Bau Lackierkabine

wie und womit erreiche ich das gewünschten Finish?

Bau Lackierkabine

Beitrag 1 von 48 Beitragvon shocki » 06.11.2016, 15:53

Möchte mir nach folgendem Vorbild eine kleine Lackierkabine bauen.
http://i252.photobucket.com/albums/hh28 ... 009002.jpg
http://i252.photobucket.com/albums/hh28 ... 009004.jpg

Werde diese Teile verwenden
https://www.amazon.de/gp/product/B00A73 ... Z77EXPF8LK
https://www.amazon.de/gp/product/B0114S ... VIFMVUNSNI
http://www.autolackierbedarf.de/item/12 ... -20-m.html

D.h. der Lüfter befindet sich bei dieser Konstruktion an der rechten Seite unten und befördert die Luft durch den Filter unten heraus. Der Alu Schlauch wir durch das Fenster nach draußen gehen. Das ausgewählte Filtermaterial ist zwar etwas teurer scheint aber so auch im "professionellen" Bereich Verwendung zu finden. Es wäre evtl. besser einen Kunststoffschlauch anstatt Alu zu nehmen. Habe ich bisher aber noch nicht gefunden.

Holz habe ich ehh noch. Ich denke bei dieser geringen Investition kann man es mal versuchen. Ein große Lackierkabine z.b. aus PVC mit entsprechend größeren Lüftern ist bei mir im Moment schwierig. Ich werde einfach mal schauen, wie effektiv der Lüfter arbeitet.

Etwas Ähnliches wurde hier gemacht. Aus Pappe sicherlich zum Testen auch nicht schlecht. Dort gibt es sogar Bezugsquellen.
http://www.sailundroad.de/index.php?opt ... &Itemid=69
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 2 von 48 Beitragvon capricky » 06.11.2016, 17:10

Hast Du schon mal mit einer Spritzpistole lackiert? Dann wärst Du skeptisch, was den Nutzwert dieser Spritzkabine" betrifft. Für Airbrush oder Spraydose mag das noch gerad gehen, aber mit einer Sata mini oder ähnlich ist das Spielzeug, speziell der Lüfter. Also - besser als gar nichts, aber nicht wirklich gut.
Was ich auch weiter als sehr nachteilig ansehe, ist diese Wand, in dem das Drehrohr gelagert ist, man hat mit der Pistole kaum Zugang um die Cutaways auszuspritzen....

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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 3 von 48 Beitragvon wasduwolle » 06.11.2016, 17:47

Der Lüfter sollte ex geschützt sein, damit du keinen Feuerdrachen baust, wenn du mit lösungshaltigen Lachen arbeitest
Grüsse
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 4 von 48 Beitragvon DoubleC » 06.11.2016, 17:56

Da hat der Rächer Rächt!

Bei Martin Koch im Buch und auch in irgendwelchen Posts von Dan Erlewine (StewMAC) findet man Konstruktionen zum S-prühen in der Multifunktionswerkstatt.

Wenn Du tatsächlich den Sprühnebel (Overspray) absaugen/filtrieren willst, brauchst Du MÄCHTIGE Lüfter. Sinnvoller im Heimwerker/DIY/Amateurbereich ist es sicherlich, alles, was nicht benebelt werden soll, mit starker Maler/Baufolie abzudecken, Potenten Atemschutz zu tragen und duuch gute Belüftung (Rohrlüfter für Scheixx-Häusln) die Lösemittel schnell und effizient in die Natur zu entlassen..........also nach draussen. Dann mieft die Bude nicht, es bleibt warm und alles ist gut...............

Also erst Gesundheitsschutz..........

Hmmm, ich glaube, Herr Deimel hat auch mal sein lüfterbewehrtes Kellerfenster im Fachblatt "Pippern oder die Kunst zu hören, wie 'ne Vintitschmaus 'nen steiffen kriegt" vorgeführt............ist schon bisschen was her......


Gruss

DoubleC, der sich seit Jahren um solche Maßnahmen herumdrückt, obwohl seit 2005 ein potenter Rohrlüfter in Kistchen aged
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 5 von 48 Beitragvon kehrdesign » 06.11.2016, 18:01

Außer Größe und Zugänglichkeit könnte bei Deinem Lackierkabinen-Modell auch mangelndes Licht zum Problem werden.

Ich hänge unter die Werkstattdecke einen Holzrahmen mit Abhängern aus gut lichtdurchlässigem weißem Stoff auf (Foto-Zelt); das ergibt wunderbar diffuses und störungsfreies Licht. Und auf der Werkbank darunter liegt 'ne einfache Hartfaserplatte, auf der sich der Farbnebel absetzen kann. Für 'ne gelegentliche Lackierung ist das völlig ausreichend.

Meine Werkstückhalterung lässt das Schwenken um 2 Achsen zu und gerade auf Letzteres möchte ich keinesfalls verzichten.

links oben die Aufnahmen, rechts oben ein per Schraubzwinge auf der Werkbank festspannbares Winkeleisenstück mit Rohrstutzen, das (wie wahlweise auch des längere Rohr) in senkrechter Position drehbar das längenverstellbare Gestell aufnimmt.

Da kann ich mit der linken Hand wärend des Spritzens das Teil in die jeweils günstigste Position bewegen. Die verschiedenen Aufnahmen ermöglichen die Handhabung von einer ganzen Gitarre oder auch einzelnen Hälsen oder Bodies.

Eine spezielle Absaugung habe ich nicht, werfe nach dem Spritzen lediglich einen Fensterlüfter an, nur um den Lösungsmittelgeruch zu beseitigen.
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 6 von 48 Beitragvon shocki » 06.11.2016, 18:33

Ja klar habe ich schon lackiert und zwar in der offenen Garage. Der Sprühnebel der entsteht ist schon ziemlich massiv. Aber mit offener Garage kein Problem. Also muss ich doch zur Lösung mit größerer Kabine mit Folie und großen Lüftern greifen... Schade ;) Das müsste ich allerdings in der Garage machen. Und da ist es leider im Winter zu kalt.

Andererseits wäre die kleine Lösung ja zumindest mal einen Versuch wert. Mit den Cutaways hast Du aber Recht.

Hier sieht man übrigens ganz gut wie offen lackiert wird. Da wird allerdings wahrscheinlich ein größerer Lüfter dahinter sitzen. Ist auch ein wenig größerer. Aber im Prinzip das gleiche.

https://www.youtube.com/watch?time_cont ... ybZ6It5Xck
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 7 von 48 Beitragvon sunrisebrasil » 06.11.2016, 21:50

Ich sehe den Nutzwert dieser kleinen Lackierkabine auch als sehr begrenzt an.
Ich hbe selbst in diesem Jahr 4 Gitarren lackiert, einfach im Freien.
Ging wunderbar, mein Tip wäre also: Warten bis Mai, dann im Freien Lackieren.
Viele Grüße
Markus
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 8 von 48 Beitragvon penfield » 07.11.2016, 09:49

Ich habe mir eine Lackierkabine aus einem schwedischen Stoffschrank mit einer ebenso schwedischen Dunstabzughaube gebaut (Links siehe unten). Fotos kann ich nachliefern, wenn Bedarf ist.

Die Abzughaube ist oben auf das Gitter des Schrankes aufgelegt und fixiert, Stoffbezug oben für den Luftschlauch aufgeschnitten, diesen durchgesteckt und (beim Lackieren) aus dem Fenster gehängt. Das untere Gitter ist mit Stoff abgedeckt, um das Ansaugen von Schmutz zu vermeiden. Dazu eine Holzkonstruktion zum Halten der Instrumente.

Wenn man ordnungsgemäß mit der Pistole lackiert, also normale Schichten sprüht und die Ablüftzeiten einhält, funktioniert das gut. Allerdings muss der Schrank beim Lackieren natürlich offen sein, und damit ist die Wirkung des Abzuges entsprechend geringer, d.h. man muss aufpassen, dass man, solange der Schrank offen ist, den Abzug nicht überfordert, sonst steht man gleich im dichten Sprühnebel, insbesondere, wenn man voll draufglüht (was man lackiertechnisch aber eig. nicht sollte) - ersetzt also eine Schutzausrüstung auf KEINEN Fall.

Die Lackierergebnisse sind allerdings deutlich besser hinsichtlich Staub und sonstiger Verunreinigungen.
Mit Temperatursonde und Heizlüfter ergibt sich eine ausgezeichnete Trockenkabine.

Das hängende Lackieren ist halt so eine Sache. Manchmal geht es sehr gut, dann wieder produziere ich Lackfehler (hpts. Läufer). Ich denke daher schon länger über Alternativen nach, aber das ist nicht so einfach, da leider ein Platzproblem und der Stoffschrank ist sehr kompakt. Als Trockenschrank möchte ich ihn gerne behalten.
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http://www.ikea.com/at/de/catalog/produ ... uery=breim
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 9 von 48 Beitragvon hatta » 07.11.2016, 10:42

den von dir gezeigten Schrank würde ich so nicht bauen!!!

Das geht im wahrsten Sinne des Wortes nach Hinten los. Soll heisen, wenn du da reinsprühst, dann kommt dir der Sprühnebel soffort entgegen und ab in die Augen damit.
Weiters ist der Lüfter komplett unterdimensioniert und vorallem MUSS der EX-geschützt sein!

Wenn du dir sowas baust, dann mach die Kiste MINDESTENS doppelt so groß, wenn nicht größer. Dann muss die Absaugung sowohl von unten als auch von der Rückseite erfolgen um halbwegs was zu bewirken.

Du musst dann natürlich auch den oder die Lüfter entsprechend dimensionieren dass die mehr absaugen, als du mit der Pistole luft zuführst, sonst wird das nix. Es zählt da garnichtmal so der Durchsatz sondern unter anderem auch der Lüfterquerschnitt. Wenn die ganze Luft durch einen so kleinen Lüfter muss, dann saugt es nicht wirklich so wie es soll...
Auch musst du schauen, dass du gleichviel Luft wieder beim Fenster rein lässt wie du absaugst und dann wirds im Winter schon ordentlich kalt...

Ich habe für sowas schon seit einigen Jahren einen doppel Trurbinenlüfter zuhause von ner alten Hallenheizung.
Einbauen werd ich das erst wenn ich ne eigene Garage/Werkstatt habe. Ausgeführt wird sowas am besten mit zu und Abluft, ansonsten saugt es zwar ordentlich, aber es kommt nicht genug Luft nach.
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 10 von 48 Beitragvon the bird » 07.11.2016, 10:56

Mal ohne auf die Lüfterproblematik einzugehen, wenn man eine Rahmenkonstruktion aus Latten für die Kabine bauen möchte, gibts hier
https://www.bauhaus.info/balkenschuhe-f ... p/20462121
günstige Metallverbinder mit denen sich ziemlich einfach ein Grundgerüst aufbauen lässt.
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 11 von 48 Beitragvon capricky » 07.11.2016, 11:05

the bird hat geschrieben:Mal ohne auf die Lüfterproblematik einzugehen, wenn man eine Rahmenkonstruktion aus Latten für die Kabine bauen möchte, gibts hier
https://www.bauhaus.info/balkenschuhe-f ... p/20462121
günstige Metallverbinder mit denen sich ziemlich einfach ein Grundgerüst aufbauen lässt.


Das ist mal ein konstruktiver Vorschlag. Beschlagen sollte man das Gestell dann mit einer klaren Folie, so bleibt das Licht und somit die Sicht erhalten (das ist bein Spritzlackieren mit das wichtigste).

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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 12 von 48 Beitragvon hatta » 07.11.2016, 11:38

Sehr guter Vorschlag!!!
So kann man auch wenn man will auf die Folie außen LED Lampen legen und hat kein Problem mit dem EX Schutz 8) (Wir wollen das ganze ja nicht zu weit treiben so wie bei Anlagengenehmigungen in der Lackiererei (whistle) ...da darf man nichtmal furzen beim Lackmischen)
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 13 von 48 Beitragvon kehrdesign » 07.11.2016, 14:29

Die transparente Folie habe ich durch gut lichtdurchlässiges Segeltuch/Fallschirmseide ersetzt; das ergibt ein sehr schönes, diffuses Licht in der Kabine. Bei der Folie hat mich die harte Spieglung der Umgebung gestört. Ferner haben sich nach mehrmaligem Gebrauch leicht mal alte Farbnebel-Flocken von der Folie gelöst ...

Statt eines platzfressenden, quaderförmigen Gestells habe ich wie oben bereits angedeutet lediglich einen Rahmen aus vier mit Scharnieren verbundenen und zusammenlegbaren Stangen, über die ich das Segeltuchzelt (welches aus einer Deckseite und drei Abhängern besteht) ziehe und das ganze an der Werkstatt-Decke aufhänge. Die unteren Enden der Abhänger sind durch 3 ... 4 mm Rundstahlstangen beschwert. ... dann die Halterung auf die Werkbank geklemmt, alle Werstattlampen an - fertich is der Lack.

Meine Kabine ist zusammengelegt als ca. 1,3 m lange Rolle leicht zu verstauen. Wenn man Platz im Überfluss hat kann man sich natürlich eine starre, stationäre Kabine hinstellen - für mich und die 2 bis 4 Lackierungen im Jahr aber inakzeptabel.
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 14 von 48 Beitragvon capricky » 07.11.2016, 15:40

Na ich weiß nicht, ob diffuses Licht jetzt wirklich so der Bringer ist...., ich brauche zum lackieren schon Lichtreflexe und Spiegelungen aus einem bestimmten Winkel (ist schwer zu beschreiben), da erkennt man gut diesen guten Moment zwischen noch schlecht und wieder schlecht.

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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 15 von 48 Beitragvon kehrdesign » 07.11.2016, 16:57

capricky hat geschrieben:... ich brauche zum lackieren schon Lichtreflexe und Spiegelungen aus einem bestimmten Winkel (ist schwer zu beschreiben), da erkennt man gut diesen guten Moment zwischen noch schlecht und wieder schlecht.

Ja, kann ich nachvollziehen. Da spielen sicher auch persönliche Gewohnheiten und Vorlieben 'ne Rolle.

Durch die nahezu freie Schwenkbarkeit in der Halterung lassen sich notfalls statt dessen auch die paar dennoch vorhandenen Knicke und Kanten im Zelt nutzen. Beim Erkennen bspw. des unharmonischen Verlaufes einer Wölbung anhand des Verlaufes einer geraden, gespiegelten Kante ist's zum Zeitpunkt des Lackierens ohnehin zu spät für eine Korrektur.
Wenn man aber eine gleichmäßig spiegelnde, größere Lackfläche vor Augen hat, fällt sofort während des Lackauftrages und des Verlaufens jede Störung auf. Letzteres hat mich hauptsächlich zum Umstieg auf die Fallschirmseide (die ich auch für Lichtdiffusoren beim Fotografieren verwende) bewogen.

Wenn ich's richtig in Erinnerung habe, war das diese.
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 16 von 48 Beitragvon the bird » 07.11.2016, 17:48

Das ist das selbe Prinzip wie bei der Beurteilung von Hagelschäden. Da hält der Gutachter auch eine schwarzweiß gestreifte Pappe über den Lack und kann durch die Verzerrungen die Beulen besser erkennen.
Kann man auch bei Gitarren machen (whistle)
Und zur Überprüfung der eigenen Lackierung vor dem Zwischenschliff einsetzen. Oder ob man eine Lacknase wirklich wieder ganz plan geschliffen hat.



Wird ja im Prinzip auch bei der Produktfotografie gemacht, nur hier um bestimmte Formen durch einspiegeln von Lichtreflexen hervorzuheben.
Aber jetzt schweife ich vom Thema ab.

@ kehrdesign: Die Halterung ist Klasse.
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 17 von 48 Beitragvon Izou » 08.11.2016, 09:29

Freunde, ich hab den Thread nun aufmerksam durchgelesen, und es kommen viele gute und richtige Argumente dafür und dagegen zusammen. Ich trage mich selber mit dem Gedanken einen "Spritzschrank" zu bauen. Warum "bauen" wir nicht zusammen die "Gitarrenbassbau-Lackierkabine"? Natürlich nicht in echts, sondern virtuell. Mit Materialliste, Bezugsquelle und Sicherheitsmassnahmen. Da hier schon einige Erfahrungen damit haben, würde sicher der eine oder andere, und da nehme ich mich nicht aus, daraus etwas mitnehmen und lernen können. Was haltet ihr davon? (think)
Gruss Marcel

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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 18 von 48 Beitragvon Izou » 08.11.2016, 11:24

Also, dann will ich mal erklären was mir so vorschwebt.
Ich habe vor einen Lackierschrank zu bauen. Der Schrank an und für sich ist Rund 1.8m hoch, und 1m tief sowie 1m breit und isoliert. Oben und nach vorne ist Glas verbaut, so dass oben ausserhalb des Schrankes eine Beleuchtung die stark genug ist, montiert werden kann. Dadurch besteht keine Gefahr das mir das Ding wegen der Dämpfe um die Ohren fliegt. Die Türe hat zwei Öffnungen für die Arme in denen Gummihandschuhe, wie man sie von Laboren her kennt, stecken. So sollte ich sicher zu sein, das kein Dreck oder Staub in die Kabine gelangen kann nachdem das Gebläse eingeschaltet und die Tür geschlossen wurde. Die Spritzpistole wird durch eine Klappe an der Seite des Schrankes zugänglich sein. Pressluft wird durch einen Schlauch der in den Schrank geführt wird gewährleistet. Der Abzug für die Luft wird oben durch einer Filtermatte erfolgen. Über einen Schlauch, der mit einem grossen Lüfter (muss mir noch überlegen welcher da sinnvoll wäre) verbunden ist, wird dann die Luft ins Freie geblasen. Von unten wird gleichzeitig warme Frischluft mit einem Industriegheizgebläse auch durch eine Filtermatte und Schlauch zugeführt. So stell ich mir vor herrscht im inneren eine konstante Temperatur, um damit auch im Winter arbeiten zu können. Die Gitarre wird am Halsfuss auf einer Stange montiert die wiederum an einen Drehtisch geschraubt ist. So ist es möglich den Body, oder was auch immer, zu drehen. An der Decke wird ein Hacken angebracht, der es mir erlaubt auch ganze Gitarren zu lackieren.

So, wo könnten nun die Probleme auftauchen? (think) Bin gespannt was ich vergessen habe.
Gruss Marcel

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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 19 von 48 Beitragvon hatta » 08.11.2016, 15:03

Wenn du so ein geschlossenes System machst, dann kannst du auch gleich so wie es in Lackierkabinen ist mit einem leichten Überdruck arbeiten!
Das verhindert, dass sich irgendwo Staub reinschwindeln kann.

Die Absaugung muss von unten und eventuell auch rückwärts erfolgen und die Warme zuluft muss von oben kommen, ansonsten verschlechtert sich der Effekt der Absaugung. Da Farbnebel nach unten fällt, würde ich dir dringend raten, unten abzusaugen und oben einzublasen.

Dass du eine warme Zuluft machst, ist sehr vorteilhaft, da dadurch auch alle Lösemittel mit abtransportiert werden. Wenn da kalte luft eingeblasen würde, sammeln sich Lösemitteldämpfe eventuell an manchen stellen und bilden ein explosives gemisch.

Eventuell finde ich das Kapitel in meinen Meisterkurs Unterlagen, da sollte irgendwo stehen, welchen Überdruck man für dowas verwendet. Auswendig weis ich das leider nichtmehr...das stand immer am Messgerät der Lackierkabine...is aber schon zu lange her :roll:

Beleuchtung könntest du wenn du schon dabei bist aber von mehreren Seiten realisieren, ansonsten hast du mit Schatten zu kämpfen, die dir die möglichkeit das Ergebniss zu beurteilen einschränken. Vorallem bei hellen Farbtönen und Klarlack ist eine gute beleuchtung sehr sehr hilfeich.

Baust du da dann auch einen Lackierständer ein?
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 20 von 48 Beitragvon kehrdesign » 08.11.2016, 16:31

Izou hat geschrieben:Also, dann will ich mal erklären was mir so vorschwebt. ...

Solch eine Konstruktion ist für meine Bedürfnisse viel zu aufwendig, platzfressend, unflexibel und unhandlich bei der hängenden Position. Daher ist hierzu keinen Beitrag von mir zu erwarten.
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 21 von 48 Beitragvon penfield » 08.11.2016, 16:37

Die Idee einer GBB Lackierkabine finde ich großartig! (clap3)
Möchte ich doch meine alte LK schon die längste Zeit ersetzen.

Was mir sofort einfällt: Bei 1m Breite kann man Hälse und ganze Gitarren aber nur hängend lackieren.
Das habe ich die längste Zeit (mit allen Nachteilen) so gemacht.

Ich würde deshalb nicht in die Höhe, sondern mehr in die Breite bauen, quasi einen, wie hatta schreibt, Lackierständer (wie Kehrdesigns oder Sunrisebrasils) umbauen

Das braucht halt zum Aufstellen beim Lackieren mehr Platz, aber die Vorteile überwiegen dabei.

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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 22 von 48 Beitragvon Izou » 08.11.2016, 17:04

kehrdesign hat geschrieben:
Izou hat geschrieben:Also, dann will ich mal erklären was mir so vorschwebt. ...

Solch eine Konstruktion ist für meine Bedürfnisse viel zu aufwendig, platzfressend, unflexibel und unhandlich bei der hängenden Position. Daher ist hierzu keinen Beitrag von mir zu erwarten.

Wenn du wüstest wie gross meine Werkstatt ist.... :D Ach ja, das Teil kommt auf Rollen damit man es auch verschieben kann.
Gruss Marcel

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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 23 von 48 Beitragvon Izou » 08.11.2016, 17:05

penfield hat geschrieben:
Was mir sofort einfällt: Bei 1m Breite kann man Hälse und ganze Gitarren aber nur hängend lackieren.
Das habe ich die längste Zeit (mit allen Nachteilen) so gemacht.

Was waren den die Nachteile?
Gruss Marcel

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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 24 von 48 Beitragvon hatta » 08.11.2016, 17:53

Naja, wie man es gewohnt ist...
Man kan ndie Zerstäuberkappe an der Pistole auch um 90 Grad drehen und dann Hängende Teile genau so wie "liegende" Teile lackieren.
Wenn man dann mal nen Läufer hat, kann der halt den ganzen Hals entlang bis zum Ende des Korpus laufen :lol: (whistle)
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 25 von 48 Beitragvon penfield » 08.11.2016, 18:07

Nur zum Verständnis: Ich habe im Sprühkasten oben ein Stellrad montiert, sodass die Werkstücke 360° drehbar sind, wenn sie hängen.
Mit Bodies (über Halsschraubenbohrungen direkt daran anschrauben) und Schraubhälsen (ditto) geht das gut, beides gleichzeitig lackieren bringt aber schon Platzprobleme bei 1m Breite. Und die unteren Ränder können Probleme machen.

Ganze Gitarren hängen zwangsläufig an Drahthaken (entweder Anschlussbuchse/E-Fach oder Mechanikbohrungen). Der offensichtliche Nachteil ist das Schwingen/Pendeln des Werkstückes bedingt durch Sprühdruck und/oder das Ausrichten bzw. Bewegen/Drehen des Werkstückes. Zudem ist das Werkstück abschnittweise nicht gut für die Pistole zugänglich und der ungleiche Auftrag führt oft zu Nasen und Läufern.

Generell ist es so, wenn man als Lackierdilettant, wie ich einer bin, etwas zu viel Lack aufträgt, was gelegentlich vorkommt (whistle), dann hat es die Schwerkraft beim hängenden Werkstück besonders leicht mir die (Lack)Nase zu zeigen...

Ich habe auch das Lackieren liegender Werkstücke probiert und das ging einfacher und war im Ergebnis besser. Es bedarf halt leider mehr Platz, weshalb ich es bisher, da ich im Freien leider nicht lackieren kann, so wie beschrieben gemacht habe.
Jetzt habe ich aber umgeräumt und Platz für eine neue Vorrichtung gemacht.
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 26 von 48 Beitragvon hatta » 08.11.2016, 21:39

Ah ich verstehe 8)

Mach dir nix draus, das passiert selbst erfahrenen lackierern relativ regelmäßig mit den lacknasen.
Bei gitarren ists nochmal etwas doofer, weil man ja sooviele ränder und kanten hat.
Liegend fallen die flächen allerdings wirklich viel leichter :)
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 27 von 48 Beitragvon penfield » 09.11.2016, 12:43

Danke für den Trost. Manchmal ist es frustrierend, aber ich lackiere gern. Macht mir echt Spaß.

Meine panikartige Instinktreaktion, wenn Läufer aufkommen, war in letzter Zeit (unter EInhaltung der Ablüftzeiten) möglichst dicke Lackschicht aufbauen, damit man dann ordentlich schleifen kann. ;)
Die Strategie funktioniert auch bei Dilettanten wie mir relativ gut. Man muss halt viel Schleifen und Polieren.

Schlecht ist halt, wenn sich, vor allem an den Bugwellenrändern von Läufern und Nasen beim Schleifen Krater oder Täler bilden. DIe gehen dann oft bis zum Basislack. :(

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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 28 von 48 Beitragvon Izou » 10.11.2016, 13:13

Das hat mich überzeugt. Ich denke mal aus dem Schrank wird ne Truhe... :lol:

Dann würde das ganze dann mit einer Vorrichtung wie sie Falk verwendet befestigt werden. Die Abmessungen müssten dann vermutlich in die Richtung gehen: B:1.5m, H:1.2m, T:1.2m? (think)
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 29 von 48 Beitragvon hatta » 10.11.2016, 13:17

Das klingt doch nach nem plan 8)
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 30 von 48 Beitragvon kehrdesign » 10.11.2016, 13:47

Mein Zelt überdeckt 'ne Fläche von 1,3 m im Quadrat; damit ist bei horizontaler Längsachse eine volle Drehung um die senkrechte Achse möglich. Für komplette Bässe (also mit nicht abschraubbarem Hals) dürfte es dann aber schon sehr eng werden.

Wenn man auf die 360°-Drehbarkeit verzichtet, kann man selbsverständlich die Tiefe auf unter deutlich einen Meter reduzieren, denn 1,3² qm sind schon 'ne Nummer. Allerdings würde man dann auch auf ein Großteil des Komforts verzichten, der mir selbst, weil qualitätsrelevant, sehr wichtig geworden ist.
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 31 von 48 Beitragvon Izou » 12.11.2016, 09:50

Ausgehend von der Grösse der Truhe, wie stark müsste das Gebläse sein, um hier ordentlich was wegzusaugen? (think)
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 32 von 48 Beitragvon hatta » 12.11.2016, 10:12

Ich würde als anhaltspunkt den luftverbrauch der pistole nehmen und schauen ob das funktioniert.
Wenn die pistole also 230L/min verbraucht, sollte mindestens soviel abgesaugt bzw. Durch die box von oben nach unten durchgedrückt werden (falls du mit zuluft arbeitest sollte sogar leicht mehr zuluft eingeblasen werden als abgesaugt wird)
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 33 von 48 Beitragvon capricky » 12.11.2016, 10:19

Izou hat geschrieben:Ausgehend von der Grösse der Truhe, wie stark müsste das Gebläse sein, um hier ordentlich was wegzusaugen? (think)

Wenn ich es mir recht überlege, dann müsst eigentlich doch so ein Rohrlüfter für Küche oder Bad ausreichen. Der Luftverbrauch einer Sata Minijet oder ähnlicher kleiner Lackierpistolen liegt ja im "schlimmsten" Fall nur bei 120l/min, das sind pro Sekunde nur 2l. In der Regel ist das aber eh noch weniger. Nun zieht der Lüfter ja auch "Nebenluft".... es müsst halt mal jemand probieren.
Da würde dann der Aufwand für die Absaugung sehr günstig ausfallen, Teile sind preiswert im Baumarkt zu finden.
Wenn mann nach unten absaugt, kann man sich vielleich das Zelt sparen, es braucht eventuell nur eine (klappbare) Rückwand und zwei Seitenwände. Pioniere werden gesucht.

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... ahh, der Lackierermeister hatta auch gerade ähnliche Gedanken... ;)
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 34 von 48 Beitragvon the bird » 12.11.2016, 12:07

capricky hat geschrieben:kann man sich vielleich das Zelt sparen


Das Zelt dient doch auch als Staubschutz, oder?

Um mal was in die Brainstormkiste zu schmeißen, wie wäre es denn mit einen Lichtzelt aus dem Fotografiebereich als Lösung für die, die nur einen schnell auf- und abbaubaren Staubschutz benötigen?
Einfach mal nach "Popup Lichtzelt" in der Bildersuche der bevorzugten Suchmaschine suchen.
Die gibts in diversen Größen und sind bis 120cm auch relativ erschwinglich. Der Aufbau ist wirklich in Sekundenschnelle erledigt und die Front lässt sich komplett öffnen. Ich selbst habe sowas in 100cm Kantenlänge zum fotografieren spiegelnder Objekte.
Ich mach nachher mal ein Bild mit einem Korpus o.ä. drin.
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 35 von 48 Beitragvon capricky » 12.11.2016, 12:29

the bird hat geschrieben:
Das Zelt dient doch auch als Staubschutz, oder?



Nach meiner Auffassung jetzt nicht, um das lackierte/zu lackierende Objekt vor Staub zu schützen, sondern um zu verhindern, das sich Farb- und Lacknebel in Werkstatt und Lunge absetzen.

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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 36 von 48 Beitragvon kehrdesign » 12.11.2016, 14:23

the bird hat geschrieben:...
Um mal was in die Brainstormkiste zu schmeißen, wie wäre es denn mit einen Lichtzelt aus dem Fotografiebereich als Lösung für die, die nur einen schnell auf- und abbaubaren Staubschutz benötigen?...

Genau da hat meine Konstruktion ihren Ursprung. Diese faltbaren "Stoffwürfel", die mir mit einer Kantenlänge bis zu 1 m bekannt sind, sind mir aber zu beengend, darum nur 3 Seiten und Decke aber ohne Boden und das Ganze aufgehangen.

capricky hat geschrieben:... um zu verhindern, das sich Farb- und Lacknebel in Werkstatt und Lunge absetzen....

Primär gehe ich davon aus. Allerdings lässt sich in einer allgemeinen Werkstatt Flugstaub kaum restlos vermeiden und ein gewisser Schutz davor ist ein erfreulicher Nebeneffekt.

Wobei ich meine Bedenken hätte, wäre eine zu kräftige, direkt in einer Kabine wirkende Absaugung und zwar wegen zu starker, lokal entstehender Strömungsgeschwindigkeiten. Erfolgt die Absaugung großflächiger, kann sich der Farbnebel leicht im überschaubaren Bereich absetzen und wird nicht durch die ganze Strömungspipeline nach außen geblasen. Für Akkordlackiererei mag das sicher anders zu beurteilen sein.

Meiner Erfahrung nach hat sich ein ziemlich simpler Fensterlüfter (Ø ca. 20 cm), der im gesamten Raum einen minimalen Unterdruck aufbaut, als ausreichend erwiesen. Auch dadurch, dass er während der Trocknung die LM-Dämpfe hinreichend ins Freie befördern kann. Die Ansaugung von frischer Luft erfolgt im einfachsten Fall durch Türspalten aus dem Innenraum, was gleichzeitig auch die Geruchsbelästigung von dort fernhält.
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 37 von 48 Beitragvon the bird » 12.11.2016, 16:54

Hier noch das versprochene Bild:



Der Würfel hat eine Kantenlänge von 80cm, die gibts aber auch bis 150cm. Zum Größenvergleich, eine normale E-Gitarre. Wie gesagt, ich nutze den eigentlich zum fotografieren.
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 38 von 48 Beitragvon shocki » 12.11.2016, 17:42

Ich überlege im Moment 2 Dinge

Variante 1
http://www.ebay.de/itm/182125888963?var=483542021864. Einen Rahmen bauen. Lüfter in den Rahmen und einen Filter davor und das Ganze ins Fenster hängen. So habe ich es in Büchern gesehen und so macht Stewmac es. Wenn man das mit 35cm Durchmesser macht ist die Luftmenge schon sehr hoch.

Variante 2.

http://www.ebay.de/itm/Airbrushkabine-A ... xyLN9Skx6h

Selbst mit diesen kleinen Lüftern schafft man schon einiges an Luft nach draußen da ja einige davon verwendet werden. Das Ganze läuft mit 12V und wahrscheinlich Brushless und sehr leise.

Lüfter 6 Stück mit je 127,5 Kubikmeter Volumenstrom pro Stunde (765 Kubikmeter gesamt!). Ich denke, dass hier 3 Lüfter erstmal ausreichen würden.

Ich vermute, dass die Wahrscheinlichkeit zur Entstehen von Funken hier recht gering ist? Alternativ könnte man auch Rohrlüfter verwenden. Hier ließen sich Schläuche nach außen besser anbringen.

Sieht mir in dem Beispiel allerdings so aus, als würde gar keine Luft nach draußen befördert ? Besonders sympathisch an Beispiel 2 finde ich, dass dies auch ein idealer Schleif- und Lötplatz wäre.

Ich hätte noch eine "doofe" Frage dazu. Der Geruch der beim Lackieren entsteht, kommt durch die Lösungsmittel? Wenn man absaugt und filtert bleiben die Lackpartikel im Filter hängen. Was passiert mit dem Lösungsmitteln? Bleiben die auch hängen oder gehen die über die Abluft nach außen ? Anders gefragt. Verringere ich den Geruch überhaupt bei einer reinen Filterung wo die Luft nicht nach Außen geführt wird wie in diesem Beispiel zu sehen?

D.h. gibt es auch Fälle wo man mit Umluft statt Abluft arbeitet ?

Hier gibt es sogar 20cm Lüfter mit sehr hoher Förderleistung
http://www.mindfactory.de/product_info. ... 04613.html

Oder auch in kleiner mit 14cm.
http://www.mindfactory.de/product_info. ... 23775.html
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 39 von 48 Beitragvon hatta » 12.11.2016, 17:59

Nein, die filter filtern nur die festwn lackpartikel raus, die lösemittel werden nicht ausgefiltert sondern gehen durch den filter nach draußen bzw. In den raum.

Die festen partikel sind nich das problem, sondern eben die lösemittel und da sind die tolulole und xylole das problem....diese riecht man nämlich nicht!!!
Das einzige was das giftige aus der abluft filtert ist aktivkohle.

Ich persönlich würde auch bei so einer offenen kabine zu einer lackiermaske raten wenn man regelmäsig damit arbeitet.
(Aber eigentlich müsste ich still sein...was wir teilweise in der lackierbox ohne maske gemacht haben :roll: )
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 40 von 48 Beitragvon shocki » 12.11.2016, 18:00

Lackiermaske natürlich sowieso ! Aber der Farbnebel muss raus um lackieren zu können und der Gestank muss aus dem Keller ;)
Das mit den PC Lüftern ist theoretisch eine gute Lösung. Nur bekommt damit die Luft schlecht nach außen. Da sind die Rohrlüfter wohl doch die bessere Alternative.
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 41 von 48 Beitragvon shocki » 12.11.2016, 20:07

So ich habe jetzt alles bestellt. Holz ist noch vorhanden. Habe mich jetzt doch für einen Bootslüfter entschieden. 100mm. Vorteil dabei ist, dass er Spritzwassergeschützt ist und mit 12V läuft. Und wo kein Wasser reinkommt kommen auch keine Funken raus.

Grundsätzlich möchte es wir hier machen.
http://s252.photobucket.com/user/rgogo6 ... 2.jpg.html

Allerdings mit 2 Lüftern und breiter damit ich auch die rechte Seite vernünftig lackieren kann. Wenn man das Ganze ca. 1,20m breit macht kann man die Gitarre ganz nach links schieben und so lackieren. Bin mir nur noch nicht im Klaren darüber ob ich die Absaugung nach unten oder nach hinten baue. Ich denke bei den Profi Lackierkabinen ist es eher unten ? Evtl. auch nach unten und hinten ?

Habe 2 Lüfter bestellt. Theoretisch kann man das Ganze aber ja beliebig aufrüsten. z.B. 2 Lüfter unten und 2 Lüfter hinten. Dann wäre ich schon bei 40cm Lüftergröße wenn man alles zusammenrechnet. Wenn man bedenkt, dass man ja in der Praxis 3-5 Minuten sprüht (mit kleineren Pausen dazwischen) dann ggf. einige Minuten wartet und nochmal 3-5 Minuten sprüht sollte das eigentlich ausreichend sein.
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 42 von 48 Beitragvon hatta » 13.11.2016, 14:21

Spritzwassergeschützt heist nicht ex-geschützt. Würdes garnicht glauben, wo das lösemittel-luft gemisch überall hin gelangt.

Die absaugung würde ich persönlich nach unten und nach hinten ausführen. Der spritznebel gelangt durch den spritzdruck richtung rückwand und durch die schwerkraft nach unten.
Allerdings würde ich nicht die komplette rückwand sondern eher ab der hälfte nach unten absaugen.

Du kanst die rückseitige absaugung gut etwas nach oben steuern, wenn die absaugöffnung nach hinten trichterförmig zum ventilator führt. Ähnlich der überströmer steuerung von einlasskanälen im 2 takt motor zylinder.

Also umso steiler der winkel richtung oben zeigt, umso weiter oben wird es bereits spritznebel einsaugen.
Solit sparst du dir filterfläche, musst dann halt öfters mal den filter tauschen weil sich der farbnebel auf eine kleinere fläche konzentriert.

Gruß
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Beitrag 43 von 48 Beitragvon shocki » 13.11.2016, 16:30

Ich denke, was Du sagst ist sinnvoll. Werde dann hinten und unten absaugen. Das Problem mit dem EX Schutz habe ich dann scheinbar immer noch nicht gelöst. Vielleicht muss ich doch auf Wasserbasierte Lacke umstellen wenn ich Innen lackieren will. Dazu kommt ja noch der Nitro Gestank, Reinigung und Entsorgung.
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 44 von 48 Beitragvon capricky » 13.11.2016, 16:43

hatta hat geschrieben:Die festen partikel sind nich das problem, sondern eben die lösemittel und da sind die tolulole und xylole das problem....diese riecht man nämlich nicht!!!


Also Lösemittel sind natürlich ein Problem, aber Xylol und Toluol werden kaum bis gar nicht mehr verwendet, wohl gar nicht in gitarrenrelevanten Lacken. Sie riechen auch sehr streng und typisch. Ich war u.a. mal Maschinist (Anlagenfahrer) in der Benzolanlage einer Kokerei. Xylol und Toluol sind Derivate von Benzol - alles sehr ungesund. Deshalb durften auch Jugendliche und Frauen dort nicht arbeiten (ich war ja schon 20 :roll: )

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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 45 von 48 Beitragvon shocki » 13.11.2016, 16:51

Mich würde dann mal grundsätzlich interessieren wie ihr lackiert. Es gibt ja eigentlich nur 3 Möglichkeiten

1) Mit Wasserbasierten Lacken drinnen oder draußen
2) Mit Nitrolacken (oder anderen Lacken mit Lösungsmitteln) draußen. z.B. in der Garage oder auf dem Balkon.
3) Mit Nitrolacken drinnen. Ohne eine professionelle Lackierkabine / Absaugung. D.h. man geht gewisse Risiken ein.

Wenn ich es richtig sehe, gibt es ja eine Menge kleiner, gewerblicher Gitarrenbauer die aber meiner Meinung nicht über eine professionelle Kabine verfügen ?
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 46 von 48 Beitragvon capricky » 13.11.2016, 17:10

Es gibt viel mehr Möglichkeiten bei den Lacken, du hast Acryllack (Autolack) vergessen, Schelllack, PUR-Lack wird auch immer häufiger verwendet.
Viele kleine Gitarrenbauer lassen auch lackieren. das ist zwar nicht billig, aber sie umgehen wenn sie das gewerblich machen, jede Menge Probleme mit Auflagen durch gestzliche Bestimmungen, frag mal hatta! 8)

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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 47 von 48 Beitragvon hatta » 13.11.2016, 18:06

Naja... tolulole sind zb. Im nitro enthalten (zumindest war in der lackiererei in der ich war noch das tolulon am nitro angeführt)
Die tusse vom arbeitsamt hat ganz doof aus der wäsche geguckt als ich ihr das mitgeteilt hatte, die glaubte nämlich dass xylole und tolulole längst aus den lacken verschwunden seien :badgrin: :roll:

Naja egal...

Die auflagen sind irre!! Ein kollege hatte sich eine werkstatt gebaut und dann mit mir den meisterkurs besucht um sich danach endlich selbstständig machen zu können. Eine auflagenänderun nach der hälfte des kurses beschehrte ihm einen umbau (in der eben erst fertiggestellten halle) um mehr als 20.000 teuro.
Der typ war dem szuzid nahe :|

Naja...so isses halt mit den auflagen und vorschriften.

Wie du das mit dem lüfter lösen könntest bezüglich ex schutz, da fällt mir gerade auch nix wirklich brauchbares ein.
Natürlich kann man es auch so wie dan erlewine (oder wie der heist) von stewmac machen, nur geht man damit zalt auch das risiko ein in die luft zu fliegen.

Ich weis grad nicht ob brushlessmotoren (funkenfrei da keine kohlen) da nicht etwa sogar elraubt sind (think) da hab ich bisher noch nix in erfahrung gebracht.

Edit: also was ich da so finde in dem bereich sind ex geschützte lüfter die mindestens das doppelte von nem normalen industrielüfter kosten. Startet bei ca. 750 öhren :shock:
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Re: Bau Lackierkabine

Beitrag 48 von 48 Beitragvon capricky » 13.11.2016, 18:53

Die Lüftermotoren sind ja im Grunde alle kollektorlos, das heisst, es gibt keine Funken beim Betrieb. Der Spritzwasserschutz bezieht sich auf das Anschlußfeld dieser Motoren, da sollte kein Wasser hineingelangen und Lösungsmittel oder Lack wird es dann auch nicht. Sind die Propellerflügel aus Kunststoff, kann bei einem mechanische Defekt auch kein Funkenschlag entstehen. Das ist im privaten Bereich ausreichende Sicherheit.

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