Tonholz - wie richtig trocknen? weitere Behandlung?

Diskussionen über Hölzer für den Bau von Instrumenten
Herkunft, Trocknung, Lagerung und Eigenschaften

Moderator: jhg

Benutzeravatar
capricky
Moderator
Beiträge: 9513
Registriert: 23.04.2010, 13:43
Wohnort: In Karl seinem Adlernest
Hat sich bedankt: 63 Mal
Danksagung erhalten: 155 Mal

Re: Tonholz - wie richtig trocknen? weitere Behandlung?

#51

Beitrag von capricky » 29.09.2015, 08:46

taxman hat geschrieben:
Hmmm, ok. Aber das Aufsägen von nasser Ware kann doch eigentlich nicht gut ausgehen. Das Holz zappelt doch danach und vermutlich schon während des Sägens wie wild herum. Ich erinnere mich an eine Lärchenbohle, die in meiner Lehrzeit zu einer Tür verarbeitet werden sollte. Das Ding war deutlich zu frisch und hat den Betrieb der Säge fast unmöglich gemacht, da das Sägeblatt andauernd eingeklemmt wurde.
Na eine frisch aufgesägte Lärchenbohle sofort zu einer Tür verarbeiten zu wollen, ist aber auch sehr "kühn"! ;)
Nach dem Aufsägen muss (Ton)Holz fachgerecht geschützt (Stirnholzversiegelung) und getrocknet werden. Die beste Trocknung ist eigentlich die künstliche Kammertrocknung, denn die produziert die geringsten Verluste (keine Weißfäule, keine Verfärbung durch Bläuepilze, geringste Rißbildung). Dann kann Holz ja immer noch beliebig lange abgelagert werden.
Habt ihr schon mal gehört, daß ganze Stämme kammergetrocknet und dann erst aufgesägt werden.... nee, oder? 8)

capricky

Benutzeravatar
VanTast
Neues Mitglied
Beiträge: 7
Registriert: 03.01.2016, 18:25
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 1 Mal

Re: Tonholz - wie richtig trocknen? weitere Behandlung?

#52

Beitrag von VanTast » 06.11.2017, 17:48

Moin zusammen,

vielleicht darf ich diesen alten Thread nochmals aktivieren. Vielen Dank bis hierhin schon einmal für all die Infos!

Ich habe mir einen Walnuss-Stamm gesichert, der eigentlich Brennholz werden sollte, mit ordentlichem Durchmesser, etwas mehr als 80 cm.
Leider lag der Stamm unangetastet seit Januar im Freien. Nun habe ich ihn mit der Kettensäge halbiert und die eine Hälfte wiederum geviertelt.
Ich würde am liebsten Böden und Zargen daraus sägen, wenn man entsprechende Stücke heraussägen kann, mit stehenden Ringen.

Ein Freund hat mir geraten, die Viertel erst einmal im Freien zu trocknen und in einem Jahr weiter aufzusägen.
Die noch nicht geviertelte Hälfte würde ich beim mobilen Sägewerk in Bohlen aufsägen lassen. In diesem Thread lese ich, was mir einleuchtet, dass man das möglichst schnell tun sollte. Sehe ich das richtig?

Zum Thema versiegeln: selbiger Freund meinte, normale Wandfarbe reiche dafür. Wie seht ihr das? Ich hatte noch einen Rest und habe das Hirnholz damit gestrichen, bin aber skeptisch, ob das zur Versiegelung reicht. Besser noch Leim drauf und entrinden?

Schon einmal danke für eure Meinungen,

Lukas

Benutzeravatar
capricky
Moderator
Beiträge: 9513
Registriert: 23.04.2010, 13:43
Wohnort: In Karl seinem Adlernest
Hat sich bedankt: 63 Mal
Danksagung erhalten: 155 Mal

Re: Tonholz - wie richtig trocknen? weitere Behandlung?

#53

Beitrag von capricky » 07.11.2017, 09:23

Also "normale" Wandfarbe, ich verstehe die in den großen Eimern darin, ist sicher nicht geeignet. Geeignet ist u.a. Weißleim, oder Farbe auf PVAC Basis (Latxfarbe)

capricky

Benutzeravatar
VanTast
Neues Mitglied
Beiträge: 7
Registriert: 03.01.2016, 18:25
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 1 Mal

Re: Tonholz - wie richtig trocknen? weitere Behandlung?

#54

Beitrag von VanTast » 07.11.2017, 12:32

Ok, danke. Dachte ich mir auch.

Benutzeravatar
capricky
Moderator
Beiträge: 9513
Registriert: 23.04.2010, 13:43
Wohnort: In Karl seinem Adlernest
Hat sich bedankt: 63 Mal
Danksagung erhalten: 155 Mal

Re: Tonholz - wie richtig trocknen? weitere Behandlung?

#55

Beitrag von capricky » 07.11.2017, 13:48

...und entrinden natürlich auch, sonst ziehen darunter ein paar Bewohner ein...

capricky

Benutzeravatar
Bastelmann
Ober-Fräser
Beiträge: 915
Registriert: 05.05.2012, 07:41
Wohnort: Lippstadt

Re: Tonholz - wie richtig trocknen? weitere Behandlung?

#56

Beitrag von Bastelmann » 13.02.2018, 09:51

Titan-Jan hat geschrieben:
28.02.2014, 11:22
Habe jetzt in der neuen Wohnung einen Dachboden. Dieser ist trocken aber ungedämmt. Das heißt, es ist der rohe, hölzerne Dachstuhl und dann die Ziegel drauf. Ist alles regendicht aber schon etwas zugig. Im Winter ziemlich kalt, im Sommer wird es dort sicherlich schön warm (denke ich mal).
Ist das ein geeigneter Ort um Holz zu lagern (wenn die Alternativen kalter, feuchter Keller oder Kleiderschrank sind)?
Hallo Jan,
hast Du inzwischen Erfahrungswerte zur Holztrocknung auf dem Dachboden? Ich frage, weil ich kürzlich sturmbedingt an drei schöne Stammabschnitte Pflaume und Kirsche gekommen bin. Die sind jetzt gerade im Sägewerk und werden zu 40mm-Bohlen aufgesägt. Zum Aufstapeln habe ich zwei Möglichkeiten: Ein überdachter und an zwei Seiten offener Schuppen, in den es gelegentlich schlagregnen kann oder aber ein nicht isolierter, luftiger Dachboden, der wie bei Dir im Winter Außentemperatur aufweist und im Sommer auch mal >40°C erreichen kann. Was soll ich bloß tun ... ich schwanke hin und her.
Die Bundesdoofenbeauftragte warnt: "Keine Macht den Doofen!"

Benutzeravatar
hatta
Zargenbieger
Beiträge: 2275
Registriert: 12.01.2015, 12:46
Hat sich bedankt: 138 Mal
Danksagung erhalten: 52 Mal

Re: Tonholz - wie richtig trocknen? weitere Behandlung?

#57

Beitrag von hatta » 13.02.2018, 10:18

Du könntest ja beim Schuppen an den offenen Seiten mit Planen das Holz vor Schlagregen und somit auch vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Der Aufwand dürfte sich in Grenzen halten. Also nicht aufs Holz legen, sonder quasi einen kleinen Rahmen davorstellen und da eine Plane drüberspannen.

Gruß
Gruß
Harald

ahgit
Halsbauer
Beiträge: 309
Registriert: 28.11.2011, 08:21
Danksagung erhalten: 33 Mal

Re: Tonholz - wie richtig trocknen? weitere Behandlung?

#58

Beitrag von ahgit » 13.02.2018, 19:48

Erstlagertung immer draußen,sauber auflatten ,alle Späne und Verunreinigungen abkehren und mit genügend Abstand zum Boden stapeln.Waldkante runter sägen.. Abdecken mit Überstand reicht aus .(Wellblech o,ä)Darf ruhig auch schon mal ein paar Tropfen Wasser abbekommen.sollte natürlich nicht patschnaß werden.Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden.Grünes Holz auf dem Dachboden lagern ist unsinn.
Die Köpfe nicht mit Latexfarbe o.ä. versiegeln.
.Einfacher Wachs bzw verdünnter Leim oder irgendeine diffundierende Farbe nehmen
Bei 40mm Einschnitt die Bohlen über 3-4 Jahreszyklen draußen lagern .Zwischenzeitlich den Einschnit immer beobachten und auf Rissbildung achten.Ein Referenzstück was zwischendurch begutachtet und gewogen wird ,hilft bei der Beurteilung.Dann formatieren anhobeln und entsprechend aufsägen.
Nochmal mindestens 2 -3 Heizzyklen in der Werkstatt.
Das kammergetrocknetes Holz Luftgetrocknetem vorzuziehen ist ,ist völliger Blödsinn.Ganz besonders beich Fichte und einheimischen Hözern.Bei Tropen oder Importhölzern hat man leider oft keine andere Wahl

Benutzeravatar
Bastelmann
Ober-Fräser
Beiträge: 915
Registriert: 05.05.2012, 07:41
Wohnort: Lippstadt

Re: Tonholz - wie richtig trocknen? weitere Behandlung?

#59

Beitrag von Bastelmann » 14.02.2018, 06:48

Ok, vielen Dank für diese Hinweise. Dann werde ich mal meinen Schuppen entrümpeln, bevor ich die Bohlen abhole.
Die Bundesdoofenbeauftragte warnt: "Keine Macht den Doofen!"

Benutzeravatar
Titan-Jan
Zargenbieger
Beiträge: 1900
Registriert: 24.06.2011, 14:01
Wohnort: Bodensee, Kreis Konstanz
Hat sich bedankt: 38 Mal
Danksagung erhalten: 10 Mal

Re: Tonholz - wie richtig trocknen? weitere Behandlung?

#60

Beitrag von Titan-Jan » 14.02.2018, 07:46

Ja Mensch Bastelmann, schön mal wieder von dir zu hören!!!! Wie geht's?

Nein, ich habe den Plan nicht umgesetzt, hab es einfach nicht richtig unterbekommen mich drum zu kümmern. Und in ein paar Tagen ziehen wir eh aus:-D

Benutzeravatar
Bastelmann
Ober-Fräser
Beiträge: 915
Registriert: 05.05.2012, 07:41
Wohnort: Lippstadt

Re: Tonholz - wie richtig trocknen? weitere Behandlung?

#61

Beitrag von Bastelmann » 20.02.2018, 07:48

Titan-Jan hat geschrieben:
14.02.2018, 07:46
Ja Mensch Bastelmann, schön mal wieder von dir zu hören!!!! Wie geht's?
Gut. Immer busy und keine Zeit mehr zum Gitarrenbauen, daher bin ich hier auch nur noch selten unterwegs.
Hier das Ergebnis nach dem Aufsägen der Stammabschnitte in 40mm-Bohlen (links und Mitte Pflaume, rechts Kirsche):
Und hier nach dem Entrinden, Bestreichen der Enden mit Leim und Aufstapeln:
Die Bundesdoofenbeauftragte warnt: "Keine Macht den Doofen!"

Benutzeravatar
Titan-Jan
Zargenbieger
Beiträge: 1900
Registriert: 24.06.2011, 14:01
Wohnort: Bodensee, Kreis Konstanz
Hat sich bedankt: 38 Mal
Danksagung erhalten: 10 Mal

Re: Tonholz - wie richtig trocknen? weitere Behandlung?

#62

Beitrag von Titan-Jan » 20.02.2018, 20:53

Schön sieht das aus!!!

Antworten

Zurück zu „Holz“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste