Neck reset oder "reinpappen" (Acoustic Bass)

Alles um einen alten Schatz aufzufrischen ... auch am Finish
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Grim_Reaper
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Neck reset oder "reinpappen" (Acoustic Bass)

#1

Beitrag von Grim_Reaper » 19.02.2018, 19:51

Hi Gemeinde,

mir ist heute ein Kirkland Acoustic Bass zugeflogen.
Er ist soweit gut in Schuß, bis auf die Kleinigkeit, dass der Halsfuß locker ist.
Ich habe nun erst mal die Saiten abgenommen um ihm etwas Linderung zu verschaffen.
Vom Prinzip her ist der Halsfuß V-förmig in den Body angeleimt. Das ganze ist dann noch mit zwei Zapfen verzapft.
Das Griffbrett ist noch fest auf dem Korpus.

Jetzt die eigentlich Frage, soll ich das Griffbrett komplett ablösen (Heißluft)
oder einfach Titebond die Verbindung einbringen und gut Klemmen?

Die zweite Frage ist, wie klemmt man sowas? Gibts hierzu schon irgendeinen Thread, oder Bilder.

Vielen Dank für eure Unterstützung!

Lg
Matze

P.S.: werde morgen versuchen Bilder nachzuliefern.

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Re: Neck reset oder "reinpappen" (Acoustic Bass)

#2

Beitrag von Grim_Reaper » 19.02.2018, 19:56

ungefähr so... nur ohne die Verschraubung. Statt dessen gibts eben zwei Buchezapfen.

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Sven2
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Re: Neck reset oder "reinpappen" (Acoustic Bass)

#3

Beitrag von Sven2 » 19.02.2018, 23:09

Grim_Reaper hat geschrieben:
19.02.2018, 19:51
[...]
Jetzt die eigentlich Frage, soll ich das Griffbrett komplett ablösen (Heißluft)
oder einfach Titebond die Verbindung einbringen und gut Klemmen?
Also jetzt müsstest du wirklich mal Bilder von dem Spalt zeigen, sonst kann man nur raten.
Ist der Spalt nur zum Boden hin offen und zum Griffbrett hin noch zu?
Grim_Reaper hat geschrieben:
19.02.2018, 19:51
Die zweite Frage ist, wie klemmt man sowas? Gibts hierzu schon irgendeinen Thread, oder Bilder.
[...]
Nur so ne Idee. (Nicht selbst probiert!)

- Bass aufs Gesicht legen (Boden nach oben).
- Klotz unter den ersten Bund
- Klotz unter den Endklotz (polstern!)
- Jetzt hängt der Übergang Hals -> Korpus in der Luft.
- Nun nach und nach Gewicht auf den Halsfuß legen, bis sich der Spalt schließt

Das Ganz erst mal als Trockenübung, d.h. ohne Leim in den Spalt zu geben. Der Spalt sollte sich komplett schließen. Wenn nicht, dann ist was im Weg (Leimreste oder die Zapfen passen nicht mehr in ihre Löcher). Dann wirst du wohl aufmachen müssen.
Wie danach die Saitenlage aussieht, lässt sich aber kaum vorhersagen.
Bedenke auch, dass du so nur Leim in Spalt geben kannst. Die Zapfen wirst du nicht erreichen.
Ist die Original-Verleimung mit Titebond gemacht oder wurde Knochenleim verwendet? Wenn Knochenleim verwendet wurde, solltest du da kein Titebond reinmachen.

Sven

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Re: Neck reset oder "reinpappen" (Acoustic Bass)

#4

Beitrag von Grim_Reaper » 20.02.2018, 06:22

Guten Morgen,

ich war bzgl. der Hals Korpus Verbindung falsch gelegen.
Sie ist deutlich einfacher ausgeführt und hat keinen Formschluss.
Der Hals ist quasi einfach an den Korpus hingeklebt und mit zwei Buchehholzdübel "gesichert".

Ohne Krafteinwirkung sieht der Riss so aus.
Welcher Leim dort verwendet wurde kann ich nur schwer sagen.
Bzgl. der Klemmung dachte ich erst an einen gut gepolsterten breiten Spanngurt am Korpus entlang,
mit einer Pressbeilage um die Halsfusskrümmung auszugleichen.

Auf Grund der einfachen Verbindung tendiere ich fast dazu einen Kleber mit einer Kanüle in den Spalt einzubringen.
Allerdings mache ich mir gerade Gedanken wie ich es schaffe den Trussrod nicht mit einzukleben.

Grüße

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Re: Neck reset oder "reinpappen" (Acoustic Bass)

#5

Beitrag von Grim_Reaper » 20.02.2018, 21:40

Guten Abend,

ich bin es "schon wieder".
Ich denke ich werde durch den Holzblock im Korpus bohren (1 oder 2) und dann erst den Spalt mit Uhu Endfest "füllen"
und dann mit Spax das ganze fixieren (unterstützt von Spanngurt um den Korpus).

Werde mal sehen, ich hoffe ich bekomme ein paar Bilder gebacken.

Grüße

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Re: Neck reset oder "reinpappen" (Acoustic Bass)

#6

Beitrag von DoubleC » 20.02.2018, 21:52

Wird das denn mit 2K-Kleber gehen?

Du hast ja bestimmt noch Reste vom Holzleim in dem Spalt. Mit CyanoAcrylat geht das komplett in die Hose. Das löst den Weissleim an und es entsteht ein nicht abbindendes Geglitsche........

vielleicht erstmal an anderer Stelle austesten?


Gruss

2C

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Re: Neck reset oder "reinpappen" (Acoustic Bass)

#7

Beitrag von Grim_Reaper » 21.02.2018, 07:57

Ich sehe schon, dass läuft doch auf komplett Hals abnehmen, säubern, Rampamuffen setzen, verkleben, verschrauben raus.
Dann weiß man wenigstens was man hat.

Oder vielleicht sollte ich den Hals "nur" verschrauben?

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Re: Neck reset oder "reinpappen" (Acoustic Bass)

#8

Beitrag von Kettid » 21.02.2018, 15:12

Bei solchen Reparaturen die Nix kosten dürfen bohre ich ein Loch für den Endknopf ( falls nicht vorhanden) und führe eine lange Verlängerung für die bithalterung hindurch. Durch das Schallloch wird dann ein Bohrer mit bitaufnahme aufgesteckt und vorgebohrt. Dann wird ein passender Bit aufgesteckt und eine dicke Schraube mit großem Kopf durch den oberklotz in den halsfuß gejagt. Vorher für das gute Gewissen möglochst viel Leim in den Spalt quetschen.

Hat sich bewährt und bis jetzt immer gehalten...

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Re: Neck reset oder "reinpappen" (Acoustic Bass)

#9

Beitrag von Sven2 » 21.02.2018, 18:16

Grim_Reaper hat geschrieben:
21.02.2018, 07:57
[...]
Oder vielleicht sollte ich den Hals "nur" verschrauben?
Schrauben in Gitarren drehen ist Bäh.
Und ne Gänsehaut machts mir auch

Sven

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Re: Neck reset oder "reinpappen" (Acoustic Bass)

#10

Beitrag von Sven2 » 21.02.2018, 18:19

Ach so.
Was spricht denn eigentlich dagegen, dass von einem Instrumentenbauer machen zu lassen? Hast du mal einen Preis erfragt?
Das Instrument soll doch dann auch gespielt werden und eine realistische Lebenserwartung haben.

Sven

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Re: Neck reset oder "reinpappen" (Acoustic Bass)

#12

Beitrag von Grim_Reaper » 21.02.2018, 20:07

Hi @ahgit und @Kettid ,

Danke für euren Zuspruch.
Kannst du die Ikea Beschläge beschreiben oder ein Bild posten.
Ich kann mir das gerade nicht vorstellen, was du meinst.

Ich denke Schrauben sollten nicht das Problem sein.

@@sven ich war / bin auch nicht der größte Fan von Schrauben, aber bei dem Projekt habe ich irgendwie keine Skrupel.
Abgesehen davon werden bei E-Instrumenten so viele Schrauben in das Brett gejagt...

Grüße


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Re: Neck reset oder "reinpappen" (Acoustic Bass)

#14

Beitrag von Grim_Reaper » 22.02.2018, 11:16

Passt... diese Schrauben gibt auch im Baumarkt für Regalsysteme.
4,7mm Kerndurchmesser --> 4,5 Bohrer sollte passsen vielleicht noch ein paar mal nachbohren.
Ich glaube die Idee gefällt mir.
Dazu noch UHU Max repair oder endfest und fertig.

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Re: Neck reset oder "reinpappen" (Acoustic Bass)

#15

Beitrag von jhg » 22.02.2018, 13:45

Ich verwende die mittlerweile auch bei meinen Neubauten. Das hat ein paar Vorteile und macht wenig Arbeit. Da ich den Hals final auch noch verleime, mache ich mir über die Haltbarkeit an dieser Stelle wenig Sorgen.

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