Multiscale Berechnung?

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Jenser
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Multiscale Berechnung?

Beitrag von Jenser » 16.02.2016, 13:53

Hallöchen,

ich hoffe mal jemand kann mir weiterhelfen...
Es geht eigentlich nur um die einfache Frage...wie kommt eine Multiscalemensur zustande bzw. wie wird das ganze berechnet?

Vielleicht kann mir das jemand mal erklären ^^

Liebe Grüße
Grüßle Jens


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jhg
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Re: Multiscale Berechnung?

Beitrag von jhg » 16.02.2016, 14:12

Die kurze Antwort: es gibt im Forum sogar eine Suchfunktion. Einfach mal "Multiscale" eingeben und da findest du ziemlich viele Antworten ....

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capricky
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Re: Multiscale Berechnung?

Beitrag von capricky » 16.02.2016, 14:27

Ist doch ganz einfach, Du musst nur zwei unterschiedliche Mensuren berechnen, eine für die linke Seite und eine für die rechte Seite des Griffbretts. Das wird dann angezeichnet und je nach gewünschtem offset (Versatz) die Punkte der Bundpositionen grafisch miteinander verbunden (mit einem Strich). Dort wird dann gesägt.

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Re: Multiscale Berechnung?

Beitrag von Jenser » 16.02.2016, 14:49

capricky hat geschrieben:Ist doch ganz einfach, Du musst nur zwei unterschiedliche Mensuren berechnen, eine für die linke Seite und eine für die rechte Seite des Griffbretts. Das wird dann angezeichnet und je nach gewünschtem offset (Versatz) die Punkte der Bundpositionen grafisch miteinander verbunden (mit einem Strich). Dort wird dann gesägt.

capricky
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Gibt es eigentlich sowas wie eine "optimale" Mensur für die jeweilige Saite, also einen Referenzwert? Eher nicht oder?
Grüßle Jens


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Re: Multiscale Berechnung?

Beitrag von thoto » 16.02.2016, 15:01

Als Ergänzung:
1. Die linke Mensur ist typischerweise und praktischerweise länger, als die rechte.
2. Ein Bund wird als Anker/Ausgangspunkt genommen. Dieser befindet sich im Lot, also beide Enden des Bundes haben den gleichen Abstand zum Sattel. Von dort aus werden zum Sattel und zur Brücke hin die Abstände angezeichnet.

Edit: Der Bund im Lot ist weitestgehend Geschmackssache, Haddock hat mal den 8.Bund angegeben.
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Re: Multiscale Berechnung?

Beitrag von Arsen » 16.02.2016, 16:54

Ein Optimum gibt es nicht, das kommt völlig auf deine Ziel-Stimmung an.
Die generelle "Regel" wäre höchstens, je tiefer die Stimmung desto länger die Mensur (wegen des Saitenzuges, mehr oder weniger).

Zu viel Unterschied zwischen den zwei Mensuren führt halt zu immer größerem Versatz an Sattel und Brücke, was ich mir irgendwann unangenehm vorstelle.
Google doch einfach mal ein bischen nach Multiscale Gitarren, dann kannst du vieles über gängige Mensur-Kombinationen, den Sinn von Multiscale, etc. herausfinden.

Den senkrechten Bund (also der einzige Bund der genau orthogonal zur GB-Mittellinie steht - d.h. so wie jeder Bund auf einer "normalen" Gitarre) würde ich an der Stelle setzen, an der dein ausgestreckter Zeigefinger genau orthogonal auf die Saite steht, wenn du den Hals hoch und runter fährst.
(Wenn nicht verständlich genug beschrieben :D - bitte benutze die Forensuche, das steht hier schon mehrmals im Forum ;) )

Edit:
Thoto hat recht, in der Regel ist der senkrechte Bund der 7. oder 8.
Gruß, Arsen

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Re: Multiscale Berechnung?

Beitrag von capricky » 16.02.2016, 17:08

Jenser hat geschrieben:
Wundervoll! Endlich mal kein Fachchinesisch :D gebt diesem Menschen einen Oscar
Juut, aba ick hätte dann doch lieber den Poolsitzer Preis!

capricky 8)

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Re: Multiscale Berechnung?

Beitrag von Haddock » 16.02.2016, 17:43

Guten Abend,

die optimale multiscale bundierung gibt es nicht. Das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Bei mit hat es 3 Multiscales gebraucht bis ich meine optimale Mensur hatte, die bleibt jetzt aber! :D Der 90 Grad Bund ist bei mit der 8te.

Gruss
Urs

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Re: Multiscale Berechnung?

Beitrag von Jenser » 16.02.2016, 18:58

Ich danke euch, jetzt im Nachhinein hätte man auch selbst drauf kommen können aber warum einfach wenns auch kompliziert geht :D ich werd mir jetzt erstmal n Plan rauslassen mit ner erstmal ziemlich "harmlosen" Fächerbundierung von 27.5 - 25"
Grüßle Jens


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Re: Multiscale Berechnung?

Beitrag von Walterson » 16.02.2016, 19:23

Jenser hat geschrieben:Ich danke euch, jetzt im Nachhinein hätte man auch selbst drauf kommen können aber warum einfach wenns auch kompliziert geht :D ich werd mir jetzt erstmal n Plan rauslassen mit ner erstmal ziemlich "harmlosen" Fächerbundierung von 27.5 - 25"
Für 6, 7 oder 8 Saiten? Für 6 wäre das schon ziemlich viel! 25,5 auf 27" finde ich bei 7 Saiten ganz gut...
VG
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Re: Multiscale Berechnung?

Beitrag von Jenser » 16.02.2016, 20:07

Das steht noch in den Sternen ^^ wollte das im Voraus nur schon mal für mich abklären :)
Grüßle Jens


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Re: Multiscale Berechnung?

Beitrag von frizzle » 16.02.2016, 21:27

Jenser hat geschrieben:...wie kommt eine Multiscalemensur zustande bzw. wie wird das ganze berechnet?

... hier steht was zur Berechnung: http://www.ekips.org/tools/guitar/fretfind2d/
VG
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Re: Multiscale Berechnung?

Beitrag von ihminen » 19.02.2016, 15:30

Für meinen Siebensaiter plane ich auch mit 25,5 und 27''. Das sind meine eingesetzten Daten für fretfind2d:
klick

Der 9. Bund sollte da rechwinklig stehen. Das haben ettliche Modelle von Strandberg so, das kann nicht ganz falsch sein.

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Re: Multiscale Berechnung?

Beitrag von Haddock » 19.02.2016, 15:49

Guten Tag,
ihminen hat geschrieben: Der 9. Bund sollte da rechwinklig stehen. Das haben ettliche Modelle von Strandberg so, das kann nicht ganz falsch sein.
Richtig, falsch ist das nicht. Bei Einer Fächerbundierung geht es um persönliche Vorlieben. Da kann auch der 12te bund im Blei sein. Was sicher hilfreich ist: Je Droper das Tuning, umso länger die Mensur! ......oder so :D

Gruss
Urs

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Re: Multiscale Berechnung?

Beitrag von ihminen » 20.02.2016, 22:53

Schon klar, du hast das richtige Vorgehen ja auch beschrieben: ausprobieren. Ich probiere also gerade den 9. Bund aus. :-)
Es gibt sogar Custom-Bauten von Ola Strandberg, die den Nullbund rechtwinklig haben. Ist aber auch ein sehr moderater Fan (25,5'' - 25'').

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Re: Multiscale Berechnung?

Beitrag von crackout » 21.02.2016, 11:58

Entscheidend dafür, wo sich der gerade Bund befindet, ist meiner Ansicht nach die Längendifferenz der Mensuren.
Bei meiner Glokta7 habe ich eine Differenz von .75'' (26.25'' - 25.50''). Da bietet sich der achte Bund an. Für ganz kleine Fächer kann aber sogar der nullte Bund der Gerade sein.

Hast du den geraden Bund festgelegt, kannst du von dort aus für beide Mensuren die jeweiligen Abstände abtragen. Kompliziert wird's nur, wenn du die Mensur nicht parallel zur Mittellinie antragen willst, sondern entlang der Saiten (also schräg). Dann musst du die Saitenabstände am Sattel und an der Brücke genau wissen und über eine geometrische Konstruktion die Längen antragen.
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Re: Multiscale Berechnung?

Beitrag von aljosha » 21.02.2016, 13:37

naja, hauptsaechlich haengt der gerade bund davon ab wie man die KLampfe haelt...
Prog.position auf Brusthoehe vs Rockposition auf Kniehoehe
der Hals dreht sich, die Hand hat auch nen andren winkel
in einer position perfekt ist anders eher nicht optimal

wobei da dann auch wieder der Mensurunterschied reinspielt

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Re: Multiscale Berechnung?

Beitrag von Jackhammer » 21.02.2016, 14:33

Ich habe gelesen, dass man oft die Mitte zwischen dem Sattel und dem letzten Bund für geraden Bund nimmt. z.B. liegt 24. Bund bei 0.75 der Mensurlänge -> gerader Bund bei der 0.75/2 der Mensur. Diese Stelle kann übrigens auch zwischen zwei Bunde liegen...
Viele Grüße
Yuriy

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Re: Multiscale Berechnung?

Beitrag von Walterson » 22.02.2016, 07:14

crackout hat geschrieben:Kompliziert wird's nur, wenn du die Mensur nicht parallel zur Mittellinie antragen willst, sondern entlang der Saiten (also schräg).
Das halte ich für die deutlich bessere Vorgehensweise. Einfach eine Zeichnung im Maßstab 1:1 anfertigen, dann ergibt sich das wie von allein....

Die Saitenabstände an Brücke und Sattel muss man eh wissen, sonst kann man die größe des Griffbrettes nicht berechnen und z.B. auch keine Kopfplatte konstruieren, auf der die Saiten gerade zu den Mechaniken verlaufen.
VG
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Re: Multiscale Berechnung?

Beitrag von Haddock » 22.02.2016, 07:15

Guten Morgen,
crackout hat geschrieben:Entscheidend dafür, wo sich der gerade Bund befindet, ist meiner Ansicht nach die Längendifferenz der Mensuren.
Bei meiner Glokta7 habe ich eine Differenz von .75'' (26.25'' - 25.50''). Da bietet sich der achte Bund an. Für ganz kleine Fächer kann aber sogar der nullte Bund der Gerade sein.
das verstehe ich nicht so ganz....

Gruss
Urs

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Re: Multiscale Berechnung?

Beitrag von crackout » 22.02.2016, 07:40

Haddock hat geschrieben:das verstehe ich nicht so ganz....
Wenn der Unterschied zwischen Mensur oben und unten sehr groß ist, ist es unklug den geraden Bund weit außerhalb der Mitte zu platzieren, da sonst am jeweils anderen Ende des Griffbretts die Bünde extreme Schieflage bekommen. Daher gibt das Delta der Mensurlängen in gewisser Weise den ungefähren Bereich vor, in dem der gerade Bund liegen sollte.

Insbesondere bei Varianten mit geradem Bund am Ende des Griffbretts ist ein zu großer Fächer der Dealbreaker.

Am Besten ist's einfach, sich auf einen Bund festzulegen und das Ganze mal aufzuzeichnen. Dann sieht man recht schnell, ob's passt und ob man vielleicht den geraden Bund doch noch ein paar Positionen verschieben kann.
Say my name.

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