Akustik-Bass mit Piezo- und Magnet-Pickup

Potis, Schalter, Tonabnehmer, Kondensatoren und Platinen;
wie verschalte ich was richtig?
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bassics
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Akustik-Bass mit Piezo- und Magnet-Pickup

#1

Beitrag von bassics » 16.05.2017, 08:57

Hallo Olltogetha,

ich besitze den Akustik-Bass Takamine GB30CE.
Darin ist von Werk aus ein Brücken-Piezo-Tonabnehmer verbaut. Zusätzlich wurde von mir ein K&K Pure Bass Tonabnehmer nachgerüstet. Beide Tonabnehmer werden über einen Göldo 250K Balance Poti geregelt und über den eingebauten Vorverstärker TK-40B betrieben. Das funktioniert soweit eigentlich ganz gut.

Den Bass habe ich mir zugelegt, damit ich ohne Verstärkung üben kann, aber durch den K&K Pickup kommt der Takamine einem E-Bass wesentlich näher als durch den Original-Piezo-Abnehmer, was mich dazu animierte, einen schnöden Schallloch-Magnet-Pickup einzuhängen und diesen über den eingebauten Vorverstärker anzuschließen. Hinsichtlich dessen, dass es sich dabei um einen Neuneurofünfzig-Tonabnehmer handelte, bin ich vom Ergebnis sehr angetan.

Nun lasse ich mir gerade einen Schallloch-Pickup fertigen und hätte gerne von Euch gewusst, wie ich diesen am besten anschließen kann. Ich kann sauber löten und bin handwerklich nicht unbegabt, aber was die Schaltung einer Gitarrenelektrik betrifft, so bin ich damit überfordert und möchte nichts riskieren, was meinen Bass oder einen darin verbauten Pickup beschädigen könnte. Meine ganz persönliche Vorstellung lautet wie folgt:
  • Beide Piezo-Tonabnhmer über den Balance-Poti an einen Drei-Wege-Schalter (on/on/on).
    Den Schallochabnehmer über ein Volume-Poti ebenfalls an den Drei-Wege-Schalter.
    So könnte ich wahlweise jeden einzelnen Tonabnehmer, aber auch sämtliche Mischverhältnisse zwischen den Tonabnehmern schalten und regeln.

Nun zu meinem Problem:
Die Piezos haben einen sehr hochohmigen Ausgang (habe ich mir sagen lassen), während das bei normalen Magnet-Pickups anders sein soll (ich habe keine Ahnung). Kann ich denn überhaupt aufgrund dieses Unterschiedes beide Pickup-Arten gleichzeitig betreiben, ohne etwas zu zerstören?

Und noch eine Frage:
Könnt ihr einen geschirmten Drei-Wege-Schalter und ein geschirmtes Volume-Poti empfehlen?
(Den bereits verbaute Balance-Poti habe ich mühsam und sorgfältig mit Kupferblech geschirmt und wenn es eine Möglichkeit gäbe, diesen Aufwand zu umgehen, würde ich das gerne machen)

Für Eure Hilfe bedanke ich mich schon einmal im Voraus

bassics

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Yaman
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Re: Akustik-Bass mit Piezo- und Magnet-Pickup

#2

Beitrag von Yaman » 16.05.2017, 11:08

bassics hat geschrieben:
16.05.2017, 08:57
Nun zu meinem Problem:
Die Piezos haben einen sehr hochohmigen Ausgang (habe ich mir sagen lassen), während das bei normalen Magnet-Pickups anders sein soll (ich habe keine Ahnung). Kann ich denn überhaupt aufgrund dieses Unterschiedes beide Pickup-Arten gleichzeitig betreiben, ohne etwas zu zerstören?
Da gibt es von Noll etwas, sogar mit Blendpoti: (http://noll-electronic.de/guitar-electronics/mixpot/)

bassics
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Re: Akustik-Bass mit Piezo- und Magnet-Pickup

#3

Beitrag von bassics » 16.05.2017, 11:40

Servus Yaman,

vielen Dank für Deinen Link. Das hört sich auf jeden Fall einmal vielversprechend an!
Das einzige was für mich akut dagegen spricht, ist die Verwendung einer zweiten Batterie, was ich gerne umgehen würde.
Dazu könnte ich aber auch eine Parallelschaltung vom Vorverstärker zum Mixpot legen. Dann bräuchte ich nur noch die Batterie im TK-40B wechseln, der dann den Mixpot mitspeisen würde.

Jetzt habe ich aber dazu zwei neue Fragen:
  • Der Mixpot von Noll hat je einen eingebauten Vorverstärker. Stellt das kein Problem dar, wenn ich ein bereits verstärktes Signal (Mixpot) in einen Vorverstärker (TK-40B) speise?
  • Könnte ich nicht auch einen normalen Banlance-Poti ohne Vorverstärker nehmen, um zwischen den Piezos und dem Magnet zu regeln?
Der Mixpot würde mir den Drei-Wege-Schalter ersparen, was zunächst einmal richtig klasse wäre, aber von der Theorie her könnte ich doch auch ein normales Balance-Poti, wie den bereits verbauten Göldo 250k verwenden. Gut ist auf jeden Fall schon einmal, dass es für mein Unterfangen definitiv Lösungen zu geben scheint.

Vielen Dank, Yaman

bassics

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Re: Akustik-Bass mit Piezo- und Magnet-Pickup

#4

Beitrag von bea » 16.05.2017, 12:30

Das Balancepoti ist für den Piezo nicht hochohmig genug. Jetzt kenne ich die Noll-Elektronik nicht, aber vermutlich handelt es sich um Impedanzwandler vor jedem Eingang. Verstärkung gering oder sogar 1. Da kann man problemlos einen weiteren Vorverstärker nachschalten. Ich würde das aber andersrum sehen: ein Piezo wird wohl eine komplett anders ausgelegte Klangregelung benötigen als ein Magnettonabnehmer. Letzterer könnte (nein, sollte!!) sogar davon profitieren, dass man einen passive Klangregelung und eine Nachbildung der Lastimpedanz vor das Blendpoti setzt. Letztlich ebenso die Elektronik für den Piezo. Dann hat man bereits niederohmige Quellen und kann Blendpoti und Master-Vol passiv und so niederohmig ausführen, dass die Impedanz von Kabel und Verstärkereingang nicht mehr stört.

Ach so: lassen sie die beiden Einheiten nicht aus einer einzigen Batterie betreiben?
LG

Beate

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Re: Akustik-Bass mit Piezo- und Magnet-Pickup

#5

Beitrag von bassics » 16.05.2017, 13:00

Hallo bea,

ich hoffe ich habe Dich richtig verstanden und wiederhole mal das von mir verstandene mit meinen unfachmännischen Worten, damit ich ausschliessen kann, dass ich etwas falsch verstanden habe.
  • Du gehst davon aus, dass die Vorverstärkerleistung des Noll-Mixpot gering genug ist, um diese schadlos in den TK-40B zu speisen.
Das ist schon mal gut zu wissen. Ich denke das auch so, habe allerdings nicht wirklich eine Plan.

Das mit der Nachbildung der Lastimpendaz und der passiven Klangreglung vor dem Blendpoti habe ich nicht verstanden, könntest Du mir das nochmals für Dummies erklären?

bea hat geschrieben:Ach so: lassen sie die beiden Einheiten nicht aus einer einzigen Batterie betreiben?
So wie ich das verstanden habe, braucht der Mixpot von Noll eine Stromquelle und ich wüsste jetzt nicht, warum ich dazu nicht die Stromquelle des TK-40B anzapfen sollte. Die würde dadurch zwar schneller leer werden, aber bei der Leistung des Noll-Mixpot dürfte das nicht ins Gewicht fallen. Über den TK-40B gespeist, müsste ich dann keine Batterie innerhalb des Bodys für den Mixpot wechseln.

Vielen Dank, bea!

bassics


P.S.
bea hat geschrieben:Das Balancepoti ist für den Piezo nicht hochohmig genug.
Die beiden bereits eingebauten Piezo-Pickup werden ja zur Zeit auch über ein 250k Balance-Poti geregelt. Was spricht dagegen, den Ausgang dieses Potis nochmal über ein weiteres Poti mit dem Magnet-Tonabnhmer zu regeln? Ich frage nur weil ich es gerne verstehen würde, nicht weil ich Deine Aussagen anzweifle.

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bea
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Re: Akustik-Bass mit Piezo- und Magnet-Pickup

#6

Beitrag von bea » 16.05.2017, 15:21

Also: mir schwebt eigentlich eine Lösung mit "zwei Aktivelektroniken" vor, deren Ausgangssignale gemischt werden. Für jeden Tonabnehmer eine optimierte Schaltung, die auch eventuell unterschiedliche Pegel ausgleicht.

Dann kann man dem Piezo die Lastimpedanz spendieren, die er am liebsten mag: 2-5 MOhm und eine möglichst geringe Kapazität der Zuleitung. Dahinter dann Entzerrung, ggf aktive Klangregelung.

Der Magnettonabnehmer will etwas anderes "sehen", zumindest wenn er wie gewohnt hochohmig ist und auch klingen soll wie gewohnt. Damit er das kann, muss man im Prinzip alles, was den Klang beeinflußt, im Bass haben. Und dazu gehört auch die Gitarrenstrippe (bzw deren Kapazität) und die Eingangsimpedanz des Verstärkers und des vor dem Eingang der Schaltung fehlenden Lautstärkepotis. So eine Schaltung würde ich folgendermaßen konzipieren: passive Tonblende und/oder C-Switch, parallel ein Kondensator von ca. 400-700 pF als Kabelnachbildung und als Eingangswiderstand des Buffers ca. 180-330 kOhm (Wert des gedachten passiven Potis und der gedachten Eingangsimpedanz des Verstärkers im Passivbetrieb). Dann der Buffer, ggf noch mit eine aktiven Klangregelung. Wenn man das geschickt macht, wird der Bass im Aktivbetrieb nicht anders klingen als er es im Passivbetrieb auch täte. Der Klang wäre aber unabhängig von der Gitarrenstrippe.

Vermutlich würde ich dazu einen 4-fach-OpAmp mit FETs in den Eingangsstufen verwenden, und ich würde die Schaltung eher mit 18 als mit 9 V betreiben. Zumindest, wenn aktive Klangregelungen im Spiel sind, wird es mit dem Headroom sonst ein wenig eng.
LG

Beate

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Re: Akustik-Bass mit Piezo- und Magnet-Pickup

#7

Beitrag von bassics » 18.05.2017, 14:43

Danke für Deine ausführliche Information, Bea, aber das klingt mir ein wenig zu kompliziert. Ich bin mit meinem Bass und den beiden Piezos ja schon sehr zufrieden und für meinen Gebrauch benötige ich eigentlich nicht viel mehr. Der gefertigte Schalloch-Pickup dient ja nur einer besonderen Würze und jetzt wo ich einen Weg gefunden habe, die Piezos mit dem Magneten zu kombinieren, bin ich wunschlos glücklich. Ich hätte mir auch einfach einen E-Bass zulegen können, aber dann hätte mein Baby Konkurrenz und ich möchte mich nicht entscheiden müssen.

Ich spiele übrigens nur für mich privat und bisher entwickelt sich mein Bässte so, dass ich mir doch glatt vorstellen könnte, mit ihr alt zu werden. Vielleicht entsteht ja daraus einmal Nachwuchs, aber den muss bzw. werde ich dann schon selbst fertigen.

bassics

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