Reisegitarre oder die Verwandlung eines Akustikgitarren-Halses

Wie baue ich mir eine elektrische Gitarre?

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Yaman
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Reisegitarre oder die Verwandlung eines Akustikgitarren-Halses

#1

Beitrag von Yaman » 04.08.2017, 13:04

Es fing mit dem Wunsch eines Bekannten an, eine Reisegitarre zum Üben haben zu wollen. Die käuflich zu erwerbenden Modelle im Internet sagten ihm nicht zu. Er hat die folgenden Anforderungen:
  • Möglichst kurz, aber kein Headless-Modell
  • Möglichst schmal
  • Möglichst ergonomisch
  • Holzauswahl ist egal
  • Tonabnehmer kann, muss aber nicht. Keine Akustikgitarre.
Das erweckte meinen Ehrgeiz, solch eine "Gitarre" zu bauen. Wir einigten uns darauf, dass ich einfach mal anfangen sollte und er würde sich dann in den Baufortschritt mit seinen Vorstellungen einbringen. Na dann los :D

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Re: Reisegitarre oder die Verwandlung eines Akustik-Gitarrenhalses

#2

Beitrag von Yaman » 04.08.2017, 13:27

Um den Aufwand gering zu halten und nicht bei Null anzufangen, habe ich den Hals einer geschlachteten Akustikgitarre als Ausgangspunkt genommen. Die Idee dabei war, den Hals "irgendwie" zu verlängern, um die nötige Länge für die bestehende Mensur zu erhalten. Die Anforderung "möglichst schmal" war dabei einfach umzusetzen: so breit, dass eine Hardtail-Brücke Platz hat. Besser etwas breiter, denn da war noch etwas mit "Ergonomie". Diese Idee fand Zustimmung und die benötigte "Ergonomie" könnte ich ja hinterher durch Zusatzteile (abnehmbar, da Reisegitarre) an den "Korpus" umsetzen :oops:.

Das war der Gitarrenhals, mit dem alles begann.
Wie bekommt man den Hals einfach aus der Schwalbenschwanz-Verbindung? Genau - absägen und das Griffbrett freilegen. Dabei bin ich auf dieses interessante Innenleben der Schwalbenschwanz-Verbindung gestossen. Wofür ist das mit dem hellen Holz aufgefüllte Bohrloch? Den Schwalbenschwanz spreizen? Dann muss das Griffbrett aber nach dem Verbinden des Halses mit dem Korpus aufgeleimt worden sein, oder?

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Re: Reisegitarre oder die Verwandlung eines Akustik-Gitarrenhalses

#3

Beitrag von Yaman » 04.08.2017, 15:06

Das Ergebnis der Halsbefreiung:
Zur Verlängerung des Halses brauchte ich eine entsprechende Leimfläche. Dafür habe ich das Halsende schräg angeschnitten. Das helle Holz (Ahorn) braucht ich als Reparaturmittel, da sich beim Fräsen der Hals leicht verdreht hat und der Fräser zu tief fräste. Nach der Reparatur sind alle Leimflächen auf einer Ebene bzw. rechtwinklig.
In der Kopfplatte habe ich die Löcher der Mechaniken verschlossen und die Vorder- und Rückseite abgefräst.

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Re: Reisegitarre oder die Verwandlung eines Akustik-Gitarrenhalses

#4

Beitrag von Poldi » 04.08.2017, 17:35

Interessantes Projekt, das ich mal gespannt verfolge.

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Re: Reisegitarre oder die Verwandlung eines Akustik-Gitarrenhalses

#5

Beitrag von Yaman » 06.08.2017, 10:01

Poldi hat geschrieben:
04.08.2017, 17:35
Interessantes Projekt, das ich mal gespannt verfolge.
Ich bin selbst gespannt was dabei herauskommt.

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Re: Reisegitarre oder die Verwandlung eines Akustik-Gitarrenhalses

#6

Beitrag von kehrdesign » 06.08.2017, 11:05

Den Faden werde ich mit Interesse (voraussichtlich still) beobachten.
Man weiß nicht recht, ob aus Dummheit, Platzmangel oder Schlamperei ein Unikat der Gitarrenwelt überhört wurde.
(aus Allan Holdsworth's Nachruf von Michael Rüsenberg)

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Re: Reisegitarre oder die Verwandlung eines Akustik-Gitarrenhalses

#7

Beitrag von Yaman » 07.08.2017, 08:33

Es stellte sich nun die Frage, welches Holz für den "Korpus" bzw. die Halsverlängerung nehmen. Vorgaben hatte ich ja keine, also habe ich in meiner Restekiste gesucht und zwei schmale Streifen Mutenye gefunden, die vom Umbau eines Cort Corbow "Plastik"-Basses übrig geblieben sind.
Cort Corbow vorher:
Nachher, Mutenye-Korpus mit Zebrano-Decke:
Das Holz ist sehr hart, also ideal zur Verlängerung des Halses. Die Breite und Länge der Holzreste reichte gerade. Allerdings sind die beiden Streifen nicht dick genug und so habe ich eine Mittellage aus zwei Walnuss-Leisten genommen. Farblich sind die beiden Hölzer ja sehr ähnlich. Zwischen den beiden Walnuss-Leisten habe ich in der Mitte eine Lücke gelassen. Falls ein Tonabnehmer verbaut wird habe ich somit einen Kanal für das Kabel.
Da am Originalhals der Halsspannstab ein Stück freiliegt, habe ich in das obere Brett die Aufnahme für den Halsspannstab und den Zugang zur Stellmutter gefräst.
Die schräge Verbindung zum Holz des Originalhalses sitzt nach dem Fräsen perfekt. Muss ja auch, denn soviel Leimfläche habe ich nicht. Gefräst habe ich ohne Schablone. Ich habe einen Fräsmotor im Bohrständer und das Holz ist auf einem Kreuztisch festgespannt, den ich bewege. Das Ergebnis der Verlängerung:
Das Brett auf der Rückseite hätte 1 cm länger sein können, war aber nicht. Da der neue Hals eine neue Form bekommt, wird es schon passen. Die Leisten aus Walnuss waren am Ende auch etwas schmal, aber es passte.

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Re: Reisegitarre oder die Verwandlung eines Akustik-Gitarrenhalses

#8

Beitrag von Yaman » 07.08.2017, 09:13

Nach dem Verleimen und Trocknen habe ich den Hals mit der Säge erst einmal grob vom überflüssigen Holz befreit.
Es sieht alles noch etwas rustikal aus, das wird aber noch. Der Übergang der beiden Halshölzer wird ähnlich wie bei einem Billiard-Cue aussehen, ich bin gespannt.
Das Loch für den Zugang zum Halsspannstab wird noch verschlossen und da auf dem Griffbrett noch Platz für einen 21 Bund ist, bekommt es auch diesen.

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Re: Reisegitarre oder die Verwandlung eines Akustik-Gitarrenhalses

#9

Beitrag von Yaman » 10.08.2017, 10:02

Ich habe noch etwas überflüssiges Holz entfernt und das fehlende Bundstäbchen eingesetzt. Das Griffbrett hat blöderweise ein Binding, so musste ich es für den Bundschlitz durchsägen. Wenn mir das mit dem zusätzlichen Bundstäbchen vor dem Anleimen des Halses eingefallen wäre, hätte ich den Bundschlitz auch mit einem Mini-Sägeblatt und einem Dremel sägen können, ohne das Binding zu zersägen. So kam ich mit der Maschine aber nicht mehr dran. Pech. Das Binding ist aber nur schwarzer Kunstoff und somit habe ich den Schlitz mit Sekundenkleber und Ebenholz-Schleifstaub gefüllt.
Auf die Rückseite der Kopfplatte habe ich ein Rest Birnbaum-Furnier geleimt. Farblich passt es ganz gut zum Mahagony Hals,
den ich vorher vom sehr dicken Lack befreit habe. Die endgültige Kopfplatte wird viel kleiner werden.
Nun geht es an die Halsformung. Die Gitarre wird übrigens eine "Richtige", weil der Auftraggeber jetzt einen Tonabnehmer will.

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Re: Reisegitarre oder die Verwandlung eines Akustik-Gitarrenhalses

#10

Beitrag von Yaman » 11.08.2017, 11:42

Die erste Version der Halsformung ist fertig. Ich habe das überflüssige Holz zuerst grob mit Surform Raspeln beseitigt und dann die Feinarbeit mit Schleifpapier erledigt. Ich werde den Hals in den oberen Bünden noch etwas dünner machen. Der Übergang der drei Holzarten sieht ganz gut aus.
Da der "Korpus" sehr schmal ist, benötige ich einen Tonabnehmer, der passen würde. Ich dacht an einen P90 mit den Befestigungsschrauben in der Mitte, allerdings sind diese Pickups meist auch sehr breit. Hat jemand eine Idee?

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Re: Reisegitarre oder die Verwandlung eines Akustik-Gitarrenhalses

#11

Beitrag von wasduwolle » 11.08.2017, 13:00

Hi Yaman,
Willst du den Korpus echt so schmal lassen?
Das Teil wird zumindest für mich im sitzen unspielbar, meine Schlaghand würde immer auf den Schenkeln aufschlagen.
Ausserdem ist meine Erfahrung aus der Travelmate die, dass sich bei schnellen Läufen der Korpus aufschaukelt
http://gitarrebassbau.de/viewtopic.php? ... travelmate
Da hilft ein Flügel, den man unter dem Arm einklemmen kann, also vllt was zum ausklappen?
Grüsse
Wasduwolle

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Re: Reisegitarre oder die Verwandlung eines Akustik-Gitarrenhalses

#12

Beitrag von Poldi » 11.08.2017, 13:38

Der Übergang sieht in der Tat super aus, hätte ich nicht gedacht das das so wird.

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Re: Reisegitarre oder die Verwandlung eines Akustik-Gitarrenhalses

#13

Beitrag von Yaman » 11.08.2017, 14:04

wasduwolle hat geschrieben:
11.08.2017, 13:00
Willst du den Korpus echt so schmal lassen?
Das Teil wird zumindest für mich im sitzen unspielbar, meine Schlaghand würde immer auf den Schenkeln aufschlagen.
Der Korpus soll so schmal bleiben, da der Auftraggeber es so will. Er spielt wenig im Sitzen.
wasduwolle hat geschrieben:
11.08.2017, 13:00
Ausserdem ist meine Erfahrung aus der Travelmate die, dass sich bei schnellen Läufen der Korpus aufschaukelt
http://gitarrebassbau.de/viewtopic.php? ... travelmate
Da hilft ein Flügel, den man unter dem Arm einklemmen kann, also vllt was zum ausklappen?
Danke für den Hinweis. Der Auftraggeber will es auch ergonomisch, deswegen wird eine Armauflage zum Klappen oder Abnehmen irgendwie an dem Korpus befestigt.

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Re: Reisegitarre oder die Verwandlung eines Akustik-Gitarrenhalses

#14

Beitrag von Yaman » 14.08.2017, 09:22

Nachdem der Halsübergang seine ungefähre Form bekommen hat, habe ich die Kopfplatte verkleinert. Dummerweise (wie aber zu erwarten) habe ich beim Verkleinern teilweise die eingeleimten Holzstücke der ehemaligen Mechanik-Löcher angeschnitten, so dass diese an den Seiten zu sehen sind. So habe ich nicht nur auf die Oberseite Nussbaum Furnier geleimt, sondern auch auf die Seiten und schon sieht man nichts mehr.
Die Mechaniklöcher mußte ich auf der Oberseite tieferlegen, da die Kopfplatte durch den rückseitigen Aufleimer dicker geworden war und sonst die neuen kleineren Mechaniken nicht passen. Das rückseitige Birnbaum-Furnier hat eine Struktur wie Dachziegel oder Fischschuppen: die Jahresringe lassen sich beim Biegen des Furniers aufklappen. Mal sehen, wie es nach dem Schleifen aussieht.

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Re: Reisegitarre oder die Verwandlung eines Akustik-Gitarrenhalses

#15

Beitrag von Yaman » 14.08.2017, 12:11

Auf der Suche nach einem möglichst kurzen Tonabnehmer bin ich auf einen Tele-Halspickup gestoßen. Spricht etwas dagegen, ihn nicht am Hals, sondern mehr in der Mitte zwischen Hals und Brücke einzubauen? Der Platzt am Hals ist durch den Zugang zum Halsspannstab belegt.

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Re: Reisegitarre oder die Verwandlung eines Akustik-Gitarrenhalses

#16

Beitrag von kehrdesign » 14.08.2017, 12:42

Es ist nicht ungewöhnlich Pickups an anderer Stelle einzubauen, als eigentlich konzipiert. Wenn das String Spacing zu den Pole-Abständen passt, ist's eigentlich nur 'ne Frage des persönlichen Empfindens. Ein mögliches "Stratitis"-Problem sollte für einen zur Bridge versetzten Neck-PU nicht existieren. Ein für die Neckposition vorgesehener PU wird voraussichtlich in bridgenaher Position einen geringfügig schwächeren Output/Pegel produzieren. Soweit meine bescheidenen Erfahrung.
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Re: Reisegitarre oder die Verwandlung eines Akustik-Gitarrenhalses

#17

Beitrag von bea » 14.08.2017, 14:06

Yaman hat geschrieben:
14.08.2017, 12:11
Auf der Suche nach einem möglichst kurzen Tonabnehmer bin ich auf einen Tele-Halspickup gestoßen. Spricht etwas dagegen, ihn nicht am Hals, sondern mehr in der Mitte zwischen Hals und Brücke einzubauen? Der Platzt am Hals ist durch den Zugang zum Halsspannstab belegt.
Hab ich schon gemacht, und zwar in der Position des Tonabnehmers beim Sting Ray Bass (10% der Mensur). Geht gut, klingt auch gut. Wirkt klanglich schon wie eine stegnahe Position, aber deutlich "runder" im Klang. Was ich mir auch vorstellen könnte, ist eine "Preci-ähnliche" Position - das sollte dann aber schon deutlich weicher im Klang werden. Auf dem Bass befindet sich diese Postion ca. 3.8 cm weiter innen als die Mittellinie des MM-Tonabnehmers. Auf der kürzeren Mensur der Gitarre sollten das dann knapp 3 cm weiter innen sein.

Es lohnt sich, das vorher auszuprobieren - in dieser Region haben selbst kleine Änderungen einen großen Einfluss, weil zunehmend wichtige Oberschwingungen unterdrückt werden - in der 10%-Position gerade noch nicht, in der "Preci-Position" wird die 2. Oktave nicht oder kaum abgebildet.
LG

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Re: Reisegitarre oder die Verwandlung eines Akustik-Gitarrenhalses

#18

Beitrag von Yaman » 14.08.2017, 15:04

bea hat geschrieben:
14.08.2017, 14:06
Es lohnt sich, das vorher auszuprobieren - in dieser Region haben selbst kleine Änderungen einen großen Einfluss, weil zunehmend wichtige Oberschwingungen unterdrückt werden.
Das ist ein guter Tip. So werde ich es machen.
Die Metallkappe auf dem Tonabnehmer verschiebt doch die Resonanzfrequenz, oder? Da wäre dann auch ein Test mit oder ohne Kappe zu empfehlen.

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Re: Reisegitarre oder die Verwandlung eines Akustik-Gitarrenhalses

#19

Beitrag von bea » 17.08.2017, 00:17

Hängt vom Material der Kappe ab: Neusilber sollte die Resonanz ein ganz klein wenig bedämpfen (kaum hörbar), aber nicht verschieben. Die Resonanzfrequenz dürfte beim Tele-Neck ja eher hoch liegen. Da hast Du vermutlich nahezu beliebigen Spielraum, zumindest, wenn es ein dem Original nahekommenden Tonabnehmer mit Alnico-Polen geht und nicht um so eine Mittenhupe mit unten liegendem Magneten.
LG

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Re: Reisegitarre oder die Verwandlung eines Akustik-Gitarrenhalses

#20

Beitrag von MiLe » 17.08.2017, 11:09

Yaman hat geschrieben:
14.08.2017, 15:04
Die Metallkappe auf dem Tonabnehmer verschiebt doch die Resonanzfrequenz, oder? Da wäre dann auch ein Test mit oder ohne Kappe zu empfehlen.
Nöö - es verschiebt nicht die Frequenz, sondern reduziert deren Ausprägung je nach - wie Bea schon schrieb - Material.

Am Ende kannst Du die Resonsnzfrequenz mittels Parallel-Kondensator nach Belieben absenken und/oder deren Ausprägung mittels Parallel-Widerstand absenken. Erhöhen geht passiv leider nicht :(
Beste Grüße

Michael

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Re: Reisegitarre oder die Verwandlung eines Akustik-Gitarrenhalses

#21

Beitrag von bea » 17.08.2017, 11:12

MiLe hat geschrieben:
17.08.2017, 11:09
Erhöhen geht passiv leider nicht :(
Doch, das geht: eine Spule parallelschalten. Bei einem SC kann man die sogar als Kompensationsspule gegen Einstreuungen nutzen.
LG

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Re: Reisegitarre oder die Verwandlung eines Akustik-Gitarrenhalses

#22

Beitrag von MiLe » 17.08.2017, 11:26

Hi Bea: Gutes Argument! :) Also entweder als 2. aktive Spule (Frequenzauslöschungen) oder als Dummy-Coil?
Beste Grüße

Michael

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Re: Reisegitarre oder die Verwandlung eines Akustik-Gitarrenhalses

#23

Beitrag von bea » 18.08.2017, 01:17

Als Dummyspule.
LG

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Re: Reisegitarre oder die Verwandlung eines Akustik-Gitarrenhalses

#24

Beitrag von Yaman » 29.08.2017, 09:20

bea hat geschrieben:
17.08.2017, 00:17
Da hast Du vermutlich nahezu beliebigen Spielraum, zumindest, wenn es ein dem Original nahekommenden Tonabnehmer mit Alnico-Polen geht und nicht um so eine Mittenhupe mit unten liegendem Magneten.
Leider habe ich einen Tonabnehmer mit unten liegendem Magneten aus einer Billig-Tele. Bevor ich ihn einbaue, werde ich ihn deshalb erstmal testen. Der Bridge-Pickup aus besagter Tele hat ebenfalls einen unten liegenden Magneten.

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Re: Reisegitarre oder die Verwandlung eines Akustik-Gitarrenhalses

#25

Beitrag von MiLe » 29.08.2017, 11:28

moin,

die Lage des Magneten sagt alleine noch nicht soo viel über den Klang aus. Elektrisch leitendes Material im Spulenkern verursacht Wirbelströme, senkt Resonanzfrequenz und Güte, erhöht aber dafür den Output/Induktivität. Wenn das durch weniger Wicklungen ausgeglichen wird, ist der Unterschied marginal.
Die Billig-Singlecoils von ML-Factory haben Stahlslugs und untenliegenden Ferrit-Balken und sind trotzdem seeeehr brillant. Wären da Alnico-Rods drin, wären sie wohl ohne weitere Beschaltungsmaßnahmen eher schrill und wenig brauchbar.
Alnico-Rods erzeugen schlicht weniger Wirbelströme als Stahlstäbe in der Spule, das ist weitgehend der "Zauber" ;)
Ein Magnet unter der Spule macht am Klang kaum etwas aus, wichtiger ist, was in der Spule ist.
Beste Grüße

Michael

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