Semiakustisch mit einheimischen Hölzern

Wie baue ich mir eine Semiakustische- oder Archtopgitarre

Moderator: jhg

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Semiakustisch mit einheimischen Hölzern

#1

Beitrag von MusikMaxx » 07.10.2020, 14:38

Servus,

nachdem ich beim Gitarrenbaukurs auf Formentera eine Solidbody gebaut hab, sollte die erste komplett in Eigenregie gebaute Gitarre eine Semiakustische werden. Von der Form hab ich mich grob an die Solidbody angelehnt.

Die Anfangsüberlegung war, dass ich Zugriff auf einige einheimische Hölzer habe, die dafür verwertet werden sollten. Mein Bruder hat eine Kastanie für mich vor dem Ofen gerettet und gelagert :D . Mein Arbeitskollege musste eine Zwetschge für seinen Neubau fällen und hat sie mir als Brennholz angeboten. Dadurch konnte ich ein schönes Stück gesägt bekommen :D . Zu guter Letzt hatte ich das Glück einen größeren Posten Kirsche zum Brennholzpreis zu bekommen. Da war zwar der Wurm drin, aber den kann man ja gut bekämpfen und es sind auch einige schöne Stücke dabei. (dance a)
20200808_135536.jpg
Also hatte ich als Basis einen Kirsche Body, den ich ausgeschnitten und ausgefräst habe. Da kommt dann die Kastanie als Boden und Decke drauf. Ich bin mir nicht sicher ob Kastanie das richtige Tonholz dafür ist, aber ich glaube dass hier schon mal jemand Kastanie als Decke verwendet hat... (think)
Die Kastanie hab ich aufgeschnitten und Maserung der Kastanie finde ich halt obergeil...
20200819_115327.jpg
Beim Hals wollte ich eigentlich Zwetschge und Kastanie verbauen, bin mir aber nicht mehr sicher ob das stabil genug ist. Was meint ihr?
20200816_084214.jpg
Beim Griffbrett kommt natürlich wieder Zwetsche zum Einsatz.

Beim letzten Bild hab ich mal alle bisherigen Komponenten zusammen gelegt, um einen ersten Eindruck zu bekommen.
20200925_164435.jpg
Leider komm ich grad nicht viel zum bauen, weil ein anderes Projekt ansteht. Aber ich werde weiter berichten. Ich bin sehr gespannt auf Eure Anmerkungen...
Viele Grüsse

Martin

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Re: Semiakustisch mit einheimischen Hölzern

#2

Beitrag von Simon » 07.10.2020, 19:22

Hey;
Kastanie hab ich bisher nur als Body verbaut, hätte aber keine Bedenken aus dem Holz eine Decke, und einen Hals zu bauen. Speziell wenn dieser mit Zwetschke gesperrt ist!

Aber sehr schöne Hölzer, ich bin gespannt!! :)
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Re: Semiakustisch mit einheimischen Hölzern

#3

Beitrag von Poldi » 07.10.2020, 19:47

Dann mal gutes Gelingen. Die Hölzer sehen schon sehr gut aus.
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Re: Semiakustisch mit einheimischen Hölzern

#4

Beitrag von Drifter » 07.10.2020, 20:08

In Kirschen ist oft der Wurm drinnen, meist aber im Obst!

:lol:

Die Kastanie ist super!

lG

Norbert
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Re: Semiakustisch mit einheimischen Hölzern

#5

Beitrag von MusikMaxx » 20.10.2020, 22:04

Servus Leute,

hab mal wieder etwas Zeit gefunden ein bisschen weiter zu bauen und erste Überlegungen zur Halstasche gemacht. Ich hab eine alte Ibanez zerlegt und ich dachte mir, dass es einfacher ist, diese Halstasche zu kopieren. Dann kann ich probehalber auch den Hals der Ibanez mal ausprobieren.

Nachdem ich die Halstasche mit dem Kopierfräser in meine Vorlage gefräst und den Hals angelegt habe bin ich etwas stutzig geworden ob Hals und Body wirklich gerade sind.
Leider hab ich auch keine Mittellinie mehr auf dem Body, das hab ich verplant.

Gibts noch Möglichkeiten das rauszumessen oder muss ich mich auf mein Gefühl und Auge verlassen?

Den Hals hab ich leider versemmelt, da hab ich bei der Kopfplatte zu viel abgeschliffen bis in den Hals :? . Dieser ist dann zu dünn am Übergang Kopfplatte/Hals. Etwas draufleimen schaut an der Stelle wirklich blöd aus, also somit zurück auf Los :cry:. Zum Glück hab ich das Griffbrett noch nicht aufgeleimt und noch etwas Holz übrig :D

Ach ja, ein paar Kastanienblätter hab ich noch ausgeschnitten, wobei mir grade am Bild aufgefallen ist dass das kleine ausschaut wie alles mögliche, nur nicht wie ein Kastanienblatt :D :oops: (whistle). Ich dachte im ersten Moment an ein Schreckgespenst, meine Frau hatte noch eine andere Deutung :D (naughty)
Dateianhänge
20201012_154811.jpg
20201020_174658.jpg
20201020_174653.jpg
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Viele Grüsse

Martin

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Re: Semiakustisch mit einheimischen Hölzern

#6

Beitrag von cabriolet » 21.10.2020, 16:29

MusikMaxx hat geschrieben:
20.10.2020, 22:04
Leider hab ich auch keine Mittellinie mehr auf dem Body, das hab ich verplant.
Gibts noch Möglichkeiten das rauszumessen oder muss ich mich auf mein Gefühl und Auge verlassen?
Du hast doch in deiner Kastaniendecke das keilförmige Mittelstück, da kannst du doch einmal halsseitig und einmal am anderen Ende jeweils die Mitte ausmessen und so deine Mittellinie rekonstruieren.

Das mit dem Hals ist natürlich schade, aber zeig doch erstmal, was genau da schiefgelaufen ist. Vielleicht lässt sich der ja noch retten, wäre doch schade um das schöne Holz.
Ansonsten viel Erfolg für den zweiten Hals!

Gruß
Markus
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Re: Semiakustisch mit einheimischen Hölzern

#7

Beitrag von MusikMaxx » 23.10.2020, 14:19

cabriolet hat geschrieben:
21.10.2020, 16:29
MusikMaxx hat geschrieben:
20.10.2020, 22:04
Leider hab ich auch keine Mittellinie mehr auf dem Body, das hab ich verplant.
Gibts noch Möglichkeiten das rauszumessen oder muss ich mich auf mein Gefühl und Auge verlassen?
Du hast doch in deiner Kastaniendecke das keilförmige Mittelstück, da kannst du doch einmal halsseitig und einmal am anderen Ende jeweils die Mitte ausmessen und so deine Mittellinie rekonstruieren.

Das mit dem Hals ist natürlich schade, aber zeig doch erstmal, was genau da schiefgelaufen ist. Vielleicht lässt sich der ja noch retten, wäre doch schade um das schöne Holz.
Ansonsten viel Erfolg für den zweiten Hals!

Gruß
Markus
Danke für den Tip, das hilft mir (clap3) .

Ich hab mal ein Foto eingefügt, allerdings hab ich schon ein Stück aufgeleimt. Für mich wars schon vorbei mit dem Hals und zum Ausprobieren für die nächsten Arbeitsschritte ist es doch super geeignet. Bei der ersten selbstgebauten ist es doch noch etwas schwierig für mich.
Danke
Dateianhänge
20201023_115311.jpg
Viele Grüsse

Martin

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Re: Semiakustisch mit einheimischen Hölzern

#8

Beitrag von MusikMaxx » 05.11.2020, 20:35

Servus Leute,

bei mir gings auch wieder etwas weiter, die neuen Teile für den Hals geschnitten, geschliffen und gefügt.
Zwingenbild
Zwingenbild

Dann kam das Ausschneiden der Kopfplatte mit meiner Japansäge, aufeinanderkleben mit doppelseitigem Klebeband und schleifen. Meine Hobel sind leider noch nicht scharf genug :?

Dann hab ich mir überlegt jetzt schon den Trussrodkanal zu fräsen. Beim ersten Hals waren die Maße schon passend und die Kopfplatte angeleimt, da war es schwierig eine gerade Kante zum Fräsen zu zaubern.
Durch das Ändern der Reihenfolge hab ich mir viel Aufwand gespart und die Fräsung war schnell erledigt.
Trussrodfräsung
Trussrodfräsung
Passt: :D
Trussrod
Trussrod

Danach gings an die Bierbauchmulde und dabei ist mir ein Fehler passiert. (hand) :( Anscheinend war durch die Wölbung des Bodens die Auflage von Boden mit der Zarge nicht ausreichend so dass ich beim Schleifen einen komischen Übergang bemerkte. Ich dachte, dass das evtl. am Holz liegen könnte und schliff mal etwas tiefer was es nicht besser machte...
Bierbauchmulde
Bierbauchmulde
Mulde2
Mulde2
Ich versuchte dann das Loch mit Epoxy Schleifstaubgemisch zu füllen, aber es schaut scheisse aus :cry:

Richtig ärgerlich, ich hab unter dem Boden extra viel Material stehen lassen, damit ich einen schönen Übergang bekomme :(
Jetzt stecke ich etwas fest, weil ich nicht weiss wie ich weitermachen soll. Evtl. einen dunklen Zierstreifen einarbeiten? Ziemlich aufwändig, und ob das gut ausschaut (und vor allem, ob ich das sauber hinbringe (think) )? Oder doch ein neues Stück Holz? Ist aber auch sehr arbeitsintensiv.... (think)

Was meint ihr?

Übrigends wollt ich der Community mal insgesamt danken, weil ich schon ziemlich demotiviert war und das Projekt fast einstampfen wollte. Durch die Beiträge von einigen anderen denen auch blöde Fehler passiert sind (aus meiner Sicht auch absolute Profis), und die trotzdem geile Gitarren gebaut haben kam die Motivation zurück.

Danke (clap3)
Viele Grüsse

Martin

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Re: Semiakustisch mit einheimischen Hölzern

#9

Beitrag von Rallinger » 06.11.2020, 08:21

Ich sehe die Fehlstelle aber ich verstehe nicht ganz worin der Fehler besteht. Hast du so weit runtergecarvt, dass an dieser Stelle keine Verbindung mehr zwischen Zarge und Boden besteht? Falls ja, nun ja. Eine Akustikgitarre könntest du an dem Punkt wohl wegwerfen. Bei einer Semiakustik würde ich mal behaupten, dass du damit zumindest nicht den Klang ruinierst. Es ist ein optisches und mechanisches Problem. Schlimm genug, aber ich denk das Glas ist eher halb voll.

Hast du von dem Holz des Bodens noch Reste? Dann könntest du dir Anleihen vom Akustikgitarrenbau nehmen. D.h. du könntest daraus Reifchen bauen (Heißen die so? Ich glaub schon. Diese geschlitzten Profile die bei Akustikgitarren Boden und Zargen zusammenhalten halt ...). Die Dinger leimst du von innen dagegen. Danach noch ein bisschen weiter runterschleifen - damit sollte sich eigentlich ein fast unsichtbarer Übergang hinbekommen lassen. Alternativ nimmst du ein ganz dunkles Kontrastholz und machst aus dem Bug ein Feature.

Eine andere Möglichkeit wäre, das übers Finish zu retten. Hau ein dunkles Burst drüber und Amen. Aber Achtung! Dafür musst du die Stelle auch kontern und weiter runterschleifen. Sonst würdest du den Fehler sogar noch betonen. Das Epoxy nimmt keine Beize an.
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Re: Semiakustisch mit einheimischen Hölzern

#10

Beitrag von MusikMaxx » 07.11.2020, 11:27

Hallo Ralf,

ja, da ist keine Verbindung mehr. Die Wölbung des Bodens ist wohl etwas zu viel ausgearbeitet an der Stelle.
Danke für die Tips, das mit den Reifchen wäre einen Versuch wert. Ich tendiere eher dazu ein dunkles Kontrastholz (ich hab noch etwas Zwetschge übrig, das würde dann zum Hals passen :D ) einzuarbeiten. Mal schauen, werd bestimmt noch mal ein paar Tage drüber nachdenken. Finish wollte ich eigentlich nur ölen, damit kann ich nix kaschieren...
Viele Grüsse

Martin

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