Restauration einer Höfner Galaxy

Alles um einen alten Schatz aufzufrischen ... auch am Finish
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Madmarian
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Restauration einer Höfner Galaxy

#1

Beitrag von Madmarian » 29.09.2017, 19:15

Hallo, ich bin Stefan, eigentlich Schlagzeugbauer. Eine Nachbarin hat mir neulich ein paar Instrumente vorbei gebracht in mein Geschäft, und dabei war auch eine E-Gitarre in erbärmlichem Zustand:

Die Gitarre ist zwar kaum gespielt worden, was der Hals und die Bundstäbchen bezeugen, aber die Klampfe war über viele Jahre auf einem feuchten Dachboden, und irgendein Wahnsinniger hat den Hals mit Bootslack überzogen und das Höfner Logo durch ein handgemaltes "surfer joe" ersetzt.

Ich bin zwar Instrumentenbauer, und habe auch lange mit einem Gitarrenbauer die Werkstatt geteilt, habe aber selber noch nie eine Gitarre gebaut oder restauriert, habe aber die Herausforderung angenommen.

Zunächst wusste ich nicht, womit ich es zu tun hatte, da nirgendwo Logos zu sehen waren, oder irgendeine Typenbezeichnung. Die Gitarre hatte ziemlich fiese Risse im Holz, die sich als nur oberflächlich erwiesen. Der Korpus ist laminiert, und die oberste Lage Holz hat sich an den Rändern gelöst und entsprechend den Lack gesprengt. Was tun? Wollte eigentlich einfach etwas schleifen, auffüllen, und mit einem Lackanstrich in der selben Farbe auffrischen. Aber die Decke und Rücken sind ja etwas mehr in Mitleidenschaft gezogen...


Den Hals habe ich abgeschliffen. Er ist in erstklassigem Zustand. Den Bootslack habe ich komplett abgeschliffen, auch den originalen Lack. Bin nun hin und her gerissen, ob ich den Hals klar lackiere, oder wieder in Korpusfarbe, wie das Original. Die kopfplatte war im Original vinyllaminiert, ich hatte den bootslack auch da abgeschliffen und, da ich schlagzeugbauer bin, mit einer Platte White Marine Pearl versehen, was sehr edel aussieht. Das Schlagbrett der Gitarre ist momentan noch schlicht weiss, optional könnte ich auch hier wmp verwenden, ich tendiere aber zzu m schlichten Weiss...

So. Ich hoffe, ich kann jetztt auch Bilder hinzufügen....
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Madmarian
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Re: Restauration einer Hohner Galaxy

#2

Beitrag von Madmarian » 29.09.2017, 19:23

Na, klappt doch. Nur die Reihenfolge ist falsch. Das erste Bild war das mit dem Klebestreifen auf dem Schlagbrett.

Weitere Bilder folgen.

Den Hals habe ich soweit fertig, die Mechaniken sind aber zum Teil verbogen, muss mal sehen, ob ich die gerade gebogen bekomme, ohne sie zu zerstören.

Frage - woher kann ich geeigneten Lack beziehen für den Korpus? Ich würde ihn gerne im selben Finish restaurieren, ich habe zwar eine Lackierpistole mit druckluft, würde aber sprühdosen bevorzugen (ich schätze mal den Bedarf auf 1-2 Dosen, das Einrichten eines unbekannten Lacks, und das Reinigen, rechtfertigen oft den Aufwand nicht...)

Wenn man die Farbe selber zusammen mischen muss, werde ich wohl nicht drum herum kommen, aber Dosen wären mir lieber... Im Schlagzeugbau verwende ich andere Lacke, meine sind recht dünn und nicht füllend. Was nimmt man beim Gitarrenbau so?

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bea
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Re: Restauration einer Hohner Galaxy

#3

Beitrag von bea » 29.09.2017, 19:28

Hallo erstmal.

Das Schlagbrett sieht doch schon ganz anders aus, und die Klebstoffreste müsste man mit viel Geduld auch noch wegbekommen.

Erstmal die Frage: was hast Du vor? Sie einfach nur spielbar zu machen? Sie ordentlich und möglichst nah am Original zu renovieren? Oder irgendwas "originelles" draus zu bauen?

Hals (und Griffbrett) könntest Du ggf auch einfach nur Ölen. Ist haptisch angenehmer als Lack.
LG

Beate

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Re: Restauration einer Hohner Galaxy

#4

Beitrag von Madmarian » 29.09.2017, 19:35

..und die nächsten Baustellen:

- Elektrik

Die gitarre gab keinen Mucks von sich, was ich auch erwartet hatte. Wie erfährt man, welche Bauteile defekt sind?

- Tonabnehmer - kann man die Humbucker durchmessen, um zu ermitteln, ob die noch gehen? Was für Werte müssten sie haben? Ich hab keine ahnung, wie man das macht, kenne aber diverse Menschen mit Messgeräten...

- hals justieren

Da muss ich wohl jemanden dazu holen, der sich damit aus kennt. Habe nur minimal vom hals abgeschliffen, um nicht zu locker zu sitzen, der hals hatte in der Tasche aber recht viel luft (ca 1mm pro seite). Habe da ein kleines bisschen Holz eingeleimt (ahorn furnier, o,5mm je), damit der Hals nicht zu locker sitzt, aber auch noch justiert werden kann. Ich würde ihn so ausrichten: saiten (e + E) aufziehen, und schauen, ob der Hals gerade sitzt, ggf etwas links oder rechts anschleifen, dann rückseitig fest ziehen. Wenn das komplett dämlich ist, lasst es mich wissen. Danke!

- halsneigung

Da werde ich entweder via trial and error rumprokeln, oder zum Gitarrenbauer gehen, der kann dann auch gleich die Gitarre bundrein einstellen. Grob bekomme ich das auch hin, aber wenn er schon mal dran sitzt... :))

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Re: Restauration einer Hohner Galaxy

#5

Beitrag von Madmarian » 29.09.2017, 19:41

Hallo Bea,

Ich wollte die Gitarre für mich selber spielbar machen. Vielleicht später mal verkaufen, ich hatte zunächst keine Ahnung, ob die Gitarre überhaupt einen wert hat. Hab inzwischen eine ehemalige Auktion bei ebay für 750£ gefunden, aber der Zustand meiner Gitarre war wirklich räudig, ich ging zunächst von totalschaden aus... Daher hatte ich einfach mal an ihr etwas experimentieren wollen, an einen kompletten Neubauwürde ich, schon aus Mangel an den passenden Maschinen, nicht wagen. vorerst :))

Hals: ja, wachsen oder ölen hatte ich auch erwogen. Habe aber auch einen guten Klarlack, der 2k zweihorn 7000, ich bin kein Tischler, bei mir wird Holz für die Ewigkeit versiegelt :)) wenn mir das nicht gefält, schleife ich es wieder ab und öle oder wachse, anders herum würde das leider nicht gehen...

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Re: Restauration einer Hohner Galaxy

#6

Beitrag von bea » 29.09.2017, 20:22

Madmarian hat geschrieben:
29.09.2017, 19:35
- Tonabnehmer - kann man die Humbucker durchmessen, um zu ermitteln, ob die noch gehen? Was für Werte müssten sie haben? Ich hab keine ahnung, wie man das macht, kenne aber diverse Menschen mit Messgeräten...
Ein paar Kilo-Ohm Gleichstromwiderstand sollten sie haben. Und die Magnet sollte so etwas wie eine Wirkung zeigen, wenigstens ansatzweise. Man kann sie auch mal probehalber direkt an einer Klinkenbuchse anlöten und schauen, was rauskommt.
Habe da ein kleines bisschen Holz eingeleimt (ahorn furnier, o,5mm je), damit der Hals nicht zu locker sitzt, aber auch noch justiert werden kann. Ich würde ihn so ausrichten: saiten (e + E) aufziehen, und schauen, ob der Hals gerade sitzt, ggf etwas links oder rechts anschleifen, dann rückseitig fest ziehen. Wenn das komplett dämlich ist, lasst es mich wissen. Danke!
Im Prinzip ist das richtig. Nur sollte der Hals idealerweise "saugend" eingepasst werden. Zum Abtragen eignet sich ein scharfes Stecheisen besser. Der Boden der Halstasche und der Hals sitzen idealerweise passgenau flächig aufeinander. Prüfen: eine der beiden Flächen mit Kreide oder Graphit einfärben, den Hals leicht hin und her bewegen. Dort, wo es abfärbt, haben die Flächen Kontakt.
An Stelle der Saiten kannst Du ggf. auch auch Schnüre nehmen.

Ich würde den Halsfuß als Referenz nehmen. Vorher auf Planheit und Rechtwinklichkeit prüfen, und dann die Halstasche nach dem Hals ausarbeiten.
- halsneigung

Da werde ich entweder via trial and error rumprokeln, oder zum Gitarrenbauer gehen, der kann dann auch gleich die Gitarre bundrein einstellen. Grob bekomme ich das auch hin, aber wenn er schon mal dran sitzt... :))
Das hängt mit dem oben geschriebenen zusammen! Mit dem Stahllineal über den prüfen, ob das an der Brücke in einer sinnvollen Höhe im Einstellbereich herauskommt (Zuschlag für Saitenlage beachten!). Wenn Ja, ist es gut. Winzige Änderungen an der Halsaufnahme haben einen großen Effekt an der Brücke!
LG

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Re: Restauration einer Hohner Galaxy

#7

Beitrag von penfield » 29.09.2017, 22:15

Madmarian hat geschrieben:
29.09.2017, 19:23
Frage - woher kann ich geeigneten Lack beziehen für den Korpus? Ich würde ihn gerne im selben Finish restaurieren, ich habe zwar eine Lackierpistole mit druckluft, würde aber sprühdosen bevorzugen (ich schätze mal den Bedarf auf 1-2 Dosen, das Einrichten eines unbekannten Lacks, und das Reinigen, rechtfertigen oft den Aufwand nicht...)

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Hallo Stefan,

Das ist ein cooles Gerät, schönes Geschenk von deiner Nachbarin.

Theoretisch geht jeder Lack, abzuraten ist aber von Kunstharzlack, denn der verträgt sich nicht mit anderen Lacken
und wird auch nicht richtig hart.

Ich nehme als Basislack meist Sprühlack. und als Decklack 2K Autolack, allerdings aus der Pistole
(es gibt ihn aber auch in Sprühdose).
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Double neck fretless/fretted,
Quickbird, Basslownia.
Arbeitet am FrameBird und wieder an Les Paulownia

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Re: Restauration einer Hohner Galaxy

#8

Beitrag von Poldi » 30.09.2017, 09:03

Hallo und herzlich willkommen. Ein echt schönes Projekt hast du dir da vorgenommen. Gutes Gelingen erstmal.

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Re: Restauration einer Hohner Galaxy

#9

Beitrag von Fritz » 30.09.2017, 19:26

Das ist aber keine Hohner, sondern eine Höfner!

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Re: Restauration einer Höfner Galaxy

#10

Beitrag von Madmarian » 01.10.2017, 09:12

Oops. Stimmt, ich habe Hohner und Höfner verwechselt...
Habe ein paar Bilder von den Schäden am Korpus gemacht. Mein Plan mit dem Body ist nun, die Stellen mit verdünntem titebond zu leimen, in der Hoffnung, dass der Leim unter die Ritzen kriecht, und pressen. Dann mit spachtelmasse auffüllen und schleifen.

Lack: gibt es da Empfehlungen? Hab gestern einen Trabant in genau der Farbe gesehen...
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Re: Restauration einer Höfner Galaxy

#11

Beitrag von Madmarian » 01.10.2017, 09:18

Noch ein paar Bilder
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Re: Restauration einer Höfner Galaxy

#12

Beitrag von Kellermann » 01.10.2017, 23:55

Hallo Stefan,

eine Hübsche wird sie ja anscheinend wieder, wenn sie fertig ist, tolles Projekt! Ich habe eine Frage zum Material: Du bist Schlagzeugbauer und sprichst von einer "Platte marine white pearl". Ich gehe davon aus, dass es sich dabei um Halbzeug für den Kesselbau handelt? Wo gibt es so etwas zu kaufen, wie dick ist es, welche Farb - Designs gibt es noch? Du pimpst damit eine Kopfplatte, ist das Material von der Stärke her auch geeignet für Pickguards?

Viele Grüße
Kellermann

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Re: Restauration einer Höfner Galaxy

#13

Beitrag von Madmarian » 14.10.2017, 12:13

Hallo, das material ist zwischen 0,8-1mm dick, und tatsächlich wird es auch für Pickguards etc verwendet. Ich habe auch schcht weiss, das sah mir aber zu langweilig aus. Ich überlege, das Pickguard auch zu replizieren, den originalen kann ich ja aufheben, dreilagig (weiss/schwarz/wmp) damit es stimmig mit der Kopfplatte ist.

Ich habe die materialien schon oft an Gitarrenbauer verkauft, ich habe immer auch reststücke, die für drums nicht mehr ausreichen. Als gitarrenbauer kann man ja auch den kleinsten schnipsel noch verwerten für Inlays etc... Du würdest weinen, was bei uns alles in den Müll wandert... :)

Gibt es hier denn auch drummer? Das ist meine drum seite: www.adoro-drums.de

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Re: Restauration einer Höfner Galaxy

#14

Beitrag von Madmarian » 17.10.2017, 00:18

Soo, geht weiter. Hab die fiesen Stellen mit verdünntem Titebond behandelt, das zog schön weit rein, und hält seither, dank etwas Druck von aussen, sehr gut. Der Lack war ansonsten dick genug, dass die meisten Lackschäden sich runter schleifen liessen, ohne dass weiter Holz zum Vorschein kommt. Die Haptik ist nun sehr genial, etwas samtig, nachdem ich mit 500er und 1000er sandpapier etwas aufpoliert hatte. Vielleicht lackiere ich sie ja doch nicht mehr, sondern lasse sie in diesem worn-look..

Hab die Gitarre erst mal wieder montiert. Den hals habe ich tatsächlich nur gewachst. Es sitzt alles richtig, nur der Hals selber ist leicht nach hinten gebogen, weshalb die ersten drei Bünde schnarren bzw ich erst ab dem dritten greifen kann.. Übel. Preisfrage - wie ändert man die Halsneigung, wenn der hals nach Hinten geneigt ist? Halsstab lösen, dickere Seiten aufziehen, und warten? Oder muss der Halsstab dafür angezogen werden bei der Galaxy? Durch Verstellen des Halsstabes habe ich leider keine Änderung feststellen können..
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Re: Restauration einer Höfner Galaxy

#15

Beitrag von bea » 17.10.2017, 01:45

Mit einem Shim (Keil) in der Halstasche. Vorher probehalber mit dünnem Karton ermitteln was benötigt wird. Der Karton sollte nur am vorderen Ende als schmaler Streifen untergelegt werden. Der endgültige Keil sollte dann natürlich groß werden, und er wird vermutlich auch in die Halstasche geleimt werden müssen, weil er recht dünn werden wird.

Das alte Schätzchen würde ich übrigens optisch so belassen wie es ist. Unbedingt. Die Gitarre sieht so wirklich stimmig aus.
LG

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Re: Restauration einer Höfner Galaxy

#16

Beitrag von thoto » 19.10.2017, 08:18

Auf dem Foto sieht das für mich zum einen nach einem Backbow aus. Das müsste der Halsstab richten, wenn das denn möglich ist. Dazu müsstest du ein Stahllineal oder eine absolut gerade Metalleiste oder ähnliches auf den Hals legen und durch 1/4-Dehungen am Halsstab den Hals gerade stellen, sodass die Leiste überall aufliegt. Ansonsten bleibt die Gitarre unbespielbar.

Zum anderen ist dir die Saitenlage zu hoch.
Das hat mit dem vorherigen Problem nichts zu tun. Der Halsstab stellt niemals die Saitenlage ein! Das geht wiederum mit dem Shim, den Bea beschrieben hat. Bei meiner Fender wurde auch nur ein Stück Schleifpapier in die Tasche gelegt und gut war... (think)

Also: 1. Hals begradigen, 2. Halsneigung durch Shim korrigieren.

Noch ein Tip: Wenn der Hals gerade ist, stimme sie durch und lass sie 1-2 Tage liegen, um zu sehen, ob die Halskrümmung stabil bleibt. Falls nicht, nachkorrigieren und wieder ein wenig abwarten.

Falls du den Hals nicht mittels Korrekturen am Halsstab gerade bekommst, frag hier nochmal nach, da gibt es Leute, die schon mit Klemmen und Dampf gearbeitet haben, meine ich. Damit habe ich aber keine Erfahrungen.

Gutes Gelingen!
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Re: Restauration einer Höfner Galaxy

#17

Beitrag von Madmarian » 20.10.2017, 10:02

hallo mal wieder. ja, der verbogene Hals war ein echtes Problem. ich wollte die Elektronik durchmessen lassen, und war daher bem Gitarrenladen meines Vertrauens. Der erklärte mir, dass der hals nur durch eine grosse OP zu retten sei: griffbrett abtrennen, neuen Trustrod einsetzen, verleimen. aufwand bei ihnen 700,- - also totalschaden, da vermutlich auch die tonabnehmer hin sind.

habe dann zu hause den Wachs abgeschliffen vom Hals, ihn mit einem nassen Handtuch bedeckt und gebügelt (vorsicht, griffbrett muss trocken bleiben), und dann den Hals drei Tage auf ein stabiles Brett geschraubt und überdehnt. siehe Bilder.

Habe eben gerade den Hals aus den Schraubstock genommen, angebracht, und den Stellstab ein wenig angezogen. Der hals hat nun die perfekte wölbung, hatte dafür gesorgt durch verschiedenen Druck an verschiedenen Stellen. will mich ja nicht loben, aber das war nun wirklich nicht schwer. saiten drauf. saitenlage ca 8mm tiefer gelegt, und nix schnarrt. Das Halsproblem ist somit gelöst. ggf könnte man den Hals noch etwas richten mit dem Halsstab, ich vermute aber, dass er sich eh noch etwas zurück biegt - vielleicht 1-2mm. dann wird die saitenlage noch ewas flacher, mir reicht es aber schon jetzt, ich spiele eh sonst eine vintage hollowbody mit etwas höherer saitenlage und dickeren Saiten.
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Re: Restauration einer Höfner Galaxy

#18

Beitrag von thoto » 20.10.2017, 10:11

Super gelöst! (clap3)
Hoffentlich bleibt der Hals auch in der Stellung.
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Re: Restauration einer Höfner Galaxy

#19

Beitrag von Poldi » 20.10.2017, 10:18

thoto hat geschrieben:
20.10.2017, 10:11
Super gelöst! (clap3)
Hoffentlich bleibt der Hals auch in der Stellung.
Dito. Erfahrungsgemäß biegt der sich aber wieder ein kleines Stück zurück.
Lass den mal ne Woche mit gespannten Saiten liegen. Wenn sich dann nichts tut is gut. Ansonsten wiederhol das ganze nochmal.

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Re: Restauration einer Höfner Galaxy

#20

Beitrag von Madmarian » 20.10.2017, 10:41

Ja, ich war allerdings auch überrascht, dass drei Tage dehnen schon reichten. Ich würde das zur Not noch mal etwas länger machen. Andererseits, mit Saitenzug sollte sich die Position ggf stabilisien, zumal ich den hals schon mittels Halsstab etwas gerichtet habe.

Neue Herausforderung sind nun die Tonabnehmer. Ich habe den input mal von der restlichen Elektronik abgelöst, und die pickups direkt verdrahtet, allerdings geben sie keinen Mucks ab. Im Gitarrenladen (No1, Hamburg) hatte man mich schon darauf vorbereitet, dass der Draht mit einem problematischen Lack überzogen ist, der gerne durchrostet und dann einen Kurzen macht. Hm.

Kenne mich nicht mit gitarrenelektronik aus, ich denke aber, dass man die direkt an den Ausgang durchschleifen kann, oder? Ob einzelne Potis oder schalter tot sind, würde ich dann später erörtern. Wobei die sehr gut verarbeitet sind und wohl auch noch weitere 50 jahre aushalten ohne zu rosten.... Ernsthaft, die elektronik ist extrem gut verdrahtet, und die Bauteile scheinen absolut für die Ewigkeit. Aber das ist nur mein laien-Eindruck... Dass die Pickups allerdings tot sind, enttäuscht mich doch etwas. Hm...

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Re: Restauration einer Höfner Galaxy

#21

Beitrag von thoto » 20.10.2017, 13:44

Ja, du kannst die Pickups auch direkt an der Ausgangsbuchse anschließen. Am besten erstmal jeden einzeln.
Tendenziell gäbe es zwei Möglichkeiten, weshalb kein Ton kommt:
1. Es gibt irgendwo einen Kurzschluss zwischen Phase und Masse (kann auch im Pickup sein)
2. Ein Bauteil (z.B. Schalter, Poti, Lötstelle, ...) hat keinen Kontakt und leitet nicht durch
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Re: Restauration einer Höfner Galaxy

#22

Beitrag von Bermann » 20.10.2017, 14:00

Tja, da haben die Leute von No.1 die halbe Wahrheit gesagt ( = 21 (nur für Insider ... )).
Der Herr Schnepel hat mir erklärt, das die Höfner Leute bei der PU-Produktion damals viel Lötwasser als Hilfsmittel zum löten genommen haben und dieses greift den Kupfer stark an. Bei 0,05mm Kupferlackdraht reicht ein so problematisches Flussmittel um über die Jahrzehnte die Drähtchen durch zu ätzen.
Neu wickeln kann man aber die Patienten.
Gruß Hermann

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Re: Restauration einer Höfner Galaxy

#23

Beitrag von clonewood » 20.10.2017, 22:28

Der Herr Schnepel hat mir erklärt, das die Höfner Leute bei der PU-Produktion damals viel Lötwasser als Hilfsmittel zum löten genommen haben und dieses greift den Kupfer stark an. Bei 0,05mm Kupferlackdraht reicht ein so problematisches Flussmittel um über die Jahrzehnte die Drähtchen durch zu ätzen.
Da scheint etwas dran zu sein. Ich hatte bereits mehrere Hofners mit aus unerfindlichen Gründen defekten Pickups in den Händen....

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