Hema-Bandsäge - restaurieren, reparieren und verbessern

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Magfire
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Hema-Bandsäge - restaurieren, reparieren und verbessern

#1

Beitrag von Magfire » 21.04.2016, 23:50

Moin Leute,

nach längerer Abstinenz (also nur stillem Mitlesen) habe ich endlich eine Bandsäge gefunden, die eine halbwegs brauchbare Leistung und Schnitthöhe hat, aber trotzdem noch in meinen Keller passt (letzteres ist bewiesen, sie steht schon drin (dance a) ;) ).
Ich träumte schon immer davon, selber Tops auftrennen zu können. Für Akustiksets reichen die 1,1kW natürlich nicht, aber ich hoffe, das ich normale Hölzer wie Ahorn oder Nussbaum damit auftrennen kann.
Die theoretische Schnitthöhe beträgt 240mm, mir ist aber klar, dass ich die nicht ausnutzen kann ;) !
Notfalls ließe sich aber noch ein Motor mit mehr Dampf nachrüsten...
Leider wurde der Säge ganz schön böse mitgespielt, daher sind folgende Dinge erstmal zu tun:

Das untere Radlager hat Spiel -> neu
Parallelanschlag samt Führung besorgen
Neue Bandagen aufkleben (lassen?)
Vernünftige Bänder besorgen

Hat jemand Erfahrung mit dem Erneuern der Bandagen? Das Aufkleben nach dem Entfernen der alten Bandage würde ich mir durchaus zutrauen, aber muss man die hinterher noch ¨rund schleifen¨? Das Rad an sich sollte ja keinen Höhenschlag haben, sonst ändert sich ja permanent die Bandspannung... (think)

Und habt ihr Empfehlungen für Sägebänder? Marke, Stärke, Zahnteilung...? Ich brauche die Säge hauptsächlich zum Auftrennen, Kurvenschnitte sind erstmal nicht vorgesehen. Der Rollendurchmesser beträgt übrigens 400mm und die Sägeblattlänge 3200mm. Die maximale Breite des Bandes ist leider nicht angegeben, aber ich werde da (und auch wegen der Ersatzteile nochmal Kontakt zu HEMA aufnehmen.

Mehr demnächst in diesem Kino, danke schon mal für alle Beteiligungen.

Beste Grüße,
Philip
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Bastelmann
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Re: Hema-Bandsäge - restaurieren, reparieren und verbessern

#2

Beitrag von Bastelmann » 22.04.2016, 07:42

Magfire hat geschrieben:... aber muss man die hinterher noch ¨rund schleifen¨? Das Rad an sich sollte ja keinen Höhenschlag haben, sonst ändert sich ja permanent die Bandspannung... (think)
Gratulation zum neuen alten Maschinchen. Die Auflagen müssen nicht unbedingt ballig sein. Bei flachen Auflagen muss man das Band dann so auflegen, daß die Zähne so ca. 2/3 überstehen, damit man nicht die Schränkung plattdrückt und infolgedessen das Band beim Sägen verlaufen würde.
Die Bundesdoofenbeauftragte warnt: "Keine Macht den Doofen!"

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Re: Hema-Bandsäge - restaurieren, reparieren und verbessern

#3

Beitrag von capricky » 22.04.2016, 11:02

Bastelmann hat geschrieben: Die Auflagen müssen nicht unbedingt ballig sein. Bei flachen Auflagen muss man das Band dann so auflegen, daß die Zähne so ca. 2/3 überstehen, damit man nicht die Schränkung plattdrückt und infolgedessen das Band beim Sägen verlaufen würde.
Nur zur Ergänzung, den Zahnüberstand stellt man über die obere Rollenneigung ein!

capricky

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Re: Hema-Bandsäge - restaurieren, reparieren und verbessern

#4

Beitrag von Magfire » 04.10.2016, 00:40

Sooo,
auch an dieser Front ging es mal weiter.
Einige Stunden habe ich mittlerweile mit der Säge verbracht.
Lobend erwähnen möchte ich auf jeden Fall den Service der Firma Hema!
Nicht nur alle technischen Fragen wurden mir ausführlich erläutert, sondern sogar ein speziell für die Säge passender Parallelanschlag einzeln angefertigt (da nicht mehr im Sortiment). (clap3)

Mittlerweile habe ich also:

-die Gummikorkbandagen erneuert (flach!)
-einen neuen Lagerbolzen für das untere Rad drehen lassen
-die Lagerung des unteren Rades erneuert
-die Flucht der Räder zueinander in allen erdenklichen Dimensionen eingestellt
-den neuen Parallelanschlag angepasst und montiert
-einen neuen Einsatz für den Holzklotz im Tisch gebaut (Riegelahorn, man gönnt sich ja sonst nichts ;)
-die seitlichen Rollen der unteren APA-Führung ersetzt
-einen neuen Antriebskeilriemen ersetzt
-die komplette Säge auf Bluewheels mit doppelter Bremse gestellt. Bei 16m^2 Werkstatt ist es sehr sinnvoll, wenn man so eine vergleichsweise große Maschine bewegen kann!
-und das Handrad für die Bandspannung ersetzt (das hat es bei der Demontage zerbröselt)

Hier mal ein paar Fotos in loser Reihenfolge:
Interessant war, dass das Sägeband im Tisch jetzt um einiges weiter rechts läuft als vorher.
Die Bandagen haben allerdings nur 1mm mehr Stärke als die alten.... merkwürdig (think)
Da der Verstellbereich der Führungen dies aber hergab, hab ich einfach einen schraubbaren Holzklotz gebaut, den ich beim Bandwechsel einfach abschrauben kann.

Aber nun: Proooooobefahrt (dance a) (dance a)
Im Fundus fand sich noch ein Stück Redwood, 20cm hoch. Also kurz am Reststück die Drift eingestellt und los ging es:
Das Sägeband (HM-bestückt) von den Bandsägeprofis habe ich mir auch vor einiger Zeit schon bestellt gehabt. Eigentlich ist meine Säge dafür etwas unterdimensioniert, aber es schneidet supersauber und wie Butter!
Ein bis zwei Striche mit dem Handhobel und ich hab eine perfekte Oberfläche:
Dabei ist mir übrigens aufgefallen, dass ich mich noch gar nicht weiter mit dem Thema Absaugung beschäftigt hab.
Mal schauen, ob ich die Absaugwege so optimieren kann, dass mein Nass-Trockensauger das schafft.

Insgesamt ist es deutlich mehr Zeit, Arbeit und auch Geld geworden, als ich eigentlich dachte.
Aber allein der erste Schnitt war es wert :)

Viele Grüße,
Philip

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Re: Hema-Bandsäge - restaurieren, reparieren und verbessern

#5

Beitrag von filzkopf » 04.10.2016, 11:10

Toll Philip! Freut mich das sie so läuft wie du dir es wünscht!! (clap3)
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Re: Hema-Bandsäge - restaurieren, reparieren und verbessern

#6

Beitrag von liz » 05.10.2016, 08:35

Super Philip! Hast du einen Parallelanschlag mit Drifteinstellung?

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Re: Hema-Bandsäge - restaurieren, reparieren und verbessern

#7

Beitrag von 12stringbassman » 05.10.2016, 08:43

liz hat geschrieben:Parallelanschlag mit Drifteinstellung?
WTF? (think) :?:
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Re: Hema-Bandsäge - restaurieren, reparieren und verbessern

#8

Beitrag von Herr Dalbergia » 05.10.2016, 10:14

....passt schon....irgendwo muss der Drift eingestellt werden...ich habe hierzu ein hochtechnisches Spezialwerkzeug aus der Luft- und Raumfahrt Technik,.....einen Hammer....

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Re: Hema-Bandsäge - restaurieren, reparieren und verbessern

#9

Beitrag von 12stringbassman » 05.10.2016, 11:18

Und was ist das jetzt? Ein Parallelanschlag mit Drifteinstellung? (stupid) (think) :oops:
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Re: Hema-Bandsäge - restaurieren, reparieren und verbessern

#10

Beitrag von Magfire » 05.10.2016, 12:25

Nun, die schwarze Führungsschiene ist an zwei Punkten am Tisch befestigt.
Der linke Punkt ist ein fixer Drehpunkt, während der rechte Punkt ein Langloch ist.
Durch reinschieben oder rausziehen der Schiene kann ich dann die Drift einstellen, danach wird sie wieder festgeschraubt.

Viele Grüße,
Philip

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Re: Hema-Bandsäge - restaurieren, reparieren und verbessern

#11

Beitrag von iporka » 05.10.2016, 12:39

Moin moin,

jedes Bandsägeband hat eine "eingeprägte Vorzugsschnittrichtung" - z.B. durch minimale
Unterschiede in der Schränkung usw. . Das Sägeband will also partout vom Anschlag weg sägen
oder zum Anschlag hin. Mit der Drifteinstellung wird der Parallelanschlag parallel zur
Vorzugsschnittrichtung des Sägebands und somit leicht schräg zu den Tischbezugskanten eingestellt.

Leicht gelöste Befestigungsschrauben und ein Hammer tuns natürlich auch. :lol:

Mat

Edit: Ein schönes Einstellvideo dazu: https://www.youtube.com/watch?v=IZThUPOr_Ug
Guitar building is anticipation!
Tim Horrell

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Re: Hema-Bandsäge - restaurieren, reparieren und verbessern

#12

Beitrag von Herr Dalbergia » 06.10.2016, 08:28

Tipp des Tages:

https://www.google.de/search?q=bandsaw+ ... 8weT_YCwDQ

@iporka:.....da werden keine Schrauben leicht gelöst, da wird kurz drufgepfluntzt und weiter Strecke gemacht.....

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Re: Hema-Bandsäge - restaurieren, reparieren und verbessern

#13

Beitrag von 12stringbassman » 06.10.2016, 09:03

Danke, Alex, für diese wertvolle Hilfe!
Man muss halt schon wissen, dass es "Drift" heißt, wenn das Miststück nicht so sägt, wie es soll :roll: :?
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Re: Hema-Bandsäge - restaurieren, reparieren und verbessern

#14

Beitrag von Herr Dalbergia » 06.10.2016, 09:19

Ja....das klingt dann voll Profi und global player like....und drift klingt ja auch schöner als ...krumm und schepp

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Re: Hema-Bandsäge - restaurieren, reparieren und verbessern

#15

Beitrag von Magfire » 16.05.2017, 08:58

Moin,
gestern war mal Probefahrt...
20 cm Riegelahorn, 16 cm Mooreiche und 18 cm Maserbirke wollten als Top aufgetrennt werden.
Ich war zunächst skeptisch, ob die 1,1kw das packen würden.
Aber mit wenig Vorschub ging das gut, bei einer wirklich guten Oberflächenqualität.

Leider neigte das Holz (oder ich) zum Kippeln, sodass der Schnitt zur oberen Seite etwas kurvig wurde.
Habt ihr eine Idee, wie ich das optimieren könnte? Den Parallelanschlag mit einem zusätzlichen Brett erhöhen?
Und wie bekommt man am besten einen konstanten Anpressdruck des Sägegutes an den Parallelanschlag hin?

Danke für die Hilfe und viele Grüße,
Philip

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Re: Hema-Bandsäge - restaurieren, reparieren und verbessern

#16

Beitrag von Arsen » 16.05.2017, 09:30

(Ich bin auf jeden Fall kein Bandsägenexperte.)
- Einen erhöhten Anschlag sehe ich eigentlich immer, wenn jemand Holz aufsägt
- So weit ich weiß, sollte der Anschlag passend zur / zum Drift des Blattes eingestellt sein
https://www.youtube.com/results?search_ ... dsaw+drift
Gruß, Arsen

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Re: Hema-Bandsäge - restaurieren, reparieren und verbessern

#17

Beitrag von Magfire » 16.05.2017, 18:41

Moin,
danke für die Antwort!
Die Drifteinstellung ist korrekt!
Ich habe eher das Problem, dass das Werkstück zum Kippeln neigt, dabei ist der Anschlag gar nicht mal so niedrig...
Vielleicht einfach mal probeweise eine Siebdruckplatte draufkleben!

Viele Grüße,
Philip

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