Spannstab rappelt in 5Saiter Bass

Alles um einen alten Schatz aufzufrischen ... auch am Finish
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Spannstab rappelt in 5Saiter Bass

#1

Beitrag von MiLe » 13.07.2018, 11:04

moin,

das Problemobjekt trau' ich mich gar nicht zu posten - die meisten denken eh' schon, ich hätte 'nen Knall (wohl nicht ganz unberechtigt :oops: )
Problem: Bei einem gebraucht gekauften 5saiter rappelt wohl der Trussrod bei einigen Frequenzen - ist mir beim Anspielen nicht aufgefallen - erst zu Hause.
Andere potentielle Rappelquellen (E-Fach, Pickups, Bridge) habe ich gecheckt und für gut befunden, die Hals-Body-Verbindung kann's nicht sein weil schlicht nicht vorhanden (neck-thru).
Den Spannstab (Halskrümmung ist OK) etwas anzuziehen funktioniert zwar, löst aber das Problem nicht.
Die Stelle ist schwer zu lokalisieren, ich habe am ehesten den Bereich um den 20. Bund (bei einem 24Bünder) im Verdacht.

Frage: Was tun? Den Tip mit einigen Tropfen Silikon beim Einbau des 2way-Truss hab' ich gefunden, aber das scheidet ja aus, wenn nicht das Griffbrett runter soll.
Den Stab zu ziehen (Zugang an der Kopfplatte) hab' ich noch nicht probiert, könnte aber eventuell gehen.
Bevor ich das versuche die Frage: Bringt mich das überhaupt weiter? Silikon verschmiert bei wieder einschieben, so dass wohl an der Stelle, wo es notwendig wäre, kaum ankommt.
Liebe Grüße,
Michael

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Re: Spannstab rappelt in 5Saiter Bass

#2

Beitrag von Poldi » 13.07.2018, 11:18

Eine Ferndiagnose ist zwar schwierig aber Was soll an einem angezogenen Spannstab rappeln?
Ich das das Problem eher woanders, vielleicht bei den Mechaniken oder bei lösen Bundstäbchen.

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Re: Spannstab rappelt in 5Saiter Bass

#3

Beitrag von MiLe » 13.07.2018, 11:33

Soweit ich es erkennen kann, scheiden alle anderen Quellen aus.
Ich hatte so einen Fall noch nicht, könnte mir aber vorstellen, dass eine minimal zu breit gefräste Nut für den Effekt sorgen könnte. Die Spannung im Hals/Stab wirkt ja nur nach oben/unten und nicht seitlich (think)

Der Bass ist von Haus aus ein absoluter Billigheimer (Harley Benton HBZ-2005) mit eigentlich unglaublichem Preis-Leistungsverhältnis - gebraucht absolut unschlagbar. Ein Paar Seymour Standard-Humbucker ist teurer. Da darf man schon mal von nicht absoluter Fertigungsqualität ausgehen. Der Rest des Basses ist anständig (incl. rauscharmer Aktivelektronik) bis gut und gemessen am Preis ein absoluter Nobrainer.
Hals spielt sich gut, klingen tut er auch.
Kauf' mal das Holz - Mechaniken (tip-top), Pickups, preamp, Bunddraht, 5 Singlebridges......... (think)
Plan: Fretjob, neue Saiten, Setup, feddisch :lol:
Liebe Grüße,
Michael

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Re: Spannstab rappelt in 5Saiter Bass

#4

Beitrag von KNGuitars » 13.07.2018, 12:13

probier mal den halsstab fester anzuziehern (ungeachtet der optimalen saitenlage) ... wenn das rattern dann weg ist hast schonmal die gewissheit dass es am trussrod liegt.
es kann durchaus sein dass ein (ganz) leicht gespannter trusrod noch vibriert
lg klaus

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Re: Spannstab rappelt in 5Saiter Bass

#5

Beitrag von penfield » 13.07.2018, 12:28

Wenn die Fräsung ev. seitlich zu weit ist, hast du schon versucht irgendetwas an der Seite einzuschieben?
Ausschäumen wird wohl nicht gehen.
SGmaster, Peacemaster 3P90, Double neck fretless/fretted,
Quickbird, Basslownia, FrameBird, Violin Bass Bausatz.
Sollte an Les Paulownia arbeiten ...

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Re: Spannstab rappelt in 5Saiter Bass

#6

Beitrag von AsturHero » 13.07.2018, 20:59

Ich hatte mal sowas bei einem Warwick Rockbass (China), da rappelte auch der Trussrod....
Ich hatte malö testweise den Imbusschlussel reigesteckt und dann getestet und das Rasseln bei bestimmten Frequenzen war weg...gelöst hat sich das bei mir, indem ich den Hals ordentlich eingestellt habe und dann mit 3-4 dünnen Furnierstreifen die Trussrodmutter auf einer Seite etwas angedrückt/Spannung erzeugt hab/eingekeilt hab (natürlich nur so groß, das der Trussroddeckel wieder zu geht..seitdem war das rappeln weg....

ohh..bevor ich selber an gefangen habe zu basteln, war der HBZ immer mein Traum-Neck Tru....aber immer wenn ich gebraucht einen günstig gefunden hatte, hat mir den jemand weggeschnappt...der ist eine Kopie eines Peavey-Basses ;) Nu da ich selber bastle ist er witzigerweise uninteressant geworden.
Ein Selbstbau NT steht auch noch auf meiner ToDo Liste..aber das ist vom EK Preis schon fürs Holz ne andere Nummer als meine bisherigen Bauten...vielleicht 2019 ;)
lg Antonio

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Re: Spannstab rappelt in 5Saiter Bass

#7

Beitrag von MiLe » 14.07.2018, 09:29

KNGuitars hat geschrieben:
13.07.2018, 12:13
probier mal den halsstab fester anzuziehern (ungeachtet der optimalen saitenlage) ... wenn das rattern dann weg ist hast schonmal die gewissheit dass es am trussrod liegt.
es kann durchaus sein dass ein (ganz) leicht gespannter trusrod noch vibriert
Hab ich schon, siehe 1. Post ;)
Dennoch bin ich sicher, dass es der Truss ist.
AsturHero hat geschrieben:
13.07.2018, 20:59
...gelöst hat sich das bei mir, indem ich den Hals ordentlich eingestellt habe und dann mit 3-4 dünnen Furnierstreifen die Trussrodmutter auf einer Seite etwas angedrückt/Spannung erzeugt hab/eingekeilt hab (natürlich nur so groß, das der Trussroddeckel wieder zu geht..seitdem war das rappeln weg....
Das werd' ich mal probieren, Danke (thumb)
AsturHero hat geschrieben:
13.07.2018, 20:59
ohh..bevor ich selber an gefangen habe zu basteln, war der HBZ immer mein Traum-Neck Tru....aber immer wenn ich gebraucht einen günstig gefunden hatte, hat mir den jemand weggeschnappt...der ist eine Kopie eines Peavey-Basses ;)
Als Traumbass würde ich ihn nicht bezeichnen, aber da das das Teil (über eBay Kleinanzeigen) keine 2 km von mir weg stand konnte ich nicht widerstehen. Wenn man den Aufwand aus eigener Erfahrung einschätzen kann den es bedeutet, so ein Teil zu bauen (das dann auch noch bis auf den schnarrenden Truss hervorragend funktioniert) kommen einem 160 Öre schon fast geschenkt vor - auch wenn's 'ne Menge Geld ist. ;)
Liebe Grüße,
Michael

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Re: Spannstab rappelt in 5Saiter Bass

#8

Beitrag von AsturHero » 14.07.2018, 09:41

Das stimmt, 160 Öre sind kein Geld für den BAss....und die BAsis (bis bei dir der Trussrod) stimmt und fürt nicht mal annähernd das Geld kann man den selber bauen..erst recht nicht, wenn man die Zeit hinzurechnet...

Ich musste immer wieder bei den Bewertungen lachen, das sich Leute beschwert haben, das an manchen Stellen des Korpus noch raue Stellen wären.....
Bei dem Bass einfach sachte schleifen, dann bissi ölen und schon ist er wieder fertig ;)

Vor allem ist zb von Harley Benton der PB-50 SB Vintage Series unschlagbar und ein Nobrainer... Der wird vor allem viel in den USA gekauft...
Das ist ein Top Ur-Prezi.. den ahben die jetzt vor kurzem 10 Euro teurer gemacht ..vorher war er für 99 Euro zu haben...
Wer sich nicht um MArken-Gedöns kümmert, kann bei dem PB 50 bedenkenlos zugreifen
lg Antonio

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Re: Spannstab rappelt in 5Saiter Bass

#9

Beitrag von Docwaggon » 14.07.2018, 11:50

ein bundstäbchen ziehen
durch die nut bohren
sekundenkleber einspritzen ?

habe ich keine erfahrung mit aber so kommst du wenigstens an den stab

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Re: Spannstab rappelt in 5Saiter Bass

#10

Beitrag von MiLe » 14.07.2018, 11:56

Wenn ich es schaffe, die Stelle genau zu lokalisieren, ist das eine klasse Idee, Danke!
Liebe Grüße,
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Re: Spannstab rappelt in 5Saiter Bass

#11

Beitrag von capricky » 15.07.2018, 09:20

Hat das Griffbrett Dots in der Mitte? Dann eines (oder zwei) entfernen, zum trussrod durchbohren und Silikon einbringen.
Das half mir schon mal bei einer Yamaha E-Gitarre.

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Re: Spannstab rappelt in 5Saiter Bass

#12

Beitrag von MiLe » 17.07.2018, 09:34

Erst mal vielen Dank für alle Vorschläge!! :)

Das Schnarren war am Ende recht gut bei tieferen Frequenzen am unteren Ende des Spanstabes zu lokalisieren, bei mittleren Frequenzen eher im Bereich 7.-9. Bund.

Ich habe den Bass soweit möglich jetzt mal zerlegt, alle Schrauben nachgezogen (Single-Bridges, Gurtpins, Potis, Buchse, Mechaniken....), den losen-Preamp-Block gepolstert fixiert und sämtliche Auflageflächen/-Punkte der Singlebridges gereinigt.
Danach den Trussrod mal komplett gelockert.
Ziehen ist nicht möglich, dazu ist die Fräsung an der Kopfplatte zu klein/kurz - das Ding müsste um die Ecke oder eben die Fräse ausgepackt werden. :(
Selbst ein Inbus muss eine kurze Seite in genau passender Länge haben, sonst greift er entweder nicht oder ist nur schräg in den Kopf zu bekommen - mit allen Gefahren des Ausnudelns.

Nach erneutem Aufziehen der Saiten, Justieren des Trussrods und Einstellen der Intonation (1/13) nebst peniblem Festsetzen der Bridge-Einsätze die erfreuliche Erkenntnis: Schnarren ist (erst mal) weg.
Ich schließe aber nicht aus, dass es wiederkommt, wenn sich alle beteiligten Teile an die aktuellen Spannungs-Verhältnisse "gewöhnt" haben - dann käme wohl die Inlay- oder Bundschlitz-Injektionstechnik zum Einsatz :)

Zusatz-Erkenntnis: Eine Kompensation des Sattels wäre in so geringem Maße erforderlich, dass es wohl nicht lohnt. (.45-130 auf 864 mm Mensur)
Liebe Grüße,
Michael

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