Harley Benton GA5 Bastelpaket

Amp / Effektgeräte selbst bauen oder reparieren
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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#226

Beitrag von vrooom » 24.11.2017, 14:03

Menno, das ist zuviel Input.
1 : 0 für den Praktikanten, der Urlaub und damit zum Texten Zeit genug hat :badgrin:

(Ist viel Zusammenfassung und Anfängerkrams... Eigentlich reicht der letzte Absatz ab "Messprojekt 1:")
Messen könntest Du die Spannungen im Netzteil an A, B und C und die Spannung über R14. Alles im Gleichspannungsmessbereich, das schwarze Fliegenbein an Masse, das rote an den Messpunkt (immer von oben auf der Leiterplatte, an den Widerstandsanschlußdrähten festklemmen.)
(clap3) Sehr gut. Das sollte ich hinkriegen... Hast Du Dir schon einen Reim auf Schirmgitterspannung versus Anodenspannung machen können?

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#227

Beitrag von capricky » 24.11.2017, 14:25

vrooom hat geschrieben:
24.11.2017, 14:03
. Hast Du Dir schon einen Reim auf Schirmgitterspannung versus Anodenspannung machen können?
Nicht wirklich, da muss ich noch ein bißchen rumlesen... Erstmal gilt die Regel: Schirmgitterspannung soll kleiner als Anodenspannung sein, damit hat noch keiner was falsch gemacht.
Bei den "Recherchen" wurde ich aber mal wieder daran erinnert, dass ein Schirmgitter auch ein (Steuer-) Gitter ist und man sich da auch hochfrequente Schwingungen einfangen kann, wenn man keinen Schirmgitterwiderstand verwendet. Er regelt also nicht nur den Strom und somit die Verstärkung der Pentode, sondern ist in Doppelfunktion auch Gridstopper und sollte wenigstens einen Wert von 100 Ohm haben. Seine Belastbarkeit sollte der der maximalen Schirmgitterbelastung entsprechen, also 2 - 3 Watt. Wenn Du jetzt an der Schirmgitterspannung schrauben willst, dann mach es an der Stelle, die ich als Trennung in der Leitbahn markiert hatte und du wirst später nicht von Zweifeln und Schuldgefühlen geplagt! :badgrin:

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#228

Beitrag von vrooom » 24.11.2017, 14:50

:) Bevor ich wieder mit dem Schrauben anfange, mache ich lieber noch etwas Krach mit Vrooomkenstein und fühle ihm mit meinen Fliegenbeinen auf den Zahn ( :lol: ob das hier noch jemand versteht?)

Ich habe mal gemessen (Gleichspannung V~); jeweils etwa eine Minute nach dem Einschalten:

R14 = 19,3 V
A = 695 V (gemessen am Widerstandsdraht von R12)
B = 612 V (gemessen an den Widerstandsdrähten von sowohl R12 als auch R13)
C = 560 V (gemessen am Widerstandsdraht von R13)

Sind das überhaupt plausible Werte? (think) Düwi74 hat ja für Gleichstrom nur zwei Einstellungen (200 und 500) mit einem Unterschied von Faktor 10. Deswegen konnte ich bei R14 ja eine Nachkommastelle angeben.

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#229

Beitrag von bea » 24.11.2017, 21:51

Aus dem Bauch heraus: wenn Du die Werte halbierst, sind sie plausibel. Also - woran liegts? Am Düwie?

Miss am besten mal eine 9-V-Batterie nach.
LG

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#230

Beitrag von capricky » 24.11.2017, 22:08

V~ ist Wechselspannung! 8)

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#231

Beitrag von bea » 24.11.2017, 22:18

O ja. nach 6 1/2 Stunden Haare bohren im Akkord sehr ich nur noch die Hälfte.
LG

Beate

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#232

Beitrag von vrooom » 25.11.2017, 08:48

:oops: Sowas! Und ich dachte V... (fehlt noch Strich oben) sei Wechselspannung wegen der wechselhaften Punkte. - Ihr müsst schon froh sein, dass ich nicht Zentimeter oder Liter gemessen habe :lol:

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#233

Beitrag von capricky » 25.11.2017, 09:07

Ich hoffe, der Messbereich deines "Düwis" geht über 250V hinaus!?

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#234

Beitrag von vrooom » 25.11.2017, 09:25

Ja. Über 500 V (sowohl Wechsel- als auch Gleichspannung).

Korrekt ist:

R14 = 9,18 V
A = 312 V (gemessen am Widerstandsdraht von R12)
B = 277 V (gemessen an den Widerstandsdrähten von sowohl R12 als auch R13)
C = 257 V (gemessen am Widerstandsdraht von R13)

(Was könnte sonst noch von Interesse sein?
- Speaker sind natürlich angeschlossen gewesen
- Gain auf 0
- Kein Instrument angeschlossen
- jeweils eine gute Minute abgewartet, weil die Werte immer noch etwas absinkten, je wärmer die Röhren wurden)

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#235

Beitrag von bea » 25.11.2017, 10:49

Die Werte sind unverdächtig. Grad mal den Katodenstrom der EL84 ausrechnen - 39 mA, verteilt sich auf Anode und Schirmgitter. Sieht gut aus.

Für so kleine Ströme ist der Übertrager sicher ausgelegt; bei 250 V Anodenspannung und dann bis zu 48 mA dürfte er zu klein sein. Nicht dass das gefährlich würde, aber er wird etwas wärmer und dürfte schneller verzerren, und die Tiefen begrenzen tut er auch. Mit der nächstgrößeren Kerngröße wäre das sicher besser, aber der Trafo wäre dann eben auch teuerer. Sparbrötchen halt. Aber möglicherweise gerade deshalb auch klanglich interessant.

Wenn ich nicht Bass über meine Babies spielen würde, hätte ich den Trafo wohl belassen.
LG

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#236

Beitrag von vrooom » 25.11.2017, 20:44

Also brauche ich auch für die Umrüstung auf marshallig keinen neuen Trafo?
Das wird ja immer besser; keine Mallory 150's, keinen neuen Trafo...

Ich habe noch gar nicht nachgeschaut, was der Hammond AÜ bei Tube-Town eigentlich kostet.
Du brauchst ihn für Bass und capricky hatte ja auch beim "mehr Eisen"-Beitrag #136 mit deiner Antwort in #142 den Basswumms angedeutet. Eigenartig, dass ein Trafo soundverändernd wirkt. Bei meiner Kindermodelleisenbahn war der immer nur für Strom zuständig. - Egal. Finde ich eigentlich ganz gut, schiebe ich aber auch erst nochmal auf die lange Bank.

Gibts noch was Schönes zu messen, was Euch interessieren würde? (Denn ich habe keine Idee)

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#237

Beitrag von bea » 25.11.2017, 21:40

Wenn Du den GA-5 "marshallisieren" willst, stellt sich doch zuerst mal die Frage, was den marshall zum Marschall macht. Marshall ist nämlich nicht gleich Marshall. Da gibt es ganz unterschiedliche Konzepte: http://drtube.com/en/library/schematics ... ll-schemas

Bei einigen müsste nur die Klangregelung angepasst werden. Zum Teil geht das sogar durch kleinere Änderungen am AMZ-Filter - die Tiefmittendelle muss an der richtigen Stelle liegen. Oder Du spendierst dem Kleinen die vollkommen andere Klangregelschaltung des 18W. Dann gehört an das Gain-Poti ein Treble-Bleed -C (eine Höhenanhebug). Und wenn Du magst, kannst Du den Katodenkondensator der 2. Stufe auf 820 k heruntersetzen. Dann ändert sich das Klirrspektrum (das Spektrum der Verzerrungen). Das ändert den Sound hörbar.
(und das kann mein Valve Junior, wenn ich die Gegenkopplung abschalte)

Alles weitere kannst Du mit den 2 Trioden und der single ended-Endstufe nicht nachbilden.

Ne Nummer aufwendiger wäre eine komplette 2203-Vorstufe. Dazu müsstest Du dem Baby eine zusätzliche ECC83 spendieren.
LG

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#238

Beitrag von vrooom » 25.11.2017, 23:17

Ich dachte, ich probiere die Vorschläge aus dem in Beitrag # 217 verlinkten Pdf zum Marshallisieren. Hatte die Veränderungen aufgelistet:
Vrooomkenstein bekommt ein paar Transplantationen gemäß des oben verlinkten PDFs, so dass er marshallig wird.

Der Übersicht halber habe ich mir eine To-change-Liste gemacht:
R2 - 10k
R6 und R7 - 100k
R9 - 680 (bis 1k)
C1 und C2 - Mallory 150's statt Orange Drops
C3 und C4 - 1uF (bis 3.3uF) / 25V
C6 und C9 - 47uF (bis 100uF wenn nötig)
Ob das wirklich eine Annäherung bringt, weiß ich nicht. Vermutlich reicht es mir schon, irgendetwas zu machen und zu hören, wie sich der Sound ändert. Schon Big Muff, der auf eine daumennagelgroße Lochrasterplatte passt, hat mich sagenhaft beeindruckt. - Das ist überhaupt das Schöne bei Neulingen wie mir: Wir sind leicht zu beeindrucken. Das macht Spaß (dance a)

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#239

Beitrag von bea » 26.11.2017, 00:18

Oft sind es ganz kleine Dinge. Einfach mal an der richtigen Stelle einen Widerstand ändern.
Auf die Weise, also mit zielgerichtetem Trial and Error, wurde aus dem Fender Bassman 5F6 ein Marshall JTM45.

Beispiel: der Unterschied zwischen dem Fender- und dem Marshall-Tonestack: bei der Fender-Variante herrscht Ruhe, wenn alle Potis der Klangregelung auf null sind. im Marshall hat das mit einer kleinen Änderung behoben. Und dann hat er noch die Zeitkonstanten verändert, so dass die Übergänge zwischen den Reglern tiefer liegen.

Genauso hat er im Vorverstärker die Katodenwiderstände geändert. Das ändert den Arbeitspunkt der Röhren (auch wenn es eine "ideale" Auslegung gibt, hat man darum herum einigen Freiraum).

R2 - 10k. Sinnvoll, aber nicht spezifische marshallig. Wirkung: der Höhenverlust beim Zudrehen des Gitarrenpotis vermindert sich.

R7 auf 100k zu setzen halte ich für Kokolores. Das belastet die erste Stufe mehr als notwendig ohne wirklich etwas zu bringen ...Doch, das Gain wird geringer, man kann die zweite Stufe nicht mehr so schön übersteuern. R6 auf irgendwas zwischen 33k und 100 k zu setzen ist ok.

C6, C9 zu vergrößern ist sehr sinnvoll. Der Ton wird dadurch straffer und voller. 100µ würde ich an Deiner Stelle nicht machen - der große Elko lässt sich nicht mehr elektrisch sicher auf der Platine unterbringen. Ich habe ihn mit Schmelzkleber "gesichert". Aber vor der Nachahmung muss ich wirklich warnen; das geht nur, wenn man den Verstärker auf Lötösen komplett neu aufbaut. 47µ sollten sich noch auf das Platinchen quetschen lassen.
C5 ist ja schon vergrößert, nicht wahr?

C3 und C4 verkleinern. Was das bewirkt, haben wir ja schon besprochen. Sinnvollerweise macht man das nur mit einer Stufe, z.B. der ersten und belässt die zweite Stufe breitbandig, vor allem, wenn man den Originaltrafo belassen möchte.

C1 und C2: die durch Kondensatoren anderer Bauart, aber gleicher Kapazität zu ersetzen, ist m.E. überflüssig bis esoterisch. Da musst Du den Amp schon in eine Pentagramm aus Teelichtern stellen und unter Aufführung Katchaturians "Säbeltanz" beschwören... die verwendeten Kondensatoren haben eine solide Qualität, die dürfen bleiben.

Was Du noch machen solltest: dem VR1 einen kleinen Kondensator vom Eingang auf den Ausgang zu schalten, so um die 150 bis maximal 470 pF. Bei teilweise zugedrehtem Poti lässt dieses dann mehr Höhen durch. Sowas ist bei Fender schaltbar (der Bright-Switch im Twin Reverb!) und bei Marshall an mehren Stellen fest eingebaut. So vielen, dass das schon mal gerne harsch und schrill klingt.

Wenn Deine Klangwaage eine leichte Mittendelle in der Gegend von 250-300 Hz hat, ist sie vom Charakter im Bereich eines Marshallschen Drei-Wege-Stacks und könnte bleiben. Wenn nicht, wäre das eine einfache, aber wirkungsvolle Modifikation Deines Geräts. Und noch schicker wäre es, zwei Umschaltbare Kurven zu haben, einmal mit Mittenloch und einmal ohne.
LG

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#240

Beitrag von vrooom » 26.11.2017, 10:35

Danke! (clap3) Sehr schöne Erläuterungen.

C5 - Genau. C5 ist laut http://www.sewatt.com/files/sewatt/sewa ... _2_pdf.pdf bei fenderized und marshallized gleich und bedarf keiner Änderung.

R6 und R7 - Die werden in dem genannten PDF ein wenig verknüpft:
"R6 - Short out or use 100k for less gain (Along with R7 creates voltage divider for input to second gain stage)
R7 - 91k or 100k, if R6 = 100k (Replace with 250k or 500k pot for simple gain control. Raising the value increases max gain)"

(Interessant übrigens, wie M. Lemke im PDF ga5böse mit R6 und R7 umgeht: R6 frisst gain und rauscht - fliegt raus und wird per Drahtbrücke überbrückt; R7 frisst auch nur gain - wird entfernt (jedoch NICHT überbrückt).)

Wenn ich mir den momentanen Zustand im Vrooomkenstein anschaue, so kommt mir diese Konfiguration - obwohl sie dem Auslieferungszustand entspricht (R6 und R7 mit 1M) - seltsam vor, denn entweder überbrückt hier R7 das Gain-Poti, oder aber umgekehrt :?: Sind aber vielleicht auch einfach nur zwei Widerstände parallel. Der eine ist halt nur ein Poti. - Gefühlsmäßig würde ich trotzdem R7 entfernen wollen (der Gainsteller soll bleiben).
vrooom-r6r7pot.jpg
vrooom-r6r7pot.jpg (7.06 KiB) 494 mal betrachtet
C3 und C4 - Hatten wir schon besprochen, ja. Ich zitiere hier das oben genannte Pdf, weil da auf die Zusammenarbeit mit den Widerständen hingewiesen wird, was ja ein interessanter Aspekt sein könnte ("H/Bs" dürfte wohl Harley Bentons bedeuten):
C3 von 22 uF auf 1 bis 3,3 uF / 25 W reduzieren - "Affects low frequency -3dB cutoff point (Along with R9) Use lower values for H/Bs"
C4 von 22 uF auf 1 bis 3,3 uF / 25 W reduzieren - "Affects low frequency -3dB cutoff point (Along with R8) Use lower values for H/Bs"

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#241

Beitrag von bea » 26.11.2017, 19:46

vrooom hat geschrieben:
26.11.2017, 10:35
(Interessant übrigens, wie M. Lemke im PDF ga5böse mit R6 und R7 umgeht: R6 frisst gain und rauscht - fliegt raus und wird per Drahtbrücke überbrückt; R7 frisst auch nur gain - wird entfernt (jedoch NICHT überbrückt).)
Eben.

R6 sollte nicht komplett gebrückt werden, damit auch bei vollaufgedrehtem Poti ein Längswiderstand zum Steuergitter von V1b vorhanden ist. Deshalb meine 33 kOhm.
Wenn es Dir zuviel an Gain werden sollte, kannst Du R6 ja jederzeit wieder vergrößern.
C3 von 22 uF auf 1 bis 3,3 uF / 25 W reduzieren - "Affects low frequency -3dB cutoff point (Along with R9) Use lower values for H/Bs"
C4 von 22 uF auf 1 bis 3,3 uF / 25 W reduzieren - "Affects low frequency -3dB cutoff point (Along with R8) Use lower values for H/Bs"
Ja klar, aber übertreib es nicht! Das Gerät klingt doch bereits jetzt eher hell.
Einer der beiden Kondensatoren reicht höchst wahrscheinlich (außer Du willst den "Bright"-Eingang eines Hiwatt nachbauen), und wie Du ja selbst schon herausgefunden hast, kann man ihn durchaus auch auf 100 nF verkleinern. Also erst mal einen Kondensator tauschen, auch mal unterschiedliche Werte ausprobieren. In meinen Geräten sind da ein 33 nF eingebaut, denen ich größere Werte parallel schalte (die Kapazitäten addieren sich dann). Besorg Dir einen On-OFf-On-Minischalter und orientiere Dich fürs erste Raten der Werte an anderen Geräten.
LG

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#242

Beitrag von vrooom » 27.11.2017, 10:07

Ich lese mich gerade durch den zehn Jahre alten Tube-Town-GA5-Modding-Thread und fand diesen Beitrag hier...

http://www.tube-town.de/ttforum/index.p ... l#msg46969

...der gut das Zusammenspiel von R6, R7 und VR1 beschreibt. Die Je...desto...-Wechselwirkung von R6 und R7 ist auch hier...

http://www.sewatt.com/files/sewatt/Basic.pdf

...ganz gut beschrieben. Ziel sei Verzerrung: Je größer R7, desto kleiner R6.

Gut. Ich werde einmal deinem Beispiel folgen und R6 mit 33k ausstatten. R7 belasse ich so.

C3 und C4: Du hast recht. Höhen sind für meinen Geschmack genug da. Der Grundsound könnte eher etwas mehr Bassgrundlage haben... (think) Ich muss mal sehen, wie ich das alles mit dem Marshallized-Design verbinde.

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#243

Beitrag von capricky » 27.11.2017, 11:35

Dieser ganze "Kladderadatsch" mit R6, R7 und VR1 bildet einfach nur einen Spannungsteiler. R6 bildet so eine eine Art "Vorstopper", der verhindern soll, das bei zu hohem Eingangspegel und voll aufgedrehtem VR1 die zweite Röhrenstufe in den "Wahnsinn" (blocking Distortion/Gitterstromeinsatz) getrieben wird. Das kann man neben anderen Maßnahmen aber auch einfach machen, indem man VR1 nicht soweit aufdreht, es braucht also R6/R7 nicht und man ist flexibler bei unterschiedlichen Eingangspegeln (Single Coil/ Humbucker).

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#244

Beitrag von bea » 27.11.2017, 14:52

Deshalb habe ich auch tatsächlich R6/R7 durch das Gain-Poti ersetzt.

Hier würde ich die einfachste Variante vorschlagen: der R6 ist ja schon auf 100k verkleinert. Der frisst erstmal kein Brot mehr; den würde ich einfach drin lassen. Dann kannst Du das Gain-Poti auch ohne Sorge auf 11 stellen.

Den R7 würde ich aber auf jeden Fall entfernen. Und mich dann den wichtigeren Dingen des Lebens zuwenden. Z.B. Bass üben... Von den vergrößerten Siebelkos haste mehr als von der Frage, ob R6=klein oder R6=ganz klein.
LG

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#245

Beitrag von vrooom » 27.11.2017, 17:37

@ capricky - Ganz ohne Kladderadatsch ist ja auch Lemkes GA5böse-Variante, die Du genial findest. Ich finde es aber irgendwie ungemütlich immer im Hinterkopf bewahren zu müssen, VR1 nie ganz aufzudrehen, weil dann meine Röhren ausflippen.
Ich pflücke also den halben Kladderadatsch in Form von R7 heraus und reduziere R6 auf einen niedrigen Wert. Ich habe da jetzt 33k drin. Ich hoffe, dass ich so VR1 auch mal ganz aufdrehen kann, ohne mir Sorgen um Hysterie in der zweiten Röhrenstufe machen zu müssen.

@ bea - Die Siebelkos... C6 und C9, nicht wahr? Ein strafferer und vollerer Sound täte Vrooomkenstein ganz gut. - Ich frage mich, welche Änderung wohl die massivste Marshallisierung bringt. Hier und da mal einen Widerstand verringern oder entfernen, kommt mir so harmlos vor. Ich denke immer, "Was bringt mir denn jetzt den Marshall ins Haus?" - Ich wage selbst einmal eine Antwort: C6 und C9 ändern und das Tonestack (die Mallory 150's sind ja bereits entzaubert).

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#246

Beitrag von bea » 27.11.2017, 18:45

vrooom hat geschrieben:
27.11.2017, 17:37
...niedrigen Wert. Ich habe da jetzt 33k drin.
Dann lass das einfach so.
@ bea - Die Siebelkos... C6 und C9, nicht wahr? Ein strafferer und vollerer Sound täte Vrooomkenstein ganz gut.
Und dazu ist das der erste und billige Schritt. Der zweite, nicht mehr so billige Schritt wäre dann tatsächlich ein anderer Übertrager (ganz zum Schluss, erst muss der Rest zu Deiner Zufriedenheit stehen). Und da tatsächlich eher der Wüstens ATRA0211 als der Hammond. Einfach, weil der ATRA0211 etwas höhenarm und damit baßlastig ist. Aber das macht sich in der Kiste wirklich gut.
Hier und da mal einen Widerstand verringern oder entfernen, kommt mir so harmlos vor. Ich denke immer, "Was bringt mir denn jetzt den Marshall ins Haus?" - Ich wage selbst einmal eine Antwort: C6 und C9 ändern und das Tonestack (die Mallory 150's sind ja bereits entzaubert).
Ja. Und nein. Die Katodenwiderstände der Vorstufen sind deutlich soundformend. Zur Zeit ist das 7enderisch, und das ist gar nicht mal so schlecht. Wenn Du experimentieren möchtest: ersetze den Katodenwiderstand von V1b (zweite Stufe) durch 10 kOhm. Und dann schalte dem Widerstand unterschiedliche Widerstände parallel. Du kannst ohne Sorge bis auf 1 k heruntergehen, vermutlich auch bis auf 820 Ohm. Achtung: durch den parallelen 10k-Widerstand sind das zusammen weniger!

Und beim Tonestack habe ich Dir ja schon eine einfache, aber lehrreiche Variante vorgeschlagen...
Die kann näher an aktuelle Marshall-Stacks gebracht werden als der Höhen-Kuhschwanz aus dem 18W ....
LG

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#247

Beitrag von vrooom » 28.11.2017, 04:36

"Vorstopper", der verhindern soll, das bei zu hohem Eingangspegel und voll aufgedrehtem VR1 die zweite Röhrenstufe in den "Wahnsinn" (blocking Distortion/Gitterstromeinsatz) getrieben wird.
Was passiert dann (Röhrenwahn) da und wie klingt es? :?:

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#248

Beitrag von vrooom » 28.11.2017, 04:57

Wenn Du experimentieren möchtest: ersetze den Katodenwiderstand von V1b (zweite Stufe) durch 10 kOhm. Und dann schalte dem Widerstand unterschiedliche Widerstände parallel. Du kannst ohne Sorge bis auf 1 k heruntergehen, vermutlich auch bis auf 820 Ohm. Achtung: durch den parallelen 10k-Widerstand sind das zusammen weniger!
Könnte man da statt mehrerer Widerstände nicht einfach ein kleines Trimmpoti parallel setzen, bzw. gleich statt eines Katodenwiderstands ein "Katodentrimmpoti" einbauen?


(Tonestack - Big Muff finde ich sehr gut und zu diesem Verstärker passend. Der bleibt und hat auch schon seinen Platz im Blech. Das Marshall-Tonestack wird nur experimentell einmal ausgetestet. Nur wenn es mich soundmäßig wirklich umhaut darf es bleiben.)

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#249

Beitrag von bea » 28.11.2017, 11:06

Grundsätzlich ja. Aber das Umschalten macht man besser bei ausgeschaltetem Gerät oder bei zugedrehtem Master-Poti. Es ist nämlich unvermeidbar, dass es heftig knackt oder kratzt.

Außerdem ist die Angelegenheit nicht linear; bei großen Widerständen wirst Du nicht allzuviele Werte ausprobieren müssen. Der Bereich um den normalen Arbeitspunkt herum dürfte am interessantesten sein. Das kann man mit ein paar schaltbaren Festwiderständen wohl am besten abbilden
LG

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Re: Harley Benton GA5 Bastelpaket

#250

Beitrag von bea » 28.11.2017, 11:20

vrooom hat geschrieben:
28.11.2017, 04:36
da und wie klingt es? :?:
Grätzig.
Da verschiebt sich für die Dauer des Ausgleichsvorgangs der Arbeitspunkt, und das führt dazu, dass das Signal für diesen Moment einseitig begrenzt wird.
LG

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