Eigenentwurf mit versteckten Tonabnehmern

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Titan-Jan
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Re: Eigenentwurf mit versteckten Tonabnehmern

#126

Beitrag von Titan-Jan » 21.10.2017, 19:48

Kannst du mir einen bestimmten Lack (streichbar) und eine passende Verdünnung empfehlen? Stehe da, wie der Ochs vorm Berg im Lack-Regal im Baumarkt.
Wie gesagt hatte ich mit dem 2K-Klarlack von KWASNY soweit angefangen.

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Re: Eigenentwurf mit versteckten Tonabnehmern

#127

Beitrag von kehrdesign » 21.10.2017, 20:34

Jan,
mir fallen da die folgenden drei Varianten ein. Aus eigener Erfahrung kenne ich nur die zweite.

1.) Kwasny
Wenn in der Beschreibung kein Lösungsmittel angegeben ist, probier doch mal Universalverdünnung, ev. auch Nitroverdünnung aus dem Baumarkt. Etwas davon in ein Schälchen geben und aus der Sprayflasche Lack hinzusprühen und verrühren. Aber erst mal an einem kwasny-lackiertem Reststück testen.

2.) SL PUR-Flash
Falls das nicht klappt, würde ich den SL PUR-Flash Hochglanzlack von schreinerlacke.de samt zugehöriger Verdünnung verwenden. Leider ist die kleinste Gebindegröße 1 Liter Lack zuzüglich Härter und ev. Verdünnung. Zum Lackieren mit einem breiten aber feinhaarigen Pinsel lieber etwas verdünnen und es muss bei normaler Zimmertemparatur zügig gehen. Ansätze, die nicht verlaufen, lieber später überschleifen, als bis zum Gelieren nachzuarbeiten!

3.) Extron 2K
Was mir da alternativ noch in den Sinn kommt, wäre die Trollo-Methode von nebenan samt dem Extron 2K-Lack; da kannst Du baumarktübliche Nitroverdünnung verwenden.
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Re: Eigenentwurf mit versteckten Tonabnehmern

#128

Beitrag von capricky » 21.10.2017, 20:45

Ich hoffe im übrigen, dass keiner meiner "Tipps" dich veranlasst hat, die (gebeizte) Ahorndecke mit 2K Lack zu lackieren. Ahorn wäre problemlos ohne Grundierung mit Motip Acrylklarlack (+25%) zu lackieren.

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Re: Eigenentwurf mit versteckten Tonabnehmern

#129

Beitrag von bea » 21.10.2017, 20:55

kehrdesign hat geschrieben:
21.10.2017, 20:34
Trollo-Methode von nebenan samt dem Extron 2K-Lack; da kannst Du baumarktübliche Nitroverdünnung verwenden.
Zur Trollo-Methode würde aber wohl auch gehören, den Lack vorsichtig so weit runterzuschleifen, dass kaum mehr als die Täler stehenbleibt.
LG

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Re: Eigenentwurf mit versteckten Tonabnehmern

#130

Beitrag von Titan-Jan » 21.10.2017, 23:06

capricky hat geschrieben:
21.10.2017, 20:45
Ich hoffe im übrigen, dass keiner meiner "Tipps" dich veranlasst hat, die (gebeizte) Ahorndecke mit 2K Lack zu lackieren. Ahorn wäre problemlos ohne Grundierung mit Motip Acrylklarlack (+25%) zu lackieren.

capricky
Äh doch, schon....

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Re: Eigenentwurf mit versteckten Tonabnehmern

#131

Beitrag von Titan-Jan » 21.10.2017, 23:07

Danke Falk, dann nehme ich lieber gleich Variante 2. Der 2K-Lack ist mir jetzt sehr suspekt. Der liegt jetzt seit einer Woche im Gefrierfach aber wer weiß, ob der "noch" funktioniert...

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Re: Eigenentwurf mit versteckten Tonabnehmern

#132

Beitrag von zappl » 21.10.2017, 23:33

capricky hat geschrieben:
21.10.2017, 20:45
Ich hoffe im übrigen, dass keiner meiner "Tipps" dich veranlasst hat, die (gebeizte) Ahorndecke mit 2K Lack zu lackieren.
Was spräche denn dagegen? (think)

Jan, vielleicht muntert es dich etwas auf wenn ich dir sage wie toll mir die gebeizte Decke gefällt. Den Rest bekommst du auch noch hin!

Ja... erfolgreiches Lackieren im Heimwerkerbetrieb ist, wie ich zuletzt selbst erfahren musste, kein Zuckerschlecken und zeitweise auch schonmal richtig "PIA". ;)
Gruß, Sebastian
#1 #2 #3 #4

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Re: Eigenentwurf mit versteckten Tonabnehmern

#133

Beitrag von capricky » 22.10.2017, 10:27

zappl hat geschrieben:
21.10.2017, 23:33

Was spräche denn dagegen? (think)
...die Tatsache, dass hier Ahorn lackiert wurde! Das ist sicher die Holzart, die am unproblematischsten lackiert werden kann. Dazu passt dann am besten der unproblematischste Spraydosenlack Motip Acryl Autolack. Warum mehr Arbeit haben, wenn es einfacher geht!?
Soll beispielsweise Erle lackiert werden, sieht das schon ganz anders aus. Die braucht einen Sperrgrund, einen Sealer (Versiegeler), weil sie wie ein Schwamm wirkt. Das gleiche gilt, wenn großporige Hölzer porenfrei lackiert werden sollen, da nimmt man 2K Lacke als nicht anlösbare Versiegelung.
Ich denke das Fehlerbild bei Jan's Decke kommt von zu kaltem Lackspray. Das Treibgas (Butan/Propan) wird sich teilweise noch in der Flüssigphase befunden haben und erst aus der gesprayten Schicht ausgetreten sein.
Ich hatte so eine Ahnung, als in dem Zusammenhang die Begriff "Tiefkühltruhe, Gefrierfach" fielen, dachte aber auch er wird schon wissen, dass die Dose wieder auf "Betriebstemperatur" gebracht werden muss... :? . Ich erwärme Spraydosen, ausser im Sommer, immer auf Babytrinflaschentemperatur. Das hilft auch bei "müde" gewordenen Spraydosen. Man sollte wissen, dass sich das Treibgas-Lackgemisch beim Austritt aus der Dose stark abkühlt, a) durch die "Verdunstungskälte" des Lösungs- und Treibmittels und b) zusätzlich durch die Druckentspannung. Bei höher Luftfeuchte kann man dann noch das Problem der Grauschleierbildung haben, weil das Spray das Kondenswasser aus der Luft mitnimmt. Das passiert also nicht nur in Kompressoren.

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Re: Eigenentwurf mit versteckten Tonabnehmern

#134

Beitrag von Titan-Jan » 22.10.2017, 10:50

Ich hatte halt befürchtet, dass durch Wärme die zwei Komponenten zu schnell mit einander reagieren und schon in der Dose irgendwie fest werden oder so... Oh man. Nächstes Mal frage ich noch detaillierter im vornerein ;-)

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Re: Eigenentwurf mit versteckten Tonabnehmern

#135

Beitrag von kehrdesign » 22.10.2017, 13:32

Titan-Jan hat geschrieben:
21.10.2017, 23:07
... dann nehme ich lieber gleich Variante 2. ...
Da möchte ich aber noch darauf hinweisen, dass die neuen Lackschichten auch nach dem letzten Feinschliff aber noch geschlossen sein sollten; falls dann stellenweise alte Lackschichten (also der Kwasny) noch durchschauen, könnte das sonst im Polierbild unterschiedlich wirken.
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Re: Eigenentwurf mit versteckten Tonabnehmern

#136

Beitrag von capricky » 22.10.2017, 13:43

kehrdesign hat geschrieben:
22.10.2017, 13:32

Da möchte ich aber noch darauf hinweisen, dass die neuen Lackschichten auch nach dem letzten Feinschliff aber noch geschlossen sein sollten; falls dann stellenweise alte Lackschichten (also der Kwasny) noch durchschauen, könnte das sonst im Polierbild unterschiedlich wirken.
Genau, weil die verschiedene Klarlacke unterschiedliche Lichbrechungswinkel /-indexe haben, Bei Schichten macht das nichts, aber bei Störungen durch "Kraterchen" schon.

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Re: Eigenentwurf mit versteckten Tonabnehmern

#137

Beitrag von Titan-Jan » 22.10.2017, 14:02

capricky hat geschrieben:
22.10.2017, 13:43
kehrdesign hat geschrieben:
22.10.2017, 13:32

Da möchte ich aber noch darauf hinweisen, dass die neuen Lackschichten auch nach dem letzten Feinschliff aber noch geschlossen sein sollten; falls dann stellenweise alte Lackschichten (also der Kwasny) noch durchschauen, könnte das sonst im Polierbild unterschiedlich wirken.
Genau, weil die verschiedene Klarlacke unterschiedliche Lichbrechungswinkel /-indexe haben, Bei Schichten macht das nichts, aber bei Störungen durch "Kraterchen" schon.

capricky
Äh Moment, damit ich euch nicht falsch verstehe: Klar, die "neuen Lackschichten" (als der PUR-Lack) sollen komplett geschlossen über die gesamte Oberfläche gehen, das ist klar.
Aber meinst du, Capricky, dass ich die vorhandenen Krater doch erst wegschleifen muss? Ich dachte eben, ich könnte die jetzt mit dem PUR-Lack quasi auffüllen.

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Re: Eigenentwurf mit versteckten Tonabnehmern

#138

Beitrag von kehrdesign » 22.10.2017, 14:15

Die stark erhabenen 'Bergkuppen' sollten schon eingeebnet werden. Ev. Bläschen müssen ja auch geöffnet werden. Das Mehr an Schleifarbeit sparst Du dir dann beim Egalisieren der neuen, gepinselten Schichten. Das vollständige Füllen restlicher 'Micro-Grübchen' dürfte hingegen unter der PUR-Lackschicht weitgehendst unbemerkt bleiben. Das aber erkennst Du dann schon beim Auftrag der ersten Verdüngsschicht.

Übrigens Jan, solltest Du den Aufwand, selbst eine gutklassige Pinsellackierung per Schleifen für eine perfekte Politur vorzubereiten, nicht unterschätzen. Da steckt schon Arbeit drinne, die den Aufwand für das Runterschleifen der Krater relativiert. Die Verdünnungs-Füllmethode betrifft wirklich nur die feineren Poren, Bläschen und Risse. Der folgende Schichtaufbau ist ein anderer Punkt. Bei der ganzen Prozedur geht es ja hauptsächlich darum, die gebeizte Optik zu retten.
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Re: Eigenentwurf mit versteckten Tonabnehmern

#139

Beitrag von Titan-Jan » 03.11.2017, 21:43

Also vielen Dank mal soweit. Die Decke sieht schon deutlich besser aus. Aber schon klar, so kann es nicht bleiben:
Wie beurteile ich denn wie ich weitermache? Habe jetzt zwei Mail (im Abstand von ca. 40 Minuten) mit etwa 50:50 verdünntem Lack über die zuvor mit 400er Papier geebneten Oberfläche gepinselt. Es sind ein paar größere Luftplasen entstanden (beim Pinseln), deswegen lieber erst wieder schleifen und dann wieder weiterlackieren oder? Man sieht ja auch noch deutlich die Pinselstriche an einigen Stellen und auch viele Mikro-Blasen. Nehme an, dass die vom Pinseln kommen...

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Re: Eigenentwurf mit versteckten Tonabnehmern

#140

Beitrag von kehrdesign » 04.11.2017, 10:24

Die Blasen müssen alle raus vorm nächsten Lackieren, also schleifen. Verdünnungsgrad 50 : 50 hat ev. beim ersten Auftrag nicht gereicht. Erst wenn beim Auftrag von sehr stark verdünntem Lack, bzw. Verdünnung pur keine Blasen mehr entstehen, kann man nass in nass gleich die nächste, weniger verdünnte Schicht aufbringen. Eine neue Schicht auf Blasen wäre kontraproduktiv.

Beim Auftrag mit dem Pinsel dürfen auch keine Blasen entstehen - deshalb sanfte gleichmäßige Pinselzüge in eine Hauptrichtung bei satter "Pinselfüllung". Der Lack muss hinter dem Pinselstrich gleich verlaufen können.
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Re: Eigenentwurf mit versteckten Tonabnehmern

#141

Beitrag von Titan-Jan » 04.11.2017, 16:31

Okay, danke vielmals!

Und wie viele Schichten macht man dann so nass in nass? Kommt dann noch ein Zwischenschliff oder wars das dann und man lässt es für die Endpolitur durchtrocknen?

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Re: Eigenentwurf mit versteckten Tonabnehmern

#142

Beitrag von kehrdesign » 04.11.2017, 18:42

Erst wenn durch die stark verdünnten Schichten eine blasenfreie Basisschicht entstanden ist (Das ist erstmal das Entscheidende in diesem speziellen Fall!), kannst Du die eigentliche Schicht aufbauen.

Die Anzahl der Pinselgänge dabei hängt nur davon ab, wie ebenmäßig Du die Lackschichten gepinselt bekommst. Letztendlich brauchst Du genügend Schichtdicke um ohne Durchschliffe Unebenheiten wie Pinselspuren oder Ansätze herauszuschleifen. Spätestens nach 2 kurz aufeinander folgenden Schichten ist Aushärtung und ein Zwischenschliff angesagt.

Unverbindlich, nur zur Orientierung:
Zwei Schichten Lack, dann gründlicher Zwischenschliff; eine weitere Schicht, dann feinerer Zwischenschliff;
wenn der Schliff absolut eben ist, kommt die letzte Schicht mit anschließendem Feinschliff und mechanischer Politur.
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Re: Eigenentwurf mit versteckten Tonabnehmern

#143

Beitrag von Titan-Jan » 06.11.2017, 17:59

Hm... also ohne Luftblasen krieg ich es nicht hin. Vlt mach ich ja auch etwas grundsätzliches falsch... Hab es sowohl mit sanftem, zärtlichen Pinseldruck als auch mit kräftigem, leicht genervtem probiert. Viel und wenig Lack am Pinsel aber bei jedem Verstreichen einiger Luftblasen entstehen wieder neue (wall)

Naja, die Gitarre werde ich sowie nie verkaufen und die nächste Gitarre mit Lackierung lasse ich wohl lieber professionell lackieren. Soviel habe ich jetzt gelernt... Ich lasse das mal trocknen und schleife und poliere mal und gucke, ob ich mit dem Endergebnis leben kann... (think)

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Re: Eigenentwurf mit versteckten Tonabnehmern

#144

Beitrag von Arsen » 06.11.2017, 18:22

Sieht doch zumindest schon mal erheblich besser aus als vor ein paar Tagen!

(Möglicherweise dumme) Idee eines Ahnungslosen:
Bei Epoxy sieht man es oft, dass die Luftblasen mit heißer Luft (Heißluftföhn :D ) aus dem noch nicht reagierten Epoxy heraus kommen.
Würde das nicht eventuell auch mit Lack möglich sein? Mit warmer Luft vorsichtig drüber hauchen...? (think)
Aber wie gesagt - vom Lackieren habe ich keine Ahnung... (whistle)
Gruß, Arsen

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Re: Eigenentwurf mit versteckten Tonabnehmern

#145

Beitrag von Titan-Jan » 06.11.2017, 21:04

Hab ich auch überlegt. Aber dann dachte ich, Wärme würde das Härten nur beschleunigen und den Vorhanden Zustand quasi einfrieren. Hab es also lieber nicht gemacht...

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Re: Eigenentwurf mit versteckten Tonabnehmern

#146

Beitrag von Arsen » 06.11.2017, 21:20

Ja, deshalb habe ich geschrieben dass ich keine Ahnung habe :D
Ich denke grade bei schnell härtenden (2K) Lacken ist das ein Problem, weil die Wärme die Härtung beschleunigt.

Aber wenn das langsam trocknender Lack (Lösungsmittel) ist...? (think)
Wie wärs mit einem Teststück? :lol:
Gruß, Arsen

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Re: Eigenentwurf mit versteckten Tonabnehmern

#147

Beitrag von kehrdesign » 07.11.2017, 10:30

Der Verdünnungsgrad von 2K-Lacken hat im Gegensatz zur Temparatur nur geringen Einfluss auf die Härtezeit. Für den SL PUR-Flash Hochglanzlack gibt's aber unterschiedliche Verdünnungen, mit denen Trocknungszeit und Verlaufsfähigkeit beeinflusst werden können. Ich habe bisher nur die PUR-Verdünnung mittel v47001 verwendet, die für mich sowohl für Spritzlackierungen wie auch für die Pinsel-Reparaturen immer gepasst hat.

Jan, die neuen Blasen betreffend habe ich die Vermutung, dass sie bereits mit dem Pinsel aufgenommen worden sind. Der Pinsel im Foto sieht etwas groß aus. Ich mache vergleichbare Arbeiten mit einem hochwertigen 25 mm Flachpinsel zum Malen (mit Dachshaar), der auch beim Farbe aufnehmen sanft am Gefäßrand eingetaucht wird - ohne jegliche Blasenbildung. Aber das sind Techniken, bei denen man offenbar etwas Übung braucht.
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Re: Eigenentwurf mit versteckten Tonabnehmern

#148

Beitrag von Titan-Jan » 11.11.2017, 15:54

kehrdesign hat geschrieben:
07.11.2017, 10:30
Jan, die neuen Blasen betreffend habe ich die Vermutung, dass sie bereits mit dem Pinsel aufgenommen worden sind.
Den Eindruck hatte ich eben auch. Deswegen habe ich den Pinsel extra abfotografiert. Dachte mir schon, dass da was systematisch falsch läuft...
kehrdesign hat geschrieben:
07.11.2017, 10:30
Der Pinsel im Foto sieht etwas groß aus. Ich mache vergleichbare Arbeiten mit einem hochwertigen 25 mm Flachpinsel zum Malen (mit Dachshaar), der auch beim Farbe aufnehmen sanft am Gefäßrand eingetaucht wird - ohne jegliche Blasenbildung. Aber das sind Techniken, bei denen man offenbar etwas Übung braucht.
Danke auch für diesen Tipp!


Also Leute (und ganz besonders dir, Falk) VIELEN Dank für die sachliche und moralische Unterstützung. Habe heute mal feingeschliffen bis Korn 1200, dann mit Stahlwolle 00 und Stahlwolle 000 und zum Abschluss mit diesen Schleifschwämmen auf dem Akkuschrauber und der Rot-Weiß Polierpaste poliert:
Das Ergebnis ist ein Traum im Vergleich zu früher und ich bin jetzt echt nah an der Zielgeraden, denke ich. Es bleiben nur noch so kreisförmige kleine Kratzer vom polieren. Wie mache ich die noch weg? Wie kann man noch feiner polieren als mit dem weichsten Schwamm?

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Re: Eigenentwurf mit versteckten Tonabnehmern

#149

Beitrag von kehrdesign » 11.11.2017, 18:32

Jan, diese "Kratzer" sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Restspuren von einem der vorherigen Schleif-/Polierstufen. Da hilft nur zurück zu dieser Stufe und die ganze Prozedur nochmal.
Kürzlich hatte ich erst in irgend einem anderen Zusammenhang diese "Binsenweisheit des mechanischen Polierens" gepostet:
Die Hoffnung, auch nur gringste Fehler einer Schleif-/Polierstufe in der nachfolgenden, feineren Stufe mit beseitigen zu können, wird sich nicht bestätigen, eher das Gegenteil - der Fehler wird dadurch noch deutlicher werden.

Die kreisförmigen Spuren könnten möglicherweise auch von Deinem ROTIERENDEN Polierschwamm herrühren. Mit solch einem Werkzeug habe ich noch nie poliert. Besser geht das mit einer Poliermaschine bzw. Exzenterschleifer mit vergleichsweise geringem Hub. Und gegen Hologramme helfen gewaffelte Polierschwämme.
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Re: Eigenentwurf mit versteckten Tonabnehmern

#150

Beitrag von hatta » 11.11.2017, 18:55

Hast du diese "spuren" vor dem polieren im trockenen zustand auch gesehen? Wenn ja, dann sind das noch schleifkratzer. Wenn nein, kommt das vom polieren. Diese rot weiß polierpaste kenn ich nicht.

Zum beurteilen der oberfläche nach jeder körnung das objekt komplett trocken machen und sauber wischen.
Dann gegen eine lichtquelle betrachten, da sieht man auch die feinsten kratzer noch. Das funktioniert ab körnung 800 ziemlich gut und man bekommt ein auge dafür.

Die spuren sehen irgendwie zu grob aus als dass es haarlinienkratzer ("hologramme") vom polieren sein könnten. Außer diese rot weiß paste ist so grob (think)
Gruß
Harald

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