Höhenbetonung eines Tonabnehmers korrigieren

Potis, Schalter, Tonabnehmer, Kondensatoren und Platinen;
wie verschalte ich was richtig?
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helferlain
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Höhenbetonung eines Tonabnehmers korrigieren

#1

Beitrag von helferlain » 18.02.2017, 11:10

Hallo,

ich habe hier bei einer Gitarre den Effekt, dass die Höhen von den tiefen Saiten zu den hohen Saiten hin stärker betont werden. Es ist eine Sonderanfertigung für eine 8-saitige Gitarre in einem Custom PU-Cover. Austausch ist daher keine Option. Eine Korrektur des Saitenabstandes hat auch nicht viel gebracht

Kann man durch entsprechende Beschaltung eine in Richtung Höhen ansteigende lineare Absenkung erreichen? Ich habe nicht den Eindruck, dass es sich um eine Resonanzspitze handelt. Auch andere Testpersonen haben beim anspielen eine gleichmäßige Zunahme der Höhenbetonung über alle Saiten feststellen können. (think)
Grüße, helferlain
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Re: Höhenbetonung eines Tonabnehmers korrigieren

#2

Beitrag von capricky » 18.02.2017, 11:42

Einen Einstellregler (Trimmer) 1 MegOhm oder 500kOhm zwischen "hot" und Masse legen (aber auch anlöten!) ;), also Schleifer an hot und einen der beiden Aussenkontakte an Masse legen, geht auch andersrum. Praktisch wie ein Tonpoti, aber statt Kondensator ist eine Brücke.
Nach Geschmack einstellen.

capricky

Edit: da fällt mir ein - es könnte auch ein Magnetproblem sein, dreh dochmal den Pickup um 180° in der Ebene, ob dann die Höhenbetonung zu einem Bassproblem führt!?

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Re: Höhenbetonung eines Tonabnehmers korrigieren

#3

Beitrag von zappl » 18.02.2017, 11:58

Hast du mal mit dem Abstand zu den Saiten experimentiert?

Äußere Beschaltung ändert ja den Frequenzgang des gesamten Pu.
Gruß, Sebastian
#1 #2 #3 #4

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Re: Höhenbetonung eines Tonabnehmers korrigieren

#4

Beitrag von MiLe » 18.02.2017, 12:27

Zusätzlich zu Magnet-Problemen und Saitenabstand: Was für Saiten hast Du denn drauf? Speziell die Umwicklung der tiefen Saiten: Pure Nickel, stainless steel, nickel-plated?
Beste Grüße

Michael

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Re: Höhenbetonung eines Tonabnehmers korrigieren

#5

Beitrag von helferlain » 18.02.2017, 12:47

capricky hat geschrieben:
18.02.2017, 11:42
Einen Einstellregler (Trimmer) 1 MegOhm oder 500kOhm zwischen "hot" und Masse legen
...
es könnte auch ein Magnetproblem sein, dreh dochmal den Pickup um 180° in der Ebene, ob dann die Höhenbetonung zu einem Bassproblem führt!?
Danke! Den Trimmer werde ich ausprobieren. Drehen des PUs geht wg. Geometrie der PU Kappe schlecht.
zappl hat geschrieben:
18.02.2017, 11:58
Hast du mal mit dem Abstand zu den Saiten experimentiert?
Ja. Macht aber nur "lauter" oder "leiser".
MiLe hat geschrieben:
18.02.2017, 12:27
Zusätzlich zu Magnet-Problemen und Saitenabstand: Was für Saiten hast Du denn drauf? Speziell die Umwicklung der tiefen Saiten: Pure Nickel, stainless steel, nickel-plated?
Die tiefen 2 sind Einzelsaiten, müssten Edelstahl von Pyramid sein. Der Rest ein "normaler" vernickelter Satz. Bin mir da nich mehr sicher, ist schon länger her dass die Saiten aufgezogen wurden, dann stand das Projekt erst mal paar Jahre gut verpackt in der Ecke...

Es ist klanglich auf jeden Fall das Gegenteil vom typischen dumpfen Klang gealterter Saiten.
Grüße, helferlain
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Re: Höhenbetonung eines Tonabnehmers korrigieren

#6

Beitrag von MiLe » 18.02.2017, 13:01

OK - ich fang anders an: Ist der Effekt auch schon trocken zu hören oder erst am Amp?
Wenn trocken: Saiten oder (ich spinn' jetzt mal) ein ungünstiges Schwingungsverhalten der Gesamtkonstruktion, welches Höhen nur dann wegdämpft, wenn die Konstruktion tieffrequent angeregt wird.
Als erstes würde ich wohl einen frischen Satz Saiten aufziehen, möglichst aus einer Serie.

Wenn nur am Amp: siehe oben, wobei der Vorschlag vom Meister nur eine vorhandene Pickup-Resonanzfrequenz schwächer macht. Das passt nicht exakt zum beschriebenen Effekt, anndererseits würde ich auch nicht komplett ausschließen, daß eine stark ausgeprägte Resonanz gehörmäßig den Eindruck machen kann, den Du beschreibst (think)
Beste Grüße

Michael

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Re: Höhenbetonung eines Tonabnehmers korrigieren

#7

Beitrag von capricky » 18.02.2017, 13:01

helferlain hat geschrieben:
18.02.2017, 12:47

Die tiefen 2 sind Einzelsaiten, müssten Edelstahl von Pyramid sein. Der Rest ein "normaler" vernickelter Satz. Bin mir da nich mehr sicher, ist schon länger her dass die Saiten aufgezogen wurden, dann stand das Projekt erst mal paar Jahre gut verpackt in der Ecke...

Es ist klanglich auf jeden Fall das Gegenteil vom typischen dumpfen Klang gealterter Saiten.
Na dann würde ich das Problem auf diese beiden Saiten verorten. Edelstahl hat nicht die magnetischen Eigenschaften wie reines Nickel (ja das ist magnetisch) oder vernickelter Stahl. Die Flussdichte wird bei den Edelstahlsaiten deutlich geringer sein.

capricky

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Re: Höhenbetonung eines Tonabnehmers korrigieren

#8

Beitrag von MiLe » 18.02.2017, 13:37

helferlain hat geschrieben:
18.02.2017, 12:47
Es ist klanglich auf jeden Fall das Gegenteil vom typischen dumpfen Klang gealterter Saiten.
Entschuldige meine Begriffsstutzigkeit, aber für meine Ohren klingen bei gealterten Saiten vor allem erst mal die umwickelten relativ dumpf, ergo klingen die hohen brillanter als die tiefen. Ist das nicht genau der Effekt, den Du im ersten Post beschrieben hast?
Beste Grüße

Michael

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Re: Höhenbetonung eines Tonabnehmers korrigieren

#9

Beitrag von helferlain » 18.02.2017, 13:52

Naja, die Begriffstutzuigkeit kann durchaus auch bei mir liegen :) ich bin mit dem Klang der tieferen schon zufrieden, die höheren passen irgendwie nicht dazu, ich ordere jetzt erst mal einen Satz neue Saiten, dann sehen wir weiter.
Grüße, helferlain
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Re: Höhenbetonung eines Tonabnehmers korrigieren

#10

Beitrag von helferlain » 25.02.2017, 18:35

Der Satz Saiten ist eingetroffen und aufgezogen. Und tatsächlich: Der Klang ist deutlich homogener. Vielen Dank für den Tip!
Grüße, helferlain
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