Wer weiß was über Luxor?

Wie baue ich mir eine Semiakustische- oder Archtopgitarre

Moderator: jhg

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Wer weiß was über Luxor?

#1

Beitrag von thoto » 28.10.2014, 12:58

Hi,

ich habe vor ein paar Tagen einen neuen Auftrag bekommen und zwar das Wiederherstellen des Spielspaß einer Semiakustik.
Laut Kopfplatte handelt es sich um eine Luxor. Ich würde sagen, es ist eine Kopie einer 1962 Gibson ES-335.
Ich würde gerne mehr über diese Gitarre erfahren (also die Luxor), aber leider sind die Infos im Internet mehr als spärlich.
Was ich bisher erfahren habe ist: Diese Marke für eine Vertriebsgemeinschaft diverser Kaufhäuser in den 70er/80er Jahren hergestellt.
Manufaktur war wohl ursprünglich in Matsumoku (Japan).
Anhand der Kopfplattenform müsste es sich um eines der früheren Modelle handeln, da ab '77 Gibson alles verklagt hat, was sich diese "open Book" Form ebenfalls für ihre Gitarren angeeignet hat, allen voran Ibanez.
Allerdings ist das vorliegende Modell nicht, wie bei den hochwertigeren Exemplaren, aus Massivholz, sondern aus Sperrholz gefertigt. Diese "Billigvariante" wurde wohl von der Manufaktur Hondo gefertigt.
Es gibt einen recht ausführlichen Fred, aus dem obiger Text quasi zusammengefasst wurde: http://www.gitarren-forum.de/threads/85 ... -fuer-eine.

Weitere Infos habe ich nicht gefunden.
Aber da sich hier ja einige Damen und Herren tummeln, die schon Gitarren repariert und gebaut haben (und das ist in der allerhöchsten Form der Wertschätzung und Hochachtung gemeint!!), als ich noch Suppe war, habe ich die Hoffnung, dass der(die eine oder andere schonmal über das Thema gestolpert ist.

Hier noch ein paar Bilder von der Gitarre:
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Re: Wer weiß was über Luxor?

#2

Beitrag von capricky » 28.10.2014, 14:22

Na was willst Du denn noch wissen, Du weißt ja schon alles! 8)
...bis auf den Umstand, dass das Original aus den USA auch aus Sperrholz ist. :badgrin:
Die Japaner haben damals sehr genau kopiert und so kann es passieren, dass sich die Kopien besser anfühlen als die Originale :D

capricky ...der auch so eine Kopie besitzt, von Tokai... mit einer Verarbeitungsqualität, die man bei Gibson noch nie sah

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Re: Wer weiß was über Luxor?

#3

Beitrag von thoto » 29.10.2014, 12:18

Na, das Gefühl, dass ich alles weiß, stellt sich bei mir nicht ein... :D
Aber danke für die Zusatzinfos, das ist doch schon mal was.
Bezüglich dr Verarbeitungsqualität speziell bei diesem Exemplar bin ich jedoch nicht überzeugt und auch der Klang ist ziemlich hohl. Aber ich habe auch keinerlei Vergleiche, wie Semiakustiks so klingen (müssen/können). An meine preiswerte Wanderklampfe (damals 30DM) kommt der Klang dieses Exemplars jedenfalls nicht ansatzweise ran.

Kann man auf dem folgenden Foto eigentlich erkennen, aus welchem Holz das Griffbrett ist? Ich würde das gerne nachölen, weil es so durstig aussieht. Aber ich habe Sorge, dass es sich dabei nicht um ein natürlich dunkles Holz handeln könnte, sondern um gefärbtes und die Farbe dann sozusagen herausgelöst und heruntergewaschen werden könnte.
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Re: Wer weiß was über Luxor?

#4

Beitrag von bea » 29.10.2014, 12:50

Keine Angst - das Griffbrett scheint ja deutliche Spielspuren zu haben. Das würde ich vor dem Ölen sogar ordentlich schleifen. Auch den Bünden würde es ganz guttun, wenn sie wieder ein wenig abgerichtet werden.

Was den "hohlen" Klang anlangt: der akustische Klang einer ES ist eigentlich der einer Brettgitarre, nur ein klein wenig lauter und mit ein klein wenig mehr Bässen. Das ist konstruktionsbedingt: der massive Klotz im Inneren macht die ES eher zu einer Solid-Body mit schwachen Ansätzen des Tons einer Archtop. Das ist auch so gewollt.
Wieviel ein klein wenig ist, kann ziemlich schwanken; zumindest unter den Klonen gibt es Gitarren, die schon ein wenig an einfache echte Thinline-Archtops herankommen, es gibt auch auch welche, die wirklich kaum lauter sind als eine Solid-Body.
LG

Beate

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Re: Wer weiß was über Luxor?

#5

Beitrag von Hoodie » 27.05.2018, 17:10

Ich hatte schon lange überlegt, welchen ES Nachbau ich früher 2 mal gekauft hatte. Bei dem Namen Luxor hat es dann gleich geklingelt.
Damals mit hatte ich 18 die gekauft und brauchte ewig Geld für Miete und musste die leider verkaufen. Kurz danach das gleiche Spiel. Heute bin ich fast 60. Ich würde die heute glatt noch einmal kaufen, auch gebraucht - auch wenn sie damals billig war, war sie eigentlich OK.
Mein Beitrag passt zwar nicht so ganz hinein, aber das musste ich bei dieser Gelegenheit loswerden.

Gruss Tom

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Re: Wer weiß was über Luxor?

#6

Beitrag von penfield » 27.05.2018, 21:38

Meine ES Kopie klingt auch nicht besonders, wenn akustisch bespielt.
Ist mMn aber ein schönes Gerät.
Am Hals sieht es aus wie Mahagoni...
Auch sonst schaut sie doch gut aus; sehe nicht einmal Lackschäden von hier.
Das Griffbrett ist zwar abgspielt, aber da genügt wahrscheinlich ein wenig schleifen und ölen.
Die Bünde sehen allerdings etwas ramponiert aus mit den Hackern drin.
Musst du die austauschen oder geht es sich noch aus, die Fehler rauszuschleifen?
SGmaster, Peacemaster 3P90, Double neck fretless/fretted,
Quickbird, Basslownia, FrameBird, Violin Bass Bausatz.
Sollte an Les Paulownia arbeiten, hat aber den Umbau der Mystery Guitar eingeschoben...

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