Haifischsattel/Kompensation berechenbar?

Wie baue ich mir eine elektrische Gitarre?

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Stratitis
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Haifischsattel/Kompensation berechenbar?

#1

Beitrag von Stratitis » 14.12.2017, 00:43

Hallo,
ich möchte an meiner Strat einen kompensierten Sattel montieren, möglichst Eigenbau.
Kann man die Kompensation (näherungsweise) berechnen?

Ich habe nur diese Werte hier gefunden:
"Für die E-Gitarre rechne ich etwa bei .010er Saiten und Strat-Mensur mit folgenden Werten:
E6 3,2 mm
D4 1,4 mm
G3 2,1 mm
H2 1,0 mm
E1 0 mm

Für die Westerngitarre ( .012er Saiten ) braucht es erheblich weniger :
E6 1,5 mm
G3 (umsponnen!) 0,5 mm
H2 1,0 mm
E1 0,3 mm.

Bei der Konzertgitarre rutscht die Sattelkompensation auf unter 1 mm."


Quelle: http://www.gitarrengalerie-bremen.de/haifischsattel.htm

Ich wollte eigentlich bei dem Standard-Saitensatz .009-.042 bleiben, welche Werte für den "Keil" müßte ich da etwa wählen?

Bild
(Bildquelle: http://www.gitarrengalerie-bremen.de/haifischsattel.htm)

Bild
(Bildquelle: http://www.soundshop.de/Guitars.htm)

Eine weitere Frage noch:
Wenn der "Keil" z.B. die dicke E-Saite um 3,2mm am Sattel "verkürzt" muß dann der Saitenreiter (-> Oktavreinheit) dieser Saite an der Brücke ebenfalls um diese 3,2mm nach "unten" oder in Richtung der Pickups verstellt werden?
Nach "unten" ist da nämlich maximal noch 1-1,5mm Platz.

Wäre nett, wenn einer der Experten hier etwas dazu sagen könnte...

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Re: Haifischsattel/Kompensation berechenbar?

#2

Beitrag von headstock » 14.12.2017, 06:41

Moin,
hier
viewtopic.php?f=20&t=3442
findest du eigentlich alles was du wissen musst.

viel Spaß

Gruß Martin

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Re: Haifischsattel/Kompensation berechenbar?

#3

Beitrag von capricky » 14.12.2017, 08:45

Stratitis hat geschrieben:
14.12.2017, 00:43

Wenn der "Keil" z.B. die dicke E-Saite um 3,2mm am Sattel "verkürzt" muß dann der Saitenreiter (-> Oktavreinheit) dieser Saite an der Brücke ebenfalls um diese 3,2mm nach "unten" oder in Richtung der Pickups verstellt werden?
Nach "unten" ist da nämlich maximal noch 1-1,5mm Platz.
Vorab - berechnen kann (muss) man das eigentlich nicht, wie man das bei der üblichen Oktavreinheitseinstellung (Intonation) auch nicht berechnet, sondern einfach macht, mit Versuch und Irrtum. Dafür erhält man dann Erfahrungswerte, die sich bei zukünftigen Kompensationen verwenden lassen.
Das "Kompensationsmuster" der Brückchen am Steg verändert sich nach korrekt eingestellter Intonation mit kompensiertem Sattel, es wird "gerader" und die Brückchen müssen nicht so weit zurückgestellt werden wie üblicherweise. Das kommt einer Lösung des Problems "Verstellwegknappheit" bspw. bei tune-o-matic Brücken entgegen. Deine 1-1,5mm dürften also ausreichen.

Die Verwendung eines normalen Gitarrenstimmgerätes bei der Kompensationsprozedur ist möglich aber suboptimal. Ich empfehle (grundsätzlich) ein chromatisches Stimmgerät (Korg, Peterson o.ä.)

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Re: Haifischsattel/Kompensation berechenbar?

#4

Beitrag von Stratitis » 14.12.2017, 10:39

Danke für Eure Antworten, werde mich gleich mal durch den verlinkten Thread durcharbeiten.
Jedenfalls bin ich beruhigt, daß die brückenseitige Einstellung der Saitenreiter geringer wird (gerader).
Ich werde mal testweise 2 Keile schnitzen, die ich, wie in den Bildern oben zu sehen, vor die Kante des vorhandenen Sattels setze. Damit die Saite auch aufliegt, müßte der Keil an jeder Saite natürlich etwas höher sein, als die Kante der Kerbe im vorhandenen Sattel. Um ein Gefühl für die Breite des Keils an den einzelnen Saiten zu bekommen, dürfte das sicher ausreichen.

Frage noch zum Sattelmaterial:
Kann man (Rinder)-Knochen dauerhaft zusammen leimen?
Der Rohling hat nämlich nur 4mm Breite ggü. den 3mm des alten Sattels.
Es bleibt also nur ca. 1mm zur Kompensation übrig, wenn ich mit diesem Rohling arbeiten möchte, und ihn L-förmig über das Griffbrett überstehen lasse, so wie bei diesen Earvana-Sätteln:

Bild
(Bildquelle: Rockinger https://www.rockinger.com/index.php/de/ ... 4154-04157)

Das Kompensations-Muster dieses Exemplars (Stufen zu Saite 3 ansteigend, zum Rand hin wieder abfallend) hätte ich nicht erwartet, die 2-fache Keilform auf den anderen Bildern erscheint mir logischer.

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Re: Haifischsattel/Kompensation berechenbar?

#5

Beitrag von bea » 14.12.2017, 10:56

Bei meiner SG habe ich das zusätzliches Material aufs Griffbrett geklebt (Katalox, also sehr hartes dunkles Holz, kaum sichtbar...). Da ist die Klebefläche größer. Vor allem aber werden so die hier dominierenden Scherkräfte zwischen der Auflage und dem Griffbrett aufgefangen. In der Praxis geht es auch vor allem darum, die Zahnung zu fixieren, wenn keine Saiten aufgezogen sind. Im Normalbetrieb reicht der Saitendruck... mit anderen Worten: für erste Gehversuche kann man irgendwelche Holzkeile unter die Saiten klemmen, notfalls sogar Streichholzreste.
LG

Beate

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Re: Haifischsattel/Kompensation berechenbar?

#6

Beitrag von capricky » 14.12.2017, 11:02

Ja, du kannst Knochen zusammenleimen, Sekundenkleber, Epoxidharz, Fischleim bspw.

Die unterschiedlichen "Kompensationsmuster" am Sattel haben auch patentrechtliche Gründe, da balgten sich ja schon wieder die Anwälte der üblich Verdächtigen rum - PRS, Ernie Ball, DiMarzio...
"Logisch" ist der Haifischsattel mit seinen Varianten E-Gitarre und Steelstring.

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Re: Haifischsattel/Kompensation berechenbar?

#7

Beitrag von DoubleC » 14.12.2017, 17:01

(whistle) (whistle) (whistle)

Und der Haifisch, der hat Sättel - damit kompensiert er oben an sei'm Hals.......
Mackie Messer trägt 'nen graden.........und das hört man leider sehr.........

Sorry........I hab Gas.........

Double"Bert bricht"C


Verzeiht das Versmaß..........

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Re: Haifischsattel/Kompensation berechenbar?

#8

Beitrag von Stratitis » 14.12.2017, 19:44

DoubleC hat geschrieben:
14.12.2017, 17:01
Und der Haifisch, der hat Sättel... (whistle) (whistle) (whistle)
(clap3) :badgrin:

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Re: Haifischsattel/Kompensation berechenbar?

#9

Beitrag von Stratitis » 16.12.2017, 01:06

Was haltet Ihr von diesem Feilenset:

Bild
https://www.amazon.de/Gazechimp-Gitarre ... =Gazechimp

Kann man das Set zum Sattelkerben feilen benutzen?

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Re: Haifischsattel/Kompensation berechenbar?

#10

Beitrag von wasduwolle » 16.12.2017, 09:06

Nee, ist Mmn nicht geeignet.
Da gibt es einen
http://gitarrebassbau.de/viewtopic.php? ... ttelfeilen
Der hilft
Grüsse
Wasduwolle

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