Bauthread: Goaß Bass 5-Saiter

Themen zum Bau von E-Bässen

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Re: Bauthread: Goaß Bass 5-Saiter

#51

Beitrag von thoto » 08.11.2017, 12:05

Eine Frage: WIE hast du die templates denn fixiert? Mit der Kreppband/Sekundenkleber-Methode oder per doppelseitigem Klebeband? Ich bevorzuge mittlerweile erstere, von letzterer bin ich abgekommen, weil die Klebkraft zu hoch ist und der gummiartige Träger zu seitlichem Verschieben neigt, wenn man die OF zu stark andrückt.
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Re: Bauthread: Goaß Bass 5-Saiter

#52

Beitrag von Rallinger » 08.11.2017, 12:19

thoto hat geschrieben:
08.11.2017, 12:05
Eine Frage: WIE hast du die templates denn fixiert? Mit der Kreppband/Sekundenkleber-Methode oder per doppelseitigem Klebeband? Ich bevorzuge mittlerweile erstere, von letzterer bin ich abgekommen, weil die Klebkraft zu hoch ist und der gummiartige Träger zu seitlichem Verschieben neigt, wenn man die OF zu stark andrückt.
Mit Kreppband/Sekundenkleber. Eigentlich die bessere Methode, aber hier ist es halt schiefgegangen. Das Template für die E-Fächer hab ich auch so fixiert und das hat super geklappt.
Teppichklebeband geht schneller, aber das mach ich inzwischen nur noch wenn keine großen Scherkräfte auftreten. Z.B. beim Abrichten.

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Re: Bauthread: Goaß Bass 5-Saiter

#53

Beitrag von filzkopf » 08.11.2017, 13:49

ja, die Deckel passen super!! (clap3)

und nochmals Gratulation zu deiner Holzwahl, die wirkt sehr harmonisch!!
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Re: Bauthread: Goaß Bass 5-Saiter

#54

Beitrag von Haddock » 08.11.2017, 15:42

Hallo Ralf,

die Deckel schauen so natürlich super aus, bedenke aber, wen die geölt oder Lackiert werden, bringst Du die nur noch einmal rein und nie wieder raus! Ein bischen mehr Luft würde ich schon einberechnen.

Gruss
Urs

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Re: Bauthread: Goaß Bass 5-Saiter

#55

Beitrag von Rallinger » 08.11.2017, 15:56

Haddock hat geschrieben:
08.11.2017, 15:42
Hallo Ralf,

die Deckel schauen so natürlich super aus, bedenke aber, wen die geölt oder Lackiert werden, bringst Du die nur noch einmal rein und nie wieder raus! Ein bischen mehr Luft würde ich schon einberechnen.

Gruss
Urs
Hallo Urs,
vielleicht sollte ich doch Beas Anregung während der Planung aufgreifen und eine passive Elektronik einbauen. :D

Nein, Scherz beiseite, danke für die Warnung. Das sind so die Kleinigkeiten die man gerne vergisst und mit denen man sich dann sauber ins Knie schießt. Ich bin nur gerade mega-happy dass ich mal was zum Abschleifen habe. Bisher musste ich immer dranschleifen ... :(

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Re: Bauthread: Goaß Bass 5-Saiter

#56

Beitrag von Titan-Jan » 09.11.2017, 10:22

Wow, die Deckel passen ja super. Wie viel Spaltmaß haben den die Schablonen? 0,0mm? Ich habe mal 0,5mm Spaltmaß an den Schablonen vorgesehen und das kam mir eigentlich zu viel vor...

Wegen dem unschönen Spalt: Wenn du die Brücke noch ein paar Millimeter nach hinten versetzen kannst und damit den Spalt überbrückst, könntest du ja evtl. den Sattel auch um ein paar Millimeter nach hinten schieben und damit auch das Problem an der Kopfplatte lösen... also EVENTUELL :-D

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Re: Bauthread: Goaß Bass 5-Saiter

#57

Beitrag von Rallinger » 09.11.2017, 10:32

Titan-Jan hat geschrieben:
09.11.2017, 10:22
Wow, die Deckel passen ja super. Wie viel Spaltmaß haben den die Schablonen?
Ich hab sie in Illustrator mit 0mm angelegt. Die Schablonen wurden dann von Gitabou mit CNC gefräst und passen gerade so ineinander, sitzen dann aber schon sehr streng. Ich hab mich da an den Meister aus meiner Zeit als Dachdecker-Hiwi erinnert. Sein Standardspruch war "Bua, absägen geht oiwei, dransägen is schwierig".
Titan-Jan hat geschrieben:
09.11.2017, 10:22
Wegen dem unschönen Spalt: Wenn du die Brücke noch ein paar Millimeter nach hinten versetzen kannst und damit den Spalt überbrückst, könntest du ja evtl. den Sattel auch um ein paar Millimeter nach hinten schieben und damit auch das Problem an der Kopfplatte lösen... also EVENTUELL :-D
Das klappt leider nicht, weil ich einen MM-Trussrod mit "Spokewheel" vorgesehen habe. Wenn ich das Ganze nach links verschiebe kommt mein 22. Bund mit dem Trussrod-Einstellrad ins Gehege und fiele weg. Leider.

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Re: Bauthread: Goaß Bass 5-Saiter

#58

Beitrag von Rallinger » 10.11.2017, 18:44

Langsam krieg ich nen Hals ... zum Glück im wörtlichen Sinne und nicht im übertragenen. Abwechslung muss sein, daher hab ich ein wenig am Hals weiter gearbeitet. Und so langsam wird mir klar, warum der Fender Leo keine geschäfteten Kopfplatten gebaut hat. Schlaues Kerlchen. Was ne Sch%&/$§ Arbeit!

Zuerst hab ich mir eine kleine Jig gebastelt, um den 12 Grad Winkel sauber schleifen zu können.
Durch die Schleiferei ist leider nochmal etwas Fleisch verloren gegangen. Kein Platz mehr für einen Sattel, es sei denn ich setz den schräg auf die Kopfplatte. Also hab ich mich dazu entschlossen, die Kontrastfurnier-Methode zu gehen. Damit hab ich wieder Platz. Und ich hab beschlossen, dass das gut aussieht. Jawoll! Zusätzlich werd ich dem Kopf eine Volute spendieren.
Zuerst einmal hab ich das Kontrastfurnier und die Kopfplatte miteinander verleimt. Eine vogelwilde Aktion bis das sauber gezwungen war.
Mal schauen wie das morgen aussieht ...

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Re: Bauthread: Goaß Bass 5-Saiter

#59

Beitrag von Rallinger » 10.11.2017, 19:02

Ah, mal ne schüchterne Frage von einem der weder einen Hobel besitzt noch damit umgehen kann ...

Könnte man theoretisch eine solche Jig wie die oben ein wenig größer bauen und dann statt zu schleifen mit der Rauhbank drüber gehen? Oder reißt es mir dann das Stirnholz raus? Hobeln ginge halt doch mit Sicherheit schneller. Und die Schleiferei ist die Pest ...

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Re: Bauthread: Goaß Bass 5-Saiter

#60

Beitrag von hatta » 10.11.2017, 19:37

Wenn das jig etwas breiter ist könnte man mit der rauhbank "schräg" drübergehen.

Ich bezweifle aber, dass das so toll ist.

Mit etwas geschick und ein wehnig übung kann man das auch freihand hobeln! Ist garnicht so schwer. Um so sauberer der erste schnitt gelingt, umso wehniger nacharbeit. Dazu ein präziser winkel zum kontrollieren und dat läuft auch mitm hobel.

Das schleifjig ist allerdings auch nicht verkehrt. Meine erste schäftung hab ich mit dem schweifhobel sauberst hinbekommen (mit dem haarlineal gegen das licht kontrolliert)
Beim zweiten mal wollte es mir partout nicht gelingen mit dem hobel, da hab ich mir auch das schleif jig gebaut...auch nicht verkehrt ;)

Es führen viele wege nach rom. Und beim schleifen nicht gleich mit p240 zu arbeiten sollte klar sein. Ich starte jenachdem wie grob es fehlt mi körnung p60.

Gruß
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Harald

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Re: Bauthread: Goaß Bass 5-Saiter

#61

Beitrag von Docwaggon » 10.11.2017, 22:44

ich würde mit der oberfräse und planfräser fräsen.
dazu 2 leisten aussen an den hals kleben (doppelseitiges klebeband)

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Re: Bauthread: Goaß Bass 5-Saiter

#62

Beitrag von Rallinger » 11.11.2017, 10:17

hatta hat geschrieben:
10.11.2017, 19:37
Wenn das jig etwas breiter ist könnte man mit der rauhbank "schräg" drübergehen. Ich bezweifle aber, dass das so toll ist. Mit etwas geschick und ein wehnig übung kann man das auch freihand hobeln!
Welche Bedenken hast du mit dem schräg drüberhobeln? Das mit dem Freihand ... wie gesagt habe ich weder einen Hobel noch Übung damit. Und ich könnte mir vorstellen dass freihand über Stirnholz hobeln zu den anspruchsvolleren Übungen zählt. Mich nervt's auch ein wenig, für jeden Mist eine Jig zu brauchen, aber wenn's hilft ...

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Re: Bauthread: Goaß Bass 5-Saiter

#63

Beitrag von hatta » 11.11.2017, 13:32

Nein ich meine einfach dass es kein jig für den hobel braucht. Mit einem holen lässt sich super präzise arbeiten. Am hirnholz bzw. Speziell bei der schäftung geht das sehr gut! Nur wie üblich darf man halt nicht gegen die maßerung arbeiten :)
Gruß
Harald

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Re: Bauthread: Goaß Bass 5-Saiter

#64

Beitrag von Rallinger » 11.11.2017, 17:58

Wie war das? Erst denken, dann leimen? Ich Pfosten hab das Trennfurnier an die Kopfplatte geleimt statt an den Halskantel. Zum Glück lässt sich Leimen leichter rückgängig machen als schneiden ... Also hab ich heute das Trennfurnier wieder runtergefräst, bei dieser Gelegenheit die Kopfplatte von hinten auf Dicke gefräst und ein neues Trennfurnier angeleimt. Dieses Mal an die richtige Stelle ...
Der Vorteil bei einem solchen Fehler ist, dass man Übung im Zwingensetzen kriegt ...
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Stand der Dinge bei der Kopfplatte
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Re: Bauthread: Goaß Bass 5-Saiter

#65

Beitrag von thoto » 13.11.2017, 20:43

Hobeln geht sehr gut, ich habe das bei meinem aktuellen Projekt auch gemacht.
Wichtig ist, dass das Hals mit einem Opferholz unterlegt wird, damit die dünner untere Kante nicht wegbricht.
Im ersten Bild aus diesem Post ist das zu sehen: https://gitarrebassbau.de/viewtopic.php ... 56#p117456.
Das Opferholz hat ebenfalls einen Winkel, der immer schön mitgehobelt wird. Ein scharfes Hobelmesser vorausgesetzt entsteht dadurch eine hauchdünne Kant, die später den Übergang der Hölzer unsichtbarer macht. Ich benutze zwei Hobel, eine Raubank für breiten Abtrag und einen Einhandhobel für das Finetuning.
Aber wenn du keine Hobel besitzt und damit keine Erfahrung hast, würde ich eher zu einem Oberfräsen-Jig raten. Vielleicht geht auch ein Bandschleifer, an den du die Flächen mit einer Haltvorrichtung hälst, die die Rechtwinkligkeit beibehält?
Thoto
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Re: Bauthread: Goaß Bass 5-Saiter

#66

Beitrag von Rallinger » 14.11.2017, 08:28

thoto hat geschrieben:
13.11.2017, 20:43
Hobeln geht sehr gut, ich habe das bei meinem aktuellen Projekt auch gemacht.
Wichtig ist, dass das Hals mit einem Opferholz unterlegt wird, damit die dünner untere Kante nicht wegbricht. (...) Ich benutze zwei Hobel, eine Raubank für breiten Abtrag und einen Einhandhobel für das Finetuning.
Aber wenn du keine Hobel besitzt und damit keine Erfahrung hast, würde ich eher zu einem Oberfräsen-Jig raten. Vielleicht geht auch ein Bandschleifer, an den du die Flächen mit einer Haltvorrichtung hälst, die die Rechtwinkligkeit beibehält?
Tolle Gitarre die du dir da baust, die ist bisher komplett an mir vorbei gegangen. Aber ab jetzt häng ich an deinen Postings ...

Danke für deinen Tipp, tatsächlich hab ich Probleme mit Ausrissen an den unteren Kanten. Und meine geschliffene Version ist weit davon entfernt so sauber zu sein wie deine Version. Was dafür spricht, die mangelnde Erfahrung mit Hobeln sukzessive nachzuholen. Die Dinger taugen ja nicht nur für's Schäften.

Einen Bandschleifer hab ich leider keinen (stattdessen ein oszillierenden Spindelschleifer). Wenn ich jetzt weiter in Richtung Komplettierung meines Werkzeugsatzes gehe, tendiere ich auch eher in Richtung Hobel.

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Re: Bauthread: Goaß Bass 5-Saiter

#67

Beitrag von kehrdesign » 14.11.2017, 11:15

thoto hat geschrieben:
13.11.2017, 20:43
... würde ich eher zu einem Oberfräsen-Jig raten. ...
Unbedingt.
Dein Schleif-Jig von oben wäre doch schon ausreichend. Auch für solche Arbeiten hat sich die Oberfräse tausendfach bewährt. Sie ist mein mit Abstand wichtigstes motorisch betriebenes Werkzeug beim Solid-Gitarrenbau. Zusammen mit gerade mal zwei Jigs ersetze ich damit Hobelmaschine, Dickte und Fräsmaschine.

Bild - Siehe auch hier

Mit einem weiteren Jig zum Fräsen von Griffbrettradien und GB-Schleifklötzen
sowie Wabeko-Bohrständer habe ich bislang vor keiner sinnvollen Fräsaufgabe gestanden, die damit nicht erfüllbar war.

thoto hat geschrieben:
13.11.2017, 20:43
... geht auch ein Bandschleifer, an den du die Flächen mit einer Haltvorrichtung hälst, die die Rechtwinkligkeit beibehält?
Ich besitze zwei kleinere Bandschleifer, aber keinem der beiden traue ich zu, für eine wirklich ebene Fläche zu taugen (zu streifig/ballig). Und welcher Hobby-Gitarrenbauer besitzt schon eine odentliche Bandschleifmaschine mit mechanischer oder gar messgesteuerter Zustellung, auf der dann so einen Keil zu schleifen auch nicht ganz trivial wäre, oder aber eine Vorrrichtung, die das absolut ebene Führen des Werkstückes zum Schleifband ermöglicht?
Man weiß nicht recht, ob aus Dummheit, Platzmangel oder Schlamperei ein Unikat der Gitarrenwelt überhört wurde.
(aus Allan Holdsworth's Nachruf von Michael Rüsenberg)

http://guitars.kehrdesign.de/

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Re: Bauthread: Goaß Bass 5-Saiter

#68

Beitrag von Rallinger » 14.11.2017, 11:53

kehrdesign hat geschrieben:
14.11.2017, 11:15
thoto hat geschrieben:
13.11.2017, 20:43
... würde ich eher zu einem Oberfräsen-Jig raten. ...
Unbedingt.
Dein Schleif-Jig von oben wäre doch schon ausreichend. Auch für solche Arbeiten hat sich die Oberfräse tausendfach bewährt. Sie ist mein mit Abstand wichtigstes motorisch betriebenes Werkzeug beim Solid-Gitarrenbau. Zusammen mit gerade mal zwei Jigs ersetze ich damit Hobelmaschine, Dickte und Fräsmaschine.
Ich besitze zwei kleinere Bandschleifer, aber keinem der beiden traue ich zu, für eine wirklich ebene Fläche zu taugen (zu streifig/ballig).
Ja, wahrscheinlich hast du Recht, danke! Vor allem kann ich mit der Oberfräse inzwischen halbwegs umgehen. Halbwegs ... siehe mein nächster Bau-Post ... Ein Bandschleifer ist von allen drei Möglichkeiten die mir persönlich am wenigsten Sympathische. Zum Einen hab ich da auch meine Zweifel ob das so viel genauer wird als von Hand mit meiner Jig. Aber vor allem schleift ein Bandschleifer und das macht wieder Sauerei. Darum hatte ich zuerst in Richtung Hobel tendiert, als sozusagen "sauberste" Lösung. Mal sehen wie ich deine Lösung für mein nächstes Projekt adaptiert bekomme.

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Re: Bauthread: Goaß Bass 5-Saiter

#69

Beitrag von Rallinger » 14.11.2017, 12:12

So, es ist ein bisschen weitergegangen in Sachen Basshals. Ich bin gerade ein wenig hin- und hergerissen. Einerseits macht mir die Tüftelei Spaß, andererseits: wenn ich gewusst hätte wie diffizil und zeitraubend diese Schäfterei ist, hätte ich wohl doch eine F-Style-Konstruktion gebaut. Den hätte ich jetzt wahrscheinlich schon fertig. Aber der Spaß überwiegt doch, denn ich seh langsam Land ...
Zuerst musste der Überstand des Ahorn-Trennfurniers weg, das hab ich dieses Mal am Frästisch mit einer Quick&Dirty Jig erledigt. Mehr oder weniger sauber. Leider mit einem kleinen Ausriss an der Haarkante. Grmpf.
Zuerst musste der Überstand des Ahorn-Trennfurniers weg, das hab ich dieses Mal am Frästisch mit einer Quick&Dirty Jig erledigt. Mehr oder weniger sauber. Leider mit einem kleinen Ausriss an der Haarkante. Grmpf.
Leider hatten sich die vielen kleinen Unsauberheiten beim Schleifen und Fügen auf einen Luftspalt von knapp 1mm an den Rändern des Kantels addiert. In der Mitte, da wo es drauf ankommt, war allerdings alles sauber. Ich hab lange überlegt welche wohl die am wenigsten fehlerträchtige Methode wäre, dem Hals seinen Kopf aufzusetzen. Am Ende hab ich mich entschlossen, beide Teile getrennt mit dem Template auf ihre Form zu fräsen, und sie dann erst zu verleimen. Das Template habe ich mit einem 0,6mm Furnier etwas dicker gemacht, damit ich am Ende noch ein wenig Fleisch übrig habe. Vom Fräsen hab ich keine Bilder gemacht, das kann sich glaub ich jeder vorstellen. Schließlich sah es so aus:
Was ich gar nicht bedacht hatte war, dass durch die Laminiererei und Sperrerei der einzelnen Holzstreifen jetzt ja die Faser auf einer Seite in diese und auf der anderen Seite in jene Richtung verläuft. Beim Halskantel ging das zum Glück pannenfrei ab. An der Kopfplatte hab ich aber leider einen sauberen Ausriss und einen kleineren produziert.
Ausriss am Headstock wegen gegenläufigen Faserverlaufs durch Sperrung.
Ausriss am Headstock wegen gegenläufigen Faserverlaufs durch Sperrung.
Zum Glück hatte ich auch das Headstock-Template mit einem Furnier dicker gemacht. Wenn ich da am Ende nochmal drüberfräse sollte kein allzu großes Loch übrig bleiben, das ich wegschleifen muss. Also kein Beinbruch. Außer euch weiß ja keiner wie der Headstock ursprünglich gedacht war.

Damit beim Verleimen nichts verrutscht, hab ich mir eine weitere Quick&Dirty Jig zusammengeschustert und die Teile dann zwangsverheiratet.
Und da liegen sie jetzt und warten bis der Leim trocknet ...

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Re: Bauthread: Goaß Bass 5-Saiter

#70

Beitrag von Rallinger » 15.11.2017, 12:21

So, die Zwingen weg ... ganz perfekt ist es nicht geworden. Die Kanten zum Trennfurnier sind immer noch leicht rund, aber wenn das Griffbrett drauf ist sieht man das nicht mehr. Fürs erste Mal bin ich zufrieden damit. Damit der Übergang zum Griffbrett sauber ist und hinterher keine Lücken entstehen, hab ich das Ganze nochmal abgerichtet und den Kantel um 0,5mm tiefer gefräst.
Den Trussrod und das Bundmaterial sollte der nette Mann in Gelb heute bei mir abliefern. Den Trussrod-Kanal fräse ich erst wenn der Stab da ist. Also einstweilen weiter mit dem Griffbrett.
Mittellinie drauf, die Form angezeichnet und das Bundschlitz-Template fixiert. Die Schlitze habe ich dann auf der Tischkreissäge mit einem Sägeblatt von Rall eingeschlitzt.

Und der aktuelle Stand der Dinge:
Morgen stehen dann Trussrod, Griffbrettradius und Verleimen auf dem Programm.

Frage: Ich würde gerne zwischen Halskantel und Griffbrett noch ein 0,6mm Eschefurnier einleimen. Einfach für die Optik. Spricht was dagegen alles zusammen zu verleimen? Oder würdet ihr eher die Esche aufs Griffbrett leimen und dann das Griffbrett auf den Halskantel setzen?

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Re: Bauthread: Goaß Bass 5-Saiter

#71

Beitrag von Poldi » 15.11.2017, 13:25

Sieht gut aus.
Du kannst ruhig alles zusammenverleimen, das habe ich auch schon gemacht.
Vorher aber unbedingt eine Trockenübung machen, so sieht man dann auch ob man alles (Zwingen, Unterlagen, Stifte,...) parat hat.

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Re: Bauthread: Goaß Bass 5-Saiter

#72

Beitrag von Haddock » 15.11.2017, 17:52

Hallo,

sauber!
Zuerst das Griffbrett auf den Hals leimen und erst dann den Radius schleiffen. So hast Du eine saubere Fläche zum Pressen.

Gruss
Urs

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Re: Bauthread: Goaß Bass 5-Saiter

#73

Beitrag von Rallinger » 15.11.2017, 18:47

Haddock hat geschrieben:
15.11.2017, 17:52
Zuerst das Griffbrett auf den Hals leimen und erst dann den Radius schleiffen. So hast Du eine saubere Fläche zum Pressen.
Vielen Dank, das war der Plan. Aber in welcher Reihenfolge geht's dann am besten weiter? Mein letzter Bass hat einen einteiligen Hals, ohne aufgeleimtes Griffbrett. Ich mach das also zum ersten Mal ... Ich würde jetzt:
1. Griffbrett aufleimen (vorher natürlich den Trussrod rein) ;-)
2. mit Hals bündig fräsen
3. Dots bohren
4. Radius schleifen
5. Dots einlassen und bündig schleifen (Dots werden aus 6mm-Alurohr mit Epoxy-Glowpulver-Gemisch gefüllt)
6. Bundieren + Abrichten
7. Halsrückseite shapen
Passt das so in dieser Reihenfolge oder ...? Danke!

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#74

Beitrag von Haddock » 15.11.2017, 19:08

Hallo,

genau in dieser Reihenfolge.

Gruss
Urs

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Re: Bauthread: Goaß Bass 5-Saiter

#75

Beitrag von filzkopf » 15.11.2017, 19:14

ich machs genau so, nur das ich die Bünde erst nach dem Finish abrichte.....
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