollte? Mensur beträgt genau 600mm aber die Stegeinlage ist ja auch wiederum angewinkelt, es sollen Nylonsaiten verwendet werden, muss ich es einfach 1-2mm hinter der kante für die hohe E-Saite ankleben? ist der Winkel (1.8grad siehe anlage) so richtig ?

Und eine weitere Frage, ist es in Ordnung den Hals genau gerade anzubauen? Habe gelesen, dass klassische Gitarren in der Regel 1.5mm am Sattel Höher liegen, damit die Brücke flacher sein kann, aber ich plane eine warscheinlich eh flachere Saitenlage als bei Klassik üblich, also 2mm zwischen tiefer E-Saite und 12. Bundstäbchen, kann ich es dann bedenklos gerade lassen?
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Gerhard
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Re: Wandergitarre

#27

Beitrag von Gerhard » 03.02.2021, 08:57

Für Nylonsaiten mit 650mm Mensur setze ich den Steg so, dass die vordere Kante der Stegeinlage an der hohen e-Saite 0,5mm hinter der Mensurlinie sitzt. Die Stegeinlage ist 1,5° geneigt. Das wird für 600mm ziemlich sicher auch funktionieren.
Ich baue die Hälse so an, dass das Griffbrett vom Hals auf den Korpus plan aufliegt, also weder nach vorne noch nach hinten geneigt. Die Gitarre "klappt" ja auch noch ein bisschen zusammen, wenn die Saiten drauf sind. Man sagt dann "Der Hals kommt".
Eine 2mm Saitenlage kannst du bei Konzertgitarren nicht machen, schon gar nicht mit der kurzen Mensur. Das wird fürchterlich scheppern! Standard wären 3mm auf der hohen e-Saite und 3,5 bis 4mm auf der tiefen E.

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Re: Wandergitarre

#28

Beitrag von dantiel » 03.02.2021, 12:23

Für Nylonsaiten mit 650mm Mensur setze ich den Steg so, dass die vordere Kante der Stegeinlage an der hohen e-Saite 0,5mm hinter der Mensurlinie sitzt. Die Stegeinlage ist 1,5° geneigt. Das wird für 600mm ziemlich sicher auch funktionieren.
ok perfekt konnte dazu im internet nichts finden, nur dass bei Stahlsaiten der Winkel 2.7grad beträgt, aber dort gibt es ja grössere unterschiede in der dicke der Saiten.
Ich baue die Hälse so an, dass das Griffbrett vom Hals auf den Korpus plan aufliegt, also weder nach vorne noch nach hinten geneigt. Die Gitarre "klappt" ja auch noch ein bisschen zusammen, wenn die Saiten drauf sind. Man sagt dann "Der Hals kommt".
Eine 2mm Saitenlage kannst du bei Konzertgitarren nicht machen, schon gar nicht mit der kurzen Mensur. Das wird fürchterlich scheppern! Standard wären 3mm auf der hohen e-Saite und 3,5 bis 4mm auf der tiefen E.
ok , also mit 2mm abstand meinte ich die "dicke" E-Saite. ich hatte mir vor jahren eine relativ billige klassische Gitarre mit cutaway gekauft und diese von einer Meisterin einstellen lassen, welche den Saitenabstand u.a. auf meinem wunsch auf etwa 2mm gebracht hat ohne dass es irgendwo schepperte (allerdings wurde auch neu bundiert).
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Bodenbebalkung

#29

Beitrag von dantiel » 06.02.2021, 05:10

Zum ersten mal mit störblasenleim hantiert... Der 2. Balken von oben muss wohl nochmal geklebt werden da er in der mitte nicht geklebt hat und scheppert. der rest scheint super zu halten. Trocknet ja wahnsinnig schnell das zeug. Habe es in einem eierbecher im wasserbad in einem kleinen topf erhitzt. Der leim ist sehr hart - Spricht etwas dagegen alle klebeflaechen der gitarre damit zu verleimen? Wie löse ich die verbindung? Einfach die stelle nass machen und vorsichtig mit heissluftfön?
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Re: Wandergitarre

#30

Beitrag von Janis » 06.02.2021, 08:13

Hausen- und andere tierische Leime lösen sich durch Hitze. Mit einem Bügeleisen kann man schön flächig erhitzen.
Wasser muss man nicht dazugeben.

Im übrigen reicht „normaler“ Fischleim vollkommen aus, ist kalt anwendbar und kostet nicht ansatzweise so viel. Wenn es Heißleim sein soll, ist Knochenleim eine gute Wahl!
Viele Grüße,
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Re: Wandergitarre

#31

Beitrag von penfield » 06.02.2021, 11:04

Störblasenleim kannte ich nicht.
Klingt jedenfalls viel besser cooler und vornehmer als Fischleim.
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Re: Wandergitarre

#32

Beitrag von dantiel » 06.02.2021, 13:35

Fischleim wird aus fischresten gemacht, Störblasenleim nur aus der schwimmblase von stören. stimmt, ein bisschen teuer ist es, aber wollte das mal ausprobieren.
gut zu wissen dass man nur Hitze braucht! heisst das die Gitarre darf nicht zu lange in der sonne liegen? was mache ich zb beim verkleben der decke, wenn der leim zu schnell trocknet?
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Re: Wandergitarre

#33

Beitrag von Janis » 06.02.2021, 14:03

Faktor 10 soweit ich weiß... die Blase ist auch ein Rest aus Kaviarproduktion!
Und nein, die Sonne reicht nicht aus, um ihn zu lösen. Wenn du länger brauchst und der Stör es eilig hat, nimm einen Leim mit längerer offenen Zeit, zB. Abfall-Fischleim. Wenn ich den benutze gehe ich nach dem Auftragen gemütlich den Pinsel und Hände waschen und verbinde die Teile erst dann. Kein Stress, keine Kleber-Finger, die alles voll sauen und vom gesparten Geld kaufe ich mir ein schönes Stück Holz ;-)

Edit: meinst du tatsächlich das Anziehen, das so schnell geht oder ist das nur die sehr gute Anfangshaftung? Letzteres ist ja eher ein Vorteil.
Viele Grüße,
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Re: Bodenbebalkung

#34

Beitrag von cabriolet » 06.02.2021, 14:41

dantiel hat geschrieben:
06.02.2021, 05:10
Habe es in einem eierbecher im wasserbad in einem kleinen topf erhitzt.
Ich habe zwar noch nie damit gearbeitet, aber meines Wissens musst du den Störleim genausowenig erhitzen wie "gewöhnlichen" Fischleim. Zumindest bei üblicher Raumtemperatur sollte der noch nicht gelieren, eventuell hast du einfach durch das Erhitzen zuviel Wasser verdunstet und deswegen klebt´s zu schnell (think) .

Gruß
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Re: Wandergitarre

#35

Beitrag von dantiel » 06.02.2021, 23:47

jo ich als laie kenn sowieso den unterschied nicht, nur auf eine website stand der leim ist "eigentlich" der beste... aber warscheinlich wohl nur minimal, ich glaube ein Vorteil soll sein, dass der auch nach langer zeit transparent bleibt, darum wird der von Restaurateuren zb zum reparieren von bildern oder sowas verwendet.

jo war verdammt schell "fest" (aber noch nicht trocken) beim erkalten, allerdings hatte ich den glaubich auch zu dick angerührt. werde mal versuchen Störleim mit etwas Hautleim zu mischen (ergibt es sinn? erhöhte Klebkraft / ein bisschen Elastik und langsamer trocknen?)
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Re: Wandergitarre

#36

Beitrag von Lumael » 07.02.2021, 12:23

dantiel hat geschrieben:
03.02.2021, 12:23
ok , also mit 2mm abstand meinte ich die "dicke" E-Saite. ich hatte mir vor jahren eine relativ billige klassische Gitarre mit cutaway gekauft und diese von einer Meisterin einstellen lassen, welche den Saitenabstand u.a. auf meinem wunsch auf etwa 2mm gebracht hat ohne dass es irgendwo schepperte (allerdings wurde auch neu bundiert).
2 mm funktioniert (je nachdem, wie resonant das ganze System ist) noch nicht mal bei den meisten Steelstrings (egal ob frisch abgerichtet, neu bundiert oder komplett gebaut). Bei E-Gitarren ist 1,5 auf 2mm ein guter wert (bei manchen gehen aber noch ein paar zehntel mehr). Ich weiss nicht was für einen zarten Anschlag du hast, aber eine Nylonsaitengitarre mit einer Saitenlage von 2mm funktioniert schon rein physikalisch nicht (nicht bei einer langen, und schon gar nicht bei einer kurzen Mensur). Die Saite braucht einfach mehr Platz zu schwingen. Die Meisterin, welche dir eine billige Gitarre neu bundiert und eine spielbare Saitenlage von 2mm eingestellt hat, muss eine echte Zauberkünstlerin sein. Hast du die Gitarre vielleicht noch? Das würde ich zu gerne sehen/hören.

Gruß

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Re: Wandergitarre

#37

Beitrag von cabriolet » 07.02.2021, 15:01

dantiel hat geschrieben:
06.02.2021, 23:47
werde mal versuchen Störleim mit etwas Hautleim zu mischen (ergibt es sinn? erhöhte Klebkraft / ein bisschen Elastik und langsamer trocknen?)
Meiner Meinung nach macht das keinen Sinn, damit "verschenkst" du den Vorteil von Fischleim, ihn bei Raumtemperatur verarbeiten zu können. Hautleim hingegen MUSS erhitzt werden, ebenso sollte das Holz angewärmt werden.
Die Leimung ist bei richtiger Anwendung bei allen Glutinleimen (Fischleim, alle Haut- und Knochenleime) stabiler als das Holz selber, das Holz bricht also, bevor der Leim aufgibt.

Wenn es dir aber auf die Transparenz der Leimfuge ankommt und das Erhitzen dich nicht stört: Nimm Speisegelatine.

Gruß
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Re: Wandergitarre

#38

Beitrag von dantiel » 07.02.2021, 16:00

Die Saite braucht einfach mehr Platz zu schwingen. Die Meisterin, welche dir eine billige Gitarre neu bundiert und eine spielbare Saitenlage von 2mm eingestellt hat, muss eine echte Zauberkünstlerin sein. Hast du die Gitarre vielleicht noch? Das würde ich zu gerne sehen/hören.
von mir Zauberkünstlerin, die Empfehlung war von freunden die alle ihre Gitarren bei ihr einstellen lassen haben, habe Gitarre grad leider nicht griffbereit, aber sie scheppert nur wenn man stark in die Saiten "klampft", aber ausgeglichen (man kann scheppern auch als weiteres Stilmittel einsetzen) und hat eh einen Tonabnehmer, so wie ich es verstanden habe hat sie die niedrige Saitenlage etablieren können, indem das Griffbrett etwas angeschliffen wurde und die einzelnen Bünde - um scheppern zu minimieren - aber du hast recht ich kann gerade nicht nachsehen, ob es wirklich 2mm waren oder 2.5mm.
Meiner Meinung nach macht das keinen Sinn, damit "verschenkst" du den Vorteil von Fischleim, ihn bei Raumtemperatur verarbeiten zu können. Hautleim hingegen MUSS erhitzt werden, ebenso sollte das Holz angewärmt werden.
Die Leimung ist bei richtiger Anwendung bei allen Glutinleimen (Fischleim, alle Haut- und Knochenleime) stabiler als das Holz selber, das Holz bricht also, bevor der Leim aufgibt.
da hab ich vielleicht was verwechselt. ich meinte "Titebond - hide glue", habe den bisher ohne erwärmen verarbeiten können.
Wenn es dir aber auf die Transparenz der Leimfuge ankommt und das Erhitzen dich nicht stört: Nimm Speisegelatine.
Speisegelatine habe ich schonmal gehört, klingt interessant.
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Re: Wandergitarre

#39

Beitrag von dantiel » 09.02.2021, 01:33

Erste Zarge wurde gebogen. Habe dazu einen heissluftfön und ein 9cm Ofenrohr verwendet. Ging super, einfach sachte Druck ausüben und das Holz langsam bewegen damit es nicht anbrennt und gleichmäßig gebogen ist. Leider hat die Beschichtung des Ofenrohrs etwas Schlieren abgefärbt da es neu war, zum Glück auf der Aussenseite nur ein bisschen. Hoffe es geht noch ab.
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Brücke

#40

Beitrag von dantiel » 05.03.2021, 12:54

Mit dem Dremel und verschiedenen feilen aus einem Stück Nussbaum gefräst. Walnuss riecht angenehm und etwas wie Kirsche. Die Brücke ist etwas flächiger als gewöhnliche dafür lasse ich auf der Innenseite die Gegenverstärkung nur aus Balken bestehen die darunter greifen. So ist es trotzdem leicht und sollte gut schwingen können. Ausserdem ist sie kürzer da die Gitarre etwas schmaler ist. Achtung: Es sollen nur Nylonsaiten rauf.
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Re: Wandergitarre

#41

Beitrag von Kellermann » 05.03.2021, 14:58

Admirabile, est progressus!


Salvete
Quod homo ex vinariam
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Re: Wandergitarre

#42

Beitrag von Yaman » 05.03.2021, 17:51

Sehr organisch.
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Re: Wandergitarre

#43

Beitrag von penfield » 06.03.2021, 10:56

(clap3) (clap3) (clap3)
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Beleistung deckenplatte und korpus leimen

#44

Beitrag von dantiel » 12.03.2021, 10:01

Danke euch. Es geht weiter in Richtung Fertigstellung der Gitarre undzwar wurde die deckenplatte beleistet und Boden, Hals und Zargen verleimt. Der Bodenklotz besteht aus paulownia. Naja ich muss sagen es ist mir nicht alles millimetergenau geglückt, aber ich glaube esist noch im Rahmen. Der Boden mussaneiner Stelle nachgeleimt werden da ich keine Schraubstöcke verwendet habe sondern mit konservendosen als Gewichte mich als Hochstapler versucht, was nich ganz ausreichend war. Ausserdem waren die Zargen nicht perfekt gebogen obwohl ich mehrmals nachgebogen hab darum wird sie Decke 1mm schmaler.

Als nächstes werde ich auf der Innenseite Clou nur als Grundierung auftragen, was das Holz etwas besser vor Luftfeuchtigkeit schützen soll, und sobald es trocken ist decke und Griffbrett
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Decke mit Sternbeleistung
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Verwendung von gewichten kann unter Umständen etwas zu schwach ausfallen.
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Innenseite lackiert und Korpus abschließen

#45

Beitrag von dantiel » 13.03.2021, 20:57

Der Korpus wurde verschlossen und der überstand abgeschnitten. Habe spaßeshalber eine manufakturnotiz hinzugefügt um es formell abzurunden. Nur echt mit Hermelin. Seriennummer 1. Ausserdem wurde das Griffbrett abgerichtet und geschliffen. Nun muss nur die Brücke positioniert und beides verleimt werden dann können Saiten draufgespannt werden.
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Re: Wandergitarre

#46

Beitrag von glambfmbasdler » 19.03.2021, 16:32

An die Bünde denkst du auch noch, oder wird das eine fretless Version? Ich hoffe, das Griffbrett ist für die Fotos nur aufgelegt und nicht verleimt, sonst wirds fummelig beim Bundschlitz sägen, fürchte ich.
Grüße
Edi

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Re: Wandergitarre

#47

Beitrag von Lumael » 20.03.2021, 04:30

Hast du keine Angst, dass sich diese einteilige, geriegelte und im Fladerschnitt aufgesägte Decke, nach einer Weile nicht in alle Richtungen wirft? Balken sind übrigens, neben der Decke, das wichtigste, statische und Klang bestimmende Element einer Gitarre. Hier sucht man sich nur das beste Material aus,...erst recht, wenn die Decke nicht optimal ist weil man die Möglichkeit hat, gegebenenfalls noch gegenzusteuern. Aufgespaltene Fichte mit feinen, stehenden Jahresringen und durchlaufenden Fasern. Liegende Jahre mit gleichen Eigenschaften gehen auch, sind bei Gitarren aber sehr ungewöhnlich. Alles dazwischen sollte man nach Möglichkeit unter allen Umständen meiden. Deinen Zettel finde ich...sehr ambitioniert (hab ich bei allem Übermut, bei meiner ersten auch gemacht (whistle) ),...aber die Grafik mit dem goldenen Schnitt gefällt mir gut.

Gruß

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Re: Wandergitarre

#48

Beitrag von dantiel » 24.03.2021, 19:46

Danke basdler und lumael für die Antwort. Ich hab zum testen Saiten Mal ohne Bünde rauf und find das ziemlich geil auch wenn die Spielbarkeit für mich sehr schwierig ist. Wie sollte ich das Griffbrett aus Nussbaum am besten behandeln damit es nicht so schnell abnutzt, oder sollte man für fretless eher was härteres verwenden? ich weiss nich genau was für holz es für das Skelett war, habe es vom Tonholzhändler bekommen, ich denke es ist Fichte von okayer Qualität, eine der leisten war längsseitig auch etwas angespalten. es stimmt wohl dass die decke sich etwas verzieht aber bisher ist es im rahmen siehe angehängte Bilder. ich habe den Eindruck der klang verbessert sich langsam und dass alles erst "zusammensacken" muss? der Zettel ist ambitioniert, ja aber das soll ja auch glück bringen und denjenigen der der die Gitarre öffnet zum schmunzeln (;

Ansonsten bin ich Grad am planen die Gitarre zu beizen. Möchte dammer und Drachenblut mit Primasprit verwenden und nach dem Trocknen der beize Holzsiegel drauf. Allerdings mache ich mir Sorgen ob das beizen nicht die leimverbindungen löst und ansonsten schien mir beim testen auf holzresten als würde die beize die schöne Riegelung etwas unkenntlich machen. Gibt es eine Färbemöglichkeit welche Riegelung besser hervorhebt?
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Die Decke hat sich in ein paar Tagen um etwa 2mm herabgesenkt. Der Klang hat sich dabei langsam angefangen etwas weiter zu entfalten.
Die Decke hat sich in ein paar Tagen um etwa 2mm herabgesenkt. Der Klang hat sich dabei langsam angefangen etwas weiter zu entfalten.
Das Griffbrett war aufgrund eines Fehlers im Plan etwas zu kurz.
Das Griffbrett war aufgrund eines Fehlers im Plan etwas zu kurz.
Aufleimen der Brücke.
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Re: Wandergitarre

#49

Beitrag von dantiel » 06.04.2021, 22:33

Habe die Saiten wieder abgenommen und mit dem Finish begonnen, dabei leider nicht die richtige Reihenfolge eingehalten. Habe zuerst gebeizt mit Drachenblut und lackiert , aber die Bindung für Kunststoff Schildpatt erst danach schnitzen wollen... Dabei haben dann die Klebestreifen den nur halbfesten Lack aufgerissen. Habe die Stellen dann einfach neugebeizt und neulackiert und sozusagen den Fehler in Kauf genommen anstelle es perfekt zu machen und alles abzuschleifen... im wahn habe ich sogar ein Stück Klebestreifen einlackiert, welches mich an das Blatt auf der Schulter Siegfrieds in der nigelungensage erinnerte als dieser seinerseits im Drachenblut badete... Es ist eine Schwachstelle aber ich mag ansonsten die abblätternde Ästhetik des langsamen Verfalls welcher durch die Art der Fertigung hier sozusagen vorweggenommen würde... Natürlich kann das nicht mit einer perfekten Meistergitarre mithalten wie das meiste im Forum, aber insgesamt bin ich zufrieden dafür dass es ein Erstlingswerk ist. Ausserdem wurden die Vertiefungen für die Intarsien geschnitten aber noch nicht eingelegt da sie noch weiter vertieft werden müssen.
Da ich mit Mikrotönen experimentieren möchte lasse ich sie erstmal bundlos. Der rote Hermelin gab sein Einverständnis.

P.s. da dies ein bauthread geworden ist kann ein Moderator es verschieben? Würde den fertigen Bauplan Dann erneut in Baupläne Posten wenn derbau komplett abgeschlossen wurde.
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Re: Wandergitarre

#50

Beitrag von Kellermann » 07.04.2021, 11:38

Die paßt ans Lagerfeuer, outdoor-style! Wie ist es mit dem Sound, bist du zufrieden damit?

Grüße
Kellermann

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