PRS-Bausatz

Wie setze ich einen Bausatz zusammen. Was muss ich mit dieser Schraube tun?
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Jonnie_bb
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PRS-Bausatz

#1

Beitrag von Jonnie_bb » 11.02.2015, 19:23

Hallo,

ich bin ganz neu im Bereich Gitarrenbau, und handwerklich noch nicht sehr erfahren, deswegen hab ich mir für den Anfang erstmal einen Bausatz gekauft, und zwar folgenden:

http://www.gitarre-bestellen.de/product ... 62dffca6c1

jetz gibts es natürlich auf den unterschiedlichsten Foren unzählige Threads zu dem Thema, aber ich hab inzwischen so viel zeug gelesen, dass ich inzwischen mehr veriwrrt als beraten bin (think)

Jetzte meine konkrete Frage:

Wie lege ich los? Da ja bis auf die Elektronik und Meachniken schon alles montiert ist bleibt vor dem finishing ja eigentlich nicht viel zu tun. Ausser den Korpus abschleifen. Das ist auch gleich meine nächste Frage. Auf der Decke ist ja ein Furnier drauf, also wird da wohl nicht viel sein mit Abschleifen...?

Als Finish hab ich mir sowas vorgestellt:

Bild

Nachdem was ich gelesen habe würde ich das mit wasserlöslicher Beize machen, erst schwarz,einziehen lassen, dann das meiste mit nem nassen schwamm runter und abschleifen. Bei einer massiven Decke. Was mach ich bei einem Furnier das wahrscheinlich sehr dünn sein wird? Gibts da eine Möglichkeit das so hinzukriegen?
Nach dem Beizen würde ich das ganze mit einigen(wahrscheinlich viele) schichten Nitroklarlack aus der Dose lackieren...

Ich hoffe Ihr könnt mir weiterhelfen :)

Danke schonmal.

Gruß Dennis

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Re: PRS-Bausatz

#2

Beitrag von Poldi » 11.02.2015, 19:47

Hallo und willkommen.
Wie du schon geschrieben hast wird das Holz wohl furniert sein. Da wäre ich auch vorsichtig mit dem auswaschen der schwarzen Beize.
Auch Vorsicht ist geboten mit zu viel schleifen. Meist ist Furnier nur 0,6mm dick.
Als erstes würde ich das ganze Teil mal trocken zusammenbauen und schauen wo noch gebohrt und eingestellt werden muss. Dann wahrscheinlich auch die Bünde abrichten.
Anschließend alles auseinander bauen und den Korpus leicht feucht wässern und die sich aufstellenden Fasern abschleifen. Beim wässern kann man auch schon sehen ob das Holz an allen Stellen die Beize aufnimmt.
Dann beizen und lackieren.

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Re: PRS-Bausatz

#3

Beitrag von Jonnie_bb » 11.02.2015, 20:28

Hi Poldi,

danke erstmal. Ok dann bau ich erstmal alles dran und schau dass das passt. Ich meld mich dann bestimmt nochmal wenn ich zum Beizen komme, will da alles richtig machen, weil bei 0,6mm ist nix mit: Ah sieht kacke aus ich schleifs nochmal runter ;)

Gruß

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Re: PRS-Bausatz

#4

Beitrag von jhg » 11.02.2015, 20:45

Nimm doch den Lack:
http://www.gitarre-bestellen.de/product ... Gruen.html

Dann wird es auch ein schönes Ergebnis werden. Bei Beizen scheiden sich die Geister. Die schönere Riegelung wirst du wohl mit Lack erreichen ...

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Re: PRS-Bausatz

#5

Beitrag von headstock » 12.02.2015, 06:45

Moin Dennis,

dort habe auch ich 2011 mit einem Bausatz angefangen. Einige der Käufer der Bausätze mit den Furnierauflagen haben geschrieben, dass die sich beim bearbeiten mit wasserlöslicher Beize die Furniere sogar lösen und Blasen werfen.
Ich würde mich nach einer anderen Lösung umsehen - vielleicht transparenter Nitrolack.
Ansonsten herzlich willkommen und viel Spaß beim bauen.

Gruß Martin

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Re: PRS-Bausatz

#6

Beitrag von Jonnie_bb » 12.02.2015, 08:01

Hey,

danke für die Antworten, ich glaub auch dass mir das mit dem Beizen auf dem Furnier zu heikel ist. Vielleicht mach ich das wirklich mit dem transparenten Nitrolack, hat halt leider keinen so krassen Kontrast...

Mir ist auch aufgefallen dass das Ding gar kein Binding hat. Das stört mich eigentlich schon, da ich ja nur die Decke lackieren, und den Rest vom korpus Ölen wollte. Das würd mit Binding deutlich besser aussehen. Naja aber ich kanns ja faken indem ich die Kannte weiss lackier...

Heute kommt laut Post das Paket, dann schau ich erstmal rein wies ist :)

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Re: PRS-Bausatz

#7

Beitrag von headstock » 12.02.2015, 08:35

Moin nochmal,
ich hab mir gerade mal den Bausatz angeschaut. Wenn die Decke keine Macken hat, würde ich die fast so lassen und nur ölen oder wachsen und ein Binding würde ich mir auch sparen - wie soll das am Cutaway aussehen?
Gruß Martin

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Re: PRS-Bausatz

#8

Beitrag von Jonnie_bb » 12.02.2015, 18:42

Habs jetzt erstmal umgetauscht und den satz mit binding und fr tremolo genommen ;) naja ganz in holzoptik passt fuer mich irgendwie nicht so zu einer prs. Ich probiers mit dem spray denk ich. Kann ich ueber diesen transparenten farblack danach noch klaren drueberspruehen? Mir gefaellt dass krass hochglaenzend lackierte bei den prs so...

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Re: PRS-Bausatz

#9

Beitrag von kehrdesign » 13.02.2015, 00:28

Jonnie_bb hat geschrieben:... Kann ich ueber diesen transparenten farblack danach noch klaren drueberspruehen? ...
Das ist nicht nur möglich, sondern dringend zu empfehlen.
Jonnie_bb hat geschrieben:... Mir gefaellt dass krass hochglaenzend lackierte bei den prs so...
Das bekommst Du in dieser Qualität nur durch angemessene Zwischenschliffe und Polieren hin. Eine lediglich spritzlackierte (durchaus hochglänzende) Oberfläche erreicht nie diesen störungsfreien, ebenmäßige Oberflächenverlauf - sieht immer etwas "heimwerkerhaft" aus.
So schwierig und kostenintensiv ist die Poliererei auch garnicht. Einige meiner praktischen Erfahrungen und Tips findest Du in gebündelter Form nebenan (klick hier); ohne dortige Anmeldung gibt's das allerdings nur unbebildert.
Man weiß nicht recht, ob aus Dummheit, Platzmangel oder Schlamperei ein Unikat der Gitarrenwelt überhört wurde.
(aus Allan Holdsworth's Nachruf von Michael Rüsenberg)

http://guitars.kehrdesign.de/

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Re: PRS-Bausatz

#10

Beitrag von pinacoco » 14.02.2015, 18:44

Jonnie_bb hat geschrieben:Hey,



Mir ist auch aufgefallen dass das Ding gar kein Binding hat. Das stört mich eigentlich schon, da ich ja nur die Decke lackieren, und den Rest vom korpus Ölen wollte. Das würd mit Binding deutlich besser aussehen. …
Deine "Zielgitarre" hat ja auch kein Binding … wie bei PRS eigentlich üblich. Man nennt das Fakebinding.
D.h. am Rand sieht man quasi den Rand des Ahorntops, der nicht gebeizt oder lackiert wird… bzw manchmal auch nachträglich mit nem Fräser oder der Ziehklinge sauber freigeschabt wird. Bei PRs machen die das in den Cutaways durch abkleben, der Rest durch sauberes Arbeiten :-)
ich pers. finde das ggb nem schnöden Plastik-Binding definitiv schöner.

Zwecks Beize und Lack.
Wenn du nicht extrem feucht beizt, kann man das mit Furnier schonmal machen.
klar, mehrfarbig mit Zwischenschliffen geht nicht bei nem dünnen Furnier.
Aber einmal grün beizen und dann sachte zwischenschleifen geht schon.
So bekommst du auch ne Anfeuerung der Riegel. Danach mit Klarlack finishen, fertig.

Den Rest (wahsrch. Mahagoni) wirst du übrigens Porenfüllen müssen. Höchstens du willst eine offenporige Oberfläche. (was ich nicht vermute wenn du auf PRS stehst) Zum diversen Porenfüllen gibts mehrere threads hier, einfach mal suchen.

Viel Spaß und Erfolg weiterhin.
Gruß
Uli

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Re: PRS-Bausatz

#11

Beitrag von Jonnie_bb » 20.02.2015, 09:50

Morgen,

Also der Bausatz ist angekommen und sieht recht ordentlich aus. Hab aber gleich ne bloede Frage xD. Die Loecher fuer die Potis und den Switch sind alle gleichgross. Die Potis passen gut durch aber Switch natuerlich nicht. Also muss ich dann dass mittlere Loch aufbohren? Von oben oder von unten bohren? GRUSS
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Re: PRS-Bausatz

#12

Beitrag von capricky » 20.02.2015, 10:43

Jonnie_bb hat geschrieben:Morgen,

Also der Bausatz ist angekommen und sieht recht ordentlich aus. Hab aber gleich ne bloede Frage xD. Die Loecher fuer die Potis und den Switch sind alle gleichgross. Die Potis passen gut durch aber Switch natuerlich nicht. Also muss ich dann dass mittlere Loch aufbohren? Von oben oder von unten bohren? GRUSS
Der Fragestellung nach zu urteilen hast Du noch keine große handwerkliche Erfahrung. "Aufbohren" kann Katastrophen am Holz herbeiführen. Ich würde eher vorschlagen eine Rundfeile zu nehmen, aber auch Stufenbohrer oder Schälbohrer wären anfängerfreundlich. Keine Spiralbohrer, egal ob für Holz oder Metall zum Aufbohren nehmen, die sind für Fortgeschrittene, die wissen was und wie sie es tuen müssen.

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Re: PRS-Bausatz

#13

Beitrag von liz » 20.02.2015, 10:44

Von oben. Aber Achtung! Das reisst gerne aus, darum beachte dies: Nimm einen neuen, scharfen Spiralbohrer und lass die Bohrmaschine linksrum laufen, also "rückwärts". Dann reisst nix aus.
lg

Edit: oder so wie Capricky.

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Re: PRS-Bausatz

#14

Beitrag von capricky » 20.02.2015, 11:07

liz hat geschrieben:Von oben. Aber Achtung! Das reisst gerne aus, darum beachte dies: Nimm einen neuen, scharfen Spiralbohrer und lass die Bohrmaschine linksrum laufen, also "rückwärts". Dann reisst nix aus.
Bei "linksrum" darf der Bohrer auch stumpf sein, das ist ja nicht Bohren, sondern Brennen. Das härtet dann die Wände des Bohrlochs und färbt sie dunkelbraun bist schwarz, also haselnußfarbig. ;)

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Re: PRS-Bausatz

#15

Beitrag von liz » 20.02.2015, 11:09

Wie du meinst...

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Re: PRS-Bausatz

#16

Beitrag von Poldi » 20.02.2015, 15:54

Oder mit einem 90 Grad Senker bohren.

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Re: PRS-Bausatz

#17

Beitrag von capricky » 20.02.2015, 16:31

Poldi hat geschrieben:Oder mit einem 90 Grad Senker bohren.
...er wird keinen haben... (think)

Weil ich gerade hier eine Gurtpinbuchse einbaue - auch da ist ein Stufenbohrer einfach ideal. Man braucht den von 4 - 12mm, den gibt es in 2mm Stufen und in 1mm Stufen und man sollte beide besitzen, kosten nicht viel. Die sind universell einsetzbar, von Mechaniklöcher über Potilöcher zu Schalterlöchern und Buchsenlöchern, Aufbohren und Neubohren, alles völlig stressfrei, kein Rattern kein Ausreissen und die bleiben zentrisch, Kegelsenker können wandern.

http://www.ebay.de/itm/WABECO-Stufenboh ... 1e8ae4eb96

Das ist der in 1mm Stufe, gibt es bestimmt noch preiswerter... und ja, Metallbohrer bohren auch Holz! 8)

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Re: PRS-Bausatz

#18

Beitrag von gittenplayer43 » 20.02.2015, 21:33

Hallo, Dennis,

Ich selbst habe erst im letzten Jahr mein Erstlingswerk vollbracht. Auch ein PR-IV Esche Burl-Top Mahagoni FR von ML- Factory. Ich hatte auch so was ähnliches wie Du vor in Sachen Finish. Ich wurde dann aber unschlüssig, habe viel experimentiert und wurde ungeduldig. Dabei unterliefen mir einige Fehler. Durch die Hilfe der Profis hier im Forum habe ich doch noch ein ziemlich gutes Gesamtwerk geschaffen. Pass bitte unbedingt beim Schleifen auf. Ich hatte einen kleinen Exzenterschleifer dazu genommen und nicht bedacht das die Ränder des Furniers noch dünner als o,6 mm sind. Darum lieber mit Hand und Scheifpapier arbeiten. Ich musste danach das Farbgebungskonzept umstellen. Weiter waren bei dem Bausatz die Bohrungen für die Einschlaghülsen des FR-Vibratos etwas größer als die Hülsen. Da die Fräsungen für die Humbucker auch etwas größer waren, deckten die Abdeckblenden die Löcher gerade noch so zu. Meinen Baubericht und die helfenden Antworten bei meinem Bau kannst Du auch nachlesen in diesem Forum unter.
http://www.gitarrebassbau.de/viewtopic.php?f=26&t=4796

Viel Glück und gutes Gelingen!

gittenplayer43 ( Micha)

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Re: PRS-Bausatz

#19

Beitrag von Jonnie_bb » 03.03.2015, 17:29

Servus,

Also das zusammenbauen hat alles soweit geklappt. Bis auf die Einstellungen vom floyd rose xD. Haette ich mich vorher mal besser informiert haet ich gewusst wie anfaellig das ist. Aber naja egal. Die Sache ist folgende: Ich hab die Bolzenschrauben von der Hoehe her so eingestellt dass die Saiten nicht schnarren. Dadurch reicht der Tremoblock nicht weit genug in den Korpus und die Federn liegen an der Kante der Fraesung auf.
Wenn ich die Saiten spanne sieht sonst soweit alles gut aus. Das Tremolo ist halbwegs gerade. Allerdings sind die Schrauben welche die Federn hinten halten schon fast ganz reingedreht. Wenn ich jetzt den Tremolohebel nach unten druecke gibts ein ganz wiederliches Gerauesch. Wahrscheinlich weil die Federn um die Kante gebogen werden. Und wenn ich den Hebel noch weiter dueck fliegt eine der Federn raus.

Wo liegt mein Fehler? Hab mal beim Vintage Tremolo von meiner Fender nachgeschaut da liegt keine Feder auf.

Danke schonmal.

Gruß

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Re: PRS-Bausatz

#20

Beitrag von Jonnie_bb » 05.03.2015, 11:05

Also das mit dem Tremolo hab ich hinbekommen. Jetzt also alles wieder auseinander bauen... Zum Lackieren, ich hab jetzt entschieden dass ich für die Decke den transparenten Lack von Zweihorn nehme.

http://www.gitarrenbastler.de/product_i ... cts_id=126

Was nehm ich dann genau fuer das Finish am besten? Geht da auch der Nitrolack, in transparent dann?

http://www.gitarrenbastler.de/product_i ... cts_id=206

Oder nehm ich einen 2K Lack?
http://www.gitarrenbastler.de/product_i ... ucts_id=41

Oder was ganze anderes?
Wenn ich das richtig verstanden hab muss man bei Nitrolack nicht zwischenschleifen, dafuer dauerts ewig zum trocknen?

Reicht dann eine Dose fuer Farben und eine fuer Klarlack?
Kann die Farbe dann direkt auf die Decke oder muss da noch was drauf davor?

Sorry wenn ich zu viele Fragen habe die bestimmt irgendwo schonmal beantwortet wurde, aber grad weils do viel zu dem Thema gibt weiss ich nicht wie ich in meinem Fall vorgehen soll. :/

Viele Grüße

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Re: PRS-Bausatz

#21

Beitrag von capricky » 05.03.2015, 12:00

Jonnie_bb hat geschrieben: Wenn ich das richtig verstanden hab muss man bei Nitrolack nicht zwischenschleifen, dafuer dauerts ewig zum trocknen?

Reicht dann eine Dose fuer Farben und eine fuer Klarlack?
Nee, das hast Du nicht richtig verstanden. Aber da bist Du nicht allein, das verstehen die wenigsten, ist ja auch ein relativ komplexes Thema. Man muss vor allem systematisch vorgehen, wahrscheinlich ist das das größte Problem.
Nitrolack ist handwerklich am einfachsten zu lackieren, weil er eben schnell trocknet und "fehlertolerant" ist, man kann schnell was korrigieren. Zwischenschliffe sind nur notwendig, wenn das Spritzbild schlecht geworden ist, Apfelsinenhaut, Krater, Pickel, Fremdkörpereinschlüsse von Staub, Fusseln usw. Bei anderen Lacken wie Acryllacken muß, wenn bestimmte Zeitfenster nicht eingehalten werden, zwischen jeder neuen Lackschicht geschliffen werden, damit der Lack überhaupt haftet. Das Problem mit dem langsamtrockenenden Nitrolack liegt daran, dass das viel Lösungsmittel in das Holz gesaugt wird und es nur langsam wieder durch den Lack an die Luft abgibt, da helfen auch keine Nitroschnellschliffgründe gegen.
Das "Geheimnis" einer schnelltrocknenden Nitrolackierung ist eine 2K Grundierung, die nicht durch Nitrolack angelöst werden kann. Man nehme dazu 2K Epoxid- oder PUR-Lack. Darauf kommen dann die Farbschichten, deckend oder farbig transparent, je weniger desto besser also 2 - 3 je nach Qualität des Spritzbildes. Darauf kommen Klarlackschichten, je nach gewünschter Optik (Candy, Klavierlack).
Mit jeweils einer Büchse Lackspray wirst Du also nicht hinkommen, da ist eh nicht viel in den Büchsen, das meiste darin ist Treibgas, Flüssiggas und die Schichten werden dünner als mit der Spritzpstole
Lackspray (Nitro, farbig, transparent) kauft Du am besten von Bao, wenn ich mich nicht täusche, bekommst Du die doppelte Zahl Büchsen für's Geld, als bei "anderen" Anbietern. http://www.ebay.de/itm/300ml-34-97-l-BA ... 0786172973

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Re: PRS-Bausatz

#22

Beitrag von Jonnie_bb » 05.03.2015, 12:38

Danke,

Genau an dem systematischen Vorgehen fehlts mir.
Ich hab das Gefuehl ich brauch nen Plan was die einzelnen Schritte sind die ich hintereinander ausfuehr. Und eben den hab ich bisher noch nicht:

1.Grundieren 2k pur( kannst mir da einen empfehlen?)
2. Zwei bis drei schichten farbig transparent nitrolack
3. Nitroklarlack wieviele schichten? Bis es geil aussieht? Und welcher Lack?

Gruß

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Re: PRS-Bausatz

#23

Beitrag von kehrdesign » 05.03.2015, 18:04

capricky hat geschrieben:...
Zwischenschliffe sind nur notwendig, wenn das Spritzbild schlecht geworden ist, Apfelsinenhaut, Krater, Pickel, Fremdkörpereinschlüsse von Staub, Fusseln usw. ...
Von 'ner fehlerhaften Oberfläche würde ich aber beim ersten Spritzversuch schon ausgehen (zumal bei Verwendung nicht so gut dosierbarer Spraydosen); 'ne Holzoberfläche ist kein Autoblech.
Wenn's auch keine „Rotznasen“ geben sollte, dürfte die Schichtdicke doch ziemlich schwanken.
Ich spreche hier nicht von Strukturfehlern und Einschlüssen sondern von Fehlern, die man bspw. am Verlauf einer sich im Lack spiegelnden, geraden (Licht-)Kante erkennt. Das sind die Feinheiten, die 'ne Lackierung professionell aussehen lassen - oder ggf. eben auch nicht.
Ich trau mir jedenfalls nicht zu, ohne Zwischenschliffe einen 1A-Lackaufbau hinzubekommen. In der Regel erkennt man ja auch erst nach ner Lackschicht die von der geschliffenen Holzoberfläche herrührenden Unebenheiten und Unregelmäßigkeiten.
Typisch sind hier auch (insbesondere beim Flanderschnitt einiger stark gemaserter Holzarten, wie bspw. Sumpfesche) unterschiedliche Schlifftiefe im Grenzbereich zwischen Winter- und Sommerholz. Ein professioneller E-Gitarrenbauer sagt mir mal auf diesen Punkt angesprochen: „... das mache ich alles mit Lack“.
Man weiß nicht recht, ob aus Dummheit, Platzmangel oder Schlamperei ein Unikat der Gitarrenwelt überhört wurde.
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