Bassgambe - Viola da Gamba

Sonstige Saiteninstrumente wie Ukulelen, Mandolinen ... auch elektrische

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Re: Bassgambe - Viola da Gamba

#26

Beitrag von dreizehnbass » 28.11.2013, 00:20

Titan-Jan hat geschrieben:Das ist wirklich irre. Fühle mich geehrt, dass du überhaupt noch in dieses Forum schaust und sogar noch reinschreibst! Ist schon ein bisschen von einer anderen Welt, was du da so treibst...

(Im Grunde finde ich das Niveau dieses Forums ja auch schon extrem hoch, nicht dass mich jemand falsch versteht... Aber rein handwerklich hab ich sowas noch nicht gesehen (abgesehen von Tims Machenschaften im Nachbarforum) und bisher auch gar nicht für möglich gehalten... :oops: )

;)
Natürlich werdet ihr mich nich so schnell los (whistle)

lg
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Re: Bassgambe - Viola da Gamba

#27

Beitrag von dreizehnbass » 28.11.2013, 00:24

TheByte hat geschrieben:Das ist wirklich nicht mehr mit irgendetwas anderem vergleichbar :shock:
Ich sehe die Messlatte irgendwo in 10km Höhe entschwinden, das ist wirklich sehr cool :D
Machst du die Innenseite des Musters auch noch geflochten? [Dann geht's Richtung Mars oder so :lol: ]
Wie gerne ich das Ding jetzt mal in natura sehen würde :(

Freundliche Grüße

Die Wirbelkasteninnenseite wird sehr oft sogar geschwärzt.
Innen zu verzieren hätte nich viel Sinn, denn wenn die Wirbel und die Saiten mal alles verdecken. (think)

Heute habe ich den "Flödel" an der Decke eingelegt und die letzte Schnitzerei an der Schnecke gemacht.
Der Wirbelkasten bekommt seitlich keine Schnitzerei, da der geflammte Ahorn zu schön ist.

LG
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Re: Bassgambe - Viola da Gamba

#28

Beitrag von Lumael » 28.11.2013, 20:04

Ich weiss gar nicht, was man da noch kommentieren soll,...

Am 25 Jänner fahr ich nach Hallstatt zum Tag der offenen Türe, und gebe meine Anmeldung ab,...
Wenn alles gut geht, fange ich dann im September die Ausbildung an,...dann werde ich zwar schon 30 Jahre alt sein aber,... (whistle)

Wie ist das eigentlich mit dem Material,...müsst ihr das selbst bezahlen?,...das Holz für z.B.: diese Gambe ist ja sicher nicht billig.

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Re: Bassgambe - Viola da Gamba

#29

Beitrag von bea » 28.11.2013, 20:20

Lumael hat geschrieben: Wie ist das eigentlich mit dem Material,...müsst ihr das selbst bezahlen?,...das Holz für z.B.: diese Gambe ist ja sicher nicht billig.
Im Basslautencisterfaden stand doch mal ein Nebensatz dazu...

Die drücke ich die Daumen, dass das klappt. Die Messlatte für "schlichte Gesellenstücke" kennst Du ja ...
LG

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Re: Bassgambe - Viola da Gamba

#30

Beitrag von Lumael » 28.11.2013, 20:40

bea hat geschrieben:Im Basslautencisterfaden stand doch mal ein Nebensatz dazu...
1000 Euro,...Hab ich jetzt auch gelesen.
Eine Gitarre oder Geige, schlägt dann sicher auch mit einigen hundert Euro zu Buche!
Wie bezahlen denn die Schüler das Material?,...mann kann ja nur am Wochenende arbeiten gehen,...das langt doch dann vorne und hinten nicht.

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Re: Bassgambe - Viola da Gamba

#31

Beitrag von bea » 28.11.2013, 20:51

Du weisst ja, dass Daniel bereits Auftragsarbeiten ausführt. Wie er das unter Berücksichtigung dessen, was er auf meine neugierige Fragerei hin antwortete, legal handhabt, verrät er Dir sicherlich irgendwann mal bei nem Bierchen... (ach so, die Frage stellte ich glaube ich in bassic.ch und schlug dann vor, doch nach Deutschland auszuwandern ...)

Ich hatte übrigens mehrfach überlegt, ob ich das auch mal richtig, d.h, in der gebotenen handwerklichen Qualität, lernen sollte und habe es aus ähnlichen Gründen verworfen. Wenn ich irgendwann mal nicht mehr Haare bohren können oder dürfen sollte, wäre es wohl noch eine allerletzte Option...
LG

Beate

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Re: Bassgambe - Viola da Gamba

#32

Beitrag von Lumael » 28.11.2013, 22:47

Ich frag ja nur aus Eigeninteresse,...ich kann im Internet nichts dazu finden, und wollte eben nur wissen, in welchem Umfang man die Kosten für das Material selber tragen muss, wenn man in Hallstatt die Ausbildung macht.
Das wird mich finanziell hart auf die Probe stellen.

Gruß

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Re: Bassgambe - Viola da Gamba

#33

Beitrag von bea » 29.11.2013, 00:11

Das fürchte ich auch. Aber am besten wird es wohl sein, wenn Du Dich mal außerhalb der Forenöffentlichkeit mit Daniel kurzschließt.
LG

Beate

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Re: Bassgambe - Viola da Gamba

#34

Beitrag von dreizehnbass » 30.11.2013, 10:57

Lumael hat geschrieben:Ich weiss gar nicht, was man da noch kommentieren soll,...

Am 25 Jänner fahr ich nach Hallstatt zum Tag der offenen Türe, und gebe meine Anmeldung ab,...
Wenn alles gut geht, fange ich dann im September die Ausbildung an,...dann werde ich zwar schon 30 Jahre alt sein aber,... (whistle)

Wie ist das eigentlich mit dem Material,...müsst ihr das selbst bezahlen?,...das Holz für z.B.: diese Gambe ist ja sicher nicht billig.
Hallo Lumael, das Alter ist kein Problem. Ich bin jetzt 37 und nicht mal der Älteste hier.
Es ist ein bunt gemischter Haufen von ca. 10 bis 12 Leuten pro Jahrgang.

Schau es dir mal an am 25. Jänner. Im Frühjahr sind dann die Aufnahmeprüfungen für das nächste Schuljahr.
Es zahlt sich wirklich aus, es vergeht kein Tag wo ich nicht was neues dazulerne oder sehe. Und wenn man sich einsetzt, umso mehr.

Zum Material: Eine Schulgitarre kostet so ca. 200Eur Material das man berappen muß, will man sie dann auch mit nach Hause nehmen.
Bei meinem Basslautencisterprojekt sind die Saiten mit 450 Eur schon sehr teuer. Sicher kann man da auch einen billigen Bezug draufmachen. Aber beim Abschlußprojekt sollte das auch nicht sein. Die Abschlußinstrumente oder Projektinstrumente verbleiben ein Jahr in der Schule und werden bei diversen Messen ausgestellt.
Wie z.B. die "Resonanzen" in Wien am 19. Jänner im Konzerthaus. Hier treffen sich ca. 80 Instrumentenbaumeister aus ganz Europa und die Schule ist hier auch vertreten. Da gibts vie zu sehen und man kann auch ziemlich alle Geräte bespielen. Werde auch dort sein.

Manche finanzieren sich den Aufenthalt in Hallstatt über kleine Nebenjobs wie Snowboard- oder Schilehrer, Kellner usw.
oder haben sich was angespart so wie ich.

Man sieht sich ;)

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Re: Bassgambe - Viola da Gamba

#35

Beitrag von dreizehnbass » 03.12.2013, 23:10

Guten Abend, ja, der Hals ist jezt drann nachdem die Passflächen passten.
Der Knochenleim brachte das Hirnholz des Halses schön zum Quellen da musste ich den ersten Leimversuch abbrechen.
Beim Zweiten gelang dann die Leimung.

Als nächstes kommen dann die restlichen Ränder und das dicke Griffbrett...

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Re: Bassgambe - Viola da Gamba

#36

Beitrag von EastSide » 04.12.2013, 15:01

Ich kann garnicht sagen wie oft mir in diesem und deinen anderen Threads vor Staunen und Anerkennung schon die Kinnlade runter geklappt ist.
Einfach Geil!

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Re: Bassgambe - Viola da Gamba

#37

Beitrag von lazy » 04.12.2013, 19:55

jau die runtergeklappte kinnlade hab ich auch wenn ich 13bass seine threads bestaunen darf

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Re: Bassgambe - Viola da Gamba

#38

Beitrag von dreizehnbass » 12.12.2013, 22:27

Hallo zusammen, weiter gehts mit der Gambe. Es ist wieder einiges passiert.
Das mehrteilige Griffbrett mit Fichtenkern und Ahornrändern bekam noch ein Ahornfurnier über die
Wölbung gebogen.
Griffbrett und Saitenenhalter sind mit einem traditionellen Muster verziert.
Geigenspäne die eingelassen wurden. Das war ein Geduldsspiel.

Dann konnte das Griffbrett auf den Hals geleimt werden.

Der Stegrohling ist aus Bergahorn und eine passende Form habe ich auch bald mal gefunden.
Er wurde ausgesägt und dann gefeilt oder geschnitzt. Er ist noch nicht ganz fertig.

lg
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Mehrteiliges Griffbrett
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Griffbrettzunge
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Schneiden
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Re: Bassgambe - Viola da Gamba

#39

Beitrag von bea » 12.12.2013, 22:54

Unglaublich.
LG

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Re: Bassgambe - Viola da Gamba

#40

Beitrag von Haddock » 13.12.2013, 04:48

Guten Morgen,

wahnsinn! (clap3)

Gruss
Urs

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Re: Bassgambe - Viola da Gamba

#41

Beitrag von Poldi » 13.12.2013, 05:14

Haddock hat geschrieben:Guten Morgen,

wahnsinn! (clap3)

Gruss
Urs
dito.

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Re: Bassgambe - Viola da Gamba

#42

Beitrag von DoubleC » 13.12.2013, 10:57

Der Wahnsinn.........

Hast Du denn auch schon eine passende Schülerin, die sich dann auf Grund von Herz- und Weltschmerz mittels rosa Satin-Schnürsenkel am Himmelbette aufhängt um auf dem Wege der Strangulation diese schnoede Welt zu verlassen???????

http://www.youtube.com/watch?v=pnriefsHKsQ

Schnüff..........ein Instrument für ausgesprochen tragische Musik............

Ein ausgesprochen kapitaler Karter, der da den Stegrohling begutachtet........mehr als 12kg??????
Es hat jedenfalls ausgesprochenen Erotik-Charakter, was Du hier präsentierst!!!


Gruss


DoubleC

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Re: Bassgambe - Viola da Gamba

#43

Beitrag von dreizehnbass » 13.12.2013, 16:21

DoubleC hat geschrieben:Der Wahnsinn.........

Hast Du denn auch schon eine passende Schülerin, die sich dann auf Grund von Herz- und Weltschmerz mittels rosa Satin-Schnürsenkel am Himmelbette aufhängt um auf dem Wege der Strangulation diese schnoede Welt zu verlassen???????

http://www.youtube.com/watch?v=pnriefsHKsQ

Schnüff..........ein Instrument für ausgesprochen tragische Musik............

Ein ausgesprochen kapitaler Karter, der da den Stegrohling begutachtet........mehr als 12kg??????
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Es hat jedenfalls ausgesprochenen Erotik-Charakter, was Du hier präsentierst!!!


Gruss






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Haha ja zum Weinen :lol:

Ja der Kater hat über 10kg das liegt daran, dass er im Winter nur faul rumliegt. Denn raus in den Schnee geht er überhaupt nicht. Er mag keine feucht-kalten Pfoten.


Das finde ich noch ganz gut an der Gambe. Ist eine französische 7 Saitige:

http://www.youtube.com/watch?v=09J-ylTiS1U

http://www.youtube.com/watch?v=YvpU3UYtVmI

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Re: Bassgambe - Viola da Gamba

#44

Beitrag von TheByte » 13.12.2013, 17:45

Das Griffbrett ist (clap3) Fantastisch!
Aber der Steg muss mindestens so wie hier werden: Klick!
Oder mit Tuschezeichnung nach Art von Stradivari: Mich auch!

Freundliche Grüße

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Re: Bassgambe - Viola da Gamba

#45

Beitrag von filzkopf » 13.12.2013, 20:12

Ich find die Schuhvioline vom ersten Link super!!! :D
mfG Simon

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neueste Gitarren:
#19 #20 #21 #22

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Re: Bassgambe - Viola da Gamba

#46

Beitrag von dreizehnbass » 13.12.2013, 20:14

TheByte hat geschrieben:Das Griffbrett ist (clap3) Fantastisch!
Aber der Steg muss mindestens so wie hier werden: Klick!
Oder mit Tuschezeichnung nach Art von Stradivari: Mich auch!

Freundliche Grüße
cooler Link, etwas übertrieben diese Stege :lol:
Die Schuhgeige ist toll ;)

Nein der Steg kommt ganz klassisch nicht so krass verziert.

lg
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Re: Bassgambe - Viola da Gamba

#47

Beitrag von dreizehnbass » 14.12.2013, 12:47

Die Stegfüße sind an die Wölbung angepasst.
Damit die Passung auch unter Last passt muss der Steg auseinandergespannt werden.
Beim Anpassen muss der Steg gerade stehen und bei allen Passflächen darf kein Haar dazwischen platz finden.
Passen bis es passt.

Die Saitenlage und Griffbrettprojektion wird bestimmt. Da der Steg unter Last auch noch etwas in die Decke einsinken wird muss man da noch was dazugeben. Sonst kleben die Saiten am Griffbrett und der Steg muss neu gemacht werden.
Die Ausnehmungen werden noch verrundet und angefast. Der Steg läuft zur Saitenauflage auch gewölbt und spitz zu.

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Re: Bassgambe - Viola da Gamba

#48

Beitrag von dreizehnbass » 16.12.2013, 22:12

Griffbrett und Saitenhalter sind erstmalig geölt.
Der Saitenhalter hat einen Durchbruch für die Aufnahme erhalten.
Die Aufnahme besteht aus Makassar Ebenholz und ist via Schwalbenschwanz im Unterklotz eingepasst.
Sie hat auch eine Kerbe damit der Saitenhalter dort einrasten kann.

Der Stimmstock aus Fichte sitzt auch schon. Den ersten habe ich gleich mal zu kurz gemacht.
Jetzt kommt noch der Sattel...

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Griffbrettoelung
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Saitenhalteraufnahme
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Der Stimmstock
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Gucken ob die Fuge dicht ist.
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Re: Bassgambe - Viola da Gamba

#49

Beitrag von dreizehnbass » 26.12.2013, 11:37

Hallo, neben Weihnachtskekse knabbern wird die Gambe jetzt schon poliert.

Aber bis zum Polieren ist es ein keiner Weg den ich euch hier auch auf Wunsch von Bea erzählen möchte.

Zuerst muss man sich mal überlegen was man eigendlich haben will. Ein perfekt geschliffenenes bzw. "geschlecktes" Instrument oder ein mit ursprünglichen Mitteln hergestelltes Instrument.
Den ursprünglichen Look erhält man mit Ziehklingen. Geht man mit der Ziehklinge über die Fichtendecke dann werden die harten Jahre abgetragen und die weichen bleiben eher stehen. So erhält man eine geriffelte Oberfläche. Die auch nach dem
Lackieren erhalten bleibt.
Am Ahorn werden auch Arbeitsspuren wie leichte Kratzer beim Lackieren sichtbar.

Also anders wie bei Gitarren, wo man den glatten Industriestandard verfolgt und erzielen will geht man hier einen anderen Weg.

Ich habe mich bei meiner Gambe für den ursprünlichen alten Look entschieden. So macht es dann auch nichts wenn man am Boden ein oder zwei Hobelstriche vom Querhobeln sieht ;) und so ein ehrlicher Riegelahornausriss bleibt auch erhalten.

Also der Untergrund wird nach dem Wässern geschliffen oder "ziehgeklingt".
Wenn man das Instrument eher dunkel färben will, sollte man es beizen. Ich habe Walnuss mittelbraun genommen, in Spiritus gelöst und mit Druckluft und Pistole gleichmäßig aufgesprüht. (Wird gelichmäßig mit geringer Fleckengefahr)

Danach sollte man ein wenig Schellack auftragen (sprühen) damit der folgende Öllack mit den Pigmenten nicht zu sehr ins Holz eindringt.

Der Öllack besteht aus mehreren Schichten und unterschiedlichen Farbtönungen. Je nachdem was man erreichen will.
Die erste ist mit Öl und chromtitangelben Pigmenten. Die zweite mit Öl und Cadmiumrot und die 3. Schichte mit Öl und Eisenoxydpigmenten. Schwarze Pigmente zum Schluß können noch zusätzlich alle Kratzer und Bearbeitunsspuren betonen.
Man kann auch den Wirbelkasten und den Schneckendurchbruch damit schwärzen. Habe ich hier aber nicht gemacht.
Ein brauchbares Öl ist z.B. Leinölfirnis. Also Leinöl mit Härter, sonst dauert die Trocknung zu lange
Die Pigmente müssen fein im Mörser oder auf der Glasplatte mit Glasläufer zerrieben werden.
Den Öllack kann man mit Stoffballen aufreiben aber kann auch gesprüht werden (je nachdem wie dick das Öl ist)
Jede Ölschicht muss tocken sein, dann folgt die nächste Farbe.
Schellack deckt dann alles ab. Der wiederum wird aufgepinselt, geschliffen und poliert.

So ein Lack macht viel Arbeit und so ist man schon mal eine Woche lang täglich ein paar Stunden dran beschäftigt.
Der Lack erhält mit den vielen Schichten einen größere Tiefe, wirkt lebendiger und edler.

Der Link zu den Pigmenten: http://kremer-pigmente.de/de/


lg
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Re: Bassgambe - Viola da Gamba

#50

Beitrag von bea » 26.12.2013, 12:00

Danke. Jetzt gleich mal eine Frage: hattest Du nur die Decke gebeizt oder den gesamten Korpus? Nur die Decke wirkt ja gleichmäßig braun. Und welchen Anteil hat das pigmentierte Öl an der Gesamtfarbe?

Und nochmal verallgemeinert zum Auftrag: wenn ich ein Instrument mit pigmentiertem Öl einfärben möchte, muss ich wohl erstmal die Poren des Holzes zubekommen, dann schichtbildend die Farbe aufbringen und dann nochmals klar abdecken? Als Grundierung müsste ich doch auch ein Grundieröl verwenden können, und zum Abdecken ebenfalls ein (schichtbildendes) Öl?

Interessant übrigens, dass sich Schellack mit Öl verträgt.
LG

Beate

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