Framus Archtop Tuning

Wie baue ich mir eine Semiakustische- oder Archtopgitarre

Moderator: jhg

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Framus Archtop Tuning

#1

Beitrag von Framusjazzer » 13.10.2018, 16:14

Hallo liebe Forenmitglieder,
ich hätte mal eine Frage zu einer Gitarre von mir.
Es handelt sich um eine „ Framus De Luxe 6“ aus ca. 1971, quasi eine massive ES 175 in Fichte / Ahorn
Info zur Gitarre gibts hier http://schlaggitarren.de/archtop/3207-2/

Nun meine Frage.
Kann man durch den Steg die Gitarre soweit beeinflussen, damit meine ich konkret den Anschlag bzw. Ansprache?
Besitze noch eine Framus GrandStar die klanglich bei Weitem nicht mithält, dafür aber einen brutalen Anschlag / Ansprache hat. Es ist klar des beide Gitarren schon allein durch die unterschiedliche Korpusgröße Unterschiede haben, aber vielleicht kann man das ja noch etwas verändern.
Leider liegt der Steg auch nicht optimal auf der Decke auf, könnte das die Ursache für mein Problem sein?
Hatte auch Überlegungen in Richtung einteiliger Steg.
Was denkt ihr?

Vielleicht könnt ihr mir dabei ja helfen, wäre schön 😊
Vielen Dank schon mal und schöne Grüße aus dem bayerischen Wald,
Alex
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Re: Framus Archtop Tuning

#2

Beitrag von DoppelM » 13.10.2018, 19:43

Erstmal den Steg an die Decke anpassen. Dafür mit nicht zu brutalem Klebeband ein Stück Schleifpapier (180er oder 240er würd ich nehmen) auf die Decke kleben da wo der Steg steht. Steg darauf mit kurzen bewegungen parallel zur Mittellinie einschleifen - nicht wackeln dabei, sonst wirds ballig.

Was enorm viel ausmacht ist auch das Material des Stegs bzw der Saitenreiter. Ich hatte auf meiner Archtop erst Palisander, durch eine TOM wurde sie um klassen Lauter und Klarer, mit mehr Attack. Ebenholz wie bei dir dürfte allerdings abgesehen von Metall schon am meisten Attack und Höhen erzeugen.

PS: schöner Pickup, diese De-Armonds sind ja heute fast ihr Gewicht in Gold wert;)
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Re: Framus Archtop Tuning

#3

Beitrag von Framusjazzer » 19.10.2018, 10:12

Hallo und danke erst mal für deine Antwort.
Was meinst du mit einer TOM, da stehe ich jetzt gerade etwas am Schlauch 🙈

Kann sein das der Ebenholzsteg eh schon optimal ist wenn er sauber an die Decke angepasst wird. Mein Gedanke dazu war halt noch wegen den Schrauben, ob da nicht schon etwas an (ich sag mal) Direktheit verloren geht im Gegensatz zu einer Einteiligen Konstruktion.

Übrigens die Pickups sind keine Originalen, sind beide Bel Armonds, wobei die auch nicht so übel sind👍 Hab dazu noch Kontakttonabnehmer von K&K unterm Steg verbaut. Diese Kombi finde ich eine Optimallösung für Akustiksound verstärkt und soweit es geht unverfälscht.

Schöne Grüße
Alex

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Re: Framus Archtop Tuning

#4

Beitrag von bea » 19.10.2018, 11:21

Bei meiner Archtop habe ich einen einteiligen Steg aus Katalox angefertigt (ähnlich wie Ebenholz, aber dunkelbraun). Diesen Steg habe ich noch als Rohling für das Instrument optimiert. Da ging es wie bei einem Violinsteg um Feinheiten, die das Schwingungsverhalten beeinflussen. Tatsächlich haben sich Ansprache und Klarheit des Instruments deutlich verbessert. Das ist hier im Forum dokumentiert.
Der Ein-und Ausbau des Stegs ist da ja mehrfach erforderlich. Er sollte möglichst unter Saitenzug erfolgen (bzw. nur soweit reduziertem Zug, dass das geht). Geigenbauer haben dafür sogar ein Spezialwerkzeug, das die Saiten anhebt und den Steg freigibt.

Man müsste aber durch Versuche herausfinden, ob diese Gitarre eher einen leichten oder eher einen schweren Steg benötigt.

Und klar: allererste und wichtigste Maßnahme ist natürlich sauberes Anpassen der Auflageflächen.
LG

Beate

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Re: Framus Archtop Tuning

#5

Beitrag von DoppelM » 19.10.2018, 18:17

TOM = Tune-O-Matic. Gibts ja auch auf unterbau für Archtop.

Bel-Armond kannte ich noch gar nicht, nur die orichinolen.
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Re: Framus Archtop Tuning

#6

Beitrag von Sven2 » 19.10.2018, 22:50

Framusjazzer hat geschrieben:
13.10.2018, 16:14
[...]
Leider liegt der Steg auch nicht optimal auf der Decke auf, könnte das die Ursache für mein Problem sein?
[...]
Wenn das der original Steg ist, dann ist er irgendwann mal optimal an die Decke angepasst gewesen. Da jetzt die Enden abstehen, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass die Decke absackt. Das kann zum Beispiel dann passieren, wenn sich ein oder mehrere Balken an ihren Enden lösen.
Auf den ersten beiden Fotos sieht es so aus, als wäre die Höhenverstellung des Stegs schon ziemlich weit rausgedreht, was ebenfalls ein Hinweis sein könnte, dass die Decke mit der Zeit abgesackt ist.
Bevor du also den Steg neu an die Decke anpasst, solltest du diese Ursache zuerst ausschließen, sonst hast du das Problem bald wieder.

Sven

Gitarren bauen ist wie Kartoffelchips essen:
Man kann einfach nicht nur einen nehmen.

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Re: Framus Archtop Tuning

#7

Beitrag von bea » 20.10.2018, 00:18

Wenn die Decke absackt, sollte die Krümmung flacher werden. Daher sollte der Steg innen nicht mehr passen und nicht außen. Aber so ein Steg kann sich mit der Zeit durchbiegen; die Saiten drücken ihn so, dass sich die Füße außen heben. Wegen des steilen Halswinkels sollte die Vertikalkomponente der Saitenkraft bei diesem Instrument hoch sein (daher wohl auch die doppelte Bebalkung), vielleicht auf Dauer zu hoch für diese "Standardbrücke". Ich stelle mir gerade den Zug der fetten Framus-Flatwounds vor - so aus dem Gedächtnis heraus müssen das 13er gewesen sein (gerade gestern habe ich noch einen gebrauchten Satz entdeckt...)
LG

Beate

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Re: Framus Archtop Tuning

#8

Beitrag von Framusjazzer » 21.10.2018, 13:24

Servus,
Also abgesackt ist an der Decke nix, ist nur der Steg. Werde bei Gelegenheit versuchen den Steg anzupassen. Bin schon gespannt wie‘s mir hinhaut. Hat mir bei meinen ändern Gitarren mal mehr, mal weniger gut hingehaut. Verschiedene Stege habe ich bei meinen anderen Gitarren auch schon probiert, wie gesagt, leider hauts mir mangels geeigneten Wekzeug / genügend Übung mal besser mal schlechter hin, weswegen ich da nicht wirklich auf objektive Erfahrungswerte zurückgreifen kann.
Werde in nächster Zeit noch mal Versuche anstellen und evtl. die Ergebnisse mit euch teilen.

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Re: Framus Archtop Tuning

#9

Beitrag von bea » 21.10.2018, 14:37

Mal was anderes: wie klingt das gute Stück denn akustisch? Gerade angesichts der unkonventionellen Bebalkung wären Soundfiles total spannend.
LG

Beate

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Re: Framus Archtop Tuning

#10

Beitrag von Framusjazzer » 21.10.2018, 18:31

Also, Sounfiles werde ich versuchen die Woche was aufzunehmen. Hatte aber zum Vergleichen mal eine Sonntag Augusta, die ja jetzt nich unbedingt mikrig ist, da hält sie akustisch auf alle Fälle sehr gut mit. Im Vergleich zu dieser sehr großen Archtop ist der Sound noch ganz so mittig, wobei die Bässe doch eher kräftiger rauskommen als bei der großen Sonntag. Lautstärkemäßig ist die kleine Framus auch noch mal etwas kräftiger wie die große 18“

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Re: Framus Archtop Tuning

#11

Beitrag von Framusjazzer » 21.10.2018, 18:57

Schau Ma mal ob’s so funktioniert. Hab jetzt kurz mal mit dem Handy Filmchen gemacht.
Das erste an einem ( traus mir gar nicht schreiben) Harley Benton Übungsverstärker gezupft, das zweite Video ist rein akustisch mit Plektrum
Verzeiht bitte die Fehler 🙈

https://youtu.be/NooTvWQzUKo


https://youtu.be/84fBLywEtoo

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Re: Framus Archtop Tuning

#12

Beitrag von Framusjazzer » 21.10.2018, 19:37

Framusjazzer hat geschrieben:
21.10.2018, 18:57
Schau Ma mal ob’s so funktioniert. Hab jetzt kurz mal mit dem Handy Filmchen gemacht.
Das erste an einem ( traus mir gar nicht schreiben) Harley Benton Übungsverstärker gezupft, das zweite Video ist rein akustisch mit Plektrum
Der dritte Facebook link
ist auch akustisch bei Oberkrainer Begleitung

Verzeiht bitte die Fehler 🙈

https://youtu.be/NooTvWQzUKo


https://youtu.be/84fBLywEtoo
https://www.facebook.com/alexander.hack ... 760845209/

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