Dachbodenfund Framus Strato Star Bass

Alles um einen alten Schatz aufzufrischen ... auch am Finish
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michi.333
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Dachbodenfund Framus Strato Star Bass

#1

Beitrag von michi.333 » 12.07.2022, 10:22

Moin zusammen!

Eine Bekannte von mir will ihr Haus verkaufen und beim rumstöbern hab ich auf dem Dachboden einen Framus Strato Star Bass von (laut Seriennummer 44528 63K) 1963 gefunden.
vorderseite.jpg
rueckseite.jpg
Das gute Stück muss da mehrere Jahrzehnte rumgestanden haben, wenigstens ist er total verdreckt und durch Witterungseinflüsse ist der Lack etwas aufgeplatzt.
Die Brücke fehlt, die Mechaniken sind wackelig. An den Mechaniken fehlt ein Flügel, einer wurde offensichtlich getauscht, die Restlichen sind auch schon leicht porös.
Auch die Plastikpfosten (Beinwellen?) der Mechaniken sind porös oder zerbrochen.

Ziel soll sein, den Bass möglichst wieder spielbar zu machen, er muss nicht aufwändig und teuer in den Originalzustand versetzt werden.
Vielleicht werde ich ihn selbst spielen oder als Deko ins Musikzimmer stellen. Deshalb sollten sich der Arbeitsaufwand und die Ausgaben in einem überschaubaren Rahmen bewegen.

Um etwas mehr über das Instrument in Erfahrung zu bringen, hab ich über die Framus-Seite den Support angeschrieben.
Mit Seriennummer und den erforderlichen Fotos versteht sich.
Leider wurde mir dort lediglich bestätigt, dass es sich um einen Bass aus dem Jahr 1963 handelt und dass es im Warwick-Shop nur noch einige Teile gibt und was dort nicht mehr sei, hätten sie nicht mehr und ließe sich nur mit Glück auf E-Bay finden...
Nun bin ich mir bei der Modellnummer nicht ganz sicher, aber am ehesten sieht er aus wie ein 5/156-52.
Allerdings sieht das Pickguard, die Anordnung der Schalter und der Saitenhalter etwas anders aus, als bei den Modellen auf der Framus-Vintage-Seite.

Ich habe den Bass dann in seine Einzelteile zerlegt und gründlich gereinigt.
Den Hals hab ich ganz leicht abbekommen. Dessen Rückseite hab ich mit feinem Schleifpapier geschliffen und mit Leinöl eingerieben.
Die Bundstäbe sind noch einigermaßen ok, ich werde sie noch polieren.
Der Korpus ist poliert, Metallteile ebenso und die Elektonik werde ich wohl noch reinigen und erstmal so wieder einbauen.

Den fehlenden Potiknopf werde ich wohl im Warwick-Shop bestellen, Mechaniken und Brücken hab ich dort keine passenden gefunden.
Bei Musikkeller hab ich auch zwar ähnliche Mechaniken aber auch keine Brücke gesehen.
Die Mechaniken auf meinem Bass sehen aber auch echt winzig aus, dass es sich auch ebensogut um Gitarrenmechaniken handeln könnte. Wurde da früher vielleicht gar kein Unterschied gemacht? Selbst bei einer A-Saite bekomme ich schon Probleme, den Anfang in die alten Mechaniken reinzufriemeln.
Mechaniken.jpg
Nun bin ich am überlegen, ob ich die Mechaniken vom Musikkeller (Nr. 176g) mit sehr dünnen Saiten nehme, oder ob ich mich gleich nach anderen Mechaniken umschaue. Möglichst mit 10 mm Durchmesser, da ich ungern aufbohren möchte.
Als Brücke hab ich lediglich eine von Ibanez für Akustikbass oder die Höfner Brücke für Beatles-Bass, bei welcher ich allerdings die Auflage der Brücke begradigen müsste, da die Höfners eine gewölbte Decke haben, gefunden.

Für weitere Ideen oder alternative Produkte (in einem ähnlichen Preisbereich) wäre ich sehr dankbar!!

Vielen Dank und schöne Grüße,
Michael

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Re: Dachbodenfund Framus Strato Star Bass

#2

Beitrag von Drifter » 12.07.2022, 11:22

Erstmals herzlich willkommen hier!

Hast anscheinend ein schönes Schätzchen gefunden. Gratuliere!

Zu den Mechaniken: die schauen doch aus wie Gotoh, oder täusche ich mich da?
https://www.thomann.de/at/gotoh_sd91_05 ... s_6l_g.htm
Der Durchmesser wäre 8,8 mm, das könnte hinhauen. Ich würde sie mal beim großen T bestellen und probieren, ob ohne all zu großen Spiel passen und dann eventuell die Löcher für die Saiten vorsichtig aufbohren. Wenn es nicht hinhaut, dann retour (natürlich vor dem Bohren!)

Bei der Brücke hast Du dann ein paar Möglichkeiten, wenn Du nicht oder nicht gleich eine Originale ergatterst:

Entweder die von Dir vorgeschlagene Höfner Bridge oder wieder zurückgreifen, was der 6-Saiter Markt so her gibt:
https://www.thomann.de/at/grover_b_3379 ... bridge.htm

Und irgendwann wird dann in der Bucht oder sonstwo eine Originale Brücke zu finden sein. Da diese ja nicht verschraubt oder gebohrt werden muss, ist es ja kein Problem, zu tauschen.

lG

Norbert
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Re: Dachbodenfund Framus Strato Star Bass

#3

Beitrag von penfield » 13.07.2022, 16:05

Ja, da kann man nur gratulieren.
Gut ist jedenfalls, dass der Saitenhalter da ist, eine passende Brücke sollte zu finden sein.
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Re: Dachbodenfund Framus Strato Star Bass

#4

Beitrag von cabriolet » 13.07.2022, 17:48

Da du ja schon beim Musikkeller gestöbert hast: Sind die 164cmk nicht genau "deine" Mechaniken und du hast sie übersehen?
Bild

Gruß
Markus
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Re: Dachbodenfund Framus Strato Star Bass

#5

Beitrag von michi.333 » 13.07.2022, 18:27

Erstmal Danke für die Willkommensgrüße und die Antworten!
cabriolet hat geschrieben:
13.07.2022, 17:48
Sind die 164cmk nicht genau "deine" Mechaniken und du hast sie übersehen?
Doch, hatte ich gesehen, das sind aber 3R+3L Mechaniken. Dann müsste ich eine Mechanik falschrum anbauen und der Abstand der Flügel untereinander wäre ja versetzt. Das würde dann irgendwie komisch aussehen...finde ich. Oder ich bestell sie mir zweimal, dann bin ich aber schon bei 140 € allein für die Mechaniken... aber trotzdem Danke!
Ich meinte eigentlich die 176g.
176g.png
Die sehen allerdings auch nur so ähnlich aus und da gefiel mir der Vorschlag von Norbert mit den Gotohs doch ganz gut, Danke!

Ich bin jetzt nur noch etwas am zögern, weil ich Gitarrenmechaniken auf einem Bass irgendwie komisch finde. Mein Gedanke war, dass die total schnell ausleiern könnten oder vielleicht nicht stimmstabil wären, weil auf einer Bass-Saite ja doch wesentlich mehr Zug drauf ist.
Ich hatte gehofft, ich finde Bassmechaniken mit einem 10 mm Durchmesser, aber meine Suche war bis jetzt erfolglos. Aber ich bleib dran!

Trotzdem vielen Dank!
Schöne Grüße,
Michael

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Re: Dachbodenfund Framus Strato Star Bass

#6

Beitrag von cabriolet » 14.07.2022, 15:39

michi.333 hat geschrieben:
13.07.2022, 18:27
das sind aber 3R+3L Mechaniken.
Die sollten sich umbauen lassen, habe ich mit anderen Mechaniken mit ähnlichem Blechgehäuse schon gemacht: Gehäuse abnehmen (Blechlaschen auf der Rückseite dazu zurechtbiegen), Zahnrad abschrauben, Welle herausnehmen und andersherum wieder einlegen, Zahnrad wieder anschrauben und Gehäuse wieder ´draufsetzen.
Oder frag nach, ob sie dir einen passenden Satz zusammenstellen können.
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Re: Dachbodenfund Framus Strato Star Bass

#7

Beitrag von michi.333 » 14.07.2022, 17:39

(wall) (wall) stimmt, manchmal ist man (ich) aber auch wirklich ein bisschen beschränkt... :roll:

Danke für die Idee....und auch die Sache mit dem Umbau klingt relativ einfach!

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Re: Dachbodenfund Framus Strato Star Bass

#8

Beitrag von Bermann » 14.07.2022, 18:46

Aber nimm bitte nicht die Mechaniken mit der Beinwelle.
Die sind, meiner Meinung nach, nicht stabil genug für Bassgitarrensaiten.
Bedenke das die Bass-Saiten recht Dick sind und die Löcher in den Wellen zu klein sein werden und dann aufgebohrt werden müssen. Das kann dann zum Bruch der Metallwelle führen.
Die Metallwelle kannst Du mit einem Metallrohr mit einem Außendurchmesser von 10mm und Innendurchmesser = Wellendurchmesser verstärken.
Alles viel Arbeit aber machbar.
Gruß Hermann
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Re: Dachbodenfund Framus Strato Star Bass

#9

Beitrag von michi.333 » 15.07.2022, 20:14

Bermann hat geschrieben:
14.07.2022, 18:46
Aber nimm bitte nicht die Mechaniken mit der Beinwelle.
Von den (Nylon?) Beinwellen vom Musikkeller würdest Du mir also generell abraten?

Mit dem Verstärken der Metallwelle meintest Du, bei den (zB. jetzt zu kleinen Gotoh-Mechaniken) ein Metallrohr in gesamter Schaftlänge oder nur in Länge der Kopfplatte nehmen, damit die Mechanik nicht so viel Spiel hat? Und wie dann befestigen?

Gerade ist die Bestellung vom großen T angekommen und ich habe mal vorsichtig eine von den hier schon vorgeschlagenen Gotoh-Mechaniken angebaut.

+ die alten Löcher der Befestigungsschrauben passen schonmal einigermaßen
+ die E-Saite (ich hab mir mal einen 95-40er Satz geholt) würde auch ins Loch passen

- die Mechanik hat, wie erwartet, etwas viel Spiel
- die Schaftlänge (bis Saitenloch) beträgt nach dem Einbau etwa nur 6 mm (auch wenn ich selbstverständlich nicht die gesamte restliche Saite um die Welle wickeln werde, eher so 2-3 Umdrehungen, sieht es auf dem ersten Blick recht knapp aus bei der E-Saite).
- die Einpresshülsen sind natürlich zu klein und fallen so durch das Loch der Kopfplatte (war ja aber auch irgendwie klar)

Was könnte ich also (mit meinem laienhaften Wissen) machen?
Ein Metallrohr zum Verstärken in dieser speziellen Größe müsste ich erstmal finden. Wahrscheinlich nicht irgendwo im Baumarkt oder so.
Das Metallrohr müsste ich dann irgendwie fixieren, so dass nichts klappert. Ich weiss nicht, ob das bei meinen handwerklichen Fähigkeiten (ich bin nicht völlig unbegabt, aber auch kein Perfektionist) am Ende so befriedigend aussieht. Da man anstatt einer schönen Einpresshülse halt nur die Welle mit dem Metallrohr und dem Loch in der Kopfplatte sieht (ich hoffe, mir kann noch irgendjemand folgen).

Bei Göldo hab ich Adapterhülsen von 8,5 auf 10 mm gefunden. Ich habe die Löcher in der Kopfplatte jetzt nochmal möglichst genau gemessen: ich komme auf 11 mm...passt also auch nicht so wirklich.

Eigentlich wollte ich ja nicht bohren, um den Bass im originalen Zustand zu belassen. Vielleicht komme ich aber nicht drum herum:
ich hab hier noch Grover 144C4 Mini Bass Machines gefunden. Die haben einen Einbaudurchmesser von 14 mm und mit etwas Glück passt vielleicht sogar das Loch der alten Befestigungsschrauben (sonst Holzkitt und neu bohren?).
Wichtig auch: die Wirbel haben einen Durchmesser von 34 mm. Da die Kopfplatte des Strato Basses eher fast so geschnitten ist wie eine normale Gitarre, ist der Platz limitiert. Das sollte aber gerade so passen (5 mm Luft zwischen den Wirbeln, habe es mal grob aufgezeichnet).

Ich bin mir noch total unschlüssig und werde nochmal ein paar Nächte drüber schlafen müssen.

LG,
Michael

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Re: Dachbodenfund Framus Strato Star Bass

#10

Beitrag von Bermann » 16.07.2022, 01:30

Wenn Du das Loch verschließen willst solltest Du die die 11 mm Löcher mit einem Holzdübel verschließen.
Du kannst einen 12mm Buchen-Dübel nehmen, diesen in das Bohrfutter Deiner Bohrmaschine einspannen und dann mit Schleifpapier auf passenden Durchmesser schleifen. Das geht recht schnell, da die Dübel geriffelt sind.
Dann die Dübel mit Holzleim einkleben.
Am nächsten Tag schneidest Du die überstehenden Reste der Dübel mit einer Feinsäge (es geht auch eine Pucksäge) ab.
Ein sehr dünnes Blech (ca. 0,3mm Stärke) mit einem ca. 12mm Loch für den Dübel hilft Dir Kratzer im Lack zu verhindern.
Dann kannst Du mit einem passenden Holzbohrer Deine benötigten Löcher bohren.
Viel Glück hierbei.
Hermann

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Re: Dachbodenfund Framus Strato Star Bass

#11

Beitrag von siedelbert » 18.04.2023, 15:01

Hi Bermann,
Wo hast Du denn die Seriennummer gefunden?
Ich hab hier nen Framus (Fund-Erbstück), da finde ich nichts.
FramusBass.jpg
vielen Dank für nen Tipp!
Siedelbert ausm Sauerland
Dateianhänge
FramusBass.jpg
Liebe Grüße aus dem Sauerland
Siedelbert/Warstein

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Re: Dachbodenfund Framus Strato Star Bass

#12

Beitrag von siedelbert » 18.04.2023, 15:33

Sorry-neu hier...
ich freu mich dieses Forum gefunden zu haben- habe heute schon ne Menge gelernt- habe aber auch selber einiges "auf Lager"- kommt!
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capricky
Liebe Grüße aus dem Sauerland
Siedelbert/Warstein

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