"Rekonstruktion" einer 12-saitigen

Alles um einen alten Schatz aufzufrischen ... auch am Finish

"Rekonstruktion" einer 12-saitigen

Beitrag 1 von 12 Beitragvon capricky » 30.06.2016, 11:59

Ich habe gestern mehr oder weniger per Zufall bei einem Kundenbesuch eine aufgearbeitete 12- saiter Akustik kennenlernen dürfen. Die Art und Weise, sowie das Ergebnis dieser "Rekonstruktion" haben mich schwer beeindruckt.
Das ist ursprünglich eine alte italienische Eko mit Schraubhals, deren Decke durch viel zu schwache Bebalkung im Laufe der Jahrzehnte so hochgekommen ist, das sie quasi unbespielbar wurde. Die Decke ist wie es aussieht aufgedoppelt worden, um nun aber eine gute Saitenlage und genügen Druck auf den Steg zu bekommen, bedurfte es einer speziellen Problemlösung und die ist wirklich der Knüller - die ist von der Decke entkoppelt im Korpus (siehe Bild)!. Wie die befestigt ist, weiß ich noch nicht.
Aber auch der eigentliche Steg mit dem integriertem Volumenregler ist doch innovativ wie ästhetisch. Die Saiten werden magnetisch von einem Pickupeigenbau abgenommen und es klingt (über einen 100W Marshall JCM900 mit 4x12 (!!!)) zum niederknien, warm, voll, atmosphärisch - clean wie verzerrt... :shock:
Ich vermisste keine Sekunde einen Piezo oder eine Mikrofonabnahme. Diesen Sound muss man mal live gehört haben - Wahnsinn (ich besitze eine 12-saitige Rickenbacker, die hat keine Chance).
Ich hoffe bald den Schöpfer (er ist kein Gitarrenbauer oder prof. Holzwerker) im Forum begrüßen zu dürfen, damit er seine zweite Arbeit, wenn ich richtig verstanden habe ein kompletter Eigenbau, hier vorstellt.

Anbei noch ein Bild und ein Clip (Der Spieler ist nicht der "Rekonstrukteur")





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Re: "Rekonstruktion" einer 12-saitigen

Beitrag 2 von 12 Beitragvon Izou » 30.06.2016, 13:23

Wow, is ja geil... :shock:
Gruss Marcel

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Re: "Rekonstruktion" einer 12-saitigen

Beitrag 3 von 12 Beitragvon hatta » 30.06.2016, 13:51

:shock: Da muss ich dir recht geben!
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Re: "Rekonstruktion" einer 12-saitigen

Beitrag 4 von 12 Beitragvon DoubleC » 30.06.2016, 13:53

Scharfe Lösung!

Der gute Mann scheint ja Anhänger der australischen Lehre zu sein. Da hat sich eine Szene entwickelt, die auf 12-strings und allem anderen, was Beine -ääääh Saiten - hat, mit Magnettonabnehmer (MagMic, S. Duncan) und ggf. Piezo spielt.


Bin auf Röntgenbilder gespannt!


Gruss


2C
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Re: "Rekonstruktion" einer 12-saitigen

Beitrag 5 von 12 Beitragvon liz » 30.06.2016, 14:21

geil
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Re: "Rekonstruktion" einer 12-saitigen

Beitrag 6 von 12 Beitragvon bea » 30.06.2016, 15:22

Ja, klingt richtig gut.
Ohne Tonabnehmer nah am Steg!
LG

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Re: "Rekonstruktion" einer 12-saitigen

Beitrag 7 von 12 Beitragvon Haddock » 01.07.2016, 09:21

Guten Morgen,

wow, die klingt ja megamässig. Ein Gitarrenbauer aus meiner Nähe hat ein ähnliches Prinzip.

Gruss
Urs
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Re: "Rekonstruktion" einer 12-saitigen

Beitrag 8 von 12 Beitragvon Poldi » 01.07.2016, 10:44

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Re: "Rekonstruktion" einer 12-saitigen

Beitrag 9 von 12 Beitragvon Herr Dalbergia » 01.07.2016, 13:10

Ja ist schon saugeil wenn man einen Monitor hat aber keine Lautsprecher auf der Arbeit....also glaub ich euch einfach mal dass es gut klingt.....
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Re: "Rekonstruktion" einer 12-saitigen

Beitrag 10 von 12 Beitragvon fraenkenstein » 01.07.2016, 20:35

Hi GitarreBassBau-Forum!
Zunächst einmal ein großes Danke! an capricky, dem Verfasser dieses Artikels!
Kurz und knapp: mein alter Freund Andy drückte mir diese Gitarre in die Hand und sagte: versuche sie zu retten oder ich entsorge sie...
Da sich sein fünfzigster Geburtstag näherte habe ich mich für Variante eins entschieden.
Capricky lag mit seiner Vermutung ganz nah dran, die Saitenaufnahme ist zu einem Teil von der Decke entkoppellt um diese zu entlasten.
Beide sind mit einem kleinen Stück Holz verbunden um die Schwingungsenergie der Saiten noch übertragen zu können.
Aufgedoppelt ist sie nicht, nur im Bereich der neuen Schalllöcher etwas verstärkt um ein reißen des Holzes an den Rändern zu vermeiden.
Die gesammte Zugkraft der Saiten wird über ein Aluminium-U-Profil, welches etwas unterhalb der Decke vom Halsfuß bis zum Korpusende verläuft, abgeleitet. Auf dem Profil ist die Saitenaufnahme befestigt.
Steg und Potiknopf habe ich aus einem Stück Eichenholz gebaut, welches zuvor als Parkett 105 Jahre lang in einer Berliner Wohnung seinen "Dienst" tat.
Leider habe ich damals nur zwei Fotos vom Umbau gemacht, aber ihr könnt darauf ganz gut das Konzept der Deckenentlastung erkennen.

Beste Grüße,
Frank


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Re: "Rekonstruktion" einer 12-saitigen

Beitrag 11 von 12 Beitragvon armfri » 01.07.2016, 22:33

Ich bin sprachlos und sehr beeindruckt von dem Ergebniss. Irgendwie wurde da das Rad neu erfunden :-)

Gruß Armin
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Re: "Rekonstruktion" einer 12-saitigen

Beitrag 12 von 12 Beitragvon fraenkenstein » 31.12.2016, 18:12

Guten Abend,

zum Jahresabschluss hier mal zwei Aufnahmen der 12-String, gespielt vom Besitzer, clean und verzerrt über seinem Marshall JCM 900...
(improvisiert)...

Gruß, Frank
Und allen einen guten Start in das neue Jahr!!!



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