Werkstatt aufrüsten, Oberfräse kaufen?

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the bird
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Werkstatt aufrüsten, Oberfräse kaufen?

#1

Beitrag von the bird » 16.07.2014, 10:50

Hallo zusammen,

ich will meine Werkstatt etwas aufrüsten und brauche da einfach ein paar externe Meinungen.

Prinzipiell geht es ums fräsen. Ich fange wohl am besten damit an, was ich habe.

eine Drehzahl-steuerbare Bohmaschine bis ca. 3000 U/min
einen Wabeco Bohr- und Fräsständer
eine Standbohrmaschine (Aldi)
eine gute Stichsäge von Metabo
Fein Multimaster
Worx HandyCut Mini Handkreissäge
und das übliche, Bandschleifer, Schwingschleifer...

Was ich machen will ist:
Halstaschen und Pickupfächer fräsen
Inlays in Griffbretter machen
diverse Feinarbeiten, z.B. F-Löcher
Korpus auf die passende Stärke bringen

Jetzt meine Frage:
Brauche ich da zwingend noch eine Oberfräse oder wäre folgendes Szenario besser geeignet?

Wabeco Kreuztisch kaufen und die Bohrmaschine zum fräsen verwenden
flexible Welle mit Bohrfutter und ein paar Mini-Fräser (Proxon oder so) für die Feinarbeiten

Zu meiner momentanen Arbeitsweise:
Meine Instrumente werden immer Einzelstücke bleiben, Schablonen müsste ich also immer neu anfertigen. Meistens entwickelt sich die Form auch erst während der Arbeit. Shapings aller Art mache ich im Moment mit Raspel und Ziehklinge.

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Re: Werkstatt aufrüsten, Oberfräse kaufen?

#2

Beitrag von Titan-Jan » 16.07.2014, 11:04

Für die Inlays ist ein Dremel (oder ähnliches Gerät) und die Stewmac-Routerbase (fast) unentbehrlich. Da hilft dir auch eine Oberfräse nicht wirklich weiter.
Korpus auf Stärke bringen geht eigentlich am bequemsten beim Schreiner in der Nachbarschaft unter der Dickenhobelmaschine.

Für Halstasche und PU-Fächer gibt es eigentlich drei Methoden (soweit ich weiß):
1) Fräsen (am verbreitetsten)
2) Bohren und von Hand stechen mit Stechbeiteln
3) Sägen, der Body muss dann zwangsweise in Sandwichbauweise zusammengesetzt werden (für alle, die weder 1 noch 2 umsetzen können oder wollen).

Statt dem Wabeco Kreuztisch wäre ein Pinrouter zielführender (denke ich)... Mit dem Kreuztisch könntest du zwar perfekte PU-Fächer fräsen aber Halstaschen zum Beispiel auch schon nur bei Hälsen, die im entsprechenden Bereich parallel sind (oder?). Da es an der Gitarre nich so viele rechtwinklige oder parallele Geraden gibt, ist ein Kreuztisch nicht so richtig hilfreich, glaube ich.

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Re: Werkstatt aufrüsten, Oberfräse kaufen?

#3

Beitrag von capricky » 16.07.2014, 11:17

Zwingend brauchst Du keine Oberfräse, ich habe bestimmt 20 Jahre lang alles mit der Bohrmaschine im "auslageerweitertem" Bohrständer gemacht. Du hast den Wabeco, der kann das auch. Kreuztisch ist eine feine Sache, aber auch nicht wirklich notwendig, Schablonen sind auch gut. Mit einem geeigneten Planfräser kannst Du auch jedes Material auf die gewünschte Stärke bringen. Stahl bestimmmt nicht, aber Bronze, Messing, Alu kein Problem, Holz sowieso nicht. Verwende Metall- und Spiralfräser, die Hartmetallfräser mit 3,2mm Schaft und diamantverzahnt sind eine ganz feine Sache zum Fräsen von Konturen, auch freihändig, weil nahezu rückschlagfrei.

Ein Fräsmotor von Kress (ich würde den "drehzahlreduzierten" mit 5000 - 25000 u/min empfehlen) ist natürlich prima und leiser als die Bohrmaschine bei voller Drehzahl ist er sicher auch. Damit geht alles etwas schneller.
Für die "Feinarbeiten" würde ich den Fräsvorsatz von Stewmac empfehlen, den kann man auch mit etwas Bastelarbeit und Adapter an Proxxon, Dremel und biegsame Welle anbringen. Irgendwo habe ich das hier mal gezeigt.

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Re: Werkstatt aufrüsten, Oberfräse kaufen?

#4

Beitrag von the bird » 16.07.2014, 11:28

Hallo Jan,

für die Feinarbeiten dachte ich eher an die flexible Welle und da so Mini-Fräser rein.
Den Korpus beim Schreiner hobeln lassen mache ich im Moment auch, man ist halt immer auf die Zeit anderer angewiesen und Samstags abends kann ich schlecht beim Schreiner auftauchen.
Nicht parallele Fräsungen gehen mit dem Kreuztisch schon, man muss den Korpus aber dafür umspannen.
Das mit dem Pinrouter ist eine Idee, aber reicht da meine Bohrmaschine als Antrieb?
Was ich beim Pinrouter auch noch nicht verstehe ist:
Überall heist es, bloß nicht das Werkstück mit der Hand führen, das fliegt einem um die Ohren.
Da geht es aber auf einmal. Oder habe ich vielleicht das Prinzip noch nicht verstanden.

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Re: Werkstatt aufrüsten, Oberfräse kaufen?

#5

Beitrag von Titan-Jan » 16.07.2014, 11:37

Man führt ja auch bei einer Tischfräse (ebenfalls sehr praktisch und vom Prinzip her gleich dem Pinrouter) das Werkstück von Hand. Man muss halt höllisch auf die Drehrichtung aufpassen (Gleich- und Gegenlauf) und richtig Spaß macht's mir persönlich aufgrund der entsprechenden Adrenalin-Ausschüttung nicht. Aber es geht schon...
Im Grunde ist es auch gehupft wie gesprungen, ob einem jetzt das Werkstück oder die laufende Fräse durch's Zimmer fliegt (mit dem klitzekleinen Unterschied, dass man im ersten Fall noch in den laufenden Fräser fassen könnte).

Also ich glaube, die Drehzahlen deiner Bohrmaschine werden zum Fräsen nicht ausreichen. Andererseits bei großen Fräsern geht's dann vlt? Da habe ich zuwenig Erfahrung, das wissen die anderen hier besser...

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Re: Werkstatt aufrüsten, Oberfräse kaufen?

#6

Beitrag von capricky » 16.07.2014, 11:54

Titan-Jan hat geschrieben:
Also ich glaube, die Drehzahlen deiner Bohrmaschine werden zum Fräsen nicht ausreichen. Andererseits bei großen Fräsern geht's dann vlt? Da habe ich zuwenig Erfahrung, das wissen die anderen hier besser...
Natürlich geht das mit der Bohrmaschine. Meine macht nur 2500 u/min und ich verwende problemlos die kleinen Hartmetallfräser mit 2 - 3,2mm Schneidendurchmesser und 3,2mm Schaft. Rein aus Faulheitsgründen, weil ich keine Lust habe den Kressfräsmotor in die Spannhalsaufnahme zu montieren.

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Re: Werkstatt aufrüsten, Oberfräse kaufen?

#7

Beitrag von the bird » 16.07.2014, 12:57

Das hört sich vielversprechend an. Es geht mir ja hauptsächlich um die Halstaschen und Pickupfräsungen. Den Kreuztisch werde ich mir einfach mal gönnen.

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Re: Werkstatt aufrüsten, Oberfräse kaufen?

#8

Beitrag von capricky » 16.07.2014, 13:29

the bird hat geschrieben: Den Kreuztisch werde ich mir einfach mal gönnen.
Versprich Dir nicht zu viel davon. Ich habe auch einen, der ist deutlich größer und solider als das Wabeco Teil, aber ich benutze ihn nur für Metall- und Kunststoffbearbeitung. Ein Korpusmontage auf dem Kreuztisch und die Einrichtung ist total nervig und langwierig. Halstaschen und Pickupkammern mit Schablonen freihändig fräsen ist dagegen Kindergeburtstag.

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Re: Werkstatt aufrüsten, Oberfräse kaufen?

#9

Beitrag von bea » 18.07.2014, 00:07

capricky hat geschrieben: Natürlich geht das mit der Bohrmaschine. Meine macht nur 2500 u/min und ich verwende problemlos die kleinen Hartmetallfräser mit 2 - 3,2mm Schneidendurchmesser und 3,2mm Schaft.
Auch ich habe schon mit der Bohrmaschine gefräst, wenn auch nicht beim Gitarrebasteln (aber Gratnuten; Bohrmaschine im Bohrmobil als Oberfräse ... auch wenn es geklappt hat - macht man nur einmal). Es gibt ja diese billigen mehrschneidigen Fräser für Bohrmaschinen. Ohne jetzt mal die Qualität dieser Dinger als solche zu diskutieren - von der Idee her versucht man, durch die vergrößerte Anzahl der Schneiden eine trotz der geringen Drehzahl "vernünftige" Schnittgeschwindigkeit zu erreichen. Wenn man jetzt zweischneidige Fräser für Oberfräsen verwenden möchte, sollte es ausreichen, mit einem entsprechend sehr stark reduzierten Vorschub auszukommen. Aus obigem Beispiel habe ich gelernt, dass die Oberfläche trotzdem nicht soooo toll wird.

Ach so: Warum nicht auch noch den Grundhobel in die Überlegungen einbeziehen?
LG

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Re: Werkstatt aufrüsten, Oberfräse kaufen?

#10

Beitrag von capricky » 18.07.2014, 08:29

bea hat geschrieben:
Ach so: Warum nicht auch noch den Grundhobel in die Überlegungen einbeziehen?
Weil man damit eigentlich nur den Boden einer bereits ausgefrästen Tasche planen kann, bzw die Frässpuren beseitigt. Wirklich "Aushub" schafft man damit nicht, die Hebelverhältnisse durch das lang herausragende Hobeleisen sind sehr ungünstig.

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Re: Werkstatt aufrüsten, Oberfräse kaufen?

#11

Beitrag von the bird » 18.07.2014, 08:41

So, ich habe es mal ausprobiert. Fräsen der Pickuptasche mit Bohrmaschine, Wabeco Fräsständer und Langlochfräser.

Suboptimal.

Der Fräsständer hat nur dann kein Spiel wenn man ihn so knapp einstellt, dass er eher schwergängig ist. Fürs Bohren an einer Stelle geht das, fürs Fräsen nicht. Den muss ich nochmal zerlegen, fetten und neu einstellen. Der Langlochfräser ist mir nach dem ersten Drittel abgebrochen. Wahrscheinlich war ich zu ungeduldig, obwohl ich die Tasche zuerst mit einem Holzbohrer vorperforiert habe. Vielleicht wars aber auch genau das, er hat sich einfach irgendwo verhakt. Den Rest habe ich dann mit dem Forstnerbohrer und einem Stechbeitel gemacht, so wie bisher. Das werde ich jetzt auch bei der Halstasche so machen. Vorerst bin ich also geheilt. Das mit dem Grundhobel wäre eine Idee – mal sehen. Nuten für die Fachdeckel habe ich bis jetzt auch ohne Fräse gut hinbekommen, war halt ein bischen mehr Arbeit.

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Re: Werkstatt aufrüsten, Oberfräse kaufen?

#12

Beitrag von Haddock » 18.07.2014, 09:11

Hallo Bird,

ich kan Dir nur empfehlen, eine Oberfräse zu kaufen. Muss ja kein Luxus Ding sein. Schablonen bauen, Fräser nit Anlaufring oben und unten und gut ist. Dann bist Du für solche Arbeiten super gewappnet.

Gruss
Urs

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Re: Werkstatt aufrüsten, Oberfräse kaufen?

#13

Beitrag von capricky » 18.07.2014, 09:14

the bird hat geschrieben:So, ich habe es mal ausprobiert. Fräsen der Pickuptasche mit Bohrmaschine, Wabeco Fräsständer und Langlochfräser.

Suboptimal.

Der Fräsständer hat nur dann kein Spiel wenn man ihn so knapp einstellt, dass er eher schwergängig ist. Fürs Bohren an einer Stelle geht das, fürs Fräsen nicht.
Ja so ist Fräsen mit dem Bohrständer - einstellen auf die gewünschte Frästiefe (nicht zuviel!), alles festziehen, besonders den "Tiefenhub"! Mehrschneidige Fräser für Metallbearbeitung nehmen, am besten Schruppfräser, die sind gezahnt und kosten nicht viel

http://www.gw-werkzeuge.de/fraeser12.htm

seltsamerweise scheinen die "Gezahnten" gerade alle verschwunden zu sein...

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Re: Werkstatt aufrüsten, Oberfräse kaufen?

#14

Beitrag von Izou » 18.07.2014, 12:13

Kann mich da meinen Vorrednern nur anschliessen. Kauf ne vernünftige Handoberfräse, nicht das Billigteil vom nächsten Baumarkt wenn möglich, und du bist schon mal auf dem richtigen Weg.

Gruss
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Re: Werkstatt aufrüsten, Oberfräse kaufen?

#15

Beitrag von vrooom » 18.07.2014, 13:45

(think) Ich bin zwar mittlerweile im Besitz von drei Fräsen, habe aber selten Lust, wegen zweier Pickupschächte Schablonen herzustellen, weswegen ich auch dazu neige, mit Forstnerbohrern und Beiteln zu hantieren. Das habe ich mir noch von den letzten beiden Gitten angewöhnt, weil ich da designtechnisch den Korpus ganz durchstoßen mußte (PUs wurden von unten eingesetzt, damit oben nur der PU - ohne Schrauben oder sonstiges - zu sehen ist).
Auch die Anschaffung eines Kopierfräsers mit schaftseitigem Kugellager hat mich preismäßig (50 Euro bei Lüdemann in Hamburg) immer abgeschreckt (kann man eigentlich auch ohne Kugellager kopierfräsen? Ich meine, wenn man einen 8 mm-Fräser mit 8 mm Schaft in eine Aufnahmespindel steckt, schaut ja noch 3, 4 mm Schaft heraus, was ja eventuell für eine dünne Sperrholzschablone reicht. Oder verbrennt dann die Schablone vonswegen de Reibung?). Und die Rechnerei mit den Anlaufringen kann ziemlich schnell nerven. - Aber sicher, ob das so gut genug ist, bin ich mir beim schablonen- und fräserlosen Vorgehen keinesfalls (think)

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Re: Werkstatt aufrüsten, Oberfräse kaufen?

#16

Beitrag von Bermann » 18.07.2014, 14:01

Hallo vrooom,
die Schablone wird leicht verbrennen, es sei denn Du fräst sehr vorsichtig.
Eine Alternative ist ein 8mm Fräser mit 6mm Achse und statt Kugellager ein Stück Alurohr 8mm Außendurchmesser (Wandstärke ist üblicherweise 1mm) mit ein wenig Schmierfett auf den Schaft gesteckt. Es geht auch, wenn ein etwas größerer Fräserdurchmesser gebraucht werden kann ein 12mm Fräser mit zwei 8x12x3,5mm Kugellager. So was habe ich schon mit einem 10mm Fräser mit 6mm Schaft gemacht.

Ich hoffe das hilft Dir weiter
Hermann

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Re: Werkstatt aufrüsten, Oberfräse kaufen?

#17

Beitrag von capricky » 18.07.2014, 14:07

Ach jeh... ich glaube das Problem ist weniger, dass man nicht die richtigen Maschinen und Fräser hat, sondern dass man mit dem was man hat nicht richtig umgehen, bzw. es maximal ausnutzen kann.
Klar nehme ich den Schaft von Schaftfräsern als "Anlauflager". Optimal wäre es, wenn die Fräser dabei nur eine kurze Schneide, aber einen langen Schaft haben, dann kann man gut dünne Schablonen benutzen, die auch nicht verbrennen. 6mm Schaftfräser sind gute Kandidaten, weil Schaft- und Schneidendurchmesser identisch sind. Um Himmelswillen nicht versuchen, die gewünschte Frästiefe bspw. für Halstasche oder Pickup in nur einem Fräsgang durchzuziehen, ich mach das in 4 -5 Durchgängen und entsprechender Zugabe. Vorbohren mit Forstnerbohrern ist hilfreich. Immer von innen zum Schablonenrand hin fräsen und nicht Eintauchen, an der Schablone herum führen und zuletzt das in der Mitte Stehengebliebene wegfräsen.

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Re: Werkstatt aufrüsten, Oberfräse kaufen?

#18

Beitrag von the bird » 18.07.2014, 15:10

Hm, da habe ich wohl einiges nicht ganz richtig gemacht.
Vielleicht werde ich mir das mal irgendwo ansehen bei jemandem, der sich damit auskennt und dort ausprobieren.
Aber Danke für die interessanten Antworten.

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Re: Werkstatt aufrüsten, Oberfräse kaufen?

#19

Beitrag von Titan-Jan » 18.07.2014, 15:42

Dieses Oberfräsenbuch (von Guido Henn, glaube ich?) ist ziemlich gut, wenn man sich mit dem allgemeinen Umgang vertraut machen will. Außderdem wird einem dann erst klar, was mit einer Handoberfräse eigentlich alles möglich ist.
Mir ging es jedenfalls so, da ich diese Höllenmaschine vorher noch gar nicht kannte... ;)

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Re: Werkstatt aufrüsten, Oberfräse kaufen?

#20

Beitrag von vrooom » 18.07.2014, 16:00

Gefräst habe ich schon viel. PU-Schächte, Halstaschen, usw. . Schön nach Vorschrift: Mit Vorbohren, ohne Eintauchen ins Holz und in mehreren Durchgängen mit 3oder4millimeterweisen Schichtabtrag. Stets mit einem Anlaufring und Schablonen, die deshalb gut einen Zentimeter zu groß angefertigt werden mußten (wegen der Differenz der Durchmesser des Fräsers und des Anlaufrings). - Klar, wenn man erstmal alles vorbereitet hat, ist es wunderbares und präzises Arbeiten.
A pro pos Vorschrift, Anleitungen, Bücher. Try the digitale Volkshochschule Youtube:

http://www.youtube.com/watch?v=O03J3UeZj3s

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Re: Werkstatt aufrüsten, Oberfräse kaufen?

#21

Beitrag von irgendwer » 18.07.2014, 20:51

Hallo Robert,

Eine Möglichkeit wäre z.B., eine Oberfräse mit 43mm Spannhals zu kaufen, damit kann dann deutlich besser im Bohrständer fräsen als mit der Bohrmaschine, und man hat auch eine mobile Oberfräse.

Die Fräse hier kenne ich nicht direkt, ich habe aber eine vergleichbare Kress im Einsatz(die es so leider nicht mehr gibt).

Damit habe ich auch schon mit erstaunlich guten Ergebnissen mit einem Wabeco Bohrständer und Kreuztisch sogar Alu gefräst.

Allerdings ist aus meiner Sicht der Kreuztisch das Teil bei der Kombination, auf das man am ehesten verzichten kann.

Ich hab bei meiner Fräse noch eine Halterung für Pins in Planung, um dann einen einfachen Pinrouter zu haben.

Gruss, Max
Irgendwer wird irgendwann irgendwo die Weltherrschaft an sich reissen. Irgendwie klappt das schon. Irgendwelche Leute gibt's irgendwie überall. Irgendeine Idee hat irgendwer schon.

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Re: Werkstatt aufrüsten, Oberfräse kaufen?

#22

Beitrag von the bird » 20.07.2014, 10:12

Also bei meinem ersten Versuch war es wohl definitiv der falsche Fräser (2-schneidiger Nutfräser) und zu wenig Geduld.

Eine Oberfräse hatte ich sogar schon mal, eine Boch POF 500, aber da hatte ich den Bohrständer noch nicht und ich habe sie wieder verkauft da sie nur eine 6mm Spannzange hatte und ich kaum passende Fräser gefunden habe.
Irgendwie war mir das damals (ist schon ne Weile her) auch suspekt, ich will auf den Millimeter genau arbeiten und stelle dafür ein Teil auf mein Werkstück, das mir jegliche Sicht auf das Ergebnis nimmt. OK, mit Schablonen habe ich mich damals nicht befasst.

Bei meinem aktuellen Projekt mache ich die Halstasche jetzt noch mal herkömmlich, also vorbohren und schnitzen. Danach werde ich wohl mal ein paar Tests machen, Taschen in Reststücke fräsen und mir ein paar Bücher in der Bibliothek ausleihen.

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Re: Werkstatt aufrüsten, Oberfräse kaufen?

#23

Beitrag von Bermann » 30.08.2014, 00:23

Für alle, die kurze Fräser suchen habe ich hier was gefunden.

Fräser 3/8 Zoll ( 9,52mm ) Durchmesser , Länge 4,76mm Schaft 1/4 Zoll

http://www.ebay.de/itm/Bosch-85608M-HMC ... 0757932891

mit einem passenden Kugellager ergibt das einen schönen Schablonenfräser für Pickguards und Ähnlichem.

Gruß Hermann

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Re: Werkstatt aufrüsten, Oberfräse kaufen?

#24

Beitrag von hamsso » 13.10.2014, 13:44

Hallo zusammen, ich habe mir erst vor kurzem auch endlich eine Oberfräse gekauft. ich habe mich für die Bosch GKF 600 Oberfräse entschieden. Ich kann diese Oberfräse wirklich empfehlen und bin mehr als zufrieden damit. Kennt ihr dieses Modell und wenn ja, was habt ihr für Erfahrungen damit gemacht? Ich habe an der Oberfräse nichts auszusetzen und bereue den Kauf auch nicht. Besonders die handliche Bauweise ist ein sehr großer Vorteil.

Viele Grüße

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Re: Werkstatt aufrüsten, Oberfräse kaufen?

#25

Beitrag von capricky » 13.10.2014, 15:19

hamsso hat geschrieben:Hallo zusammen, ich habe mir erst vor kurzem auch endlich eine Oberfräse gekauft. ich habe mich für die Bosch GKF 600 Oberfräse entschieden. Ich kann diese Oberfräse wirklich empfehlen und bin mehr als zufrieden damit. Kennt ihr dieses Modell und wenn ja, was habt ihr für Erfahrungen damit gemacht? Ich habe an der Oberfräse nichts auszusetzen und bereue den Kauf auch nicht. Besonders die handliche Bauweise ist ein sehr großer Vorteil.

Viele Grüße
Also ich würde diese kleine Bosch Oberfräse nicht als Fehlkauf bezeichnen wollen, aber nach wie vor ist ein Kressfräsmotor FME 1050 auf Grund seiner Universalität, dem verfügbaren Zubehör und beim Preis der Maßstab bei den Fräsen im handwerklichen Gitarrenbau.
Die Bosch würde ich mir vielleicht aus "Luxusgründen" als "Drittfräse" kaufen, aber das Fehlen ein 1/4" Spannzange ist ein großer Nachteil, eigentlich ein KO-Kriterium, dennoch kann man mit ihr bestimmt viel machen.

capricky

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