Restaurierung einer Geigenleiche

Alles um einen alten Schatz aufzufrischen ... auch am Finish

Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 1 von 69 Beitragvon liz » 15.11.2016, 23:32

Einfach so mache ich jetzt mal eine Restaurierungsdokumentation. Die Arbeit ist schon fortgeschritten, die Doku erfolgt also rückwirkend.
Der Patient ist eine Manufakturgeige von der üblen Sorte. Zustand: mehrfaches Organversagen, eigentlich ist hier wirtschaftlich gesehen nichts mehr zu retten - die Reparaturkosten würden den Wert um ein Vielfaches übersteigen. Zum Glück der Geige brauchen wir in der Schule genau solche Patienten als Übungsobjekte, die dadurch eine Reanimation erfahren und ein zweites Leben eingehaucht bekommen.
Bilder vom Zustand:
zahlreiche Deckenrisse, Bassbalkenriss, Kolophoniumdreck...

Zargenrisse..

Boden abgelöst...

ui ui ui..

Wirbel sind am Ende, Obersattel auch, das Griffbrett hat tiefe Spielspuren und muss abgerichtet werden

schöner einteiliger Boden! Haha, der Riegel ist aufgemalt..

Bodenriss

Deckenrisse und eingefallene Wölbung

Bassbalkenriss und ein schlecht reparierter zweiter Riss vom F-Loch aus
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 2 von 69 Beitragvon liz » 15.11.2016, 23:41

Nach dem Öffnen des Instruments kamen weitere Überraschungen zu Tage. Die Decke ist sehr grob gearbeitet, der Bassbalken aus dem Deckenholz herausgearbeitet. Daher kommt auch der Bassbalkenriss: der seitliche Begrenzungsschnitt war zu tief und ging fast durch die Decke durch!
an den Klötzen fehlt Deckenmaterial



Reifchen nicht in den Eckklötzen eingelassen sondern durchgehend, allerdings am Boden abgelöst

an der Decke ebenso ;)
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 3 von 69 Beitragvon liz » 15.11.2016, 23:48

Step 1:
abgelöste Reifchen anleimen:


Step 2:
Bodenriss ausspanen. Das ist ein Trocknungsriss, der sich nicht durch Zwingen schließen ließ. Zum Ausspanen schneidet man mit der Laubsäge und einem feinen Blatt einfach die Länge des Risses nach. Danach kommt ein Furnier oder Hobelspan hinein, den man vorher verdichtet (mit dem Hammer ;) ) Zu guter Letzt flutet man das Ganze mit Knochenleim. Dann quillt der Span auf und der Riss ist zu.

wie gesagt, der Riegel ist aufgemalt ;)

bündig gearbeitet

Sicherungsklötzchen, damit nichts weiter reißt
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 4 von 69 Beitragvon liz » 15.11.2016, 23:54

Step 3:
Zargen kürzen. Die Zargen am Unterbügel sind durch die Trocknung und Schrumpfung des Bodens zu lang geworden und stehen über. Die müssen gekürzt werden, bevor man die Geige wieder zuleimt! Also den alten Unterklotz munter herausgestemmt, die Zargen stirnseitig abgehobelt und einen neuen Klotz eingeleimt.
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 5 von 69 Beitragvon liz » 16.11.2016, 00:04

Der Boden wurde dann wieder aufgeleimt und die Decke abgenommen. Der alte Bassbalken wurde herausgestemmt.
Step 4:
Behandlung des Bassbalkenrisses.
Zum Leimen müssen zuerst temporäre Rissbelege eingeleimt werden, damit beide Hälften wieder im selben Niveau zusammengeleimt werden können, und sich auf der Außenseite kein Versatz ergibt.

die Klötzchen sind immer abwechselnd links und rechts des Risses punktverleimt und werden nach der Rissreparatur wieder entfernt.
Das Leimen des Risses war ein Prozedere mit vielen Zwingen, davon habe ich leider kein Foto gemacht, aber ich war froh als es vorbei war.
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 6 von 69 Beitragvon liz » 16.11.2016, 00:15

Die anderen Deckenrisse wurden in der selben Manier repariert.
Step 5:
auch die offene Deckenfuge wurde geheilt! Dazu habe ich, mangels einer Randrissklemme, zwei Zwingen (Klemmsias) links und rechts der Fuge angesetzt. Diese habe ich mit zwei weiteren Zwingen (die mit den roten Griffen) zusammengezogen, dadurch schloß sich die Fuge. Noch zwei weitere Zwingen wurden samt Plexiglasklötzchen über der Fuge platziert, um die Hälften im Niveau zu halten.

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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 7 von 69 Beitragvon liz » 16.11.2016, 00:24

Nachdem alle Risse und Fugen geleimt waren, konnte die Decke innen ordentlich ausgearbeitet und geglättet werden. Dann ging es an
Step 6:
Sichern der Risse. Damit diese nicht in Zukunft wieder aufgehen, werden so genannte Rissbelege von innen über den Riss geleimt. Sollten sie dennoch wieder aufgehen, sind sie zumindest im Niveau gesichert.



Nach dem Leimen werden die Belege ausgeformt und verschliffen.

danach kam
Step 7:
der neue Bassbalken.



Der Balken wird mit Kreide eingepasst und mit Knochenleim eingeleimt. Seitliche kleine Klötzchen, die temporär an die Decke geleimt werden, verhindern ein verrutschen und helfen beim Einpassen, immer die selbe Stelle zu finden.
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 8 von 69 Beitragvon liz » 16.11.2016, 00:34

Step 8:
das fehlende Deckenholz wird ersetzt. Ein Futter wird über die entsprechende Stelle eingesetzt. Die Holzauswahl ist hier wichtig.. die Struktur sollte übereinstimmen (Jahresringbreite und -Verlauf, Farbe, Haseln, Riegel etc.) als auch die Schräglage der Jahresringe, wenn das Holz am Rand sichtbar ist. Puristen nehmen hier altes Holz oder altern das Holz künstlich, damit kein Farbunterschied zu sehen ist. Bei solch billigen Instrumenten wäre das aber etwas übertrieben. Außerdem - was neu ist ist neu, warum sollte man so tun als wäre es alt?




Damit sind wir schon in der Gegenwart angekommen und harren neuer Entwicklungen.
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 9 von 69 Beitragvon filzkopf » 16.11.2016, 00:40

Tolle Doku!! (clap3)
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 10 von 69 Beitragvon thoro » 16.11.2016, 00:49

Finde ich ebenfalls. Obwohl ich mit Geigen nichts am Hut habe, ist es lehrreich und sehr interessant.
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 11 von 69 Beitragvon liz » 16.11.2016, 00:52

thoro hat geschrieben:Finde ich ebenfalls. Obwohl ich mit Geigen nichts am Hut habe, ist es lehrreich und sehr interessant.

Die Techniken lassen sich durchaus auch bei Gitarren anwenden.
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 12 von 69 Beitragvon thoro » 16.11.2016, 01:14

Das meinte ich damit.

Vielen Dank für die ausführlichen Beschreibungen und Erklärungen.
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 13 von 69 Beitragvon hatta » 16.11.2016, 01:22

8) danke für die doku! Herrlich von dir lernen zu dürfen (dance a)

Sag mal: wie malt man bitte die riegel auf? :shock:
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 14 von 69 Beitragvon penfield » 16.11.2016, 01:32

Genial und lehrreich, wie immer. (clap3) (clap3)

Apropos, falls Ihr noch Reparaturpatienten braucht, ich hätte da auch noch so eine Geige... 8)

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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 15 von 69 Beitragvon Poldi » 16.11.2016, 06:27

Super dokumentiert und sehr lehrreich, danke Liz.
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 16 von 69 Beitragvon headstock » 16.11.2016, 07:50

Moin,

schöne Doku liz,
mich interessieren hier mal die Spuren, die innen an den F-Löchern entstanden sind - ist das Lack der beim Auftragen in die Geige gelaufen ist, weil die Geige hängend lackiert wurde?
Ich hatte bei meiner Paulusrestauartion genau die gleichen Spuren...
- habe mich aber nicht weiter damit beschäftigt (think)

Gruß Martin
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 17 von 69 Beitragvon Haddock » 16.11.2016, 08:59

Guten Morgen,

super Doku, danke für die Lehrstunde (clap3)

Gruss
Urs
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 18 von 69 Beitragvon Izou » 16.11.2016, 09:19

Guten Morgen

Wow, was für ne Story, super Doku (clap3) . Wieder was dazugelernt.
Gruss Marcel

"You Can'T Fix Stupid, not Even with Duct Tape!"

Meine Baustelle...
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 19 von 69 Beitragvon capricky » 16.11.2016, 09:31

Klasse thread! In meinem Keller liegen auch noch einige Geigenleichen, die ich wiederbeleben will, "wenn ich mal viel Zeit habe". Jedenfalls habe ich hier viel gelernt, danke dafür! (clap3)

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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 20 von 69 Beitragvon liz » 16.11.2016, 11:27

Vielen Dank für das tolle Lob!

headstock hat geschrieben:ist das Lack der beim Auftragen in die Geige gelaufen ist, weil die Geige hängend lackiert wurde?


Ja, genau so ist das!

capricky hat geschrieben:Klasse thread! In meinem Keller liegen auch noch einige Geigenleichen, die ich wiederbeleben will, "wenn ich mal viel Zeit habe".

Ich empfehle dazu das Buch "Violin Restoration" von Hans Weisshaar und Margaret Shipman. Das ist DAS Standardwerk zur Restaurierung. Die meisten Sachen muss man bei "wertlosen" Instrumenten zwar etwas pragmatischer angehen als in dem Buch beschrieben, die Techniken selbst sind aber klasse.
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 21 von 69 Beitragvon liz » 16.11.2016, 12:12

hatta hat geschrieben:
Sag mal: wie malt man bitte die riegel auf? :shock:

Mit der Airbrush vermute ich.
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 22 von 69 Beitragvon capricky » 16.11.2016, 12:33

liz hat geschrieben:
hatta hat geschrieben:
Sag mal: wie malt man bitte die riegel auf? :shock:

Mit der Airbrush vermute ich.


Nee, das sind uralte Lasurtechniken. Ich habe noch ein Buch da wird das beschrieben. Das geht bspw. mit einer entsprechend präparierten Gänsefeder und Bierlasur (ja, man kann das nicht nur trinken!) :badgrin:
Es haut einen um, wenn man sieht was die früher mit "primitiven" Mitteln gezaubert haben.

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ich such mal das Buch, müsste antiquarisch noch zu bekommen sein...
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 23 von 69 Beitragvon liz » 16.11.2016, 12:35

oha, jetzt bin ich gespannt..
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 24 von 69 Beitragvon capricky » 16.11.2016, 12:56

liz hat geschrieben:oha, jetzt bin ich gespannt..


Damit ist dann sogar gevögelter Wölkchenriegelahorn möglich:





Windows 10 hat da gelegentlich eigene kretive Ideen, wie es Bilder zur Anzeige bringen möchte, es lässt sich nicht drehen, aber man erkennt ja worum es geht.

Das Buch heißt: "Schmucktechniken und farbige Möbelmalerei" von Josef H. Baum, Fachbuchverlag Leipzig 1983

Amazon hat gerad noch 8 Stück, also schnell sein! :badgrin:

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Nachtrag - Inhaltsverzeichnis:


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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 25 von 69 Beitragvon hatta » 16.11.2016, 14:25

capricky hat geschrieben:
liz hat geschrieben:oha, jetzt bin ich gespannt..


Damit ist dann sogar gevögelter Wölkchenriegelahorn möglich:

IMG_1531 (Mittel).JPG


IMG_1532 (Mittel).JPG


Windows 10 hat da gelegentlich eigene kretive Ideen, wie es Bilder zur Anzeige bringen möchte, es lässt sich nicht drehen, aber man erkennt ja worum es geht.

Das Buch heißt: "Schmucktechniken und farbige Möbelmalerei" von Josef H. Baum, Fachbuchverlag Leipzig 1983

Amazon hat gerad noch 8 Stück, also schnell sein! :badgrin:

capricky

Nachtrag - Inhaltsverzeichnis:

IMG_1533 (Mittel).JPG

IMG_1534 (Mittel).JPG


Echt irre, was die alles bewerkstelligen konnten 8)
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 26 von 69 Beitragvon penfield » 16.11.2016, 14:35

Noch eine Frage, bitte, was ist eine Randrissklemme?

Fotos von meiner Geigenleiche kommen noch.
Um den Grad der Herausforderung zu zeigen
(Ich geb´nicht so leicht auf..) ;)

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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 27 von 69 Beitragvon liz » 16.11.2016, 15:05

penfield hat geschrieben:Noch eine Frage, bitte, was ist eine Randrissklemme?

Fotos von meiner Geigenleiche kommen noch.



ja, zeig!

so sieht eine Randrissklemme aus:




diese hier kam aber für die hier gezeigte Reparatur zu spät.
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 28 von 69 Beitragvon penfield » 16.11.2016, 20:50

Zunächst danke für die Erläuterung der RandRissKlemme. (dance a)

Nachdem ich jetzt die Geige fotografiert habe, muss ich meinen Respekt für die tollen Fotos von Dir zum Ausdruck bringen. (clap3)
Das hier sind die besten von den 20, die ich gemacht habe :roll:





Die Decke schaut ziemlich ramponiert aus, aber die Spalten/Risse o.ä. sind nicht offen, sondern scheinen irgendwann verleimt worden zu sein?
Der Boden ist zerkratzt aber ohne Risse/intakt.
Da die F-Löcher zu eng für meine Endoskop Optik sind, gibt es keine Bilder vom Innenleben.
Stimmstock kann man sehen. Der Steg ist ziemlich hin.
Was meinst der Meister dazu?
Besten Dank für die Ferndiagnose.

BGP

PS: Das oben war natürlich nur ein Scherz ;)
Ich erwarte selbstverständlich keine (Gratis)Reparatur
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 29 von 69 Beitragvon liz » 16.11.2016, 20:58

mehr Fotos! Schnecke mit Wirbeln, Zargenstoß, Griffbrett...
bei den Rissen kannst du prüfen ob sie offen sind, indem du leicht auf eine Hälfte drückst und schaust ob sich was bewegt. Hineinschauen geht auch ganz leicht - Endknopf ziehen, F-Loch an ne Lampe halten und hinten reingucken.
In der Regel brauchen solche Instrumente das Standardprogramm - öffnen, Risse leimen, ev. Bassbalken, Griffbrett abrichten, Wirbel neu, Sättel neu, Steg neu, Stimme neu, manchmal auch Saitenhalter neu. Oft ist auch noch ein Bogen dabei der bezogen werden muss.
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 30 von 69 Beitragvon Der Epi » 16.11.2016, 22:45

abgefahren und sehr interessant, danke für den Ausflug in die Geigenwelt :)
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 31 von 69 Beitragvon DoppelM » 16.11.2016, 23:25

OIDA! - In Anbetracht des Ortes an dem Liz ist glaub ich das passendste Wort für die Dinge die er mal wieder zeigt. Einfach umwerfend...
Was die Fake-Techniken aus Caprickys Buch angeht, erinnert mich das an die Semperoper in Dresden - da sieht alles nach Holz und buntem Marmor aus, ist aber Gipsmalerei :D
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 32 von 69 Beitragvon hatta » 17.11.2016, 00:26

Danke für die erwähnung des neu beziehens vom bogen.
Wer macht denn sowas? Und was kostet sowas? Ich hab da einen ur ur alten bogen vom urgroßvater. Der ist bei einer "singenden säge" dabei gewesen, hat aber sehr wehnig spanung jnd ist auch nicht mehr spannbar.
Wert ist der nix, außer ideell
Vielen dank!
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 33 von 69 Beitragvon liz » 17.11.2016, 00:57

hatta hat geschrieben:Danke für die erwähnung des neu beziehens vom bogen.
Wer macht denn sowas?

Na ich! Zeig mal her das Ding.
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 34 von 69 Beitragvon bea » 17.11.2016, 01:57

hatta hat geschrieben:Danke für die erwähnung des neu beziehens vom bogen.
Wer macht denn sowas? Und was kostet sowas?


Vor ein paar Wochen habe ich 90 € dafür hingeblättert. Plus Fahrtkosten - der Geigenbauer ist 20 km entfernt. Bei einem Carbondix. Der kostet neu inzwischen 89 € (früher waren es 119. Deshalb besitze ich jetzt zwei...). Weil es in der Nähe meines zukünftigen Wohnorts keinen Geigenbauer gibt, sollte ich es wohl besser auch lernen. Ein paar billige Übungsobjekte hätte ich sogar...

(Ich weiß zwar, dass der eine oder andere Geigenbauer weniger als jene 90 € nimmt, habe aber kein grundsätzliches Problem mit dem Preis, weil ich einen Begriff vom Zeitaufwand habe und den in Beziehung zu meinem eigenen Stundensatz setze.)
LG

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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 35 von 69 Beitragvon bea » 17.11.2016, 02:04

Zurück zu Liz' Geige: diese Industriegeigen klingen ja von Haus aus nicht allzu gut.

Unternimmst Du irgendwas zum Verbessern des Klangs?

Irgendeinen Klopftest, der zeigt, ob und wenn ja wo man ggf an Decke, Boden, Bassbalken nochmal Material wegnehmen könnte? (Die ganz grundlegenden Dinge wie Stimme optimal aufstellen und Steg(ausschnitte) optimal anpassen, setze ich einfach mal voraus...)

Irgendwie fände ich es toll, wenn es gelänge, ein derartiges Einsteiger-Instrument nah an den Klang einer Meistergeige zu bringen...
LG

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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 36 von 69 Beitragvon liz » 17.11.2016, 10:02

bea hat geschrieben:Zurück zu Liz' Geige: diese Industriegeigen klingen ja von Haus aus nicht allzu gut.

Unternimmst Du irgendwas zum Verbessern des Klangs?

Irgendeinen Klopftest, der zeigt, ob und wenn ja wo man ggf an Decke, Boden, Bassbalken nochmal Material wegnehmen könnte? (Die ganz grundlegenden Dinge wie Stimme optimal aufstellen und Steg(ausschnitte) optimal anpassen, setze ich einfach mal voraus...)

Irgendwie fände ich es toll, wenn es gelänge, ein derartiges Einsteiger-Instrument nah an den Klang einer Meistergeige zu bringen...

Ja, Bea. Wenn die Decke so ausgearbeitet ist wie sie es war, dann kann man da noch was machen. Die war wirklich grob gestochen, einfach mit dem Hohleisen Pi mal Daumen raus. Die habe ich ordentlich nachgearbeitet, auf bewährte Stärkenmaße gebracht und durch Klopfen die Hauptmoden bestimmt. Die kann man dann versuchen, wenn man so will, durch Materialentfernung an bestimmten Stellen in ein Oktavverhältnis zu bringen.
Sehr viel vom Klang macht tatsächlich, wie du sagst, das Setup aus - ein ordentlich angepasster Steg, ein sauberer Stimmstock ohne Lücken, Saitenlage und Steghöhe.
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 37 von 69 Beitragvon DoppelM » 17.11.2016, 10:32

Was sind die Hauptmoden, und worauf achtet man da? Ist das etwa das ominöse Taptuning dass es auch bei Jazzgitarren gibt?

Ich fänd ja eine Bogenbezug-Doku auch seeeeeehr spannend, habe ebenfalls vier mehr oder weniger kümmerliche Exemplare hier rumliegen... Was die Einrichtung von Streichinstrumenten angeht, wunder ich mich gerade bei günstigen Kontrabässen immer wieder wie viel Potenzial die großen Händler da vergeuden. Vermutlich wollen sie nicht wirklich dass man die unterste Klasse kauft...
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 38 von 69 Beitragvon liz » 17.11.2016, 11:22

DoppelM hat geschrieben:Was sind die Hauptmoden, und worauf achtet man da?

Die Moden stellen dar, wie die Decke bei einer bestimmten Frequenz schwingt. Diese kann man mit einem Frequenzgenerator, Lautsprecher und einem Granulat (Zucker, Sand) sichtbar machen. Vergleiche dazu chladnische Klangfiguren! Bei manchen Frequenzen ergeben sich sehr klare Schwingungsknotenlinien, zwei davon betrachtet man genauer: eine ringförmige Schwingung um das Zentrum (5er Mode), und eine X-förmige Schwingung über die Breite der Decke (2er Mode). Man kann die Decke nun so ausarbeiten, dass diese zwei Schwingungsbilder auf einer bestimmten Frequenz zu liegen kommen. Man betrachtet genau diese zwei Schwingungen, weil man zufälligerweise diese auch beim Klopfen gut erkennen kann, und durch singen oder pfeifen in ein Stimmgerät erfährt man dann die Tonhöhe. So kann man die Platte "tunen", bis die gewünschte Tonhöhe erreicht ist. Was nun die ideale Frequenz/Tonhöhe ist, da hat jeder Geigenbauer seine eigene Meinung. Ausgangswert ist meistens F, und die Moden sollten eine Oktave auseinanderliegen. Man arbeitet die Decke aber auch so aus, dass sie möglichst offen und frei klingt.
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 39 von 69 Beitragvon bea » 17.11.2016, 11:32

M.W. wird auch der Boden gestimmt, und zwar tiefer als die Decke. Irgendwo hab ich mal was von einer Terz gelesen (als ich meine Archtop baute; ich habe das damals auch versucht umzusetzen). Aber das geht hier ja schlecht, weil der Boden mit dem Zargenkranz verbunden ist.
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 40 von 69 Beitragvon liz » 17.11.2016, 11:41

bea hat geschrieben:M.W. wird auch der Boden gestimmt, und zwar tiefer als die Decke. Irgendwo hab ich mal was von einer Terz gelesen (als ich meine Archtop baute; ich habe das damals auch versucht umzusetzen). Aber das geht hier ja schlecht, weil der Boden mit dem Zargenkranz verbunden ist.

Der Boden wird auf die selbe Art abgestimmt wie die Decke. Wie gesagt - das "Ideal" ist für jeden Geigenbauer etwas anderes.
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 41 von 69 Beitragvon bea » 17.11.2016, 13:32

Aber das sind alles Dinge, die bei Industriegeigen allein aus Kostengründen nicht oder bestenfalls ansatzweise gemacht werden konnte bzw. können. Ich besitze da selbst zwei Kandidaten, bei denen durch einen derart tiefen Eingriff wohl noch einiges geholt werden könnte.

Und zwar nur noch, weil der Steg und bei einer auch die Stimme schon gut gemacht sind. Diese habe ich übrigens mal im Vergleich zu einer Meistergeige nach gleichen Vorbild gespielt und weiß daher recht gut, was sie bringt (durchaus einiges...), und was nicht.

Aber Geigen ohne Werkzeug zum Kontrollieren und vor allem Setzen der Stimme zu öffnen, ist ja tatsächlich oberverrückt...
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 42 von 69 Beitragvon liz » 17.11.2016, 13:43

Jein, es gibt schon auch höherpreisige Manufakturgeigen, die besser gearbeitet sind. Ob man bei einem Instrument noch etwas herausholen kann oder nicht, muss man im Einzelfall individuell entscheiden - vielleicht sind die ja schon gut gearbeitet und bringens einfach trotzdem nicht. Solche Fälle gibt es! Ich bin überzeugt, dass auch viele Meistergeigen nach Mist klingen, trotz Abstimmung und Sorgfalt. Manchmal passt das Holz nicht, manchmal passt der Boden nicht zur Decke oder umgekehrt, manchmal bringts ein neuer Hals. Die Frage die man sich stellen muss ist, zahlt sich das aus? Auch über die Veränderung des Setups - Steg, Stimmstock, kann noch viel verändert werden.
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 43 von 69 Beitragvon bea » 17.11.2016, 13:49

liz hat geschrieben:Jein, es gibt schon auch höherpreisige Manufakturgeigen, die besser gearbeitet sind. Ob man bei einem Instrument noch etwas herausholen kann oder nicht, muss man im Einzelfall individuell entscheiden - vielleicht sind die ja schon gut gearbeitet und bringens einfach trotzdem nicht. Solche Fälle gibt es! Ich bin überzeugt, dass auch viele Meistergeigen nach Mist klingen, trotz Abstimmung und Sorgfalt. Manchmal passt das Holz nicht, manchmal passt der Boden nicht zur Decke oder umgekehrt, manchmal bringts ein neuer Hals. Die Frage die man sich stellen muss ist, zahlt sich das aus? Auch über die Veränderung des Setups - Steg, Stimmstock, kann noch viel verändert werden.



Ja klar. Aber gerade bei der besseren der beiden Geigen ist das alles schon geschehen, als sie wegen eines Deckenrisses mal geöffnet werden musste. Nach der Reparatur war sie klanglich in einer anderen Dimension (der Geigenbauer war ein enger Freund meines Schwiegervaters; sowas hilft manchmal...)
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 44 von 69 Beitragvon liz » 17.11.2016, 13:53

bea hat geschrieben:Ja klar. Aber gerade bei der besseren der beiden Geigen ist das alles schon geschehen, als sie wegen eines Deckenrisses mal geöffnet werden musste. Nach der Reparatur war sie klanglich in einer anderen Dimension (der Geigenbauer war ein enger Freund meines Schwiegervaters; sowas hilft manchmal...)

Also dass sie nach der Rissreparatur besser klang als vorher, wundert mich überhaupt nicht ;)
Ja nein schon klar, wenn so eine grob geschnitzte Gurke plötzlich von unnötiger Last befreit wird, glaube ich sofort, dass sie danach besser klingt.
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 45 von 69 Beitragvon liz » 21.11.2016, 19:51

Nicht viel, aber ein bisschen: Die zwei Futter wurden verputzt und die Decke ist damit fertig um wieder aufgeleimt zu werden.



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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 46 von 69 Beitragvon bea » 22.11.2016, 02:35

Das Profil des Baßbalkens kommt mir deutlich anders als vorher vor - oder täusche ich mich da?
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 47 von 69 Beitragvon liz » 22.11.2016, 08:32

bea hat geschrieben:Das Profil des Baßbalkens kommt mir deutlich anders als vorher vor - oder täusche ich mich da?

kann sein - der alte war auf jeden Fall zu kurz und falsch positioniert.
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 48 von 69 Beitragvon thoto » 22.11.2016, 13:15

liz hat geschrieben:
bea hat geschrieben:Das Profil des Baßbalkens kommt mir deutlich anders als vorher vor - oder täusche ich mich da?

kann sein - der alte war auf jeden Fall zu kurz und falsch positioniert.


:?: Ist die Position nicht gleich geblieben? Habe gerade alt und neu verglichen und kann - außer in der Dimensionierung - keinen Unterschied entdecken. In welchem Punkt ist denn die neue Position anders? (think)
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 49 von 69 Beitragvon liz » 22.11.2016, 13:22

thoto hat geschrieben:
:?: Ist die Position nicht gleich geblieben? Habe gerade alt und neu verglichen und kann - außer in der Dimensionierung - keinen Unterschied entdecken. In welchem Punkt ist denn die neue Position anders? (think)


Hallo Thoto, die Unterschiede sind sehr klein. Der neue Balken liegt ca. 2mm weiter außen, von der Mitte her gesehen. Er ist auch deutlich länger als der alte. Grundsätzlich positioniert man den Bassbalken so, dass er in der Mitte des Stegfußes zu liegen kommt, und 2-3 Jahresringe schräg nach vorne, so dass keine Sollbruchstelle entsteht.

Edit: Direktvergleich
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 50 von 69 Beitragvon bea » 22.11.2016, 13:44

Wenn ich es richtig sehe, hat der neu Balken seine volle Höhe wirklich nur unter dem Stegfuß, der alte aber über mehrere cm. Der alte erinnert mich übrigens an die Balken aus meinem Sorgenkind. Die sind ebenfalls durchgängig hoch und laufen früher aus als statisch gut ist.

Wenn das wirklich so ist, sollte es sich ganz erheblich auf den Klang der Geige auswirken.
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 51 von 69 Beitragvon thoto » 22.11.2016, 13:45

Vielen Dank, Liz! Vor allem das mit den Jahresringen ist ein wertvoller Tip! (clap3)
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 52 von 69 Beitragvon liz » 22.11.2016, 13:52

bea hat geschrieben:Wenn ich es richtig sehe, hat der neu Balken seine volle Höhe wirklich nur unter dem Stegfuß, der alte aber über mehrere cm. Der alte erinnert mich übrigens an die Balken aus meinem Sorgenkind. Die sind ebenfalls durchgängig hoch und laufen früher aus als statisch gut ist.

Wenn das wirklich so ist, sollte es sich ganz erheblich auf den Klang der Geige auswirken.


Das kannst du doch von den Orthofotos garnicht sehen.. das alte Ding war so grob geschnitzt wie die Decke, formlos, eklig, er war einfach nur "da". Der neue Balken entspricht dem Bild eines "modernen" Bassbalkens, ja, die größte Höhe hat er nur unter dem Stegfuß.
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 53 von 69 Beitragvon liz » 22.11.2016, 14:23

liz hat geschrieben:das alte Ding war so grob geschnitzt wie die Decke, formlos, eklig, er war einfach nur "da".

Was ich damit sagen wollte - der alte Balken unterlag keinerlei Formgebungswillen. Da saß kein Geigenbauer und hat sich gedacht "jetzt lass ich den in der Mitte lange hoch das ist besser"... Ich würde da nicht versuchen, eine Interpretation über die Eigenschaften des Balkens zu machen. Der war nur so, weil er da sein musste, und weil er schnell gehen musste.
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 54 von 69 Beitragvon bea » 22.11.2016, 14:34

liz hat geschrieben:Das kannst du doch von den Orthofotos garnicht sehen..


Sehen nicht - deshalb frage ich ja - aber erahnen schon: weil sich der alte Balken in der Höhe verjüngt, sind die Anschnitte dreieckig, und wo die aufhören, kann man aus dem Bild so ungefähr erkennen.

Mir geht es übrigens darum, zu verstehen, was ich mit den Balken in meinem Sorgenkind mache. Die alten sind ja ebenfalls nicht besonders "liebevoll" geformt, sondern einfach nur "da".
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 55 von 69 Beitragvon liz » 22.11.2016, 14:36

bea hat geschrieben:Mir geht es übrigens darum, zu verstehen, was ich mit den Balken in meinem Sorgenkind mache. Die alten sind ja ebenfalls nicht besonders "liebevoll" geformt, sondern einfach nur "da".

Achso! Bei meinen Archtops werde ich die im Stile der Geigenbalken machen.
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 56 von 69 Beitragvon dreizehnbass » 22.11.2016, 22:24

Du hast da eh eine schöne Leiche :D

Der Musiker stolperte beim Betreten der Bühne. Ein Klassiker
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 57 von 69 Beitragvon liz » 22.11.2016, 23:00

Da hast dir aber wahrscheinlich das Öffnen gespart oder? :D
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 58 von 69 Beitragvon bea » 22.11.2016, 23:02

Volltreffer.

Ich stelle mir das gerade bei einer richtig wertvollen alten Geige vor....
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 59 von 69 Beitragvon liz » 22.11.2016, 23:05

bea hat geschrieben:Volltreffer.

Ich stelle mir das gerade bei einer richtig wertvollen alten Geige vor....

Gut versichert..
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 60 von 69 Beitragvon DoppelM » 23.11.2016, 01:53

liz hat geschrieben:Gut versichert..

Erinnert mich an einen jonglierbegabten Bratscher aus meinem Bekanntenkreis. Nachdem er erst mit meinen Küchenmessern jonglierte, balancierte er seine gerade verliehene Stipendiumsbratsche (Versicherungswert irgendwas um die 150k) mit dem Endknopf auf der Handfläche. Danach hat er sie erstmal vorsichtig weggelegt um mich zu reanimieren. Nach drei Monaten hat er sie übrigens zurückgegeben, sie kam klanglich mit seiner von einem alten Hobbybauer gebauten eigenen nicht mit :D .
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 61 von 69 Beitragvon liz » 23.11.2016, 08:32

Ich hab übrigens gerade eine klasse Seite entdeckt, wo Reparaturmethoden sehr anschaulich und schön beschrieben werden:
https://trianglestrings.com/techniques/
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 62 von 69 Beitragvon bea » 23.11.2016, 12:30

Das ist aber ziemlich krass, was er da treibt:
https://trianglestrings.com/conicalthroughpatch/
LG

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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 63 von 69 Beitragvon filzkopf » 23.11.2016, 12:50

Wow grandioser Link! Danke! da bin ich nun ne Zeit beschäftigt das alles aufzusaugen!
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 64 von 69 Beitragvon hatta » 23.11.2016, 12:51

Wieder ne Ablenkung mehr im Büro (whistle)
Den Nachmittag kann ich wohl mal vergessen, bzw. mich in dieser Seite verlieren 8)
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 65 von 69 Beitragvon liz » 12.12.2016, 19:34

Hallo liebe Freunde von Geigenzombies :)
Ein bisschen gings voran. Das falsch platzierte Endknopfloch musste ich ausbuchsen. Da ein Buchser mit Hirnholzanteil in der Zarge sehr stark auffallen würde, klebte ich zwei Stücke Ahorn aufeinander - einmal den Buchser mit der Faser längs, und ein "Deckstück", das die Faser quer hat. Das ganze wurde dann rund gedrechselt und im Wirbelspitzer auf den passenden Konus geschnitten. Ein Loch, eine Reibahle und etwas Knochenleim später konnte ich das Teil ablängen und bündig putzen.





Danach wurde die Geige zugeleimt. Dabei muss man darauf achten, dass die Griffprojektion stimmt, sonst bekommt man einen zu hohen oder zu niedrigen Steg.
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 66 von 69 Beitragvon filzkopf » 12.12.2016, 20:30

Wirklich sehr tolle Arbeit Gerhard, hätt ich nen Hut, würde ich ihn ziehen!! (clap3)

Was ist den das für ein interessantes Griffbrett? Irgendeine Idee? :)
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 67 von 69 Beitragvon bea » 12.12.2016, 20:32

Darf ich raten?
Hat man bei den einfachen alten Geigen nicht gerne mal Birne schwarz gebeizt?
LG

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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 68 von 69 Beitragvon liz » 12.12.2016, 20:37

bea hat geschrieben:Darf ich raten?
Hat man bei den einfachen alten Geigen nicht gerne mal Birne schwarz gebeizt?


Klar darfst du raten bea! Deine Vermutung ist aber falsch. Das ist irgendein Ebenholz-Derivat, ich habe das letzte Woche abgerichtet.

edit: aber ja, du hast auch recht! vor allem bei Gitarren wurde das gemacht! Oft auch Buche!
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Re: Restaurierung einer Geigenleiche

Beitrag 69 von 69 Beitragvon bea » 13.12.2016, 02:04

Wobei Buche ja technisch dem Ahorn oftmals überlegen ist...
LG

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