Verkauf von eigenen Instrumenten - Preigestaltung

Dies und das
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Rallinger
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Re: Verkauf von eigenen Instrumenten - Preigestaltung

#26

Beitrag von Rallinger » 11.11.2017, 11:06

AsturHero hat geschrieben:
10.11.2017, 21:37
Das Problem am ANfang ist: DEIN NAME
HAst du Fender/Schibson/WArwick auffer Kopfplatte dann kannst du hinlangen, obwohl CNC gefertigt und MAssenware..hast du noch keinen NAmen musst du dir den erst erarbeiten...selbst wenn deine Gitte einen besseren /wertigeren GEsamteindruck macht, wie eine von den namhaften Herstellern von der Stange, wirste kaum am Anfang den gleichen, geschweige den höhreren Preis bekommen.....
Ja schon, aber die Frage ist doch nicht nur ob du einen Namen hast, sondern wofür dein Name steht. Sicher ist es in deinem Sinne, wenn sich möglichst viele Musiker mit deinen Instrumenten auf der Bühne rumtreiben. Das kann über "gute Preise" funktionieren. Weil die machen für die Mund-zu-Mund-Propaganda und dann kommen andere Musiker, die auch so ein Instrument wollen. Aber wenn dein Name für "macht günstige Custom-Gitarren" steht, dann kommst du davon nicht mehr weg. Weil dann kommt ein Musiker und fragt sich warum er 3000 Euro hinlegen soll, wenn der Empfehlungsgeber nur 1800 Euro bezahlt hat. Das ist eine Sackgasse, davor kann man nur warnen. Es sei denn du weißt zu 100% dass du das immer nur als netten Nebenerwerb betreiben willst. Aber selbst dann sollte man sich das gut überlegen.

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Re: Verkauf von eigenen Instrumenten - Preigestaltung

#27

Beitrag von AsturHero » 11.11.2017, 11:08

...dann kommt ja noch hinzu, das man um effizient , sauber und pperfekt und strukturiert eine Gitarre baut noch zusätzlich einen guten MAschinenpark...sowas bekommste nicht hin mit der 19,99 € Stichsäge ond 39 EUro Oberfräse vom BAumarkt...das will ja auch erst mal finanziert/amortisiert sein....

Und bei den vielen kleinen (sehr guten) Kleinluthiern die das beruflich machen wird die Luft auch immer dünner, weil eben auch die Kaufkraft, bzw. die Käuferklientel auch immer kleiner wird die mal so eben (berechtigterweise) 3-6000 € und mehr in eine Gitarre investiert...vor allem so ein Instrument behält man ja nicht ein halbes JAhr oder 1 Jahr wie die Harley Benton Klampfe für 99,- €... SOmit hat man zwar Stammkunden, die aber im Regelfall garantiert nicht alle halbe Jehre eine neue Gitte für 4000 bei dir bestellen..somit musst du immer neue Kunden akquirieren..
lg Antonio

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Re: Verkauf von eigenen Instrumenten - Preigestaltung

#28

Beitrag von hatta » 11.11.2017, 19:01

Das leben rein vom gitarrenbau bestreiten zu können hab ich mir nie eingebildet. Wenn ich diverse saugute gitarrenbauer hier in tirol beobachte, muss ich feststellen, dass diese fast am hungertuch nagen und sich meist gerade so mit reparaturen neben dem eigentlichen bauen über wasser halten können.

Besser habens die, die es teilselbstständig machen oder einfach nur so nebenher.
Gruß
Harald

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Re: Verkauf von eigenen Instrumenten - Preigestaltung

#29

Beitrag von Yaman » 12.11.2017, 11:13

Vielen Dank für die vielen interessanten Beiträge und Antworten auf meine Fragen. Bisher habe ich auch nicht die Absicht verfolgt, mit meinen Eigenbau-Gitarren Geld zu verdienen. Gründe dafür sind in den Beiträgen ja schon genannt worden. Das hält mich aber nicht davon ab, jemandem eine von meinen Gitarren zu verkaufen, falls Interesse besteht und der Preis für die aufgebrachte Leistung und die verwendeten Materialien stimmt. So kann ich, wie Kehrdesign auch geschrieben hat, meine Ideen ohne Druck und Zwang umsetzen.
Diesmal hatte ich eine erste Auftragsarbeit von jemandem angenommen, für den ich bisher nur Reparatur- und Umbauten an seinen Gitarren erledigt hatte. Weil er bisher mit meinen Arbeiten sehr zufrieden war und unbedingt eine Reisegitarre (anders als die auf dem Markt erhältlichen) wollte, habe ich, weil mich die Aufgabe reizte, zugestimmt.
Der Verkauf der fertig gestellten Gitarre würde jetzt nur zustande kommen, wenn ich Änderungen an der Gitarre durchführen würde, die der ursprünglichen Konzeption widersprechen (keine Beinstütze) und ich sehr weit unter Preis verkaufen würde. Grund für den viel zu niedrigen Preis ist: "es sei ja schließlich nur eine Reisegitarre, dafür würde er nicht soviel bezahlen". Bei den Umbauten und Reparaturen war der Auftraggeber dagegen beim Preis sehr großzügig.

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Re: Verkauf von eigenen Instrumenten - Preigestaltung

#30

Beitrag von Docwaggon » 12.11.2017, 11:26

war ihm (und dir) denn voher (und währenddessen) klar in welche preisregion das gehen würde ?
und wäre es für dich ok, dein gewähltes konzept mit der beinstütze anzupassen ?

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Re: Verkauf von eigenen Instrumenten - Preigestaltung

#31

Beitrag von Rallinger » 12.11.2017, 12:42

Yaman hat geschrieben:
12.11.2017, 11:13
Diesmal hatte ich eine erste Auftragsarbeit von jemandem angenommen (...) Der Verkauf der fertig gestellten Gitarre würde jetzt nur zustande kommen, wenn ich Änderungen an der Gitarre durchführen würde, die der ursprünglichen Konzeption widersprechen (keine Beinstütze) und ich sehr weit unter Preis verkaufen würde.
Da hast du dir ja ein sauberes Freunderl angelacht. An deiner Stelle würde ich die Gitarre behalten und dem Kollegen freundlich einen schönen Tag wünschen. Bei den Rückmeldungen die du hier und beim holländischen Luthier-Treffen bekommen hast kriegst du die Gitarre mit Sicherheit auch anderweitig los, wenn du das willst.
Wobei mir das Argument "für eine Reisegitarre geb ich nicht so viel Geld aus" im Grunde durchaus einleuchtet. Nur wär's halt sicher besser gewesen das vorab zu (er-)klären.
Tut mir Leid für dich. Das ist echt ein ärgerlicher Dämpfer!

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Re: Verkauf von eigenen Instrumenten - Preigestaltung

#32

Beitrag von Yaman » 13.11.2017, 09:51

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Re: Verkauf von eigenen Instrumenten - Preigestaltung

#33

Beitrag von thoto » 13.11.2017, 12:30

Das Erwartungsverhalten bzgl. des Preises eines Custom-Intruments vs. Indutrieware hab ich auch schon erlebt.
Da fragte mich ein Arbeitskollege, ob ich ihm denn eine Gitarre bauen könnte. Ich sagte, das ginge durchaus.
Dann kam die Frage nach dem Preis. Ich habe mir dann mal ein bisschen Zeit genommen, um den reinen Materialpreis auszurechnen und noch was für den zeitlichen Aufwand draufgepackt. Alles in einem Rahmen, den ein Profi niemals anbieten könnte.

Der Kollege ist dennoch fast hintenübergefallen, als er den Preis hörte und fragte, warum das denn so teuer ist, denn schließlich mache ich das nur als Hobby und beim großen T gäbe es doch auch Gitarren, die nur einen Bruchteil kosten.

Ich habe ihm dann gesagt, das er dort gerne kaufen könne, denn für diese Preise bekomme ich vielleicht gerade mal das China-Zeug, welches nach meiner Erfahrung mal gut, mal schlecht ist und an dem er keine Freude hätte.

Dieses Erlebnis hat mir deutlich gezeigt, dass einige Leute Massenfertigung und Handarbeit gleichstellen und erstmal nur über den Preis über ein Intrument urteilen...darauf bin ich jetzt (besser) vorbereitet. :D
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Re: Verkauf von eigenen Instrumenten - Preigestaltung

#34

Beitrag von Docwaggon » 13.11.2017, 12:39

diese erfahrung hat wahrscheinlich jeder gemacht.

meine erste gitarre hat 220,- euro gekostet, meine 2. gitarre 1500,-.
in den laden bin ich gegangen weil ich technisch und handwerklich etwas im 800-1000,- bereich ausgeben wollte.
ohne eine große zahl gitarren in die hand zu nehmen und zu spielen hätte ich diesen sprung nie gemacht, da der unterschied für den laien einfach nicht vermittelbar ist.

das geht bei den meisten nur über "aber marke xy kostet einfach mehr und ist dann auch qualitativ besser" auch wenn man die "qualität" auf rückfrage gar nicht benennen könnte.

diesen markennamen hast du aber nicht :-)
zumindest nicht bei deinem kollegen ..

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Re: Verkauf von eigenen Instrumenten - Preigestaltung

#35

Beitrag von gitarrenmacher » 13.11.2017, 13:17

thoto hat geschrieben:
13.11.2017, 12:30
................................................................

Der Kollege ist dennoch fast hintenübergefallen, als er den Preis hörte und fragte, warum das denn so teuer ist, denn schließlich mache ich das nur als Hobby und beim großen T gäbe es doch auch Gitarren, die nur einen Bruchteil kosten.

Ich habe ihm dann gesagt, ..................................................
Laßt euch nicht auf solche Diskussionen (Wenn man das übethaupt so nennen darf) ein. Ich habe genug "Kunden" gehabt, die mir genau so gekommen sind. Und ich kann mit Sicherheit sagen, dass das keine Leute waren, die von Gitarrenpreisen und Quakitäten keine Ahnung haben. Das sind zumeist Billigbocker, die denken, dass sie nur mit 5 Hundertern winken müssen und schon läuft die Sache. (naughty) (naughty) (naughty)
Bei mir fiel die Klappe spätestens beim Wort "Wiederverkaufswert". Ohne Schxxxxx, ich habe schon jemand nach zwei deutlichen Verwarnungen aus der Werkstatt geschmissen. MARKENNAMEN (igitt)
Munterbleiben
Chrischan
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