67er Mustang

Alles um einen alten Schatz aufzufrischen ... auch am Finish
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Paula82
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67er Mustang

#1

Beitrag von Paula82 » 17.01.2014, 23:30

Hallo !

Nun wie in der Vorstellung angesprochen meine Restaurierungsvorgänge an der 67er Mustang. Bevor diese Gitarre zu mir kam hatte sie sehr lange in einer Waschküche rumgegammelt. Verrostete Saiten, verrostete Böckchen, überall Korrosion. Der Lack, dieses - sorry, meine Meinung - ekelhafte Dakota Red war restlos ramponiert, Risse und alles was man sich an Dreck vorstellen kann drauf. Für mich kam defintiv nur eines in Frage - das Zeug muß runter. Das ging, vorsichtig gehandhabt mit einer Heißluftpistole recht gut. Dabei hatte ich den Eindruck als hätte schonmal jemand Farbe aufgebracht. Die Grundierung war gelb.
Als alles ab war stellte sich heraus, das der eigentlich Body kaum oder wenig Plessuren hatte. Ein Schreiner hat ihn mir beidseitig minimal flach abgezogen und geglättet nebst den Rundungen. In Bild 01 sieht man die zerlegte Gitarre.
Ich wollte keinen Lack mehr draufhaben, von Wachs bin ich abgekommen - also Ölung.
Der erste Schritt war nochmal feinschleifen mit 800er Papier. Dann habe ich mit dem Pinsel Clou Hartöl Farblos aufgetragen, alles nach Vorschrift (stehendes Öl abwischen etc.) 24 Std aushärten - nochmal schleifen 800er und Öl mit weichem Lappen aufgetragen. All das hab ich nocheinmal wiederholt. Sie hat fast nichts mehr aufgenommen. Siehe auch Bild 03.

Meine erste Frage wäre nun - wie kriege ich jetzt eine schöne glänzende Fläche hin insbesondere an sämtlichen Rundungen ? Wollte da nicht mit Papier ran. Es müßte was sehr feines und anschmiegsames sein. Flies oder so.
Habt ihr eine Idee ?

Rainer
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Magfire
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Re: 67er Mustang

#2

Beitrag von Magfire » 17.01.2014, 23:51

:oops:

Das muss ich grade erstmal verdauen...

...

Hallo Rainer,
herzlich Willkommen bei uns!
Mit Clou Hartöl habe ich direkt keine Erfahrungen (ich verwende nur Osmo), aber es gibt feine Micromesh-Schleifpads. Damit und evtl. etwas geeignetem Schleiföl (ich glaube, hier wurden mit Kamelienöl gute Erfahrungen gemacht) solltest du eine glänzende, wenn auch nicht spiegelnde Oberfläche erreichen.

Viele Grüße,
Philip

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Re: 67er Mustang

#3

Beitrag von bea » 18.01.2014, 01:23

Clou Hartöl ist schichtbildend. Es fängt bereits an zu glänzen, wenn Du weitere Schichten aufträgst - dünn, sehr gleichnmäßig und ohne den Überstand abzuwischen und statt dessen zwischenschleifst. Korn 1200 nass ist da kein Fehler!

Das Öl ist auch polierbar - echten Hochglanz bekommst Du allerdings nicht hin, besser als "glänzenden Lack mit Pinsel aufgetragen" aber locker. Zwischen den einzelnen Zwischenschliffen würde ich längere Trocknungszeiten vorsehen als nur einen Tag.

Im Ergebnis kann so aussehen wie hier: http://www.gitarrebassbau.de/viewtopic. ... 498#p62337

Oder glänzender, wenn man das richtige Polierwerkzeug besitzt.

Aber bei ner 67er Fender ist sowas eine Sünde!!!!

Wenn schon Natur, dann hättest Du den Korpus besser klar mit Nitrolack lackiert - einfach, weil man dem Instrument dann irgendwann mal wieder seine Originalfarbe hätte spendieren können. Dieser Zug ist jetzt leider abgefahren und das Instrument wurde unwiederbringlich im Wert gemindert. Da ändert es nichts, dass dieses Gitarrenmodell im Lauf seine Geschichte auch mal in Natur gefertigt worden ist.

Die E-Fachabdeckung passt ja jetzt farblich nicht mehr. Falls Du auch diese tauschen möchtest, hebe die alte bitte UNBEDINGT auf, damit man wenigstens das wieder restaurieren kann, wenn man möchte !
LG

Beate

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Paula82
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Re: 67er Mustang

#4

Beitrag von Paula82 » 18.01.2014, 02:42

Hey - Danke für eure Antworten !!

@Bea
Ich gebe dir bedingt Recht wenn du von Sünde sprichst. Aber ist es nicht schon Sünde genug so eine Vintage in der Waschküche abgammeln zu lassen ? Was denn nun meine Ölungsaktion angeht - ich wußte sehrwohl was ich da vorhabe und daß das eine gewisse Wertminderung darstellt. Aber ich will sie ja auch nicht veräußern !! ;)
Nun ist es aber auch so das ich diese Gitarre nicht in die Vitrine stellen sondern spielen will. Eine erneute und insbesondere fachgemäße Nitrolackierung ala Leo F. hätte ich ohnehin nicht hinbekommen aus Mangel an Räumlichkeit. Also habe ich diesen Weg gewählt da er mir die Möglichkeit gibt das Holz jederzeit wieder aufzufrischen. Auch möchte ich noch sagen - ich habe sie im ruinierten Zustand (mit Dakota Red) gespielt und ohne. Was glaubst du wie sie für Jazz und Blues besser klang ? Ohne. Warum ? Sie klingt ohne Lackierung zwar etwas dumpfer aber auch gleichermaßen wärmer. Das - wollte ich.

E-Fach-Abdeckung/Pickguard : richtig - das ist schlicht zu hell. Was gut aussehen könnte wäre ein schwarzes Pickguard. Freilich bleiben ALLE Original-Teile bei mir. Übrigens - ehe ich mit dem Hartöl anfing habe ich natürlich Info´s eingeholt. Es gibt sehrwohl auftragbare Lacke die sich von ihrer Zusammensetzung mit Hartölbehandlungen vertragen, also da ginge schon noch was. Nitro ist natürlich OUT wie du richtig sagtest.
PS : Du baust doch selbst Instrumente - richtig ? Ich habe deine Künste in der Galerie begutachtet und ich ziehe vor dir sowie vor all den anderen Künstlern hier wirklich den Hut ! Dein Flying-V-Bass oder diese Archtop sind genial ! Ich wünschte ich hätte Platz und Raum, ich würde sofort loslegen....

@Philip
Ganau das meinte ich ! Micromesh ! Und ich meine das hier offboard schon mal gelesen zu haben. Vermutlich wird wohl wie du sagst allenfalls eine matt-glänzende oder seidenmatte Fläche rumkommen. Wo bekomme ich denn dieses Micromesh gekauft oder bestellt und vor allem - welche Körnung wäre ok für eine schöne Optik ?

Rainer

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Re: 67er Mustang

#5

Beitrag von Magfire » 18.01.2014, 08:28

Hier zum Beispiel:

http://www.mehr-als-werkzeug.de/categor ... 9_5598.htm

Wahlweise als Gewebe zur Verwendung mit Schleifklötzen oder als Pads.
Ich würde gleich ein Set mit verschiedenen Körnungen bestellen und mich dann zum gewünschten Glanzgrad hochschleifen.

Viele Grüße,
Philip

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Re: 67er Mustang

#6

Beitrag von Poldi » 18.01.2014, 10:10

In der E-Bucht gibt es das auch.
Ich würd aber auch noch ein paar Schichten auftragen. Mit dem Clou Öl und MicroMesh-Pads habe ich auch schon mal eine glänzende Oberfläche hinbekommen. Allerdings nicht Hochglänzend.
Nach der letzten Ölung ruhig 14Tage trocknen lassen.
Ansonsten, siehe Bea und Philip.

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Lumpi
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Re: 67er Mustang

#7

Beitrag von Lumpi » 18.01.2014, 10:10

Ich muss mich Beate's Meinung anschliessen. Ich würde sowas niemals auf einer Original Vintage Fender aus den Sixties machen.

Interessant wären auch noch Bilder vom Zustand vorher. Hast du welche?

Grüsse
Lumpi

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Re: 67er Mustang

#8

Beitrag von bea » 18.01.2014, 10:37

Paula82 hat geschrieben:...oder diese Archtop sind genial ! Ich wünschte ich hätte Platz und Raum, ich würde sofort loslegen....
Danke. Die Archtop habe ich in Küche und Wohnzimmer einer kleinen 2-Zimmer-Wohnung gebaut und neulich in einer noch kleineren Wohnung renoviert. Und der Werkstattraum, in dem ich die Flying V baute, wird mir wohl nicht mehr lange zur Verfügung stehen.

An Deiner Stelle hätte ich Nitrolack (auf Schnellschleifgrund) mit dem Ballen aufgetragen. Vielleicht am besten über der Badewanne. Der Schichtaufbau und das Finish erfolgt dann ganz ähnlich wie bei Hartöl; man kommt sogar schneller voran, weil die Trockungszeiten kürzer sind. Wenn die Schichten dünn genug sind, ist Ausdünstung vergleichbar unangenehm. Weil Nitro nicht so tief ins Holz einzieht wie das Öl, hättest Du auch eine Chance gehabt, im Notfall alles mit der Ziehklinge entfernen zu können.
LG

Beate

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Re: 67er Mustang

#9

Beitrag von Paula82 » 18.01.2014, 10:40

Ich hatte damals leider keine Digicam, sonst hätte ich sie fotografiert. Schon allein wegen den ganzen Lackschäden. Da haben regelrecht Teile gefehlt, wie abgeplatzt. Na ja, wie auch immer....
Wegen Bea´s Meinung - sie oder habt da sicher recht. Aber ich war mir absolut sicher das kein Lack mehr drauf kommt künftig. Ich mußte sie aber schützen und zwar so das sie auch noch spielbar und trotzdem wieder bearbeitbar ist. Also kein Wachs wegen den zu erwartenden Flecken vom schwitzen. Somit bleibt nur Öl. Ich hatte auch schonmal nachgefragt was eine original Lackierung kostet. Das kostet richtig Geld und zwar wurde mir damals was von 700-800 Mark gesagt. Das war mir einfach zuviel.

Danke auch für die Mesh-Info - sowas hab ich gesucht :)

Hier mal ein interessanter Link. Dort mal nach unten rollen.
http://www.offsetguitars.com/forums/vie ... 42&t=73507

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DoubleC
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Re: 67er Mustang

#10

Beitrag von DoubleC » 18.01.2014, 12:59

Abgeplatzte Lackteile werden aber z.T teuer nachempfunden & gehandelt?????? :shock: :shock: :shock:

→ Rory Gallagher STratocaster
→ Stevie Ray Vaughan Stratocaster
→ Andy Summers Telecaster
→ Heavy Relic Fender Custom Shop???????

Auf der anderen Seite..........Art Déco und Jugendstilmöbel wurden zwischenzeitlich auch gerne mal mit weisser Ölfarbe beschichtet.........it's only human! (whistle) (whistle)

Tru Oil → DAS Gewehrschaftöl wird mit minimalem Aufwand recht glänzend (siehe Hier im Forum)

Gruss


DoubleC

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Re: 67er Mustang

#11

Beitrag von filzkopf » 18.01.2014, 17:37

schade um die Mustang…. ich hätt sie lieber abgegammelt und verrostet gehabt :( :( :( :( :(
mfG Simon

http://www.facebook.com/skyshape
neueste Gitarren:
#19 #20 #21 #22

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TheByte
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Re: 67er Mustang

#12

Beitrag von TheByte » 18.01.2014, 18:54

Meine Meinung: das Vorgehen war richtig so ;)
Ich stelle mir gerade vor, was ich mit einer Gitarre machen würde, die in einer Waschküche gestanden ist,
so richtig mit feuchter Luft, ab und zu mal Chlordämpfe und den vielen Schimmelsporen (whistle)
Sammlerwert hin oder her, wenn es ihm doch jetzt gefällt, dann ist die Diskussion vergeblich.
Früher hätte ich auch geölt, jetzt bin ich aber auch eher ein Fan der Nitro-Ballenmattierung, beides gibt aber
eine schöne Oberfläche ;)
[und wenn's partout nicht irgendwann nicht mehr gefällt: das Clou Hartöl dringt nicht allzu weit ins Holz ein,
daher könnte man gut abziehen/sandstrahlen (lassen) und zur Sicherheit noch mit Lösungsmittel nachputzen.
Dann hält auch der original-60s-vintage-Nitrolack wieder 8) ]

Ich bin gespannt auf das Ergebnis.

Freundliche Grüße

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Re: 67er Mustang

#13

Beitrag von Paula82 » 18.01.2014, 21:35

Hallo alle,

ich werde den Body jetzt erst mal ein bischen ruhen lassen. Dann kommt nochmal ein dünner Film mit dem Ballen drauf. Mir ist auch aufgefallen das er wieder etwas heller geworden ist. Ich habe gestern mal ein bißchen mit einem Baumwolltuch drüber poliert und siehe da - es kommt sogar etwas Glanz. Später will ich mir dieses Micromesh besorgen, dann sollte das auch besser werden. Bis das alles soweit ist werde ich mir das Pickguard vornehmen, zerlegen schön reinigen und alles vorbereiten. Hab sie euch aber mal zur Vorabansicht zusammengelegt. Ich finde sie sieht schon jetzt ganz hübsch aus, oder ? Nur das ich damals den Steg-PU nicht retten konnte wurm mich immer noch. Bei dem war die Wicklung restlos mit einer Art Grünspan oder sowas oxidiert und einige Drähtchen geplatzt. Keine Chance. Daher ist da jetzt ein Strat-Steg-Pickup drin und man sieht leider die Polepieces. Klingt aber ganz ordentlich. Seltsamerweise hat der andere Pickup nicht solche Probleme und funzt einwandfrei.
@TheByte
Genau Genau Genau :)
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Re: 67er Mustang

#14

Beitrag von bea » 18.01.2014, 22:07

Natürlich finde ich auch, dass sie so recht hübsch werden wird. Hübscher auch als die drei doofen Ur-Farben.
Vermutlich hätte auch ich sie restauriert - Waschküchenrelic ist ja auch nicht gerade wertsteigernd.

Ich hätte es halt nur so gemacht, dass der (nicht kaputte) Originalzustand mit minimalem Aufwand wiederhergestellt werden könnte.

Besitzt Du denn die Überreste des alten Steg-PUs noch?
LG

Beate

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Re: 67er Mustang

#15

Beitrag von Paula82 » 18.01.2014, 22:53

Grüß dich, Beate

Ich hab irgendwo im Kellerchaos eine Kiste - da sollte der PU eigentlich noch drin sein. Bin mir da aber garnicht so sicher.
Bestimmt hattest du die Idee die Haube vom alten auf den jetzigen drauf zu operieren, stimmts ? Jetzt muß ich mich echt am Kopp kratzen - da hast du mich ja auf was gebracht !
Kurze Bestandsaufnahme - abgesehen von der Lackierung sind eigentlich nicht mehr original :
der PU, die 2 Steckhülsen für den Steg und der Trem-Arm. Eine Steckhülse ging irgendwie verloren, also hab ich mir 2 neu angefertigt nach dem alten Muster aus rostfreiem Stahl. Bin ja Dreher.
Der ganze Rest wie Mechaniken, die Elektrik und sogar alle Schräubchen sind noch wie sie waren. Die Mechaniken hab ich schon gereinigt, nun kommen nach und nach alle Schrauben dran mit aufpolieren. Die Elektrik nehme ich auch raus zum reinigen und dann kommt das Pickguard dran. Wird mit mikrofeiner Diamantpaste aus der Firma aufpoliert, somit wieder weiß und fast kratzerfrei.
Das Griffbrett nebst Bündchen ist arg runter, lässt sich aber sonderbarerweise noch tiptop bespielen. Werde demnächst mal die Halsrückseite ablichten - da gibts noch Handlungsbedarf. Bin mir aber gar nicht so sicher ob ich da was mache. Ich komme absolut klar so wie er ist. Und wieder hab ich nen ganzen Roman verfasst... :roll:

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Re: 67er Mustang

#16

Beitrag von bea » 18.01.2014, 23:59

Paula82 hat geschrieben: Bestimmt hattest du die Idee die Haube vom alten auf den jetzigen drauf zu operieren, stimmts ? Jetzt muß ich mich echt am Kopp kratzen - da hast du mich ja auf was gebracht !
Nö.
Den alten Tonabnehmer kann man auch neu wickeln (ggf lassen). Das ist ne Spule um 6 Magnete herum...
LG

Beate

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Re: 67er Mustang

#17

Beitrag von Bermann » 19.01.2014, 01:57

Und ...
lass das orginal Schlagbrett in Ruhe, das ist mit allen Spielspuren bei manchen Sammlern viel Wert.
Wenn Du ein neu aussehendes Schlagbrett willst, fertige Dir ein Neues aus entsprechendem Rohmaterial an, oder bestell bei Fender ein neues.
Den Original Tonabnehmer kannst Du neu wickeln lassen.
Das Instrument hat einen gewissen historischen Wert und verdient in einem restaurierungs-würdigen Zustand zu bleiben.
Ach ja , jedes Teil, auch die Schrauben aufheben, die haben alle Sammlerwert!

Viel Spass damit :)

Gruß Hermann

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Re: 67er Mustang

#18

Beitrag von gitabou » 19.01.2014, 10:20

Ich persönlich hätte die auch original gelassen. Allerhöchstens das ganze professionell machen lassen, da gibt es in Deutschland ja ne Menge guter Leute.

So verkleinert sich der Bestand von originalen Instrumenten eben immer mehr, was die Gitarren die noch im Originalzustand sind natürlich immer interessanter macht ;0)
http://www.gitabou.de | Zeichnungen und Schablonen für den E-Gitarrenbau

...

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Re: 67er Mustang

#19

Beitrag von capricky » 19.01.2014, 11:26

Sacht mal...wer von euch glaubt eigentlich, dass die vielen gespielten Stradivaris (Guaneris, Amatis) nach 300 bis 400 Jahren noch im Originalzustand sind? Ja, die in den Museen, die vielleicht, aber die müssen doch so mies sein, dass sie nie einer spielen wollte! ;)
Wenn ein Instrument benutzt wird oder an einem ungünstigen Ort aufbewahrt wird, dann nimmt es Schaden und man muss es ab und zu wieder "regenerieren". Nun muss der "Originalzustand" nicht unbedingt das Erstrebenswerte sein, je nach "Philosophie" des Eigentümers. Musiker sehen das anders als Sammler. Die "Seele" des Instruments bleibt ja im Holz,...wenn man fest daran glaubt. ;) Eine konzertant gespielte Stradivari hat in ihrem Leben auch so manche Verjüngungskur erlebt, da wurden Griffbretter gewechselt, Hälse verlängert, Halswinkel geändert, Nagelverbindungen (!) durch Leimverbindung ersetzt, der Leim wurde x-mal erneuert, ebenso wie die Stege...und beim Lack zweifle ich auch, ob da noch viele den Erstlack tragen.
Gut, bei der Mustang hätte ich bestimmt keinen Öllack genommen, ist aber kein Problem, das ist ja auch eine gute Grundierung (hat nicht Gibson früher Porenfüller auf Ölbasis vewendet, der dann mit Nitrolack überlackiert wurde?).
Also - locker bleiben...ist ja "nur" ne Mustang.... ;)

capricky

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Re: 67er Mustang

#20

Beitrag von Paula82 » 19.01.2014, 12:18

Na das sind ja eine ganze Menge wichtige Informationen von euch. Hatte ja schon gesagt daß das andere Kleinzeug an der Gitarre noch original ist. Dann werde ich das Pickguard nur normal reinigen und nicht aufpolieren - Danke für diesen wichtigen Hinweis auch. Das sind auch die Gründe warum ich an dem Hals nichts machen will oder werde. Er ist eben nunmal nicht in soooo guten Zustand, aber ich kann damit spielen und das zählt. Es ist schon klar das einige von euch die Gitarre zum Profi-Restaurator gegeben hätten und ich kann auch durchaus die Aufregung verstehen. Aber ich habe einfach nicht soviel Geld um so etwas zu bezahlen. Im Grunde hat capricky die Sache auf den Punkt gebracht. Genau so sehe ich das. Das mit dem Pickup muß ich mir überlegen. Wäre schön wenn er wieder drin wäre natürlich mit der ursprünglichen Wicklungsdicke. Sehen wir mal weiter 8)

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Re: 67er Mustang

#21

Beitrag von multistring systems » 19.01.2014, 13:47

Nun muss der "Originalzustand" nicht unbedingt das Erstrebenswerte sein,
herzlichen Dank!
I was born on my birthday, I'm human, and don't tell no one but, I'm naked under my clothes!

http://www.unfretted.com


http://www.gearbuilder.de/fn/

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Re: 67er Mustang

#22

Beitrag von gitabou » 19.01.2014, 17:56

multistring systems hat geschrieben:
Nun muss der "Originalzustand" nicht unbedingt das Erstrebenswerte sein,
herzlichen Dank!

Was in dreihundert Jahren ist, weiß ich nicht. Zumindest für die Gegenwärtige Zeit gilt: Sammler sehen das anders.

Aber es muss ja nicht alles was für Sammler sein! Wenn sie wirklich so schmuddelig war, ist es auch gut möglich, dass sie den Sammelzustand längst hinter sich hatte :o)
http://www.gitabou.de | Zeichnungen und Schablonen für den E-Gitarrenbau

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Re: 67er Mustang

#23

Beitrag von Paula82 » 19.01.2014, 19:11

Aha Beate, jetzt weiß ich warum du das mit dem Pickupwickeln vorgeschlagen hast. Habe gerade in einem Unterforum deine "Wickelmaschine" entdeckt. Coole Sache das !! (clap3) :)

@gitabou
Richtisch - bin ja Gitarrist und kein Sammler. Obwohl - hätt ich alles behalten was ich jemals bespielt hab gäb des ne prima Sammlung :lol:

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Re: 67er Mustang

#24

Beitrag von bea » 19.01.2014, 20:55

Paula82 hat geschrieben:...deine "Wickelmaschine" entdeckt....
Danke. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob man mit der Konstruktion auch hochohmige Tonabnehmer wickeln kann ohne halbwahnsinng zu werden.

Aber machen lassen geht auch zu vernünftigen Konditionen, z.B. bei David Barfuss: http://www.barfuss-pickups.de/page2.html .
LG

Beate

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Re: 67er Mustang

#25

Beitrag von Paula82 » 19.01.2014, 22:05

Beate - Riesendank für diesen Link ! Sollte ich den kaputten PU entgegen meiner Erwartung doch nicht finden ist das die perfekte Anlaufstelle für ein gscheites Remake zu guten Preisen wie ich meine. SPITZE !! ;)

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