Karl baut einen Bass

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karl
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Karl baut einen Bass

#1

Beitrag von karl » 30.12.2021, 19:41

Nachdem ich die beiden Gitarren fertig habe, werde ich nun einen Bass bauen. Es wird ein schlichter Jazz Bass, die Schablonen habe ich von Gitabou.
Hier ein Bild vom Holz
20211230_161624_compress37.jpg
Das Korpusholz ist Riegelesche, der Hals wird aus geriegelter Elsbeere und das Griffbrett aus Amaranth.
Den Korpus habe ich auch gleich ausgefräst.
20211230_185521_compress8.jpg
Als nächstes kommt der Hals dran. Der soll 2 Carbonstäbe zur Stabilisierung bekommen ( und vielleicht wird er auch ein bissl leichter, da die Elsbeere schon schön schwer ist). Könnt ihr mir evtl. einen Tip geben, welchen Abstand die Carbonstäbe zum Trussrod haben sollten? Oder ist das egal?
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Re: Karl baut einen Bass

#2

Beitrag von Simon » 31.12.2021, 15:39

Sehr schönes Holz!!
Wenn ich mich richtig erinnere habe ich Carbonstäbe ca 5mm vom Trussrod entfernt eingebaut. Solltest du recht hohe verwenden pass nur auf, dass sie nicht zu weit am Rand liegen und später beim Shaping nicht mt zum Vorschein kommen.
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Re: Karl baut einen Bass

#3

Beitrag von micha70 » 31.12.2021, 16:09

Genau das Gleiche überlege ich mir bei meinem Jazz-Bass auch gerade und möchte zwei Stäbe 8,5x4mm hochkant verbauen. Jeweils nur 2mm seitlich vom Truss Rod. Damit bleibt zum Halsshaping ringsum genauso viel Holz stehen wie beim Truss-Rod auch und stellt beim Shaping keine Gefahr dar. Da die Stäbe auch vorzugsweise voll mit Epoxi eingeklebt werden sollten ist der geringe Abstand zum Truss-Rod unerheblich. Der liegt dann wieder so stabil drin als wenn alles drum rum nur Holz wäre.

LG
Micha

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Re: Karl baut einen Bass

#4

Beitrag von karl » 31.12.2021, 16:32

Genau die Carbonstäbe habe ich ( Rockinger). Die sind nachgemessen 9 mm hoch, also genauso hoch wie der Trussrod. Ich bin am überlegen, ob es Sinn macht die nicht parallel zum Trussrod einzubauen, sondern parallel zu den Halsaussenseiten.
@Simon: die 5mm klingen gut.
Viele Grüße Markus

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Re: Karl baut einen Bass

#5

Beitrag von Lumpi » 01.01.2022, 11:23

Guten Morgen und gutes neues Jahr allerseits.

Bei meinem letzten Bau habe ich Carbonstäbe so eingebaut:
Carbonstaebe_Basshals.jpeg
Die Stäbe waren allerdings nur ca. 6 mm hoch. Bei 9 mm hätte ich sie wohl näher am Trussrod verbaut.

Die Wirkung am fertigen Hals scheint relativ bescheiden zu sein...

Beste Grüsse,
Lumpi
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Re: Karl baut einen Bass

#6

Beitrag von jonneck » 01.01.2022, 13:07

@ Karl:

Warum denn überhaupt die Carbonstäbe? Stabilität oder Gewicht? Letzteres würde ich erstmal ausrechnen, ob es sich wirklich lohnt..... nicht, dass Du nachher 30g mit viel Aufwand hinterherläufst.... viel mehr wird es wohl nicht werden. Und diese 30g sitzen nicht an der Kopfplatte...

Soll es ein 4-Saiter werden? Dann müsste die Stabilität mit dem normalen Trussrod aber 3x reichen.....

Ich will es Dir nicht ausreden, aber überlege, ob Aufwand und Ertrag zueinander passen.
Gruß

Frank

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Re: Karl baut einen Bass

#7

Beitrag von karl » 01.01.2022, 20:38

Ich hab mir das ganze aufgezeichnet. Ich denke, dass ich zwischen Trussrod und Carbonstab 5 mm Abstand lasse. Das sollte vom Platz klappen.
@jonnek: Da kommt der Spieltrieb durch, ich will es einfach ausprobieren.
@lumpi: Danke für das Bild. So ähnlich ist meine Überlegung auch. Womit hast du die Carbonstäne eingeklebt? Mit Epoxy oder Titebond?
Viele Grüße Markus

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Re: Karl baut einen Bass

#8

Beitrag von Lumpi » 01.01.2022, 22:27

karl hat geschrieben:
01.01.2022, 20:38
@lumpi: Danke für das Bild. So ähnlich ist meine Überlegung auch. Womit hast du die Carbonstäne eingeklebt? Mit Epoxy oder Titebond?
Ich klebe Carbonstäbe immer mit Epoxy rein. Bin nicht sicher, ob es mit Titebond auch halten würde. Ist wohl eher für Holz geeignet.

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Re: Karl baut einen Bass

#9

Beitrag von karl » 02.01.2022, 19:45

Bei Rall auf der Homepage steht, dass man die Carbonstäbe mit Epoxy, PU-Kleber oder Titebond einkleben kann. Von daher meine Frage.
Titebond hab ich halt da.
Viele Grüße Markus

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Re: Karl baut einen Bass

#10

Beitrag von Simon » 02.01.2022, 20:28

Ich habe damals auch Epoxi verwendet! Mit Titebond hab ich dazu leider keine Erfahrung :)

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Re: Karl baut einen Bass

#11

Beitrag von penfield » 02.01.2022, 23:05

Die Stäbe, die ich kenne, sind recht glatt. Denke, dass Epoxi da besser ist, habe auch immer Epoxi verwendet.
Allerdings habe ich auch schon extra glattes Hartpapier (Micarta) mit Leim verklebt, mit Fischleim, hält seit Jahren.
Aber das ist nur Spekulation. Ich würde Epoxy verwenden.
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Re: Karl baut einen Bass

#12

Beitrag von cabriolet » 03.01.2022, 10:58

Bei meiner kleinen Steelstring aus dem letzten Wettbewerb habe ich den Carbonstab mit Titebond eingeklebt. War eine Notlösung, weil mein Epoxi überaltert war, aber schon da hatte ich gesagt, dass ich mir das vermutlich wohl auch hätte sparen können: Der Stab liegt ja rundum im Holz, wo soll er hin? Eigentlich müsste man den garnicht einkleben. Nur (wie auch den Trussrod) gegen Geklapper und Gezirpe sichern, falls er nicht hundertprozentig spielfrei im Kanal sitzt.

Ach ja: Ich habe da nur einen hohlen 10x10mm-Stab drin, und garkeinen einstellbaren Trussrod. Rührt sich überhaupt nicht, auch nicht unter den zur Zeit aufgezogenen 12er Saiten. Aber ist eben auch eine sehr kurze 550mm-Mensur und ein Hals-Korpus-Übergang am 14. Bund, also völlig andere Hebelverhältnisse als bei einem Longscale-E-Bass.

Gruß
Markus
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Re: Karl baut einen Bass

#13

Beitrag von karl » 04.01.2022, 18:15

Ich hab jetzt mal ne Frage an die Bassisten unter euch (lch kann nicht wirklich Bass spielen, aber das super :D) zum Saitenniederhalter: Ist ein Saitenniederhalter für die A-Saite notwendig? Fender hat keinen. Sandberg, Music Man und Sadowsky unter anderem haben den.
Viele Grüße Markus

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Re: Karl baut einen Bass

#14

Beitrag von jonneck » 04.01.2022, 18:29

Wenn Du eine massliche Fender-Kopie baust, dann wird das ohne grenzwertig......

Leider ist das mit der A-Saite immer etwas knapp beim Saitendruck im Sattel. Ein paar Saitenumdrehungen mehr auf der Mechanik bringen zwar ein wenig mehr Andruck, aber man will ja auch nicht sinnlos Wicklungen drauf machen.....

Je weiter Du die Kopfplatte nach hinten versetzt, umso geringer wird das Risiko des Schnarrens der leeren A-Saite. Oder Du löst Dich von Leo und baust eine abgewinkelte Kopfplatte mit nicht zu kleinem Winkel.
Gruß

Frank

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Re: Karl baut einen Bass

#15

Beitrag von karl » 04.01.2022, 19:51

Vielen Dank, dann werde ich wohl sicherheitshalber einen Sandberg-Style Niederhalter besorgen.
Viele Grüße Markus

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Re: Karl baut einen Bass

#16

Beitrag von Simon » 04.01.2022, 20:10

Hey Karl!
Ich habe bisher nur einen Jazz Bass und einen Preci gebaut, und beide haben Saitenniederhalter bekommen. Entweder 2 Stück hiervon, eine für E & A, eine für D & G; oder einen hiervon, da reicht einer! :)
Klar kann mans wie @jonneck schrieb mit mehr Wicklungen teilweise umgehen, aber bei einem harten Anschlag und leerer Saite läuft man Gefahr, die Saite aus dem Sattel zu drücken..... zumindest ist das bei meinem Bassisten so ;)

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Re: Karl baut einen Bass

#17

Beitrag von karl » 05.01.2022, 05:28

Ich habe jetzt diesen Saitenniederhalter bestellt.
https://www.guitar-hardware.de/3-saiten ... chrom.html
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Re: Karl baut einen Bass

#18

Beitrag von Drifter » 05.01.2022, 09:58

Sehr stylish!

Der link ist überhaupt interessant, vielen Dank!

lG

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Re: Karl baut einen Bass

#19

Beitrag von triple-U » 10.01.2022, 09:03

Off-topic-Modus an (Sorry, Karl):
Simon hat geschrieben:
04.01.2022, 20:10
...
Klar kann mans wie @jonneck schrieb mit mehr Wicklungen teilweise umgehen, aber bei einem harten Anschlag und leerer Saite läuft man Gefahr, die Saite aus dem Sattel zu drücken..... zumindest ist das bei meinem Bassisten so ;)
Was ist das denn für ein Tier (think) ?
Ich spiele einen Ganzton tiefer gestimmt (D-G-C-F) mit einen sehr harten Anschlag (sowohl Finger als auch Plektrum), aber das habe ich noch nie geschafft :oops: .

Off-topic-Modus aus.
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Re: Karl baut einen Bass

#20

Beitrag von Grim_Reaper » 28.01.2022, 09:54

triple-U hat geschrieben:
10.01.2022, 09:03
Off-topic-Modus an (Sorry, Karl):
Simon hat geschrieben:
04.01.2022, 20:10
...
Klar kann mans wie @jonneck schrieb mit mehr Wicklungen teilweise umgehen, aber bei einem harten Anschlag und leerer Saite läuft man Gefahr, die Saite aus dem Sattel zu drücken..... zumindest ist das bei meinem Bassisten so ;)
Was ist das denn für ein Tier (think) ?
Ich spiele einen Ganzton tiefer gestimmt (D-G-C-F) mit einen sehr harten Anschlag (sowohl Finger als auch Plektrum), aber das habe ich noch nie geschafft :oops: .

Off-topic-Modus aus.
Das kommt wahrscheinlich auch stark darauf an, wie hoch der Sattel ist und wie tief die Kerbe für die Saite.
Aber ja die A-Saite ist da ohne Saitenniederhalter auf jeden Fall ein Kandidat dafür.

Das Holz sieht richtig schick aus. Elsbeere sieht man auch nicht so häufig in deutschen Wäldern und auf der Werkbank.
Bin mal gespannt, was das gute Stück am Ende des Baus wiegen wird. Freue mich auf weitere Bilder.

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Re: Karl baut einen Bass

#21

Beitrag von karl » 31.01.2022, 20:39

Auf das Gewicht bin ich auch gespannt.
Viele Grüße Markus

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