Holz CNC-fräsen

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macblen
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Holz CNC-fräsen

#1

Beitrag von macblen » 24.02.2016, 23:08

Hallo,

ich möchte aus einem heimischen Ahornblock einen E-Gitarrenkorpus mit einer Portalfräse CNC-fräsen, ähnlich dieser hier: http://www.easgmbh.de/CNC-Maschinen/Fra ... satil/1400

Dazu möchte ich folgende Fräser verwenden:
1) https://hahn-kolb.de/produkte/radiusfra ... o-8-243396
2) https://hahn-kolb.de/produkte/schaftfra ... o-8-319a25

Könnt ihr mir sagen, ob diese Fräser geeignet sind?
Welche Werte würdet ihr wählen für Zustellung, Vorschub, Vorschub (z-Richtung), Umdrehungsgeschwindigkeit?
Was muss ich hinsichtlich der Fräsrichtung beachten? (damit Holz nicht splittert, etc.)

Wäre super, wenn ihr mir helfen könnt und vielen Dank schon mal!

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Ganorin
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Re: Holz CNC-fräsen

#2

Beitrag von Ganorin » 25.02.2016, 22:09

Hi
Dann versuche ich mal zu helfen...du kannst sicher mit 2000mm/min fahren, probier mal 1-2mm zusellung, Z so 500mm/min.
Umdrehungsgeschwindigkeiten wuerde ich bei 8mm 24.000 fahren.
Gleichlauf ist natuerlich besser....bzgl verfahrweg: So wie die jungs von Warwick machen ist es schon ziemlich gut
https://www.youtube.com/watch?v=V10f1dO4evs
mit welcher CAM Software arbeitest Du?

raumneun
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Re: Holz CNC-fräsen

#3

Beitrag von raumneun » 29.02.2016, 22:25

Hallo,

da ich mich gerade selbst an der ersten Gitarre auf der Portalfräse versucht habe, hier meine Anmerkungen und Fräsparameter:
Grundsätzlich sind VHM Fräser deutlich besser geeignet. Die HSS werden heiß, schwarz und das siehst du im Holz. Schau mal bei sorotec, da gibt es gute VHM Fräser. Ansonsten kann man zur not auch die HM bestückten für die Oberfräse nehmen, dann natürlich mit dem Eintauchen aufpassen, wenn diese nicht zentrisch schneiden. Also mit Rampe oder Spirale ins Material fahren. Das ist auch bei solchen, die eine Schneide bis zur Mitte haben, zu empfehlen, da in der Achse die Rotationsgeschwindigkeit definitionsgemäß 0 ist und das Material so dort nicht richtig geschnitten sondern eher gequetscht wird. Außerdem sollte aus zwei Gründen die Spirale so steil wie möglich sein: Die Zugkräfte auf das Werkstück werden geringer (so kann man guten Gewissens den Rohling mit starkem, doppelseitigem Klebeband fixieren) und die Kanten fransen nicht so aus. Alternativ gibt es auch Fräser mit umgekehrter Spirale, da muss man dann nur für gute Spanabfuhr sorgen.

Ansonsten habe ich folgende Parameter im Einsatz bei härteren Hölzern (Ahorn - Buche - Eiche...). Spindel ist eine Kress FME-1050

10mm Schaftfräser, 3-zahn VHM
n=19000
zustellung: 3mm bei nuten, 6mm bei 50% seitlicher Zustellung
800-1200 mm/min

10 mm Radius, 2-Zahn VHM
n=19000
zustellung: ich nehme den nur zum schlichten. aufgrund der minimalen seitlichen zustellung im Bereich weniger zehntel, kann man schon so 5-7 mm abnehmen. Natürlich nicht ins Volle.
1000-2000 mm/min, je nach Zustellung

3mm Schaftfräser, 2-zahn VHM
n=25000
800-2000 mm/min
Zustellung 2.5-4.5 mm

0.7 mm VHM, 2-zahn
n=25000 (je mehr, desto besser bei so kleinen Fräsern)
400-600 mm/min
zustellung: 0.25-0.5mm, je nach Holzhärte. Mehr Fräser bestellen, die brechen schon schnell und kosten kaum was ;)

In z-Richtung steige ich immer mit einer Spirale oder einer Rampe von 15° und ca. 500 mm/min ein.

Ich hatte an der Gitarre (Thread dazu folgt, wenn ich Zeit finde) auch HSS-Co8 Fräser im Einsatz und alle sind nun stumpf und schwarz. Ich hatte mich von dem günstigen Preis verlocken lassen. Die ersten 10 Minuten schneiden klappt das noch super, dann ärgert man sich aber schon ;)

Gleichlauf bitte nur dann, wenn die Kugelumlaufspindeln spielfrei sind und die Maschine steif genug ist. Sonst zieht es den Fräser in Richtung Werkstück und je nach Zustellung gibt das sehr unschöne Ergebnisse. Ich schruppe mit 0.3 mm Aufmaß im Gegenlauf und dann schlichte ich auf Endmaß im Gleichlauf. Damit habe ich ganz gute Erfahrungen gemacht.

Ein Tipp zum Wenden des Bodies: setz spiegelsymmetrisch 8mm Bohrungen und richte das Werkstück mit normalen Holzdübeln aus. Dann kannst du den Body hin und herdrehen, wie du möchtest. Ich habe es so gemacht, dass ich die halbe Kontur mit etwa 0.5mm Aufmaß von hinten ausgeschnitten habe und dann nach dem Wenden auf Endmaß gefräst habe. (Leider hat meine Maschine zwischendurch Schritte verloren und die Konturen haben sich nicht getroffe...Indexpunkte helfen da im Notfall. Einfach nach dem Finden des Nullpunktes eine Markierung setzen, die man wieder anfahren kann und prüfen kann, ob das Koordinatensystem noch passt).

Ich hoffe, das hilft dir etwas weiter.

Viele Grüße
Max

macblen
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Registriert: 16.05.2014, 16:29

Re: Holz CNC-fräsen

#4

Beitrag von macblen » 09.03.2016, 09:50

Super, vielen Dank für die Antworten!

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