Gitarre vom Opa

Alles um einen alten Schatz aufzufrischen ... auch am Finish
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axl2001
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Gitarre vom Opa

#1

Beitrag von axl2001 » 13.03.2018, 19:12

Hallo,
nachdem die Planung der LP noch dauern wird aufgrund Buch lesen etc. hab ich mir gedacht ich repaiere meine alte Gitarre.
Die Gitarre ist jetzt knapp 50 Jahre alt. Sie ist ein Geschenk von meinem Opa an meiner Mama der leider viel zu früh von uns gegangen ist.
Genau aus dem Grund habe ich die Gitarre auch noch nicht entsorgt.
Und da ich hier jetzt ein Forum gefunden habe dachte ich stell mal Bilder von der Gitarre online, ob eine Reparatur möglich ist.
Wenn nicht, ist es kein Problem. Ich werde die Gitarre trotzdem behalten weil es auch meine erste Gitarre war :).

Zur Geschichte warum sie so raponiert ist. Ich bin die Stiegen runtergelaufen und mich hat es wie es auf gut Österreichisch heisst "Aufzaht".
Sie ist noch bespielbar, scheppert aber zeitweise.
Kaputt ist nur die Decke unten. Eine Druckstelle ist leider oben am Korpus.

Wäre nett wenn ihr mir eure Meinung sagen könnt und wie ich das eventuell wieder hinbekomme.
Meine Mama würde sich da glaub ich noch mehr freuen :).

Hier die Bilder:
Alex
Korpus
Korpus
Decke
Decke
Danke in voraus und lG,
Alex

PS: Ich habe eine Buchfolie zum kleben verwendet. Ich war damals 16 Jahre alt.

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Re: Gitarre vom Opa

#2

Beitrag von bea » 13.03.2018, 19:21

Hi Alex, das wird wohl ein bisserl Arbeit, aber das sollte sich eigentlich ganz gut reparieren lassen. Lohnen tut sich das allein wegen des ideellen Werts auf jeden Fall.

Die wirst aber wohl nicht umhinkommen, die Gitarre zu öffnen - auch wenn man sehr viel mehr von außen erreichen kann als ich dazu in der Lage bin.
LG

Beate

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Re: Gitarre vom Opa

#3

Beitrag von axl2001 » 13.03.2018, 19:32

Hallo Beate,
das ich die Decke tauschen muss, mit dem hab ich gerechnet. Und Zeit ist kein Problem :). Bin die meiste Zeit alleine zu Hause weil Frau nebenberuflich FH macht.
Ich will sie auf jeden Fall behalten und am liebsten wäre es mir wenn sie wieder schön bespielbar wäre.
Problem 1: Ich habe keine Ahnung wie ich die Decke runter bekomme
Problem 2: Wie ich die Druckstelle am Korpus ausbessern kann :(.

Aber wenn das alles geht, würde ich sie auch neu lackieren :).
LG,
Alex

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Re: Gitarre vom Opa

#4

Beitrag von hatta » 13.03.2018, 19:37

Als allererstes würde ich dir empfehlen ein Buch über den Bau von Akustischen Gitarren zu kaufen und dich gut einzulesen :)

Ich denke dann werden schon viele Fragen geklärt sein :)

Ansonsten wünsche ich viel Erfolg bei der Restaurierung
Gruß
Harald

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Re: Gitarre vom Opa

#5

Beitrag von AsturHero » 13.03.2018, 19:42

die LP als Frischling von Grund auf alleine Bauen oder ein Bausatz wird ein Kindergeburtstag sein im Gegensatz zu der Akustik-Reparatur ;)
lg Antonio

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Wann eigentlich wurde aus Sex and Drugs and Rock and Roll

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Re: Gitarre vom Opa

#6

Beitrag von gitabou » 13.03.2018, 20:34

hatta hat geschrieben:
13.03.2018, 19:37
Als allererstes würde ich dir empfehlen ein Buch über den Bau von Akustischen Gitarren zu kaufen und dich gut einzulesen :)

Ich denke dann werden schon viele Fragen geklärt sein :)

Ansonsten wünsche ich viel Erfolg bei der Restaurierung

Das kann ich nur unterstreichen. Cooles Projekt, aber nicht ganz einfach für den Einstieg.
http://www.gitabou.de | Zeichnungen und Schablonen für den E-Gitarrenbau

...

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Re: Gitarre vom Opa

#7

Beitrag von axl2001 » 13.03.2018, 20:35

AsturHero hat geschrieben:
13.03.2018, 19:42
die LP als Frischling von Grund auf alleine Bauen oder ein Bausatz wird ein Kindergeburtstag sein im Gegensatz zu der Akustik-Reparatur ;)
Naja, hab der Mama von meinem Projekt schon erzählt :D . Jetzt gibt es kein zurück mehr :P.
hatta hat geschrieben:
13.03.2018, 19:37
Als allererstes würde ich dir empfehlen ein Buch über den Bau von Akustischen Gitarren zu kaufen und dich gut einzulesen
Hast du eventuell eine Empfehlung für mich?

Hätte das:
https://www.amazon.de/Gitarrenbau-akust ... dpSrc=srch

bzw. das:
https://www.amazon.de/Akustische-Gitarr ... 578R6Z42ER

gefunden.
LG,
Alex

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Re: Gitarre vom Opa

#8

Beitrag von axl2001 » 13.03.2018, 20:36

gitabou hat geschrieben:
13.03.2018, 20:34
Das kann ich nur unterstreichen. Cooles Projekt, aber nicht ganz einfach für den Einstieg.
Bin Handwerklich jetzt nicht ungeschickt. Und das ist was ich unbedingt machen will. Allein wegen meiner Mutter.
Ich gib sie dann wieder im guten Zustand "hoffentlich" zurück :).

ahgit

Re: Gitarre vom Opa

#9

Beitrag von ahgit » 13.03.2018, 20:59

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Re: Gitarre vom Opa

#10

Beitrag von bea » 13.03.2018, 21:24

Da pflichte ich Dir unbedingt bei.


Den Bildern nach halte ich es für wahrscheinlicher, dass man die Decke weiter verwenden kann. Und wenn irgend möglich will man das auch. Ein Tausch der Decke bedeutet ja zwingend, dass auch das Griffbrett ab müsste. Kleinere Fehlstellen an der Kante zur Zarge kann man ja ersetzen.

Wenn möglich würde ich die Gitarre von unten öffnen - später, wenn Du Dich informiert hast.
Nicht um den Boden zu tauschen, sondern schlicht, weil das einfacher ist. Auf die Decke ist ja das Griffbrett aufgeleimt.

Und versuch mal, an dieses Buch zu kommen: https://www.barnesandnoble.com/w/comple ... 1102017883

Außerdem - wie andere schon sagten: unbedingt ein Buch über Akustikbau. Und zwar eines, das möglichst tief in die Materie einsteigt und nicht nur Anfänger anspricht (die aber natürlich auch!).

Je nach Werkstattaustattung und Erfahrung im Umgang mit dem Werkzeug kann diese Reparatur aufwendiger werden als der Bau einer Paula. Anspruchsvoller ist sie sowieso.
LG

Beate

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Re: Gitarre vom Opa

#11

Beitrag von Sven2 » 13.03.2018, 22:05

Hi Alex,

ich würde dir, zusätzlich zu den Tipps die du bereits bekommen hat, empfehlen einen Blick in Youtube zu werfen. Dort gibt es jede Menge Videos zum Thema Gitarrenreparatur. Ein Buch zu dem Thema zu lesen ist eine Sache, aber in einem Video die Handgriffe vorgemacht zu bekommen kann hilfreicher als ein Buch sein.

Zum Beispiel den Youtube-Channel von Rosa String Works:
https://www.youtube.com/channel/UC29Dkc ... Cbw/videos

Dort bekommst Du ein ganz gutes Bild davon wie man bei der Reparatur vorgeht und was tatsächlich noch reparierbar ist.


Sven

Gitarren bauen ist wie Kartoffelchips essen:
Man kann einfach nicht nur einen nehmen.

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Re: Gitarre vom Opa

#12

Beitrag von axl2001 » 13.03.2018, 22:20

ahgit hat geschrieben:
13.03.2018, 20:59
das ich die Decke tauschen muss, mit dem hab ich gerechnet. Und Zeit ist kein Problem :).
Langsam,langsam, nicht direkt die Säge ansetzen
Wie wärs wenn du erst mal die Saiten runter machst und dann das ganze mal genauer inspezierst bevor du das Instrument aufmachst oder eine neu Decke in Erwägung ziehst? Mit einem Spiegel und Beleuchtung mal innen rein gucken und sehen was da alles beschädigt ist.Dann entscheiden was zu machen ist.
Die Seiten habe ich gleich danach runter gemacht. Ich stell morgen noch ein Bild rein ohne dem Plastik.
Das Holz ist leider wie soll ich sagen, zerbröselt.
Stell dann noch Bilder rein :).

Danke auf jeden Fall.
LG,
Alex

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Re: Gitarre vom Opa

#13

Beitrag von axl2001 » 13.03.2018, 22:30

So, hier nochmal bessere Bilder 8)
Das Holz dürfte gesplittet sein. Kenn mich da aber zu wenig aus :(

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Re: Gitarre vom Opa

#14

Beitrag von bea » 13.03.2018, 22:40

Jetzt mach mal langsam. Ich fürchte, dass Du grad auf dem besten Weg bist, die Gitarre endgültig ins Grab zu schicken.

ALLES, was Du bisher gezeigt hast, scheint mir den bisherigen Bildern zufolge reparierbar zu sein. Wenn man behutsam an die Sache herangeht und sich schlau macht, wie das am besten geht.

Einzig am äußersten Rand der Decke gibt es ein paar kleinere Fehlstellen, die man locker füllen kann.

Das könnte eine Sperrholzdecke sein, und die Sperrholzlagen scheinen etwas auseineandergegangen zu sein. Kann man grundsätzlich wieder zusammenleimen. Am besten mit Fischleim. Wenn Du Boden und Decke abmachst, musst Du mit weiteren Ausrissen rechnen. Auch die kann, nein muss man natürlich langsam und vorsichtig wieder einleimen.


Stell Dir doch einfach mal vor, das sei jetzt nicht die Gitarre Deines Opas, sondern eine durch einen blöden Zufall zerdepperte Barockgitarre von Stradivari oder eine alte Torres. Oder auch nur eine Manzer mit einem Neuwert von 30000-40000 EURo. Die Dinger sind so wertvoll, dass es drauf ankommt, möglichst viel vom ursprünglichen Holz zu erhalten. Und genau darum sollte es Dir wegen des ideelen Werts auch auch gehen, und deshalb solltest Du behutsam und systematisch an die Sache herangehen.

Bei Deinem momentanen Kenntnisstand wirst Du wirklich mehr als nötig kaputtmachen, wenn Du einfach so forsch draufloswurschtelst.

Ach, und schau mal hier im Forum in die Reparaturthreads, insbesondere in die der Profis unter uns! Auch da siehst Du viele Tricks.
LG

Beate

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Re: Gitarre vom Opa

#15

Beitrag von axl2001 » 13.03.2018, 23:07

Hallo,
es ist noch nichts unten und ich habe auch nicht angefangen zu sägen oder so 😊. Im Gegenteil, ich habe mir oben die youtubevideos angesehen.
Die Gitarre liegt seit paar Jahren herum. Somit kommt es auf die paar Tage bzw. Wochen auch nicht meh an.
Für mich war es mal wichtig zu wissen ob es überhaupt möglich ist. Das es ohne neue Decke geht ist für mich jetzt schon mal ein großes Plus.
Da mein Opa auch Tischler bzw. Drechsler war, weiß ich wie feinfühlig man mit Holz umgehen muss.
Ich werde auch nicht damit beginnen so lange ich kein Buch zu Hand habe.
Und für mich hat die Gitarre den oben genannten Wert 😊.
Danke für die Ratschläge.

LG,
Alex

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Re: Gitarre vom Opa

#16

Beitrag von axl2001 » 16.03.2018, 09:02

bea hat geschrieben:
13.03.2018, 21:24
Und versuch mal, an dieses Buch zu kommen: https://www.barnesandnoble.com/w/comple ... 1102017883
Nur eine Frage.....hast du das Buch selber? Würde gerne wissen wieviele Bilder drinnen sind weil ich überlege ob ich mir die Kindleversion kaufe, oder das Taschenbuch.

Danke und lG,
Alex

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Re: Gitarre vom Opa

#17

Beitrag von bea » 16.03.2018, 11:08

Es hat ziemlich viele Bilder, gefühlt doppelt so viele wie Saiten. Alle schwarz-weiß; das Buch ist schon fast historisch.
LG

Beate

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Re: Gitarre vom Opa

#18

Beitrag von axl2001 » 16.03.2018, 11:44

Hallo Beate,
danke für die Info. Dann bestell ich das Taschenbuch :).

Hab jetzt das Innenleben von meiner Gitarre fotografiert.
Ich hoffe man kann mit dem Bildern was anfangen.
Schaut jetzt für mich als Laie nicht so schlimm aus :P.

LG,
Alex

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