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Was ist denn eigentlich Naphtha?

Verfasst: 09.11.2017, 17:57
von hogan666
Servus,

so richtig hat mich die Suche nicht weitergebracht.
Der StewMac-Mensch benutzt in nem Video Naphta, damit sich die Fasern vom Holz aufstellen.
Naphta, weil es schneller trocknet wie Wasser.

In Deutschland ist aber "Naphta" nicht das Gleiche wie über dem Teich.
Kann mich jemand aufklären?

http://www.stewmac.com/Materials_and_Su ... lvent.html

Video siehe hier:
https://youtu.be/CUUuMzxJ9h8?t=8m45s

Gruß + Danke, Markus.

Re: Was ist denn eigentlich Naphtha?

Verfasst: 09.11.2017, 18:04
von hatta
Mir wurde empfohlen einfach aceton zu nehmen.
Naphta ist eine reinigungsverdünnung oder sowas.

Aceton funzt sehr gut, auch zum reinigen oder fasern aufstellen. Ich nehme neben aceton auch noch brennspiritus.

Gruß

Re: Was ist denn eigentlich Naphtha?

Verfasst: 09.11.2017, 18:08
von thoto
Naphta ist Rohbenzin.
Ich habe als Ersatz Reinigungsbenzin im Gebrauch, das gibts im Baumarkt.
Irgendwo stand was mit "Feuerzeugbenzin", aber ich glaube, das ist teurer.

Fürs Reinigen von gebeiztem Holz (Wasserbeize) nach dem Schleifen nehme ich Reinigungsbenzin. Geht super, trocknet schnell und verwischt die Beize nicht.

Re: Was ist denn eigentlich Naphtha?

Verfasst: 09.11.2017, 18:11
von AsturHero
ich machs oft auch mit ganz normalem Desinfektions-Alkohol..stellen sich auch prima die FAsern auf und ist ratzfatz trocken

Re: Was ist denn eigentlich Naphtha?

Verfasst: 09.11.2017, 19:45
von ahgit
Naphta ist Terpentin(ersatz)

Re: Was ist denn eigentlich Naphtha?

Verfasst: 09.11.2017, 20:27
von hogan666
Super, wieder was gelernt. 👍
Dank Euch 😊

Gruß, Markus

Re: Was ist denn eigentlich Naphtha?

Verfasst: 09.11.2017, 20:50
von penfield
In AT wird es als (spezial) Waschbenzin oder Testbenzin verkauft

Re: Was ist denn eigentlich Naphtha?

Verfasst: 09.11.2017, 22:23
von ahgit
In AT wird es als (spezial) Waschbenzin oder Testbenzin verkauft
Mag sein.In den Staaten wird und wurde Naphta von je her als Reinigungs bzw. Lösungsmittel für Ölbasierende Lacke und Anstriche verwendet die oft noch mit Polyurethan Alkyd oder Acryl verstärkt wurden.Ich wage jetzt mal zu bezweifeln das Waschbenzin
hierfür geeignet ist.

Re: Was ist denn eigentlich Naphtha?

Verfasst: 10.11.2017, 07:17
von gitarrenmacher
ahgit hat geschrieben:
09.11.2017, 22:23
In AT wird es als (spezial) Waschbenzin oder Testbenzin verkauft
Mag sein.In den Staaten wird und wurde Naphta von je her als Reinigungs bzw. Lösungsmittel für Ölbasierende Lacke und Anstriche verwendet die oft noch mit Polyurethan Alkyd oder Acryl verstärkt wurden.Ich wage jetzt mal zu bezweifeln das Waschbenzin
hierfür geeignet ist.
Da schließe ich mich an.
Ich tippe eher auf ein petroleumverwandtes Produkt.
z.B eine Art hochgeeinigtes Lampenöl. Ein Freund (u.a. Restaurateur von alten Instrumenten) nimmt das Zeug für alles Mögliche.
Die Schleifwasser riechen auch stark nach Petroleum

Re: Was ist denn eigentlich Naphtha?

Verfasst: 10.11.2017, 08:54
von Yaman
gitarrenmacher hat geschrieben:
10.11.2017, 07:17
Ich tippe eher auf ein petroleumverwandtes Produkt.
z.B eine Art hochgeeinigtes Lampenöl. Ein Freund (u.a. Restaurateur von alten Instrumenten) nimmt das Zeug für alles Mögliche.
Die Schleifwasser riechen auch stark nach Petroleum
Genau. Naphta kann sehr unterschiedliche Zusammensetzung haben: von größtenteils Rohbenzin bis zu größtenteils Petroleum. Alle diese Mischungen werden unter dem Sammelbegriff Naphta verkauft (https://en.wikipedia.org/wiki/Petroleum_naphtha).

Re: Was ist denn eigentlich Naphtha?

Verfasst: 10.11.2017, 09:08
von hogan666
Ich hab das nicht gewusst, dass man das zum reinigen von Holz nehmen kann. Mir war das immer irgendwie suspekt, da ich halt (noch) keine Ahnung hab. Aber irgendwie machts Sinn. Jetzt :D

Re: Was ist denn eigentlich Naphtha?

Verfasst: 10.11.2017, 12:13
von thoto
Ich habe gestern abend mal einen Blick auf meine Flasche mit Reinigungsbenzin geworfen. Da wird bei den Inhaltsstoffen an erster Stelle "Naphta (Erdöl)" genannt.
Ich kann gerne ein Bild des Etiketts einstellen, falls es jemanden interessiert...

Re: Was ist denn eigentlich Naphtha?

Verfasst: 10.11.2017, 12:42
von gitarrenmacher
thoto hat geschrieben:
10.11.2017, 12:13
........... "Naphta (Erdöl)" ..................
Aus WIKI
Das Wort Naphtha stammt aus dem Griechischen: νάφθα náphtha hat wiederum seinen Ursprung im persischen Wort naft für „Erdöl“.

Ich denke, der Begriff ist weder genormt, noch geschützt und regional verschieden gebräuchlich. Also würde ich, bei der Vielzahl von Erklärungen des Begriffs, zur Vorsicht raten, und nicht irgendwas auf das Instrument geben, was als Naphtha bezeichnet wird. Das könnte in die Hose gehen

Re: Was ist denn eigentlich Naphtha?

Verfasst: 10.11.2017, 12:52
von hogan666
Das hier gibt's zum Beispiel im Bauhaus:
https://www.bauhaus.info/terpentinersat ... ungsbenzin

Re: Was ist denn eigentlich Naphtha?

Verfasst: 10.11.2017, 14:25
von zappl
hogan666 hat geschrieben:
10.11.2017, 12:52
Das hier gibt's zum Beispiel im Bauhaus:
https://www.bauhaus.info/terpentinersat ... ungsbenzin
... und genau dieses ist meiner Erfahrung nach für den o.g. Zweck dem Aufstellen der Fasern nicht besonders brauchbar. Das Trocknen dauert recht lange und ich hatte auch den Eindruck, dass es sogar leicht ölig ist. Zum Verdünnen von Tru-Oil hingegen eignet sich das Produkt hervorragend.

Nimm lieber reinen Alkohol (99%), "da weiß man wenigstens was man hat" ;) Zum Beispiel hier: https://www.joha.eu/de/harze/naturharze ... alcohol-99

Re: Was ist denn eigentlich Naphtha?

Verfasst: 10.11.2017, 15:21
von hogan666
Haha gut zu wissen.
Muss mal im Bauhaus bissl stöbern, was es noch gibt.
Apotheke ist mir zu teuer... ;-)

Re: Was ist denn eigentlich Naphtha?

Verfasst: 10.11.2017, 15:45
von wasduwolle
Hi Sebastian,
Warum verdünnst du den Trueoil?
Nur mal so aus Neugier....(es riecht als könnte ich was lernen:-) )
Grüsse
Wasduwolle

Re: Was ist denn eigentlich Naphtha?

Verfasst: 10.11.2017, 16:21
von zappl
wasduwolle hat geschrieben:
10.11.2017, 15:45
Warum verdünnst du den Trueoil?
Nur mal so aus Neugier....(es riecht als könnte ich was lernen:-) )
Es lässt sich leicher auftragen, zieht sich beim Trocknen besser glatt, weniger Schlieren, sprich weniger Zwischenschliff. Stark verdünnt und hauchdünn aufgetragen lässt sich die letzte Schicht fehlerfrei und mit ordentlichem Glanz auftragen, sodass auf man auf eine Nacharbeit verzichten kann. Dafür verlängert sich die Trockenzeit etwas, aber nicht wesentlich. Hier ein Beispiel: http://gitarrebassbau.de/viewtopic.php? ... 50#p104635 und dort in Beitrag #69

Ist übrigens keine Spinnerei meinerseits, sondern sogar von Birchwood selbst empfohlen. ;)

Re: Was ist denn eigentlich Naphtha?

Verfasst: 10.11.2017, 16:32
von Yaman
zappl hat geschrieben:
10.11.2017, 16:21
Es lässt sich leicher auftragen, zieht sich beim Trocknen besser glatt, weniger Schlieren, sprich weniger Zwischenschliff. Stark verdünnt und hauchdünn aufgetragen lässt sich die letzte Schicht fehlerfrei und mit ordentlichem Glanz auftragen, sodass auf man auf eine Nacharbeit verzichten kann.
Ich habe den gleichen Effekt erhalten, indem ich die Oberfläche ganz normal mit Danish Oil behandelt habe und dann über die noch feuchte Oberfläche noch einmal mit Poliboy Arbeitsplattenöl (https://shop.poliboy.de/arbeitsplatten-ol-500ml.html) gegangen bin. Nach dem Trocknen eine völlig glatte, fehlerfreie Oberfläche.

Re: Was ist denn eigentlich Naphtha?

Verfasst: 10.11.2017, 16:52
von zappl
Also gleich nach dem letzten Auftrag des Danish Oils? Wie verhält es sich danach von der Haptik?

Re: Was ist denn eigentlich Naphtha?

Verfasst: 10.11.2017, 20:10
von Yaman
zappl hat geschrieben:
10.11.2017, 16:52
Also gleich nach dem letzten Auftrag des Danish Oils? Wie verhält es sich danach von der Haptik?
Ich nehme den Überstand des Danish Oil ab und gehe dann mit dem Poliboy Arbeitsplattenöl darüber. Es trocknet sehr schnell, am nächsten Tag ist ein hauchdünner, nicht klebender Ölfilm (wahrscheinlich ein Teil des im Produkt enthaltenen Weißöls) zu spüren, den ich mit Küchenkrepp abwische. Am Tuch ist nicht viel zu sehen. Danach ist es sehr glatt und klebt nicht mehr. Weißöl dringt im allgemeinen tief in das Holz ein, härtet aber nicht aus und ist ja auch Hauptbestandteil von Balistol. Das Poliboy Arbeitsplattenöl ist im Vergleich mit Danish Oil nicht so dickflüssig.

Ich habe mal bei Poliboy angefragt, was in dem Öl enthalten ist. Hier die Antwort:

"Unser Produkt Poliboy Arbeitsplattenöl enthält neben Leinöl als Hauptkomponente ein „Langölalkydharz“ auf Basis von Sonnenblumenöl.
Dabei benutzen wir keine Hilfsstoffe (Trockner) für die Trocknung der Öle, da diese oft neg. Auswirkungen haben: z.B. durch Schwermetalle.
Die eingesetzten Harze haben ein besseres Trocknungsverhalten als reines Leinöl und sind stärker in der Schutzwirkung. Somit reicht die normale oxidative Trocknung für unser Produkt aus. Eine hohe Luftwechselrate und wärmere Temperaturen beschleunigen ebenfalls die Trocknung."