Harley Benton GA5 Bastelpaket

Amp / Effektgeräte selbst bauen oder reparieren
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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#51

Beitrag von Bermann » 15.10.2017, 22:24

223K= 22 000 nF = 22 nF
Die letzte Zahl gibt die Anzahl der Nullen wieder .
Das K ist die Toleranz 10%

Ich hoff, das mich mein Gedächtnis nicht vertut ....
Hermann

Hier lesen: http://www.hobbyelektroniker.de/?site=k ... schriftung
Edit: nach geschaut ;)

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#52

Beitrag von bea » 15.10.2017, 22:56

Ja. Und 104J bedeutet dementsprechend

10 0000, also 100 000 pF und somit 100 nF.
J müsste 5% Toleranz bedeuten, da wird irgendwie im Alphabeth hochgezählt.

Werft mal eine Blick in den Anhang von Cadfaels Basschaltungssammlung. Das stehen die Farbcodes und die Zifferncodes drin.
LG

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#53

Beitrag von vrooom » 16.10.2017, 09:05

C1 und C2: Multiplikatoren pico (p) x 1 nano (n) x 1000 micro (u) x 1000000
223K = 22000 pF = 22 nF = 0,022 uF
Wenn ich mich jetzt nicht verrechnet habe ist das korrekt und schaltplangemäß. Das hätten wir dann schon mal... :)
R7 / C4: so wie ich es vorgeschlagen habe, bekommst Du das Beste beider Welten - clean, wenn der Vol-Regler klein eingestellt ist, und verzerrt, wenn er voll auf ist. Das interessante dabei ist, dass dann bereits die 2. Triode zerrt, und Du am "Master-Vol" wieder auf erträgliche Lautstärke zurückdrehen kannst.

Das Ändern von R7 könnte fürs erste schon reichen.

C4 entfernt eine interne Gegenkopplung, die die Ausgangsspannung halbiert und den Ausgangswiderstand verdoppelt. Beides wird wichtig, wenn Du wie ich an dieser Stelle eine Klangregelung einbauen möchtest. Vielleicht ist es am besten, erstmal nur R7 zu ändern und dann mal zu sehen...
Das klingt dufte. Ich machs genau so...

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#54

Beitrag von bea » 16.10.2017, 11:09

vrooom hat geschrieben:
16.10.2017, 09:05
C1 und C2: Multiplikatoren pico (p) x 1 nano (n) x 1000 micro (u) x 1000000
223K = 22000 pF = 22 nF = 0,022 uF
Wenn ich mich jetzt nicht verrechnet habe ist das korrekt und schaltplangemäß. Das hätten wir dann schon mal... :)
Möglicherweise ausgenommen die beiden Katodenwiderstände der ECC83 - auch wenn mich das überraschen würde. Aber mir ist es selbst schon passiert, dass ich versehentlich 0.39 Ohm anstatt 390 kOhm verbaut habe. Oder - im Valve Junior - versehentlich den R11 durch 220 Ohm ersetzt. Das habe ich innerhalb weniger Sekunden bemerkt. Zum Glück haben sowohl der Trafo als auch der Widerstand überlebt.
LG

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#55

Beitrag von vrooom » 16.10.2017, 11:28

Sowas Ähnliches wollte ich nachfragen. R8 und R9 sind auf der Platine definitiv 1.5 Ohm und nicht schaltplangemäß 1.5 k. Einmal angenommen, das Gerät wurde so einmal eingeschaltet: Kann dabei etwas kaputtgegangen sein?

Ich muß jetzt die Platine vom Gehäuse schrauben und dazu wohl die beiden Röhren aus den Sockeln ziehen (Ähm... Röhren werden doch gesteckt, oder?!). Sind Röhren auch so empfindlich, dass sie kein "Fingerfett" abkriegen dürfen, d.h. darf man sie nur mit Tuch o.Ä. anfassen?

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#56

Beitrag von bea » 16.10.2017, 14:26

Hab das grad mal ausprobiert. In der Simulation stellt sich ein Strom durch Kathode und Anode von 1.45 mA ein. Das ist ein bisserl höher als "normal" (1 mA), aber nicht allzu viel. Die Anodenverlustleistung in der Röhre stellt sich auf je 100 mA ein. Das ist weit weg vom absoluten Limit (2W). Was mit dem Gitterstrom passiert, kann ich nicht richtig beurteilen - aber die Chancen stehen sehr gut, dass die Röhre das überlebt hat.

Es klingt halt extrem verzerrt.

In den Anodenwiderständen werden ca 0.21 W verbraten. Die ursprünglich verbauten Widerstände sind m.W. Kohleschichtwiderstände. Sie dürften bei dieser Baugröße eher 1/4 als 1/2 W haben. Auch das sollte eigentlich passen, könnte aber knapp geworden sein.

Vorsichtshalber eine Sichtprobe mit der Lupe - sind da irgendwo Schmorstellen? Ggf zur Platine hin (Wärmestau ...)
Im Zweifelsfall nachmessen.


Die Röhren darfst Du selbstverständlich ziehen. Bei gezogenem Netzstecker und entladenen Elkos. Sollst Du sogar, wenn du an der Kiste rumlötest. Die Gefahr, die Röhren zu zerschießen oder zu zerbrechen, ist zu groß.

Eigentlich soll man Röhren nicht mit Fettfingern anfassen. Praktisch halten sich viele nicht dran, und es gibt keinen Streß.
LG

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#57

Beitrag von vrooom » 16.10.2017, 18:15

:idea: Hast Du so einen Schaltungssimulator für den Computer? Cool 8)

"Extrem verzerrt" möchte ich nicht. R8 und R9 fliegen raus und die richtigen Widerstände kommen da rein. Die Platine sieht nagelneu und unverschmort aus. Ich glaube sogar, dass Trisman gar nicht mehr dazu gekommen ist, den Verstärker zu testen. Zumindest ist das Gehäuse noch ziemlich unfertig.

Du hast geschrieben, dass sich die Elkos über R11 nach einigen Minuten entladen, so dass ich davon ausgehe, dass da kein Strom mehr gespeichert ist (lag ja jahrelang im Keller und jetzt seit Tagen hier bei mir). Messen könnte ich die Elkos dann auch nur von der Rückseite der Platine, weil die ja von oben ganz dicht drauf sitzen und ich da nirgendwo mit meinem Multimeter an die Kontakte komme.

Natürlich werde ich die Röhren so schonend wie möglich behandeln. Sind schließlich die ersten, die ich überhaupt behandel. Und da ich schnell mal feuchte Hände bekomme (weswegen ich auch nahezu alle meine Gitarrenhälse abgeschmirgelt habe) ziehe ich mir zuvor ganz brav Einweghandschuhe an.

Ich werde jetzt bestimmt ein paar Tage brauchen, bis ich die korrekten Widerstände und Kondensatoren gekauft und verlötet habe. Ich habe noch einen 20€-Conrad-Gutschein, den ich da endlich einmal verwenden kann. Hast Du noch Ideen, was für E-Bauteile für dieses Projekt pfiffig sein könnten? Ich vermute mal, dass zwei Widerstände nicht mehr als ein paar Cent kosten, so dass da noch Spielraum für clevere Gadgets ist (dance a) Diese Greifer fürs Multimeter aus einem deiner letzten Beiträge sind schonmal eine Idee.

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#58

Beitrag von bea » 16.10.2017, 19:20

vrooom hat geschrieben:
16.10.2017, 18:15
:idea: Hast Du so einen Schaltungssimulator für den Computer? Cool 8)
Kannst Du auch haben, LTSpice kostet nix...
Und mindestens zwei User hier kennen sich damit aus (außer mir noch der Hias, und der wohl besser als ich).

"Extrem verzerrt" möchte ich nicht. R8 und R9 fliegen raus und die richtigen Widerstände kommen da rein. Die Platine sieht nagelneu und unverschmort aus. Ich glaube sogar, dass Trisman gar nicht mehr dazu gekommen ist, den Verstärker zu testen. Zumindest ist das Gehäuse noch ziemlich unfertig.
Ich werde jetzt bestimmt ein paar Tage brauchen, bis ich die korrekten Widerstände und Kondensatoren gekauft und verlötet habe. Ich habe noch einen 20€-Conrad-Gutschein, den ich da endlich einmal verwenden kann. Hast Du noch Ideen, was für E-Bauteile für dieses Projekt pfiffig sein könnten? Ich vermute mal, dass zwei Widerstände nicht mehr als ein paar Cent kosten, so dass da noch Spielraum für clevere Gadgets ist (dance a) Diese Greifer fürs Multimeter aus einem deiner letzten Beiträge sind schonmal eine Idee.
Und das Multimeter. Wenn Du Conrad sagst: das VC250 ist ganz nett.

Was die Ideen anlangt: schau doch mal meine Bastelkonzepte an - vor allem eine Klangregelung, und da auf jeden Fall die Bassabsenkung über den Katoden-C. Da findest Du vor allem auch Hinweise, was Du an Bauteilen in petto haben können solltest. (Das, was man grad dringend benötigt, hat man dann aber doch nicht da).

Solange Du auf die Gegenkopplung verzichtest oder nur eine lokale GK über die EL84 aufbaust, ist das Klangregelgeraffel besser hinter der zweiten Stufe aufgehoben. Ausgenommen vielleicht die Bassabsenkung am Katoden-C - die könnte beim verzerrten Spiel für etwas mehr Klarheit im Ton sorgen, wenn sie an der ersten Stufe ist.

Ein besserer Ausgangsübertrager lohnt auf jeden Fall auch, gerade fürs cleane Spiel, und wenn die Anodenspannung so niedrig bleiben soll (wegen der dann deutlich größeren Ströme). Aber erstmal sollte der Rest stehen.


Sinnvoll sind auf jeden Fall Kondensatoren und Widerstände in allen Größen, vielleicht ein Sortiment. Gibt es möglicherweise bei Völkner oder bei Reichelt eher (ich weiß, Conrad hat Völkner vor langer Zeit übernommen, aber 100% deckungsgleich sind die Angebote doch nicht...).

Ach so: Ersatzröhren. Bei mir ist je eine ECC83 und eine EL84 gestorben. Heizungsbruch. Billige JJs sind trotzdem gut.
LG

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#59

Beitrag von capricky » 17.10.2017, 14:04

Ich war eben mal drei Tage verreist und wie ich sehe, komme ich jetzt für diesen thread deutlich zu spät... :cry:
Wie soll ick das noch retten.. :shock:
Es fängt ja damit an, dass der Schaltplan, auf den sich hier bezogen wird, nicht nur etwas unleserlich ist, sondern auch vor "seltsamen Schaltungsdetails" nur so strotzt. Es wird auch nicht besser, wenn ich mir den scheinbar originalen (?) Plan anschaue, oder die vielen Modifikationen ("mods"), die man im Netz so findet.
Es ist nicht so, dass das Teil nicht auch so funktionieren könnte, das ist ja das tolle an Röhren, die verzeihen viel, aber da ist so viel Planlosig- und Ahnungslosigkeit zu sehen...
Dem Hersteller verzeihe ich noch, dem geht es darum mit dem (finanziell) geringesten Aufwand ein gerade noch funktionierendes Produkt zu verkaufen, das war auch in den 50er Jahren der Blütezeit der Röhrenradios nicht viel anders... aber intelligenter gelöst.

Ich muß erstmal darüber nachdenken, wie man hier ein bißchen was sortieren kann.

Röhren jedenfalls muss man nicht mit Samthandschuhen anfassen (es sei denn sie sind grade erst ausgeschaltet worden). Eine Röhre, die in einem Amp verbaut war, der fünf Jahre in einem feuchtwarmen Proberaum stand, in dem auch noch geraucht wurde, hat sich in der Zeit einen klebrigen Pelz zugelegt, der nicht eingebrannt ist und funktioniert dennoch. War bei den Küchenradios früher noch besser, da hätte man den Speiseplan der zurückliegenden Jahrzehnte nachvollziehen können :badgrin:

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#60

Beitrag von bea » 17.10.2017, 14:22

Kurz zur Info: ich habe den Plan mit dem Originalplan des Epiphone Valve Junior abgeglichen, der sich vom GA-5 nur durch das fehlende Tonestack unterscheidet. Der liegt mir in gedruckter Form vor.
Das "Problem" ist m.e. vor allem der sehr knapp ausgelegte Ausgangsübertrager, der vermutlich seine liebe Not mit dem Ruhestrom haben wird, den die EL84 bei 250 V benötigt.Die 300 V sind mit einiger Sicherheit eine Sparmaßnahme. In den ersten Geräten der Baureihe war auch ein Übertrager mit der für diese Spannung eigentlich optimalen Primärimpedanz von 7 kOhm verbaut.

In meinem Gerät habe ich die Anodenspannung daher auch erst nach dem Tausch des Trafos durch einen besseren abgesenkt. Und genau deshalb würde ich auch erwägen, die Stromversorgung und den Katodenwiderstand wieder zurückzubauen.
LG

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#61

Beitrag von capricky » 17.10.2017, 15:09

Mach doch das hier bitte so Bea, dass Du hier nur auf die zu erwartenden Probleme vrooms mit dem GA5 eingehst. Alle Nebenschauplätze würden ihn nur weiter verwirren oder mehr verunsichern, als ich es vielleicht schon gemacht habe.

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#62

Beitrag von vrooom » 17.10.2017, 15:10

@ Bea - Gute Tipps. Ich denke, ich werde zum Wochenende hin mit deinen Hinweisen und meinem Gutschein Conrad in Hamburg-Altona beglücken (Vor allem die Elektro-Kleinteile-Abteilung und die Kunden hinter mir in der Schlange werden sich freuen, wenn ich mit "...und dann hätte ich noch gern zwei 1,5 k Widerstände, vier 470 Ohm, zwei 0,022 uF Kondensatoren,... usw." am Thresen stehe :badgrin: )

@ capricky - Alles easy. Es ist noch überhaupt nichts geschehen. Ich habe lediglich erstmal eine Bestandsaufnahme der Platine gemacht und so Sachen wie pico, nano und micro gelernt. Du kannst Dich gerne jederzeit einschalten. Mein Dank ist Dir gewiss :)
Eigentlich fühle ich mich nicht verunsichert. Bea war und ist extrem hilfreich. Ich will aber jetzt keinen Keil zwischen Euch treiben. Das würde auch nicht zu diesem Forum passen. Wird schon gehen...

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#63

Beitrag von bea » 17.10.2017, 17:09

Der gute Mann wird Dich bei jedem Teil nach der Bestellnummer fragen und möglicherweise unwillig werden, wenn Du die nicht wie aus der Pistole geschossen nennen kannst. So ist es mir jedenfalls ergangen. Seit sich dann mal jemand geweigert hatte, ohne Bestellnummer Teile herauszusuchen und einfach den nächsten Kunden bedient hat, war ich dann eben auch bedient. Dauerhaft.

Den Kram bekommst Du unkompliziert bei Tube-Town und bei Musikding. Alles außer den Röhren gibt es auch bei Reichelt. Vor allem Tube-Town versendet blitzschnell.
LG

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#64

Beitrag von vrooom » 17.10.2017, 17:45

:) Hab ich nur gescherzt... Ich weiss seit meiner SVF-Löterei wie man sich bei Conrad nervenschonend verhält ;)
Da ich endlich meinen Gutschein nutzen will, wird es auch bei Conrad bleiben... vorerst...

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#65

Beitrag von vrooom » 18.10.2017, 16:00

@ capricky - Du hast ja schon damals (jetzt Beitrag #5) geschrieben, dass diese Schaltung planlos ist. Wie hoch ist Deiner Meinung nach der Grad der Planlosigkeit? Sollte ich eventuell doch eine ganz andere Schaltung (Originalschaltplan?) anstreben?

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#66

Beitrag von bea » 18.10.2017, 20:48

An Deiner Stelle würde ich erst mal den kleine Schnitzer herausnehmen, damit das Ding spielbar ist, und dann in Ruhe planen.
LG

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#67

Beitrag von capricky » 19.10.2017, 09:44

vrooom hat geschrieben:
18.10.2017, 16:00
@ capricky - Du hast ja schon damals (jetzt Beitrag #5) geschrieben, dass diese Schaltung planlos ist. Wie hoch ist Deiner Meinung nach der Grad der Planlosigkeit? Sollte ich eventuell doch eine ganz andere Schaltung (Originalschaltplan?) anstreben?
Der, den ich für den Originalschaltplan halte, ist ja eine noch größere Katastrophe :badgrin:

Ich habe hier einen "gemoddeten" Plan gefunden, bei dem ich viel weniger Kritikpunkte finde:
Ich schlage vor, den als Basis zu nehmen. Der hat im "tonestack" zwar drei Klangsteller, aber Du hast die Wahl ob Du die nun alle haben willst (dann musst Du zwei zusätzliche Löcher in die Frontplatte bohren), oder nur einen wie im Original, dann werden die nicht benötigten Potis durch Festwiderstände ersetzt. Ein Ersatz durch interne Trimmregler ist auch möglich, dann stellst Du den Klang Deiner Wahl eben einmalig intern ein, so oft dreht man ja auch nicht an den Tonknöppen.

In diesem Plan wären jedenfalls die gröbsten Schnitzer schon mal beseitigt.

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#68

Beitrag von bea » 19.10.2017, 20:33

Dafür sind ein par andere sehr grobe Schnitzer drin bzw. immer noch drin (der Plan ist abgesehen vom zusätzlichen Gain-Regler doch weitestgehend Original, die Katodenwiderstände der ersten Baureihen betrugen ebenfalls 2.2 kOhm).

a) Heizspannung zu hoch. Erhöht den Röhrenverschleiß ohne Not.
b) Anodenspannung der EL84 jenseits des Grenzwerts. Die Schirmgitterspannung auch. M.E. wird die maximale Schirmgitterverlustleistung überschritten, wenn die Endstufe voll übersteuert wird. Ich weiß, warum ich vorschlage, R12 auf mindestens 6800 Ohm, besser etwas mehr, zu vergrößern.

Die Heizspannung und die Schirmgitterspannung bekommt man übrigens durch eine simple und kostenlose Maßnahme in den Griff: Einstellen des Netztrafos auf 240 V. Dann kann auch der Längswiderstand im Heizkreis entfallen, der da zusätzlich reingepfriemelt wurde - zu allem Überfluß bleibt die Heizspannung in jenem Plan am obersten Limit, mit dem 5-Sekunden Handgriff hat man bereits 6.2 V. DAS ist m.E. die allererste Modifikation, bevor es an irgendetwas anderes geht!


C5 sollte unbedingt vergrößert werden, mindestens verzehnfacht. Das stabilisiert den Arbeitspunkt bei kurzen Impulsen, und es kommt dem Klang sehr deutlich hörbar zugute. Ich habe 22µ, 220µ, 500µ und 1000µ verglichen (ich besitze ja zwei dieser Kisten) und bin bei 1000µ geblieben.
LG

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#69

Beitrag von capricky » 20.10.2017, 10:42

bea hat geschrieben:
19.10.2017, 20:33
a) Heizspannung zu hoch. Erhöht den Röhrenverschleiß ohne Not.
Das mit den Betriebsspannungen ist wie beim Fußball, das ist immer nur "auf dem Platz". Es gelten immer die selbst gemessenen Spannungen am individuellen Gerät im Leerlauf, nicht die auf dem Schaltplan.
bea hat geschrieben:
19.10.2017, 20:33
b) Anodenspannung der EL84 jenseits des Grenzwerts. Die Schirmgitterspannung auch. M.E. wird die maximale Schirmgitterverlustleistung überschritten, wenn die Endstufe voll übersteuert wird. Ich weiß, warum ich vorschlage, R12 auf mindestens 6800 Ohm, besser etwas mehr, zu vergrößern.


Anodenspannung, Schirmgitterspannung sind papiermäßig lt. Schaltplan tatsächlich "unnötig" hoch. Vielleicht ging man bei der Planung des Gerätes und der Auftragsvergabe der Netztrafos noch von der Verwendung eines Röhrengleichrichters aus, dann hätte das Sinn gemacht.
Neben einer Erhöhung der Längswiderstände im Netzteil, macht bei Sorge vor Schirmgitterüberlastung vor allem ein " klassischer" Schirmgitterwiderstand (~1kOhm) Sinn. Den muß man natürlich dort "reinpfriemeln" , (die Zuleitung zu Pin 9 der Endröhre auftrennen).
bea hat geschrieben:
19.10.2017, 20:33
Die Heizspannung und die Schirmgitterspannung bekommt man übrigens durch eine simple und kostenlose Maßnahme in den Griff: Einstellen des Netztrafos auf 240 V. Dann kann auch der Längswiderstand im Heizkreis entfallen, der da zusätzlich reingepfriemelt wurde - zu allem Überfluß bleibt die Heizspannung in jenem Plan am obersten Limit, mit dem 5-Sekunden Handgriff hat man bereits 6.2 V. DAS ist m.E. die allererste Modifikation, bevor es an irgendetwas anderes geht!
Diese sinnvolle Änderung bringt eine Absenkung aller Betriebspannungen von 4%, besser als gar nichts. In einigen Boutique Amps ist das sogar ein feature Mesa Boogie). Bei der Schirmgitterspannung wären das lt. Plan rund 13V weniger, nichts dass grundsätzlich sorgenfrei machen sollte.
Die Heizspannung unter Last darf für Röhren eine Toleranz von +/- 10% haben, also 5,7V bis 6,9V Wechsel- oder hier Gleichspannung[/quote]
bea hat geschrieben:
19.10.2017, 20:33
C5 sollte unbedingt vergrößert werden, mindestens verzehnfacht. Das stabilisiert den Arbeitspunkt bei kurzen Impulsen, und es kommt dem Klang sehr deutlich hörbar zugute. Ich habe 22µ, 220µ, 500µ und 1000µ verglichen (ich besitze ja zwei dieser Kisten) und bin bei 1000µ geblieben.
"C5" der wohl eher C6 ist (Die Bezeichnung C5 ist doppelt vergeben), dient einfach nur der Neutralisierung der Gegenkopplung. Er ist ein bypass für Wechselspannung an den Kathodenwiderständen (wie auch an C4 und C5, dem "echten"). Je größer seine Kapazität, um so tiefer die Grenzfrequenz. Das macht bei solch "hohem" Kathodenwiderstand und Anwendungsziel "Bassverstärker" mit geschlossener oder belüfteter Box Sinn, für Gitarre kehrt sich das eher in ein Nachteil. Mit Stabilisierung des Arbeitspunktes haben die Kathoden C's aber gar nichts zu tun, so eine Class A oder SE Endstufe läuft im Leerlauf schon unter Volllast.

Ich schaue mal, dass ich so eine GA-5 Kiste irgendwo günstig schiessen kann, dann kann ich im "Selbstversuch" nicht nur Bauteile- und Schaltungsänderungen vorschlagen, sondern auch belastbare praktische Tipps zu Modifikation des Boards geben, denn ich fürchte, mit solchen "theoretischen" Diskussionen verwirren wir unseren Ampguruazubi vroom im Moment mehr, als wir ihm helfen.

Gestern hatte ich einen Harley Benton Bassverstärker (Transistor) zu Besuch, ein Sterbefall. Die Obduktion ergab "Herzversagen", Netztrafoinfarkt. Hoffentlich war das kein Omen! ;)

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#70

Beitrag von vrooom » 20.10.2017, 21:04

Ich schaue mal, dass ich so eine GA-5 Kiste irgendwo günstig schiessen kann, dann kann ich im "Selbstversuch" nicht nur Bauteile- und Schaltungsänderungen vorschlagen, sondern auch belastbare praktische Tipps zu Modifikation des Boards geben, denn ich fürchte, mit solchen "theoretischen" Diskussionen verwirren wir unseren Ampguruazubi vroom im Moment mehr, als wir ihm helfen.
:shock: (clap3) Mannomann... Das nenne ich mal Einsatz. You made my day, capricky :) Irgendwie habe ich den Verdacht, dass Du so ein mehr oder weniger heimliches Vergnügen an der Ampbastelei hast, nicht?! ;)
Und seit diesem Thread habe ich ferner die Idee, dass die unterschiedlichen Fangruppen (Analog vs. Digital, Röhrentechnik vs. Modelling/Profiling) kaum noch auf dem Schlachtfeld Sound gegeneinander antreten, sondern im Bereich Selbermachen und Modifizieren die Front zu suchen ist. Naja, das nur am Rande... (ist für mich sowieso kein Problem, da ich beiden Fangruppen angehöre)

Ich werde sowohl Beas, als auch caprickys ausgezeichnete Hinweise - die mich trotz des Tech-Talks nicht allzu sehr verunsichern - umzusetzen versuchen. Den Schaltplan von Trisman mit Beas Korrekturen realisiere ich zuerst, weil er bereits auf der Platine nahezu vollständig realisiert ist. Es ist ein sehr geringer Aufwand, sich das einmal anzuhören und auch mal zu schauen, ob die restlichen Teile überhaupt in Ordnung sind. Sollte das funktionieren gehe ich caprickys Plan an.

Morgen fahre ich dann zum Conrad und shoppe :D

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#71

Beitrag von bea » 20.10.2017, 22:39

vrooom hat geschrieben:
20.10.2017, 21:04
Irgendwie habe ich den Verdacht, dass Du so ein mehr oder weniger heimliches Vergnügen an der Ampbastelei hast, nicht?! ;)
Sein Vergnügen ist doch bekannt und somit unheimlich ;-)
Ich werde sowohl Beas, als auch caprickys ausgezeichnete Hinweise - die mich trotz des Tech-Talks nicht allzu sehr verunsichern - umzusetzen versuchen. Den Schaltplan von Trisman mit Beas Korrekturen realisiere ich zuerst, weil er bereits auf der Platine nahezu vollständig realisiert ist. Es ist ein sehr geringer Aufwand, sich das einmal anzuhören
Und nachzumessen. Mit der gehörigen Vorsicht. Aber wir wollen Zahlen sehen ;)
LG

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#72

Beitrag von vrooom » 21.10.2017, 21:25

R8 und R9 sind schonmal raus und ich habe die neuen Widerstände hier liegen. Das sind aber Kohleschichtwiderstände (die alten waren Metallschichtwiderstände). Ich gehe mal davon aus, dass das nichts ausmacht, oder?!

Ich habe die Platine abgeschraubt, umgedreht und wollte die Elkos an den Lötstellen messen (ich ging aber vermutlich zu recht davon aus, dass es da momentan noch nichts zu messen gibt). - Worauf muss ich denn da mein olles Düwi 74 Multimeter stellen? Farad, wie bei den normalen Kondensatoren kann Düwi sowieso nicht, oder messe ich den Strom, den Elkos speichern können? Düwi 74 hat da Gleichspannung, Wechselspannung und MilliAmpere zu bieten.

Wikipedia sagt:
Elektrolytkondensatoren sind gepolte Bauteile, die nur mit Gleichspannung betrieben werden dürfen. Die Anode ist der Pluspol. Eine evtl. überlagerte Wechselspannung darf keine Umpolung bewirken. Falschpolung, zu hohe Spannung oder Rippelstrom-Überlastung können das Dielektrikum und damit auch den Kondensator zerstören. Die Zerstörung kann katastrophale Folgen (Explosion, Brand) nach sich ziehen.
Also wohl Gleichspannung... Muss ich auch beim Messen auf die Polung achten? Fliegt mir das Ding um die Ohren, wenn ich die Messfühler falsch ansetze?

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bea
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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#73

Beitrag von bea » 21.10.2017, 22:12

vrooom hat geschrieben:
21.10.2017, 21:25
R8 und R9 sind schonmal raus und ich habe die neuen Widerstände hier liegen. Das sind aber Kohleschichtwiderstände (die alten waren Metallschichtwiderstände). Ich gehe mal davon aus, dass das nichts ausmacht, oder?!
Nein, das macht überhaupt nichts.
Original waren übrigens Kohleschichtwiderstände drin...
Ich habe die Platine abgeschraubt, umgedreht und wollte die Elkos an den Lötstellen messen (ich ging aber vermutlich zu recht davon aus, dass es da momentan noch nichts zu messen gibt). - Worauf muss ich denn da mein olles Düwi 74 Multimeter stellen?
Gar ned. Die Elkos brauchste nicht zu messen. Wennse kaputt sein sollten (was eigentlich erst in 20 Jahren passieren sollte), tritt Elektrolyt aus, und das sieht man. Interessant sind vor allem die Spannungen an den Katoden und die Anodenspannungen (bzw die Spannungen an den Abgriffen der Siebkette. Das geht nur im laufenden Betrieb und mit der den potentiell tödlichen Spannungen an den Anoden entsprechender Vorsicht).

Letztlich gibt es einen recht großen Spielraum für die Werte, wenn die Arbeitspunkte stimmen. Das sind so um die 1.5-2 V an den Katoden der ECC83 und je nach Auslegung der Endstufe 7.3-9 V an der Katode der EL84. Kleinere Werte bewirken immer einen größeren Strom durch die Röhre.
Was da zulässig ist, hängt von der Anodenspannung ab.

Ach so, die Schirmgitterspannung, also das vom 2. Abgriff der Siebkette (B) kommt, *muss* kleiner als die Anodenspannung sein. Erwartungswert zwischen 250 und 300 V, wenn R10 noch auf 940 Ohm vergrößert ist, eher um die 250 V, original knapp über 300.


Wenn Du Elkos auf Restspannung prüfen möchtest, einfach mit den Prüfspitzen auf + und -. Minus liegt in dieser Kiste *immer* auf Masse.
Also wohl Gleichspannung... Muss ich auch beim Messen auf die Polung achten? Fliegt mir das Ding um die Ohren, wenn ich die Messfühler falsch ansetze?

Ein Digitalvoltmeter sollte da eigentlich eine negative Spannung gleichen Betrags anzeigen. Aber halt - du schreibst Düwi ... kann das Ding überhaupt mehr als 250 V?????

Wenn Du die Klemmen gekauft hast, die ich vorgeschlagen habe: die schwarze an Masse, sowohl am Amp als auch am Meßgerät. Dann mit der roten Meßspitze die Meßpunkte berühren (bei der EL84 liegen die an der Fassung). Die Meßbereiche *immer* vom größten Bereich herunterschalten. Und vor allem: alle Messungen zunächst trocken, bei ausgeschaltetem Gerät, "üben", damit Du weißt, wo Du messen musst, wie Du den Meßpunkt sicher erreichst, und, ob das Platinchen sicher liegt und nicht wegrutscht.
LG

Beate

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#74

Beitrag von capricky » 22.10.2017, 10:57

vrooom hat geschrieben:
21.10.2017, 21:25
R8 und R9 sind schonmal raus und ich habe die neuen Widerstände hier liegen. Das sind aber Kohleschichtwiderstände (die alten waren Metallschichtwiderstände). Ich gehe mal davon aus, dass das nichts ausmacht, oder?!
bea hat geschrieben:
21.10.2017, 22:12
Nein, das macht überhaupt nichts.
Original waren übrigens Kohleschichtwiderstände drin...
Ich denke es macht eine Menge...allgemein gilt die ungeschriebene Regel - keine Kohleschichtwiderstände in Signalwegen von analoger Musikelektronik, wenn es sich vermeiden lässt! Sie bringen mehr Rauschen und sind bei gleicher Baugröße weniger belastbar als Metallschicht-/Metalloxidschichtwiderstände (MOX).
vrooom hat geschrieben:
21.10.2017, 21:25
Ich habe die Platine abgeschraubt, umgedreht und wollte die Elkos an den Lötstellen messen (ich ging aber vermutlich zu recht davon aus, dass es da momentan noch nichts zu messen gibt). - Worauf muss ich denn da mein olles Düwi 74 Multimeter stellen?
bea hat geschrieben:
21.10.2017, 22:12
Die Elkos brauchste nicht zu messen. Wennse kaputt sein sollten (was eigentlich erst in 20 Jahren passieren sollte), tritt Elektrolyt aus, und das sieht man. Interessant sind vor allem die Spannungen an den Katoden und die Anodenspannungen (bzw die Spannungen an den Abgriffen der Siebkette. Das geht nur im laufenden Betrieb und mit der den potentiell tödlichen Spannungen an den Anoden entsprechender Vorsicht).

Neben Röhren und Kontaktproblemen, sindElkos wohl die dritthäufigste Ausfallursache in Amps. Das geht auch nicht unbedingt einher mit optisch sichtbarem Austritt von Elektrolyt oder einem Aufblähen des Elkos, die muss man schon messen. Im ausgebauten Zustand mit einem befähigtem Multimeter, in eingebautem Zustand mit einem ESR-Meter. Das misst den Eigenwiderstand des Elkos und gibt nebenher noch die Kapazität an. Preiswert gibt es diese Meßgeräte beim Chinamann (eine "rohe" Platine mit Display).

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#75

Beitrag von vrooom » 22.10.2017, 11:56

Mal zwei Fotos:
Die dicken blauen sind die ausgebauten 1.5 Ohm Widerstände R8 und R9. Ich dachte, das seien Metallschichtwiderstände (fünf Ringe) und die korrekten 1.5 k Widerstände- die kleinen braunen - seien Kohleschichtwiderstände, weil sie nur vier Ringe haben. Ich dachte auch, dass es so rein technisch gesehen keinen großen Unterschied macht. Mit etwas mehr Gerausche kann ich leben. Na, jedenfalls habe ich jetzt erstmal einen ganzen Mors voll 1.5 k Brownies hier herumliegen und würde die gerne erstmal nutzen...
So sieht mein olles Düwi 74 aus. Im laufenden Betrieb wollte ich ungern messen, weil ich Schiss hab (ist aber vermutlich überwindbar :roll: ). Wie lange brauchen denn die Elkos nach dem Ausschalten, bis sie sich über R11 entladen haben? Und was ist, wenn R11 kaputt ist, bleiben die dann aufgeladen?

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