Halshölzer

Diskussionen über Hölzer für den Bau von Instrumenten
Herkunft, Trocknung, Lagerung und Eigenschaften

Moderator: jhg

Halshölzer

Beitrag 1 von 50 Beitragvon bea » 05.01.2017, 20:54

Weil es gerade aufkam und ich es war, die Birke als Material für Hälse ins Spiel gebracht hatte, starte ich mal diesen Thread.

Warum eigentlich immer Ahorn und irgendwelches Mahagoni als Holz für den Hals?
Was also geht alternativ, was nicht?

Ahorn (europ. Arten): sehr dekorativ und standfest, schwer spaltbar, geringe Neigung zum Werfen und zum Reißen.

Buche: Bei vergleichbarer Dichte und Härte wie Ahorn ein im Mittel größeres E-Modul. Eigentlich wünschenswert. Buche ist berüchtigt dafür, sich stark zu werfen. Mit konstruktiven Mitteln sollte man das eigentlich auffangen können. Bei den drei Schichtholzhälsen von Framus, die ich in Verwendung habe, funktioniert das gut.
Noch bei den Altvorderen, also im Jahnel, wird Buche als "allseitg verwendbar" bezeichnet.

Birke: Dichte etwas geringer, E-Modul ausgesprochen hoch, fast doppelt so hoch wie bei Ahorn. Bei Espen habe ich 16500 N/mm^2 gelesen. Was ausgesprochen viel ist, besonders angesichts der "normalen" Dichte.
Eigentlich sehr erwünschte Eigenschaften. Wenn da nicht die Spaltbarkeit wäre, über die ich beim Verarbeiten von Leimholzplatten schon mal kräftig gestöhnt habe. Auch Birke soll sich stark werfen - aber das sollte man doch mit zweiteiligen Hälsen in den Griff bekommen?
Der Hals meines Sorgenkinds scheint übrigens aus Birke zu bestehen. Vielleicht auch beider.

Meranti: ist zwar ein Tropenholz, aber ich habe noch ein paar alte Fensterrahmen in der Gartenhütte. Durchaus mit dem Ziel, die zu Hälsen zu verarbeiten. Vielleicht mehrstreifig mit zentralem Steifen aus zweifach gesperrter Birke ?

Birke wird noch im Jahnel als potentielles Holz für Hälse gelistet. Warum wird es nicht (mehr) verwendet?
LG

Beate
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Re: Halshölzer

Beitrag 2 von 50 Beitragvon hansg » 05.01.2017, 23:19

Meranti hab ich auch schon öfter als Halsholz verwendet. (erstmals 2009)
Mehrstreifig, und bisher ohne jegliche Probleme.

Im Keller liegt auch schon seit vielen Jahren ein kleines Stück Kirschbaum.
Das war mal eine Sauerkirsche die beim örtlichen Kindergarten stand.
Das wird auch irgendwann mal ein Hals.

Gruss
Hans
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Re: Halshölzer

Beitrag 3 von 50 Beitragvon Magfire » 05.01.2017, 23:57

Moin, spannendes Thema!

Hat jemand schon mal einen Hals aus Esche gebaut?
Esche ist ja an sich relativ flexibel, weshalb es ja auch gerne für Stiele von Gartengeräte genutzt wird.

Kann man das durch ein entsprechendes Griffbrett ausgleichen?

Danke und viele Grüße,
Philip
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Re: Halshölzer

Beitrag 4 von 50 Beitragvon jhg » 06.01.2017, 00:45

Ich finde Esche durch die recht grobe Maserung als Halsholz nicht so ideal (ebenso wie Eiche - könnte man ja auch nehmen)

Ich würde als Alternative mal Erle ins Rennen schicken - was haltet ihr davon? Bin nämlich auch am überlegen welche europäischen Hölzer man für den Gitarrenbau verwenden könnte. Dann umgeht man den ganzen Streß mit Importhölzern.

Fällt mir dann noch Kirsche, Elsbeere oder Birne ein ....
Die Obstbaumhölzer könnten m.E. etwas Probleme mit der Standfestigkeit haben - also ein Strathals dessen Kopfplatte sich irgendwann doch ziemlich nach oben verbiegt. Sieht man schon mal schön bei den 12saitigen EKO Gitarren.

Wenn es etwas exotischer sein darf: Bambus, Paulownia
Beide durch die sehr langen Fasern m.E. sehr standfest. Paulownia ist ziemlich empfindlich gegenüber Druck - kommt schon fast in die Richtung von Balsaholz.
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Re: Halshölzer

Beitrag 5 von 50 Beitragvon hatta » 06.01.2017, 01:29

Grade schnitze ich einen hals aus eiche (räuchereiche).
Verdammt hartes und wiederspnenstiges zeug! Allerdings wie oben schon erwähnt wurde, ist die eiche rechr grobporig.
Für mich allerdings kein grund keine eiche zu nehmen.

Achja...ziemlich schwer ist eiche auch 8)
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Re: Halshölzer

Beitrag 6 von 50 Beitragvon bea » 06.01.2017, 01:59

jhg hat geschrieben:Ich würde als Alternative mal Erle ins Rennen schicken - was haltet ihr davon? Bin nämlich auch am überlegen welche europäischen Hölzer man für den Gitarrenbau verwenden könnte. Dann umgeht man den ganzen Streß mit Importhölzern.


Erle wird/wurde im klassischen Gitarrenbau durchaus verwendet, wird sogar im Jahnel für Hälse empfohlen. Dürfte von der Festigkeit vergleichbar mit Meranti sein. Mit Stahlstab würde ich mich das auf jeden Fall trauen.

Der Birke-Hals meines Sorgenkinds hat übrigens keinen, und er ist alles andere als ein Prügel.
Ich habe übrigens das Gefühl, dass man mit Birke und einem extrem steifen Griffbrett (Olive?, Zitrone?, Katalox) recht problemlos Hälse ohne Stahlstab bauen könnte.

Sieht man schon mal schön bei den 12saitigen EKO Gitarren.


Weil das bei der Kopfplatte meiner Sperrholz-V auch berade beginnt (Framus-Schichtholz Buche), hab ich sie erst mal runtergestimmt und werde in Zukunft dünnere Saiten draufmachen, vielleicht 11er Flats.
LG

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Re: Halshölzer

Beitrag 7 von 50 Beitragvon fraenkenstein » 06.01.2017, 08:22

Guten Morgen,

sehr interessanter Thread, danke!
Mahagoni: davon können wir uns vermutlich auch bald verabschieden...
Ahorn: wird dadurch vermutlich deutlich teurer, dessen Verfügbarkeit deutlich sinken...
Birke, Buche, Erle und co.: ja klar, wie Bea schon erwähnt, mit entsprechenden konstruktiven
Maßnahmen in den Griff zu bekommen...aber niemals ohne Halsstellstab!!!
Eiche: mein Favorit bezüglich einheimischer Hölzer, wird vielleicht das bald knappe Mahagoni
ersetzen!? Und mal ehrlich, der Geruch beim bearbeiten von Eiche macht mich fast süchtig, die Gefahr ist groß das ich aus `nem Halsrohling einen Zahnstocher mache...;-)
Bambus: wenn schon Holz für einen Hals, dann dieses! Die Optik ist mies, die Eigenschaften
bezüglich der Härte, Gewicht und Biegefestigkeit jedoch unschlagbar!
Obstholz (Kirsche, Birne, Apfel und co.: da bin ich skeptisch, ich sehe selten ein Stück in brauchbarer Größe dessen Wuchsverlauf akzeptabel wäre...spätere Überraschungen nicht ausgeschlossen...
Mehrstreifgig/Gemischt/Trennfurniere: unbedingt, diese Varianten halte ich für sehr gute Hals-Konstruktionen...
Weiche Hölzer/Nadelhölzer: eher nicht, die sind mir zu empfindlich gegenüber Kratzern/Kerben...
@Bea: Olive, Zitrone, Katalox als Mittel zur Verstärkung des Halses!? Eine höhere Dichte/Härte des Materials bedeutet nicht automatisch auch eine höhere Stabilität/Biegefestigkeit...
Als gutes Beispiel aus dem Bereich Metalle möchte ich hier Magnesium (Felgen im Motorsport)
und Titan (Rotorköpfe bei Helikoptern) anführen, relativ geringe Dichte im Vergleich zu Eisen...


Gruß, Frank
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Re: Halshölzer

Beitrag 8 von 50 Beitragvon bigherb » 06.01.2017, 11:54

Tach zesammen
Als Freund gewagter "Alternativen" hatte ich vor Wochen von einem Versuch mit Paulownia für einen Strathals gesprochen. Nun, inzwischen ist er fertig. Um dem ganzen noch einen "unmöglicheren Aspekt" zu verpassen, besteht dieser Hals aus Resten eines Regalbodens, den ich zwecks Dicke übereinander verleimt habe. (2x 18mm) Als Griffbrett habe ich ein 7mm Eichebrettchen verwendet. Verstärkt durch einen Zweiwege-Stahlstab ist das ganze recht leicht aber stabil geworden.
Fazit. Meine dicken Flossen benötigen Brian May Maße für einen Gitarrenhals und das geht auch mit Paulownia sehr gut.
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Re: Halshölzer

Beitrag 9 von 50 Beitragvon Holzkarle » 06.01.2017, 11:57

In der ehemaligen Sowjetunion war Eiche ein viel verwendetes Holz für Hälse und auch für Bodys.Ich habe mehrere Kunden die ihre Instrumente sehr gerne aus Eiche bauen. Diese Kunden stammen alle aus der ehemaligen Sowjetunion. Das Gewicht der Instrumente ist da scheinbar zweitrangig.

Der Grung dafür dass kaum einheimische Obsthölzer in passenden Maßen und Qualitäten am Markt auffindbar sind ist die geringe Verfügbarkeit dieser Hölzer. Es ist kaum möglich größere Mengen einzukaufen. Alles was aber nur in geringen Mengen verfügbar ist, ist für Holzhändler uninterresant.

Unsere Obsthölzer sind, wenn sie gut abgelagert wurden und ordentlich sondiert verarbeitet werden, eine sehr gute Alternative zu den Tropenhölzern. Es gibt Stücke mit verschiedensten Riegelungen und Maserungen die optisch wahre Schmuckstücke abgeben. Alle Obsthölzer sind sehr hart bis mittelhart und können deshalb auch als Griffbretter und Decken oder Bodyholz verwendet werden.

Wir haben vor ca 17 Jahren beschlossen keine Tropenhölzer in unser Holzsortiment aufzunehmen. Damals wurden wir von vielen belächelt. Trotz aller Wiederstände haben wir Kurs gehalten und die Zeit hat uns Recht gegeben.

Mittlerweile gibt es in ganz Europa Instrumentenbauer die schon seit vielen Jahren auf den Einsatz von Tropenholz verzichten. All diese Leute verarbeiten ohne Probleme unsere einheimischen Obsthölzer.
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Re: Halshölzer

Beitrag 10 von 50 Beitragvon penfield » 06.01.2017, 12:11

Paulownia hat sich bei mir als Holz für Hälse bewährt.
Ist offenbar ausreichend belastbar, sehr günstig und vor allem leicht.
Die Bearbeitung ist einfach, allerdings ist es recht druckempfindlich - mit einem ordentlichen Finish aber kein Problem.
Leider habe ich hierzulande bislang nur Leimholz bekommen, was die Möglichkeiten fürs Finish einschränken kann.

Threads dazu:
Double neck frettless/fretted
Quickbird
Les Paulownia

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Re: Halshölzer

Beitrag 11 von 50 Beitragvon Haddock » 06.01.2017, 12:16

Hallo,

Kastanie nicht zu vergessen!

Holzkarle hat geschrieben:Mittlerweile gibt es in ganz Europa Instrumentenbauer die schon seit vielen Jahren auf den Einsatz von Tropenholz verzichten. All diese Leute verarbeiten ohne Probleme unsere einheimischen Obsthölzer.


Das praktiziere ich mittlerweile auch so und ein grossteil der Kunden finden das spitze. Für mich gilt da auch das Argument der Nachhaltigkeit und die Frage wie sinnvoll es ist, Hölzer von, zB. Brasilien zu Importieren.

Eiche als Halsmaterial geht wunderbar. Grundsätzlich verleime ich die Hälse immer mindestens 3teilig.

Gruss
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Re: Halshölzer

Beitrag 12 von 50 Beitragvon bea » 06.01.2017, 12:24

fraenkenstein hat geschrieben:@Bea: Olive, Zitrone, Katalox als Mittel zur Verstärkung des Halses!? Eine höhere Dichte/Härte des Materials bedeutet nicht automatisch auch eine höhere Stabilität/Biegefestigkeit...


Das ist richtig. Bei Katalox ist sie hoch, ausgesprochen hoch sogar - um die 23000 N/mm^2.
Bei den einheimischen Arten hab ich es nicht im Kopf.
LG

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Re: Halshölzer

Beitrag 13 von 50 Beitragvon bea » 06.01.2017, 12:30

Holzkarle hat geschrieben:Der Grung dafür dass kaum einheimische Obsthölzer in passenden Maßen und Qualitäten am Markt auffindbar sind ist die geringe Verfügbarkeit dieser Hölzer. Es ist kaum möglich größere Mengen einzukaufen. Alles was aber nur in geringen Mengen verfügbar ist, ist für Holzhändler uninterresant.


Und damit auch für die Industrie, die große Mengen gleichbleibender Qualität benötigt?
Das wäre ja eine feine Perspektive.
LG

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Re: Halshölzer

Beitrag 14 von 50 Beitragvon penfield » 06.01.2017, 15:08

Ergänzende Frage zum Thema Griffbretthölzer...
Ahorn, Eiche und Obsthölzer scheinen, jetzt abgesehen von Kunststoffen wie Micarta u.ä., als Griffbretthölzer recht verbreitet zu sein.

Wie schaut es z.B. mit Buche aus? Ginge das auch als Griffbrettholz?
Soll ja sehr spröde und verwindungsgeneigt sein - kann man da ordentlich Bundieren?
Bis jetzt habe ich nämlich nur Buchenhälse mit Palisander als GB bzw. Buchengriffbretter ohne Bünde gesehen.

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Re: Halshölzer

Beitrag 15 von 50 Beitragvon uwe.s. » 06.01.2017, 16:20

Magfire hat geschrieben:Moin, spannendes Thema!

Hat jemand schon mal einen Hals aus Esche gebaut?
Esche ist ja an sich relativ flexibel, weshalb es ja auch gerne für Stiele von Gartengeräte genutzt wird.

Kann man das durch ein entsprechendes Griffbrett ausgleichen?

Danke und viele Grüße,
Philip


Hallo Philip,

1988 habe ich eine Gitarre mit durchgehnedem Esche-Hals und Nussbaum-Griffbrett gebaut. Die funktioniert - so weit ich weiß - heute noch. Die Grobporigkeit des Holzes hat dem Kumpel, mit dem ich sie gebaut habe grade gut gefallen.
(Fast) alles geht :) : Fichte, Paulowina, Buche und die "Standardhölzer" - mit eine bisschen Eingehen auf die Besonderheiten - habe ich schon ausprobiert.

Uwe.s.
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Re: Halshölzer

Beitrag 16 von 50 Beitragvon gitarrenmacher » 06.01.2017, 16:24

Holzkarle hat geschrieben:
Wir haben vor ca 17 Jahren beschlossen keine Tropenhölzer in unser Holzsortiment aufzunehmen. Damals wurden wir von vielen belächelt. Trotz aller Wiederstände haben wir Kurs gehalten und die Zeit hat uns Recht gegeben.

Mittlerweile gibt es in ganz Europa Instrumentenbauer die schon seit vielen Jahren auf den Einsatz von Tropenholz verzichten. All diese Leute verarbeiten ohne Probleme unsere einheimischen Obsthölzer.


Ich wage einen Ausblick.
Sobald für Instrumente (Gitarren), die nicht aus den sogenannten Tropenhölzern gebaut sind, marktinterresant bzw. marktrelevant werden, werden diese Hölzer in kürzester Zeit für Kleinwerkstätten oder Hobbybauer nicht mehr in genügender Menge verfügbar sein. Und dann? Kommt dann der Birnbaum auch auf den Index?
Randnotiz:
Einige Flächen des Sachsenwaldes (nordöstlich von HH) gehören chinesischen Konsortien, die daraus den unstillbaren Hunger der chinesischen Möbelindustrie bedienen. In Nordamerika sind Plantagenweise Walnussbäume in der Phase ihres Höchstertrages für die Möbel-und Gitarrenindustrie platt gemacht worden.

Birke geht gut. In meiner Nachbarschaft baut jemand regelmäßig Maccas damit, ebenso mit Walnuss.
Für Banjohälse wird ausser Ahorn gerne Nuss oder Schwarzkirsche genommen.
Munterbleiben
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Re: Halshölzer

Beitrag 17 von 50 Beitragvon Holzkarle » 06.01.2017, 21:33

Die Gefahr dass durch übermäßige Nutzung unsere Obst und Buntlaubbestände in Europa gefährdet werden könnten sehe ich nicht. Bei uns wird in der Regel nicht mehr geerntet als nachwachsen kann.
Kahlhiebe sind im Normalfall verboten. Das Preisniveau kann sich ändern. Das Angebot wird aber immer vorhanden sein in mehr oder weniger großer Menge.
Das beste Beispiel für eine regelrechte Verschwendung guter Tonhölzer ist momentan die Kirsche. Seit ca 7 Jahren schrumpft die Anzahl Kirschholzverarbeitender Sägewerke und Firmen in Europa rapide. Die meisten sind in den Osten abgewandert. Das hat zur Folge dass zwar sehr große Kirschholzbestände vorhanden sind, mit Ausnahme der Furnierqualitäten, aber leider Kirsche am Markt fast nicht mehr absetzbar ist zu einem vertretbaren Preis.
Die geernteten Kirschen werden mittlerweile als Industrieholz verkauft. Das ist eine Verschwendung von hochwertigen Tonhölzern.
Das selbe passiert mit vielen Obsthölzern. Weil kaum ein Markt vorhanden ist werden viele der Stämme als Brennholz verkauft oder geschreddert.
Es ist eine zeitintensive Beschäftigung im Winterhalbjahr gefällte Obststämme anzufahren, zu Bewerten und zum Verarbeiten abzutransportieren. Wenn der Holzhändler aber durch vernünftige Preisgestaltung in der Lage ist ordentliche Preise für solche Stämme zu bezahlen landen die Guten nicht im Ofen.
Ich fahre im Winter bis zu 10000 km um Obsthölzer zu bewerten.
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Re: Halshölzer

Beitrag 18 von 50 Beitragvon bea » 06.01.2017, 22:35

Holzkarle hat geschrieben:Kahlhiebe sind im Normalfall verboten.


Ich dachte, es gäbe Probleme in Spanien und Portugal, wo Korkeichen durch Eukalyptusplantagen ersetzt werden (taugt dieses Holz eigentlich für uns?), und im Südosten, z.B. in Rumänien, wo illegaler Raubbau ähnlich wie in Madagaskar betrieben wird.

Was ist eigentlich mit den Ahornbeständen aus Bosnien? Werden die nachhaltig bewirtschaftet oder übernutzt?
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Re: Halshölzer

Beitrag 19 von 50 Beitragvon hatta » 06.01.2017, 22:44

Da hat der karl völlig recht!
Bei uns wird auch das schönste holz verheizt :x

In meinem heimatdorf haben die einen riesigen kastanienbaum gefällt (das wahrzeichen des dorfes) weil der einer pothässlichen neuen verkehrskreutzung weichen musste (das wäre auch ohne den baum zu fällen gegangen)

Das holz war allererste sahne und vorallem extreem viel.

Ein ortsansässiger schnitzer wollte einen teil des baumes erwerben, was ihm verweigert wurde.
Stattdessen wurde der komplette baum zu hackschnitzel verarbeitet :(
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Re: Halshölzer

Beitrag 20 von 50 Beitragvon bea » 06.01.2017, 23:17

hatta hat geschrieben:Ein ortsansässiger schnitzer wollte einen teil des baumes erwerben, was ihm verweigert wurde.


Mit anderen Worten: der Typ in der Verwaltung, der das verantworten muss, ist ein Dorfdepp?
LG

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Re: Halshölzer

Beitrag 21 von 50 Beitragvon hatta » 07.01.2017, 00:29

bea hat geschrieben:
hatta hat geschrieben:Ein ortsansässiger schnitzer wollte einen teil des baumes erwerben, was ihm verweigert wurde.


Mit anderen Worten: der Typ in der Verwaltung, der das verantworten muss, ist ein Dorfdepp?


Genau das liebe bea :roll:
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Re: Halshölzer

Beitrag 22 von 50 Beitragvon 12stringbassman » 07.01.2017, 09:38

Es ist halt leider so, dass immer noch sehr viele Menschen überhaupt kein Gefühl oder Verständnis oder gar Respekt für das Lebewesen Baum und den Werkstoff Holz haben. Für die ist ein Baum einfach nur im Weg, macht im Herbst einen Haufen Dreck und taugt bestenfalls als Brennstoff.

Bei uns im Ort gibt es einen Landschaftsgärtner, der berufsbedingt Bäume nicht nur pflanzt, sondern immer wieder mal Bäume fällt, was ihm sichtlich großen Spaß bereitet.
Die Stämme verhackstückt er regelmäßig zu Brennholz, die Kronen und alles was dünner ist als 10cm kommt in den Schredder. :roll:

Kirschholz mag er als Brennholz besonders gern, weil's so schön harzig sei. Ich sagte ihm, dass der Holzhändler Kirscholz für mehrere T€/m³ verkauft. Da hat er mich angeschaut wie eine Kuh wenn's blitzt. :roll: :oops:

Auf einem unserer Baugrundstücke habe ich vor vier Jahren zwei große Birken gefällt, die Kronen und Äste zu Brennholz verarbeitet (wofür mich der Landschaftsgärtner mitleidig belächelt hat :x ) und die Stämme zum Saagler gefahren. Daraus werde ich jetzt testweise mal einen Hals bauen. (baeh)

Grüße

Matthias
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Re: Halshölzer

Beitrag 23 von 50 Beitragvon fraenkenstein » 07.01.2017, 10:11

Bei mir in der Nähe gibt es eine recht große Gartenkolonie, dort herrscht auch seit vielen Jahren die Mentalität: Obstbäume stören nur und werden nur zu gerne gefällt, kleingehackt und als Brennholz gestapelt...
Dann ist mehr Platz für z.B. einen kleinen Pool.
@ bea: ich habe zwar noch nicht viel Eukalyptusholz bearbeitet, aber es hat mich stark an das Bearbeiten von Eichenholz erinnert, ich würde behaupten das die Eigenschaften sich sehr ähneln...
Ich frage mich gerade ob man es, wie auch Eiche, räuchern kann!???

Gruß, Frank
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Re: Halshölzer

Beitrag 24 von 50 Beitragvon bigherb » 07.01.2017, 11:44

Vor Jahren hatte ich im Nachbargarten einen dicken Flieder fällen sollen, was ich auch wunschgemäß erledigte. Leider war mir damals nicht bekannt, dass man aus Flieder schöne Griffbretter machen kann. Es ist sehr hart und hat eine attraktive Maserung. Es ging dann in den Kamin....seufz. Das sind alles solche Jugendsünden...mit 10 Jahren bekam ich von einem Onkel einen voll funktionstüchtigen Volksempfänger geschenkt....zum Ausschlachten..........Schluß jetzt !!!
@Penfield:
Jou, Paulownia ist geil. Wiegt nix ist aber recht stabil und es lässt sich sehr leicht bearbeiten. Man ist bei den "holzigen" Handarbeitssachen sehr schnell fertig. Man muß sogar aufpassen, nicht Zuviel wegzunehmen. Vor allen Dingen wenn man vorher harte Hölzer zwischen hatte.
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Re: Halshölzer

Beitrag 25 von 50 Beitragvon penfield » 07.01.2017, 12:45

Flieder klingt originell und irgendwie auch romantisch? 8)

@bigherb Gibts Fotos/Link zu deinem Strathals aus Paulownia?
Dass das funktioniert, löst eigentlich alle Probleme für mich ;)
Ich hatte letztens eine "normale" Gitarre umgehängt und dadurch ist mir wieder einmal bewusst geworden,
wie angenehm leicht doch die Paulownia Gitarren sind... :D
Bleibt nur die Frage, ob man das Eichengriffbrett durch Buche als Griffbrettholz ersetzten und Bundieren kann - werde ich aber irgendwann probieren.

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Re: Halshölzer

Beitrag 26 von 50 Beitragvon kehrdesign » 07.01.2017, 18:35

penfield hat geschrieben:... Wie schaut es z.B. mit Buche aus? Ginge das auch als Griffbrettholz?
Soll ja sehr spröde und verwindungsgeneigt sein - kann man da ordentlich Bundieren?
...

In der früheren, industrieellen Messerproduktion ist gerne Buche als Material für Griffe bzw. Griffschalen verwendet worden; schwarz gebeizt (mit Blauholzsubstrat) als Ebenholzimitat, ammoniak-geräuchert oder aber gedämpfte Buche naturbelassen). Gedämpfte Buche würde ich ohne Bedenken als Griffbrettholz verwenden. Im Gegensatz zu ungedämpfter Buche neigt sie deutlich weniger zum Verwinden, lässt sich trotz guter Härte und Festigkeit hervorragend bearbeiten und wirkt durch die leichte rötlich-orangene Färbung auch recht attraktiv. Ähnlich Ahorn würde ich aber sicherheitshalber die Oberfläche zum Schutz vor Verschmutzung versiegeln.

Gedämpfte Buche würde ich auch bedenkenlos als Halsholz verwenden.
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Re: Halshölzer

Beitrag 27 von 50 Beitragvon capricky » 07.01.2017, 20:18

kehrdesign hat geschrieben:
Gedämpfte Buche würde ich auch bedenkenlos als Halsholz verwenden.


Na ich hätte da schon Bedenken. Buche einteilig haben die tschechischen Gitarrenbauer eine zeitlang sogar bei Modellen der gehobenen Preisklasse genutzt - Jolana Graziella, Rubin, Tornado. Man sieht schon, dass das Holz ins "arbeiten" kam.
Griffbretter aus Buche, auch thermisch behandelt, wurden bei anderen Modellen verwendet, das war und ist immer noch problemlos.

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Re: Halshölzer

Beitrag 28 von 50 Beitragvon bea » 08.01.2017, 02:23

capricky hat geschrieben:... Buche einteilig ...


... ist an den Holzeigenschaften vorbei konstruiert. Zweiteilig sollte schon sein.
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Re: Halshölzer

Beitrag 29 von 50 Beitragvon Herr Dalbergia » 08.01.2017, 10:20

@ Frankenstein.....ja eucalyptus kann man Perfect räuchern, ist aber bei der Bearbeitung eher wie grenadill...eine echte herausvorderung ...oder auch einfach nur brutal zum kotzen das Zeugs....ahahahahha

Bäume der Zukunft, hinsichtlich Klima Wandel, verfügbarkeit: douglasie, Eukalyptus, Eiche
An den Kragen geht es: Esche, Lärche, Buche

Obsthölzer....gerne ja....bleibt aber immer das Problem der Dimension, außer bei Kirsche und Nuss

Buche für den Hals....ich weiß das es geht....ist schon klar.....aber dass muss ich mir nicht geben


Insgesamt in Deutschland: bitte keine Panik machen...es gibt wenig Länder auf der Kugel auf der wir rumhüpfen die so sorgsam, fortschrittlich, wissenschaftlich mit dem Wald umgehen wie wir, deshalb haben wir ja noch welchen.

Waldbau und Wildschützen, forstbetrieb wurde hier erfunden 1500 Schlag mich tot....und so wie unser aufgeklärtes denken , DANKE dafür....., haben wir das alles ganz gut im Griff.

Sicherlich gibts da Kriminelle Schweine , aber die sind nicht in der Überzahl.

Wenn da ein chinesischer Konzern mitmischt....naja...klingt erstmal befremdlich, sind aber auch nur Menschen...Augen aufhalten und wachsam kritisch weiter zweifelnd hinterfragen und in entsprechenden Massen handeln.

Kein Grund zur Panik....weiterbauen....und ihr müsst euch nicht mit Buche rumschlagen.

Alex, der da ein bisschen Einblick gewonnen hat weil mein Chef jedes Jahr 6000m3 Holz kauft....was für ein Sägewerk im übrigen lächerlich wenig ist....

Wie immer mit Ressourcen bedacht umgehen....aber beim Halsholz dürfen wir es ganz sicher krachen lassen.....

Cheers, Alex, der Gitarrenbaumeister aus dem Sägewerk im Wald
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Re: Halshölzer

Beitrag 30 von 50 Beitragvon bigherb » 08.01.2017, 11:11

@:Penfield
Hab gerade mein Schmartopfone unten liegen gelassen sonst hätte ich dir ein Foto vom Paulowniahals und einer Tele mit Buchegriffbrett angehangen. Sieht aber im Prinzip unspektakulär aus. Paulownia ist ein recht helles Holz und Buche ist ebenfalls nicht unbedingt dunkel. Allerdings hat Buche kaum Poren und eignet sich daher schon als Griffbrettholz. Das von mir verwendete Eichegriffbrett für den Strathals ist poriger. Nicht so stark wie Esche aber mehr als Buche. Lackieren muß man beide, da helles Holz schnell grau wird.
Mit Buche ist das wohl so eine Sache. Die Dinge, die ich aus Buche gebastelt habe bestanden aus bedämpften Treppenstufen von Anno Tubak. Müssen Jahrzehnte alt gewesen sein. Die z.B. daraus gebaute Explorer hat sogar einen Buchehals und der hat sich nicht bewegt bis heute. Das Teil ist stimmstabil und klingt richtig gut. Eine Buche-Les Paul ist mir heute einfach zu schwer und hängt als Deko an der Wand..;-))
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Re: Halshölzer

Beitrag 31 von 50 Beitragvon bea » 08.01.2017, 11:20

Herr Dalbergia hat geschrieben:An den Kragen geht es: Esche, Lärche, Buche


Fichte, Ahorn?

Obsthölzer....gerne ja....bleibt aber immer das Problem der Dimension, außer bei Kirsche und Nuss


Kommen doch ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, sollten also etwas wärmer vertragen können.

die so sorgsam, fortschrittlich, wissenschaftlich mit dem Wald umgehen wie wir, deshalb haben wir ja noch welchen.


Bzw wieder. Vor 400 Jahren war mal fast alles abgeholzt. Daraus scheinen wir ausnahmsweise mal gelernt zu haben:

Waldbau und Wildschützen, forstbetrieb wurde hier erfunden 1500 Schlag mich tot....und so wie unser aufgeklärtes denken , DANKE dafür....., haben wir das alles ganz gut im Griff.


Und vor allem gut, dass diese Strukturen so lange überstanden haben. Leider sollte man das Flugplatzbauern auch mal eintrichtern. Für die ist der noch in meiner Jugend große Wald hier nur Bauentwicklungsgeläde.
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Re: Halshölzer

Beitrag 32 von 50 Beitragvon Gromit » 13.01.2017, 10:33

bea hat geschrieben:
Holzkarle hat geschrieben:Kahlhiebe sind im Normalfall verboten.


Ich dachte, es gäbe Probleme in Spanien und Portugal, wo Korkeichen durch Eukalyptusplantagen ersetzt werden (taugt dieses Holz eigentlich für uns?), und im Südosten, z.B. in Rumänien, wo illegaler Raubbau ähnlich wie in Madagaskar betrieben wird.

Was ist eigentlich mit den Ahornbeständen aus Bosnien? Werden die nachhaltig bewirtschaftet oder übernutzt?


Beim Lesen hier viel mir der Film "Die Holzlüge" wieder ein https://www.youtube.com/watch?v=3xdecQY2Ztk

Wer hat denn schon mal Eibe verbaut?

Gruß
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Re: Halshölzer

Beitrag 33 von 50 Beitragvon derHimself » 13.01.2017, 10:38

Gromit hat geschrieben:Wer hat denn schon mal Eibe verbaut?



Eibe ist ja nicht gerade Gesundheitsfördernd in der Verarbeitung. :roll:
Bin mir also nicht so sicher ob das die beste Wahl wäre.. (think)

Kenn das Holz nur aus dem Bogenbau. Mächtiger Aaufwand das möglichst sämtlicher Staub aufgesaugt wird. Und gerade beim Halsbau wird ja doch viel geschliffen. Sprich nur mit Atemschutz und danach die Werkstatt sauber putzen.
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Re: Halshölzer

Beitrag 34 von 50 Beitragvon liz » 13.01.2017, 10:56

Gromit hat geschrieben:Wer hat denn schon mal Eibe verbaut?

Eibe wurde historisch gesehen viel für Lautenmuscheln verwendet.
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Re: Halshölzer

Beitrag 35 von 50 Beitragvon Arsen » 13.01.2017, 15:09

derHimself hat geschrieben:Eibe ist ja nicht gerade Gesundheitsfördernd in der Verarbeitung. :roll:

Das halte ich für einen "Mythos".
Generell ist Holzstaub, egal welche Holzart, nicht gesund und man sollte sich generell mit Masken, Filtern, etc. schützen.
Möglich dass eine Holzart etwas böser ist als eine andere (habe ich z.B. schon von Buche und Eiche gehört) -
aber theoretisch ( :roll: ) schützt man sich sowieso, es ist also hinfällig.

Die Giftigkeit der Eibe steckt vor allem in Nadeln, Rinde und Samen, das Holz enthält kein oder nur wenig Gift.

Das gilt übrigens auch für die anderen "bösen" Holzarten, die öfter auftauchen, wie z.B. Robinie oder Goldregen.
Die Giftsstoffe sind in der Regel in den höchsten Konzentration in Blättern und Samen zu finden, dort machen sie biologisch gesehen am meisten Sinn.
In das Holz werden eher Phenole und andere Stoffe eingelagert, die neben der Verkernung auch zu einer erhöhten Dauerhaftigkeit des Holzes (Widerstand gegen Pathogene, etc.) führt.

PS: Clonewood hat sich zumindest mal eine Bohle Eibe gekauft ;) klick
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Re: Halshölzer

Beitrag 36 von 50 Beitragvon capricky » 13.01.2017, 15:26

Ich habe mal Beté (afrikanischer Nussbaum) verarbeitet. Aus der Rinde soll Pfeilgift gekocht worden sein. Beim Schleifen wirkte der Staub wie Tränengas, da war es mir ein dringendes Bedürfnis eine Maske aufzusetzen. :badgrin:

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Re: Halshölzer

Beitrag 37 von 50 Beitragvon Arsen » 13.01.2017, 15:52

Ja...Tropenhölzer sind vermutlich noch mal tougher als die Arten in unseren Breiten... (think)
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Re: Halshölzer

Beitrag 38 von 50 Beitragvon bea » 13.01.2017, 16:34

Das gilt nicht zuletzt auch für Palisander.
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Re: Halshölzer

Beitrag 39 von 50 Beitragvon gitarrenmacher » 15.01.2017, 22:59

capricky hat geschrieben:[

Na ich hätte da schon Bedenken. Buche einteilig haben die tschechischen Gitarrenbauer eine zeitlang sogar bei Modellen der gehobenen Preisklasse genutzt - Jolana Graziella, Rubin, Tornado. Man sieht schon, dass das Holz ins "arbeiten" kam.

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Mein Tischlermeister von Nebenan meint, dass massive Buche als Konstruktions-Vollholz unter Dauerstress weniger gut geeignet ist, weil die "Ständigkeit" gering ist. Was das´n hab ich gefragt. Buche schwindet und quillt bei Feuchteveränderung recht stark und verändert dabei unter Belastung die Form (verzieht-dreht sich) Leimfugen gehen auf, sieht man gerne bei preiswerten Leimholzplatten.
Ich habe ihm dann mal gezeigt, wie ein Anschäfterhals mit angesetztem Halsfuss gemacht wird. Kommentar:"Da gibt es viel besseres, z.B. Ahorn, Nuss,...."
Natürlich auch die, die hier nicht genannt werden sollen. ;)
Bei der Räumung des MUSIMA Werkes habe ich bummelig 50-70 Hälse für Mandolinen, Mandriolen und Konzertgitarren mitgenommen. Die wollte keiner haben, und ich habe sie für Umme bekommen. Ganz wenige habe ich unter Aufbietung aller Kraft verebayt, einen Riesenkarton als Tauschware nach USA verschifft, den Rest letzlich verschenkt.
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Re: Halshölzer

Beitrag 40 von 50 Beitragvon DoppelM » 16.01.2017, 01:31

@bea bei Eukalyptus hätte ich bedenken. Die Bäume drehen sich ja im wachsen, und tun das anscheinend auch danach. Meine Eltern wohnen auf den Kanaren, wo die Bäume teilweise oft an Straßenrändern stehen. Ein Bekannter hat aus so einem Baum mal einen Tisch mit 30cm dicker massiver Platte gemacht, die hatte sich nach kurzer Zeit um ca 20-30 cm auf 180cm Länge weitergedreht. So einen extremen Wurf habe ich nie wieder gesehen. Habe allerdings keine Ahnung wie lange er das Holz vorher gelagert hatte.
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Re: Halshölzer

Beitrag 41 von 50 Beitragvon Herr Dalbergia » 16.01.2017, 13:22

Ich habe in den letzten jahren ca. 100m³ Eucalyptus Holz gesehen, taxiert und verkauft. Das kann ich nicht bestätigen...
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Re: Halshölzer

Beitrag 42 von 50 Beitragvon thoto » 16.01.2017, 14:08

DoppelM hat geschrieben:...einen Tisch mit 30cm dicker massiver Platte gemacht...


Echt? 30 Zentimeter dick? Respekt!
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Re: Halshölzer

Beitrag 43 von 50 Beitragvon capricky » 16.01.2017, 14:13

thoto hat geschrieben:
DoppelM hat geschrieben:...einen Tisch mit 30cm dicker massiver Platte gemacht...


Echt? 30 Zentimeter dick? Respekt!


Man kann auch aus ganzen Eisenbahnschwellen Tische bauen... 8)

edit: ...Gitarrenhälse natürlich auch! (um diesen thread nicht ins offtopic zu stürzen...)

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Re: Halshölzer

Beitrag 44 von 50 Beitragvon Bermann » 16.01.2017, 14:14

Igitt

wie giftig ....

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Re: Halshölzer

Beitrag 45 von 50 Beitragvon thoto » 16.01.2017, 14:16

capricky hat geschrieben:Man kann auch aus ganzen Eisenbahnschwellen Tische bauen... 8)

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Das "Können" hab ich auch nicht bezweifelt, nur das "Machen" bewundert (falls es sich nicht um einen Schreibfehler gehandelt haben sollte) :D
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Re: Halshölzer

Beitrag 46 von 50 Beitragvon derHimself » 16.01.2017, 15:09

capricky hat geschrieben:
Man kann auch aus ganzen Eisenbahnschwellen Tische bauen... 8)

edit: ...Gitarrenhälse natürlich auch! (um diesen thread nicht ins offtopic zu stürzen...)

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Bei dem Gift das in den Dingern steckt würd ich auf dem Tisch nichtmehr essen bzw den Hals nicht spielen wollen :lol:
Mit Sondermüll muss ich nicht unbedingt Handwerken.. (naughty) :oops:
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Re: Halshölzer

Beitrag 47 von 50 Beitragvon capricky » 16.01.2017, 16:11

derHimself hat geschrieben:
Bei dem Gift das in den Dingern steckt würd ich auf dem Tisch nichtmehr essen bzw den Hals nicht spielen wollen :lol:
Mit Sondermüll muss ich nicht unbedingt Handwerken.. (naughty) :oops:


Du meinst Karbolineum?
Das ist doch rein pflanzlich.... ein Bioprodukt... gut, vielleicht schon etwas alt geworden... :badgrin:

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Re: Halshölzer

Beitrag 48 von 50 Beitragvon derHimself » 16.01.2017, 16:20

capricky hat geschrieben:
derHimself hat geschrieben:
Bei dem Gift das in den Dingern steckt würd ich auf dem Tisch nichtmehr essen bzw den Hals nicht spielen wollen :lol:
Mit Sondermüll muss ich nicht unbedingt Handwerken.. (naughty) :oops:


Du meinst Karbolineum?
Das ist doch rein pflanzlich.... ein Bioprodukt... gut, vielleicht schon etwas alt geworden... :badgrin:

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Also bei uns gilt das zeug als Sondermüll und muss extra entsorgt werden.
Und wenn ich mir so die Stellen anschaue an denen Bauern die Dinger als Zaunpfosten nutzen wundert mich das nicht sonderlich. Da wächst rundherum kein bisschen Gras mehr. (think)
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Re: Halshölzer

Beitrag 49 von 50 Beitragvon capricky » 16.01.2017, 16:37

derHimself hat geschrieben:Und wenn ich mir so die Stellen anschaue an denen Bauern die Dinger als Zaunpfosten nutzen wundert mich das nicht sonderlich. Da wächst rundherum kein bisschen Gras mehr. (think)


Kein Zweifel, Karbolineum ist giftig, aber wenn da nichts mehr wächst, dann ist das was anderes. Ich habe in jungen Jahren in einer Anlage gearbeitet, die Karbolineum produzierte und es gab "Störfälle", mit Kontaminierung des Bodens. Ich konnte nicht fassen, wie schnell sich die Natur in dem Bereich erholte... aber egal, das wird jetzt hier zu "offtopisch... ;)

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Re: Halshölzer

Beitrag 50 von 50 Beitragvon clonewood » 16.01.2017, 19:18

DoppelM hat geschrieben:@bea bei Eukalyptus hätte ich bedenken. Die Bäume drehen sich ja im wachsen, und tun das anscheinend auch danach. Meine Eltern wohnen auf den Kanaren, wo die Bäume teilweise oft an Straßenrändern stehen. Ein Bekannter hat aus so einem Baum mal einen Tisch mit 30cm dicker massiver Platte gemacht, die hatte sich nach kurzer Zeit um ca 20-30 cm auf 180cm Länge weitergedreht. So einen extremen Wurf habe ich nie wieder gesehen. Habe allerdings keine Ahnung wie lange er das Holz vorher gelagert hatte.



Es gibt ...so meine ich ....etwa 240 verschiedene Eucalyptusarten......ja das sehr schnell wachsende Eucalyptus welches auf der iberischen Halbinsel (speziell in Portugal sehr zahlreich....) anzutreffen ist, dreht sich gut, wurzelt tief genug um den Rest der Flora zu verdrängen....eine Freude für die Papierindustrie........also diese Sorte wird eher nicht zu Nutzholz verarbeitet
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