Fügen von Tophälften

Wie setze ich einen Bausatz zusammen. Was muss ich mit dieser Schraube tun?
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Diego Dee
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Re: Fügen von Tophälften

#26

Beitrag von Diego Dee » 22.08.2019, 09:12

Ich habe mal Riegelahorn mit Hilfe der oben beschriebenen Schleifmethode bearbeitet und gefügt.
Dazu hab ich mir viel Zeit gelassen und war der Meinung, daß ich eine perfekte Fügefläche erzeugt habe.
Nach dem Verleimen und Ausarbeiten habe ich dann gemerkt, daß die Fuge zwar gut aber nicht perfekt geworden ist.

Ein Gitarrenbauer hat mir damals erklärt, daß eine 100% unsichtbare Fuge am besten mit einem rasiermesserscharfen Handhobel zu erreichen ist.
Wenn nämlich die Fügefläche mit Leim eingeschmiert (Wasser) wird richten sich die Holzfasern auf und verhindern zu einem geringen Teil das 100%ige anschmiegen der Flächen.
Beim Schleifen entstehen mehr von diesen Micro Holzfasern (die sich beim Leimauftrag aufrichten) als beim Hobeln (hier werden die Fasern wie beim rasieren abgeschnitten).
Dazu kommt noch ein eventuelles Kippeln des Werkstückes beim schleifen (und wenn es nur im 1/100mm Bereich ist, das merkst du gar nicht).
Es gibt sehr gut gemachte Hobel für solche Arbeiten die ein Metallgehäuse haben die exakt im 90Grad Winkel umlegbar sind.
Das kann nur genauer sein als mit dem Brett hochkant zu schleifen.
Maschinenhobeln kann auch nur so genau sein wie die Oberfläche, die zwar geschnitten wird aber meist eine Wellenstruktur aufweist weil das Messer nicht kontinuierlich schneidet. Um eine 100%ige Fuge zu erhalten ist es auch beim Maschinenhobeln nicht von Nachteil, wenn die Leimflächen zusätzlich mit einem fein eingestellten Handhobel geglättet werden.


Die "Fehlerquellen" beim Schleiffügen und Maschinenhobeln liegen also nicht nur beim Handwerker sondern zu einem guten Anteil beim Verfahren.
Du magst dir also Mühe geben soviel du willst, du wirst mit dem Handabzug der Flächen eine bessere Fuge bekommen.
dreizehnbass hat geschrieben:
11.07.2013, 18:57


Bei solchen Fugen sind sogenannte Spitzfugen nicht erlaubt, da diese bei den Enden sehr leicht wieder aufgehen können.
Wenn die Fuge ganz leicht hohl ist und diese beim Zusammenpressen ganz zu geht, so ist diese besser.
Der Leim bringt das Holz ja auch leicht zum Quellen.
Genau das hat mir mein Gitarrenbauer damals auch gesagt.
Das wäre die 101% Lösung

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thoto
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Re: Fügen von Tophälften

#27

Beitrag von thoto » 22.08.2019, 12:12

Ich füge nur per Hobel aber es braucht schon Übung. Ist also kein Selbstläufer.

Mein Tipp: die beiden Hälften müssen nahezu unsichtbar zusammenpassen, wenn man sie mit nur leichtem Druck aneinanderpresst. Mit Fingerkraft. Das ist für mich ein guter Indikator.

Die leichte Hohlkehle hilft auch aber wir sprechen hier von geschätzten 1/10 mm oder weniger. Sie muss ebenfalls unter Handdruck nicht mehr sichtbar sein.

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