Sattelkompensation (aus: Mein erster Halsbruch!)

Einstellung des Instrumentes: Optimaler Saitenabstand, Bundreinheit usw.
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Re: Sattelkompensation (aus: Mein erster Halsbruch!)

#226

Beitrag von Rallinger » 07.09.2019, 18:16

Ich möchte nächste Woche eine "Haifischzahn"-Kompensation auf der CNC fräsen, die auf den Werten von @kehrdesign aus diesem Thread stammen: https://www.gitarrebassbau.de/viewtopic ... 95#p100795

Ich habe mir dafür eine Platte aus POM mit 2mm Stärke besorgt. Meine Bünde kommen auf 1,2mm Kronenhöhe, 2mm Kompensation werden also einen Tick zu hoch sein, fürchte ich.

Frage: Würdet ihr die Kompensationseinlage eher runterschleifen bis die Dicke passt, und die Saiten ohne seitliche Führung über die flache Oberfläche der Kompensation laufen lassen? Oder so dick lassen wie sie ist und die Kerben im Sattel über die Kompensation verlängern?

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Re: Sattelkompensation (aus: Mein erster Halsbruch!)

#227

Beitrag von capricky » 07.09.2019, 18:31

Verlängern! Diese Methode hat sich seit Jahren bei mir bewährt.

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Re: Sattelkompensation (aus: Mein erster Halsbruch!)

#228

Beitrag von Rallinger » 07.09.2019, 18:39

Danke, das hatte ich gehofft. POM schleifen ist die Pest. Feilen sicher auch, aber da muss man weniger abtragen!

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Re: Sattelkompensation (aus: Mein erster Halsbruch!)

#229

Beitrag von Stratitis » 22.11.2019, 00:34

Hallo, und sorry, daß ich diesen alten Thread aus der Versenkung hole... ;)

Nachdem ich schon erfolgreich an Sattelkompensationen an Strat und SG herumgebastelt habe, wollte ich Euch fragen, ob eine Sattelkompensation auch an einer Konzertgitarre mit Nylonsaiten sinnvoll ist, und in welcher Größenordnung (mm) die Kompensation für die einzelnen Saiten ausfallen.

Für mein Verständnis sind die Nylonsaiten ja a) weniger biegesteif und haben b) ein niedrigeres Elatizitätsmodul (bzw. Federkonstante).
Aus a) und b) schließe ich, daß die Kompensation grundsätzlich (Sattel- wie auch Brücken-seitig) geringer ausfallen müßte.
Durch geringere(n) Elastizitätsmodul/Federkonstante erhöht sich die Saitenspannung bei gegriffenen Saiten ggü. offener Saiten bei Nylon ja auch deutlich weniger, als bei Stahlsaiten (wer mal versucht hat, mit Nylonsaiten zu Benden, weiß, daß da fast gar nichts passiert), demnach müßte der Sattelkompensationsbedarf auch deutlich geringer ausfallen... (think)

Kann das jemand bitte bestätigen oder auch widerlegen, bzw. konkrete Sattel-Kompensationswerte für Nylonsaiten nennen?

Info zu Elastzitätsmodulen verschiedener Materialien (2. Tabelle in der Mitte; Stahl ca. 200 kN/mm²; Nylon 2-4 kN/mm² -> Faktor ca. 50-100):
https://www.tf.uni-kiel.de/matwis/amat/ ... 7_1_2.html

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Re: Sattelkompensation (aus: Mein erster Halsbruch!)

#230

Beitrag von capricky » 22.11.2019, 13:19

Ja sicher macht Sattelkompensation auch an klassischen Gitarren Sinn. Ob und wieviel entscheidet aber der Einzelfall. Den überprüft man mit einem chromatischen Stimmgerät. Saitenstärke, Saitenzug und Saitenmaterial (Carbon braucht weniger) machen dabei einen Unterschied.
Bei klassischen Gitarren ist die G-Saite immer die auffälligste Kandidatin, gefolgt von der H-Saite.
Grundsätzlich kann man schon beim Sattelsetzen, statt auf Mensur Nullpunkt, den Sattel +0,5 bis +1mm Richtung Steg versetzen, dann braucht es nur noch wenig (und unauffällig) Kompensation an G- und H-Saite.
Irgendwo habe ich das hier auch mal an einer Yamaha Gitarre gezeigt... ich finde die post nicht :cry:

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Re: Sattelkompensation (aus: Mein erster Halsbruch!)

#231

Beitrag von Stratitis » 22.11.2019, 15:51

Danke, hast Du oder jemand anders vielleicht ein Bild von einem kompensierten Konzertgitarrensattel?

Faktor 50-100 bzgl. der E-Module müßte man noch mit dem jeweligen Querschnitt der Saite multiplizieren, um auf den Faktor der Federkonstante zu kommen, um damit letztendlich den Faktor der Verkürzung etc. ... ich glaube Du weißt, was ich meine... :badgrin:

Gestern abend dachte ich, die Kompensation im müßte dann in Millimetern auch nur 1/100-1/50 der von Stahlsaiten betragen, was so natürlich nicht stimmen kann, wegen der viel dickeren Nylondiskantsaiten.
1/50 von den ca. 2,5mm Kompensation an der tiefen E-Stahlsaite wären dann nur 0,05mm gewesen, also so gut wie nicht sichtbar. :roll:

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Re: Sattelkompensation (aus: Mein erster Halsbruch!)

#232

Beitrag von kehrdesign » 22.11.2019, 16:57

Bisher habe ich nur Sättel für Stahlsaiten kompensiert. Entscheidend aber ist in jedem Fall die Biegefestigkeit der jeweiligen Saiten. Und wie Du richtig erkannt hast, hat die neben einer Materialkomponente auch eine Formkomponente (Querschnitt). Ferner spielt die Geometrie des Saitenverlaufes (Knickwinkel am Sattel, Saitenlage) eine Rolle. Dafür ein realistisches, alle wesentlichen Einflussgrößen berücksichtigendes Rechenmodell zu entwickeln steht in keinem sinnvollen Verhältnis zur experimentellen Methode per chromatischem Stimmgerät.
Verhinderer haben Gründe, Macher Lösungen.
______________________
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Re: Sattelkompensation (aus: Mein erster Halsbruch!)

#233

Beitrag von Stratitis » 22.11.2019, 18:18

Ich will ja auch kein Modell zur Berechnung entwickeln, bloß sehen wie so ein kompensierter Sattel für Nylonsaiten aussieht.

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Re: Sattelkompensation (aus: Mein erster Halsbruch!)

#234

Beitrag von Stratitis » 22.11.2019, 18:59

capricky hat geschrieben:
22.11.2019, 13:19
Grundsätzlich kann man schon beim Sattelsetzen, statt auf Mensur Nullpunkt, den Sattel +0,5 bis +1mm Richtung Steg versetzen, dann braucht es nur noch wenig (und unauffällig) Kompensation an G- und H-Saite.
Irgendwo habe ich das hier auch mal an einer Yamaha Gitarre gezeigt... ich finde die post nicht :cry:

capricky
Sah das dann ungefähr so aus?
(gefunden auf S.34 hier: https://fedora.kug.ac.at/fedora/get/o:1 ... ontent/get )

bzw. so:
(https://gropius.de/wissenswertes/intonation/)

War dann die dazugehörige Stegeinlage (fast) gerade?
Bei meiner letztlich sattelkompensierten Strat lagen die Saitenreiter jedenfalls fast perfekt auf eine leicht schräg liegenden Geraden...

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