Bünde abrichten

Einstellung des Instrumentes: Optimaler Saitenabstand, Bundreinheit usw.
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Micha65
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Re: Bünde abrichten

#51

Beitrag von Micha65 » 09.03.2012, 09:30

Wir Werkzeugmacher haben mal in der Schule gelernt:

" Qualität bedeutet so genau wie nötig, NICHT so genau wie möglich". Ich denke das dieser Spruch auch gut
auf das bundieren an zuwenden ist. Man kann alles bis auf die Spitze treiben, aber ab einem gewissen
Grad bringt das nichts mehr, ausser viel Arbeit, und im Gewerbe hohe Kosten oder niedrige Gewinne. Aber
wem sowas Freude bereitet der soll das ruhig anwenden.

Ich muss zisoft absulut recht geben, das solche Bilder von solchen Aufbauten für das abrichten der Bünde Anfänger
eher abschreckt als ermutigt. Dabei ist der Halsbau mit seinen Formungen wirklich eine tolle und reizvolle Aufgabe
die wirklich sehr viel Spaß bereitet. Und gerade hier sollte jeder Anfänger ermutigt werden, sich doch seine Hälse
komplett selbst zubauen. Mit jedem Arbeitsgang lernt man mehr über Gitarren oder Bässer, und das macht das Hobby
doch erst so interesant.

So wie capricky es beschreibt, finde ich das Bünde abrichten auch wirklich sinvoll. Mehr ist nicht nötig. Und mit genau diesem
Weg hab ich meinen ersten Hals sehr gut hin bekommen.

Gruß Michael

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Re: Bünde abrichten

#52

Beitrag von pfromg » 09.03.2012, 10:16

Den Eintrag von Michael unterschreibe ich mal so...!

Als ich vor meinem ersten Bau stand, hatte ich wie viele andere auch, überlegt, ob ich den Hals mit GB kaufen soll. Vorallem die ganze Bundgeschichte hat mich anfangs sehr abgeschreckt. Nach langem überlegen habe ich mich dazu entschlossen den Hals mit GB komplett selbst herzustellen. Relativ schnell wurde mir bewusst, dass es absolut die richtige Entscheidung war. Das Bundieren ist einfacher als man denkt und abrichten ist auch keine Hexerei...

Muss aber auch schreiben, dass ich Yiti mit seinen Konstruktionen und Erfindergeist bewundere.

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Re: Bünde abrichten

#53

Beitrag von capricky » 09.03.2012, 13:11

Ich habe das Bündeabrichten über die Jahre hier und im alten gearbuilder Forum gefühlt bestimmt schon 10x beschrieben und meine "Werkzeuge" - die Schleifklötze aus Spanplatte oder MDF dafür gezeigt. Vielleicht wird das nicht wahrgenommen, weil es entgegen vieler Tutorials und Clips auf juhtube sich so unkompliziert darstellt. Bünde abrichten ist so "banal", wie ein Tischler/Schreiner ein sägerauhes verzogenes Brett oder eine Bohle plan hobelt - er nimmt einen Hobel, schaut sich das Holz an und beginnt einfach. Als "Messmittel" braucht er wenn überhaupt einen Richtscheit und zwei kleinere Leisten zum Peilen der "Vertwistung". Das Brett muß nicht gescannt oder sonst irgendwie topograpisch vermessen werden, schon gar nicht, wenn er seine Bretter über die Abrichte schiebt, er sieht den Erfolg am Bild der gehobelten Fläche. Auch beim Handhobeln sorgt der Hobel fast "automatisch" für Planheit, man muß ihn eigentlich nur hinundherschieben. Klar ist zwischendurch Kontrolle notwendig (der Richtscheit, ein Lineal). Ebenso kann man gekrümmte Flächen (Griffbretter) mit einem Hobel mit gerader Sohle hobeln, dazu braucht man natürlich Radienlehren, in Längsrichtung macht es der Hobel aber wieder "automatisch" gerade. Der Hobel muß auch nicht so lang sein wie das zu bearbeitende Werkstück, ich nehme einen Einhandhobel, der dürfte in etwa ein Viertel oder ein Drittel der Länge eines Bassgriffbretts haben und das Griffbrett wird dennoch perfekt.
So ist das auch mit den Schleifklötzen beim Bündeabrichten, meine sind etwa 20cm lang, 5cm breit und plan, trotzdem bearbeite ich damit gekrümmte Flächen ( bundierte und unbundierte Griffbretter).
Im Rahmen meiner Servicetätigkeit bearbeite ich ja meist nur abgespielte Bünde, das ist eine viel aufwändigere Arbeit, als neue Bünde auf einem neuen Hals oder Griffbrett abzurichten. Ich schaue mir natürlich erst einmal an, wo die Problemstellen sind und je nach Zustand treffe ich eine Entscheidung: Komplettabrichtung, Teilabrichtung, Neubundierung oder Teilbundierung.
Bei einer Komplettabrichtung (ab 75,-€) brauche ich für das grobe Abrichten in schweren Fällen keine 10 Minuten. Zeitaufwändig ist das Kronen, Feinschleifen, Polieren, vorher das Absaiten, Hals geradestellen (ein Vorteil gegenüber rohen Brettern, die haben keinen Stellstab ;) ), Abkleben, Reinigen, Besaiten, Einstellen (setup). Der Job mit der Pläckmaschine kostet wohl so um die 180,-€ und ist objektiv nicht besser, aber die Leute glauben das, weil...das ist ja CNC und so...und man kann sogar verschiedene Profile schleifen lassen... :roll:. Wenn ich regelmäßig am Tag zwei Abrichtjobs hätte, würde ich wohl auch so eine Maschine anschaffen, denn das ist schon ein bißchen anstrengend.
Bei neuen Hälsen mit neuen Bünden sollte das Abrichten aber eigentlich ein Klacks sein, wenn das in Arbeit ausarten sollte, hat man wohl bereits am Hals oder Griffbrett etwas falsch gemacht. Man rutscht mit dem Schleifklotz längs ein bißchen hinundher und schaut nach dem Schliffbild. Man sieht wo was abgetragen wurde und wo nicht. Wo nicht, muss weitergeschliffen werden. Das ist dann in 99% aller Fälle so, dass nicht gekront werden muss, sondern nur noch feingeschliffen und poliert.
Bei dieser Art des von mir beschriebenen Bündeabrichtens entsteht als Nebeneffekt auch quasi automatisch ein Compoundradius, weil die Griffbrettkanten die "Längsschliffrichtung" vorgeben. Deshalb agitiere ich hier auch regelmäßig gegen den hype und den Aufwand, der zum Herstellen von Compoundgriffbrettern getrieben wird. Man bekommt es "umsonst". Das ist aber eine andere Baustelle, deshalb will ich hier nicht weiter darauf eingehen.
Als Meßmittel zum Bündeabrichten habe ich lediglich das übliche Lineal und ein kurzes Haarlineal.

So, das war jetzt eine Menge Text und ist insgesamt etwas unstrukturiert, aber es kommen ja sicher noch Fragen, da kann ich dann den einen oder anderen Punkt nochmal aufnehmen.

@yiti - nein ich glühe nicht weiß, ich bin doch nur verzweifelt, hilf- und ratlos, weil ich die Bundabrichtwelt retten will.... 8)
Anderseits...vielleicht ist es auch gut, dass alle denken Bundabrichtung ist gleichzeitig Voodoo, hochwissenschaftlich und erfordere übermenschliches Geschick. Wo käme ich denn hin, wenn alle Leute ihre Gitarren selbst abrichten würden... (think) ;)

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Re: Bünde abrichten

#54

Beitrag von Yiti » 09.03.2012, 17:52

Worum gehts hier eigentlich? Der Poldi hat die Frage gestellt:
Wie richtet Ihr Eure Bünde ab?
Mich interessiert dabei vor allem wie Ihr den Hals dabei einstellt. Gerade, konkav (also gegen die Saitenspannung) oder eher konvex (mit der Saitenspannung).
Jetzt haben wir zwei Konfessionen, die Pragmatiker und die Physiker.
Die Pragmatiker können aufgrund ihrer handwerklichen Erfahrung schnell und kostengünstig die überzeugende Qualität liefern.
Sie brauchen vor dem "Sägen" höchstens nur einmal zu messen und beim Bündeabrichten einfach nur kurz hinzuschauen, loszulegen und sie wissen, wann es gerade genug ist.
Der Wissensdurstige, ob Amateur oder Physiker fragt nicht nur nach dem WIE, er fragt auch nach dem WIEVIEL. Und das kann bedeuten, so genau wie nötig, nicht unbedingt so genau wie möglich.
Mit meiner Scan-Methode erfasse ich die drei Messreihen in 30 Minuten, 10 Min. Vorbereitung, 10 Min Excel-Diagramm(e), ein bisschen Nachdenken, und ich weiß Bescheid.
Dass die Bilder von solchen Aufbauten für das Abrichten der Bünde Anfänger eher abschreckt als ermutigt, ist in der Zeit der Hi-Tec ziemlich traurig. Dann muss der Anfänger halt mehrmals "absägen", und es wird immer zu kurz :shock:
Aber die Diskusion hat mich doch umgestellt, jetzt lasse ich die Bünde wie sie sind und versuche nochmal die optimale Hals-/Bruckeeinstellung zu finden. (think)
Natürlich werde ich jede Einstellung genau (wie nötig) messen und dokumentieren 8)
Hilfsmittel: LED Saite-Bund Tester, Spezial-Saitenabstandlehren® (whistle) (beim Saite-Lehre-Bund-Kontakt leuchtet LED)
Fretbuzz Tester
Fretbuzz Tester
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Re: Bünde abrichten

#55

Beitrag von capricky » 09.03.2012, 19:04

Yiti hat geschrieben: Jetzt haben wir zwei Konfessionen, die Pragmatiker und die Physiker.
Ich gehöre zu den "physikalischen Pragmatikern", das ist eher eine Sekte! ;)
Yiti hat geschrieben:Mit meiner Scan-Methode erfasse ich die drei Messreihen in 30 Minuten, 10 Min. Vorbereitung, 10 Min Excel-Diagramm(e), ein bisschen Nachdenken, und ich weiß Bescheid.
Gut, dann weißt Du also nach 30 Minuten wo der "tiefste Punkt" der Bundkronen als Referenzpunkt für die Abrichterei ist. Dann nimmst Du (jetzt hypothetisch) ebenfalls einen der üblichen Abrichtklötze und schleifst und misst und schleifst und misst usw....? Oder bearbeitest Du jeden Bund mit der (Bund-)Feile einzeln (mit entsprechenden Messungen zwischendurch)?
Mein Schleifklotz findet diese "tiefste Stelle" automatisch, ohne eine Messung. Das ist die Stelle, die zuletzt von dem Schleifklotz erreicht wird, dass sieht man an den (noch fehlenden) Schleifspuren. Ist die weg, bin ich mit dem schleifen fertig. Ich markiere dazu nicht einmal die Bundkrone mit einem Edding, wie oft gezeigt wird, sondern führe den Schleifklotz zwischen den Längsbewegungen zum Hals immer wieder einmal quer über den Hals (also längs zum Bunddraht), damit erkenne ich eindeutig wie lange ich schleifen muss.
Mit dem Haarlineal (oder Fretrocker bspw.) teste ich das Griffbrett vorher kurz ab das dauert keine 30 Sekunden, wo in etwa die "Problemstellen" sind, die sollten sich dann mit dem späteren Schliffbild decken.
Um "fret buzz" zu beseitigen, müssen theoretisch wie praktisch nur die Nachbarbünde eines Bundes auf dem Griffbrett die gleiche Höhe haben. Das bedeutet das der Schleifklotz nicht länger sein müsste, als etwa vier Bundabstände in den tieferen Lagen. Wenn Bünde so abgerichtet wurden, sollte der Grund für weiteres Saitenschnarren nicht mehr in unegalen Bundhöhen gesucht werden.

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Re: Bünde abrichten

#56

Beitrag von Yiti » 09.03.2012, 21:35

capricky hat geschrieben:....Ich gehöre zu den "physikalischen Pragmatikern", das ist eher eine Sekte! ;)
Yiti hat geschrieben:Mit meiner Scan-Methode erfasse ich die drei Messreihen in 30 Minuten, 10 Min. Vorbereitung, 10 Min Excel-Diagramm(e), ein bisschen Nachdenken, und ich weiß Bescheid.
Gut, dann weißt Du also nach 30 Minuten wo der "tiefste Punkt" der Bundkronen als Referenzpunkt für die Abrichterei ist. Dann nimmst Du (jetzt hypothetisch) ebenfalls einen der üblichen Abrichtklötze und schleifst und misst und schleifst und misst usw....? Oder bearbeitest Du jeden Bund mit der (Bund-)Feile einzeln (mit entsprechenden Messungen zwischendurch)?
Wenn ich das Excel-Diagramm habe, zeichne ich eine gleichmäßige Kurve darauf, die unter dem tiefsten Punkt und allen restlichen Punkten verläuft. Also, eine möchtegern-Parabel. Meistenst ragt eine Gruppe von Punkten heraus. Lese ihre Überhöhe ab, die ich beim Abrichten zuerst stärker abtrage. Dann markiere ich mit einem Edding und schleife bis es überall blank ist. Dann noch ein Querschliff. Meine Abrichtklötze sind 150 x 50 mm Diamantplatten (vom Lidl), mit epoxi auf einem Alu-profil aufgeklebt, Körnung 150 / 300 / 400.
Dann folgt die Krönung, usw.
Erst dann mache ich die Vermessung, um den Abtrag zu ermitteln. Ist immer viel weniger, als man denkt :shock:
Oder bearbeitest Du jeden Bund mit der (Bund-)Feile einzeln (mit entsprechenden Messungen zwischendurch)?
Nein, das wäre auch mir zu viel Arbeit 8)
Also, ich konvertiere auch langsam zu den "physikalischen Pragmatikern"
-Yiti-

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Re: Bünde abrichten

#57

Beitrag von Yiti » 10.03.2012, 14:53

So ist der Zustand nach dem vorsichtigen zweiten Abrichten.
Frets vs. board JA 90
Frets vs. board JA 90
Frety Mountains JA 90
Frety Mountains JA 90
Die Saiten E-A-D schnarren immer noch.
Zwischen # 11 bis # 20 sollte also noch 0,05 mm abgetragen werden. Bisher war der höchte Abtrag 1,00 - 0,87 = 0,13 mm (Bünde 15, 16, 18, 21).
Wieviel % der Bundhöhe kann man abschleifen, um noch brauchbare Bundkrone zu formen? Ab wann muss man das Griffbrett zurecht schleifen und neubundieren :roll: :?:

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Re: Bünde abrichten

#58

Beitrag von capricky » 10.03.2012, 21:31

Yiti hat geschrieben: Die Saiten E-A-D schnarren immer noch.
Wo und wann schnarren sie denn? Der "Oberschnarrer" ist ja meistens die dicke E-Saite leer und ab 1.-5. Bund. Das heißt ja nicht zwingend, daß Unregelmäßigkeiten ab 11. Bund dafür ursächlich sind.

Nun zur schlechten Nachricht: Du musst darauf gefasst sein, dass sich bei einigen Gitarren (eigentlich vielen) keine flache oder schnarrfreie Saitenlage einstellen läßt, obwohl die Bünde wirklich perfekt abgerichtet sind. Das liegt an der Schwingungsform der betroffenen Saiten und die sieht nun mal anders aus, als sie meist modellhaft dargestellt werden und so der Griffbrettkrümmung entsprechen sollen. Da ist nur die Grundschwingung dargestellt, ohne die Oberschwingungen (die Harmonischen). Zu allem Überfluß flitzt auch noch eine Transversalwelle, ausgelöst durch den Anschlagsimpuls auf der Saite zwischen Steg und gegriffenem Bund hin und her. Man schlägt oder zupft die Saite überlicherweise parallel zum Griffbrett an, also ist die Schwingungsebene anfänglich auch parallel zum Griffbrett. Dann fängt die Schwingungsebene an sich aber mehr oder weniger schnell zu drehen. Sind die Amplituden (die Saitenschwingungungsauslenkungen) der vielen Teilschwingungen noch hoch, wenn sie sich um 90° gedreht haben, kommt es zum Schnarren und da ist nicht unbedingt der nächste freie ungegriffene Bund schuld. Von diesem Phänomen werden besonders Solidbodys heimgesucht, fenderartige eher als gibsonartige mit eingeleimten Hälsen, leichtere Bodys eher als schwere, aber auch semisolids und Akustiks wie Steelstrings und klassische Gitarren werden nicht verschont. Ich stelle momentan im Monat ungefähr so 20 neue Gitarren aller Art ein, es nicht wirklich selten dass mich eine Gitarre auf diese Art nervt und richtig dämlich aussehen lässt. Es gibt wenig, was man dagegen tun kann, einzig das Probieren anderer Saitenmarken und -stärken bringt gelegentlich Linderung. Es gibt nur eines was wirklich hilft: Augen (Ohren) auf beim Gitarrenkauf!
Wenn man selber baut, kann man jedesmal nur beten, dass in dieser Beziehung alles gut wird. Gitarren mit Schraubhälse sind im Vorteil, man kann sie mit einem anderen Hals "paaren", das ist eine erfolgversprechende Methode. ...Wie war noch mal die Legende un Claptons Blacky? - er hat ein Rudel Strats gekauft und die verschieden Hälse mit den Bodys getestet bis die richtige Kombination gefunden war! 8)
Yiti hat geschrieben: Wieviel % der Bundhöhe kann man abschleifen, um noch brauchbare Bundkrone zu formen? Ab wann muss man das Griffbrett zurecht schleifen und neubundieren :roll: :?:
Also ich denke 30 - 40% ist kein Problem. Es kommt aber wie immer auch auf den Spieler an, ob er sich damit wohlfühlt, seine Spieltechnik usw. Ich habe eine alte Gitarre mit Bünden von etwa 0,6mm Höhe, für Rhythmusarbeit hervorragend, beim bluesigem solieren wird es beim Saitenziehen schon schwierig (das ist halt das Gegenteil von scalloped), es ist aber nicht unmöglich, man kann sich darauf einstellen.

capricky

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Re: Bünde abrichten

#59

Beitrag von 12stringbassman » 10.03.2012, 22:15

capricky hat geschrieben:Das liegt an der Schwingungsform (...) meist modellhaft dargestellt (...) ohne die Oberschwingungen (...) Transversalwelle (...) Schwingungsebene anfänglich auch parallel zum Griffbrett. Dann fängt die Schwingungsebene an sich aber mehr oder weniger schnell zu drehen. (...) Wie war noch mal die Legende um Claptons Blacky?
Das ist übrigens nahezu wörtlich der gleiche Text, den uns Prof. Zollner erzählte, als wir uns über die Klangunterschiede verschiedener Gitarrentypen unterhielten, die nicht durch die Verschiedenartigkeit der Tonabnehmer zu erklären sind. Das unterschiedliche Saitenprellen auf den Bünden wird wohl ein wichtiger Faktor sein.

@Capricky:
Wann kommst Du mal nach Bayern? ;)

Grüße

Matthias
"Haltet Euch von diesen Idioten fern!" (Lemmy Kilmister)
"Ist es Wahnsinn, so hat es doch Methode." (William Shakespeare)

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Re: Bünde abrichten

#60

Beitrag von capricky » 11.03.2012, 10:00

12stringbassman hat geschrieben:
@Capricky:
Wann kommst Du mal nach Bayern? ;)

Grüße

Matthias

Bayern? :shock: Ich schaff es jedes Jahr nur bis Oberfranken, oder die Oberpfalz. Aber Bayern...so weit südlich war ich ja noch nie! :D

Wenn ich die Bilder vom Forumstreffen sehe, bin ich schon "neidisch", gerad' weil der Helmuth Lemme da war :? . Sein Buch "Elektrogitarren" hat mir vor über 30 Jahren neue Horizonte eröffnet und durchaus mein Leben in die Richtung gelenkt, wo ich heute bin. Dafür hätte ich ihm gerne persönlich gedankt. Sein "Buch der Wahrheiten" habe ich mit glühenden Ohren gelesen und als "Jünger" und "Missionar" die Botschaft von niederohmigen Pickups, Resonanzspitzen und vom "Wunder der SVF's" in die Welt getragen (Warum gibt es hier keine Smilies mit Heiligenschein? :badgrin: )
Damit jetzt keiner glaubt, ich wäre hier pathetisch und gefühlsduselig ins offtopic abgerutscht - meine erst Bundabrichtung habe ich tatsächlich nach der Anleitung im Buch Elektrogitarren von Helmuth Lemme ausgeführt. Die war perfekt und rief ungläubiges Staunen bei meinen Musikerkollegen hervor. Perfekt sind meine Abrichtungen heute immer noch, aber sie rufen neben Staunen auch die Brieftaschen der Kunden hervor 8) - Danke dafür Helmuth!!!

capricky

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Re: Bünde abrichten

#61

Beitrag von Yiti » 11.03.2012, 11:18

...Nun zur schlechten Nachricht: Du musst darauf gefasst sein, dass sich bei einigen Gitarren (eigentlich vielen) keine flache oder schnarrfreie Saitenlage einstellen läßt, obwohl die Bünde wirklich perfekt abgerichtet sind.
Capricky,
genau das wollte ich von einem, der Tausende Fretjobs geliefert hat, wissen. Über die Mechanik der Saitenschwingung habe ich schon eine Menge gelesen (und verglichen mit den Mensuren und Luftsäuleschwingungen der Orgelpfeifen; auch mein früheres Hobby).
Trotzdem kann ich die Legende um Claptons Blacky nicht als "Amen" annehmen. Die Ursache der Qualitätsstreung muss doch irgendwie nachweisbar sein. Und wenn man die richtige Diagnose hat .....
Die PLEK-Methode ist zwar teuer, aber ihr Erfolg kann man nicht leugnen. Und da wird die Diagnose gleich am Anfang gemacht.
Schade, dass man die alle Claptons Blacky-Hälse damals nicht vermessen hatten :(
(think) -Yiti-

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Re: Bünde abrichten

#62

Beitrag von capricky » 11.03.2012, 12:04

Yiti hat geschrieben: Capricky,
genau das wollte ich von einem, der Tausende Fretjobs geliefert hat, wissen.
Wir wollen mal nicht übertreiben, es waren hunderte. ;)
Yiti hat geschrieben:Trotzdem kann ich die Legende um Claptons Blacky nicht als "Amen" annehmen. ... Und wenn man die richtige Diagnose hat .....
Nee, kein "Amen", ich warte da auch noch auf eine Idee (am besten wäre eine eigene) zur universellen Problemlösung. Ein Diagnoseinstrument wäre erstmal ein Stroboskop in Form einer Led-Lichtleiste, so wie es der Erfinder der Pläckmaschine auch gebaut hat. Ich muß mir da mal was zusammenschrauben.
Yiti hat geschrieben:Die PLEK-Methode ist zwar teuer, aber ihr Erfolg kann man nicht leugnen. Und da wird die Diagnose gleich am Anfang gemacht.

Nee nee, die Pläckmaschine ist ebenso wie die Vermarktung dieses Services schon toll und insgesamt ganz großes Kino, aber sie vollbringt auch keine Wunder.
Yiti hat geschrieben:Die Ursache der Qualitätsstreuung muss doch irgendwie nachweisbar sein.
Das ist ja das Crux, der Grund dieses Problem liegt nicht in Qualitätsmängeln (Bundabrichtung, Griffbrettprofil) sondern in der Komplexität der Schwingungseigenschaften der Gitarren (der Hälse). Hier ist diese Pauschalität mal angebracht. Dämpfung an geeigneten Stellen wäre theoretisch denkbar, aber immer eine Individuallösung. Es ist auch nicht so, dass nur ich diese Problematik entdeckt habe, das wissen auch andere und die arbeiten auch dran, wie ich sah (ohne das explizit darauf hingewiesen wurde). Also mein Bester, wenn uns da mal eine Lösung einfallen würde, könnten wir unsere Renten aber deutlich aufbessern, wenn wir das Patent verkaufen! ;)

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Re: Bünde abrichten

#63

Beitrag von Yiti » 11.03.2012, 18:00

capricky hat geschrieben:..... wenn uns da mal eine Lösung einfallen würde, könnten wir unsere Renten aber deutlich aufbessern, wenn wir das Patent verkaufen! ;)
capricky
Vom Patentieren halte ich nichts :( Angemeldet ist es schnell, aber die Früchte hängen zu hoch, oder die Zeit ist nicht reif.
1969 habe ich die "Orgelgitarre" zum Patent angemeldet, damals nur mit 6 Multivibratoren gedacht. Die Synthie-Zeit war noch nicht da.
2002 war es ein "Beizgeschwindigkeit-Tester" für Aluminium-Vorbehandlung:
http://depatisnet.dpma.de/DepatisNet/de ... 10228271A1
Bisher hat keine Firma die Lust, die notwendige Anwendungs- und Marketingkosten darin zu stecken.
Trotzdem hat mir die Erfinderei und Recherche riesen "Flow" gemacht http://de.wikipedia.org/wiki/Flow_%28Psychologie%29
weil ich dabei immer bei Gitarren-Patenten die Erfrischung fand.
8) Yiti

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Re: Bünde abrichten

#64

Beitrag von Gromit » 15.03.2012, 11:08

capricky hat geschrieben:
Yiti hat geschrieben: Capricky,
genau das wollte ich von einem, der Tausende Fretjobs geliefert hat, wissen.
Wir wollen mal nicht übertreiben, es waren hunderte. ;)
Yiti hat geschrieben:Trotzdem kann ich die Legende um Claptons Blacky nicht als "Amen" annehmen. ... Und wenn man die richtige Diagnose hat .....
Nee, kein "Amen", ich warte da auch noch auf eine Idee (am besten wäre eine eigene) zur universellen Problemlösung. Ein Diagnoseinstrument wäre erstmal ein Stroboskop in Form einer Led-Lichtleiste, so wie es der Erfinder der Pläckmaschine auch gebaut hat. Ich muß mir da mal was zusammenschrauben.
Yiti hat geschrieben:Die PLEK-Methode ist zwar teuer, aber ihr Erfolg kann man nicht leugnen. Und da wird die Diagnose gleich am Anfang gemacht.

Nee nee, die Pläckmaschine ist ebenso wie die Vermarktung dieses Services schon toll und insgesamt ganz großes Kino, aber sie vollbringt auch keine Wunder.
Yiti hat geschrieben:Die Ursache der Qualitätsstreuung muss doch irgendwie nachweisbar sein.
Das ist ja das Crux, der Grund dieses Problem liegt nicht in Qualitätsmängeln (Bundabrichtung, Griffbrettprofil) sondern in der Komplexität der Schwingungseigenschaften der Gitarren (der Hälse). Hier ist diese Pauschalität mal angebracht. Dämpfung an geeigneten Stellen wäre theoretisch denkbar, aber immer eine Individuallösung. Es ist auch nicht so, dass nur ich diese Problematik entdeckt habe, das wissen auch andere und die arbeiten auch dran, wie ich sah (ohne das explizit darauf hingewiesen wurde). Also mein Bester, wenn uns da mal eine Lösung einfallen würde, könnten wir unsere Renten aber deutlich aufbessern, wenn wir das Patent verkaufen! ;)

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moin,
blöderweise habe ich gerade kein schnarrendes Exemplar da ....
Ich denke gerade an das Auswuchten von Autoreifen. (think)
Angenommen man würde mit einem Stroboskop die Buzzstelle sichtbar machen und dann an geeigneter Stelle im Hals/Griffbrett ein Gegengewicht implantieren. Und abschliessend mit einem patentiertem voodoo Inlay mit copyright Infos drauf verschliessen.

Fürs grosse Kino, bräuchte es nur noch ein Strobointerface fürn Computa und eine Software die ausrechnet wo wieviel Gewicht hin oder weg muss und der riesigen CNC-Maschine mitteilt wo sie bohren soll.

Das Auswuchten einzelner Saiten wäre natürlich der Königsweg, aber dazu bräuchte man noch das noch nicht erhältliche Dan's stringbalanceing kit.
\m/

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Re: Bünde abrichten

#65

Beitrag von irgendwer » 15.03.2012, 11:23

Gromit hat geschrieben: moin,
blöderweise habe ich gerade kein schnarrendes Exemplar da ....
Ich denke gerade an das Auswuchten von Autoreifen. (think)
Angenommen man würde mit einem Stroboskop die Buzzstelle sichtbar machen und dann an geeigneter Stelle im Hals/Griffbrett ein Gegengewicht implantieren. Und abschliessend mit einem patentiertem voodoo Inlay mit copyright Infos drauf verschliessen.

Fürs grosse Kino, bräuchte es nur noch ein Strobointerface fürn Computa und eine Software die ausrechnet wo wieviel Gewicht hin oder weg muss und der riesigen CNC-Maschine mitteilt wo sie bohren soll.

Das Auswuchten einzelner Saiten wäre natürlich der Königsweg, aber dazu bräuchte man noch das noch nicht erhältliche Dan's stringbalanceing kit.
Und bei jedem Saitenwechsel wieder bohren?
So wie beim Autoreifen wechseln jedesmal wieder auswuchten?

Gefühlsmässig würde ich sagen, die Schwingungsebene rotiert manchmal um die Saitenachse.
Da können dann eigentlich nur die Finger oder die Brücke oder der Anschlag dran schuld sein.

Eventuell lässt sich das Problem ja bei manchen Problemgitarren über Änderungen an der Brücke beheben?
Der Rest ist ja hochgradig individuell...

Gruss, Max
Irgendwer wird irgendwann irgendwo die Weltherrschaft an sich reissen. Irgendwie klappt das schon. Irgendwelche Leute gibt's irgendwie überall. Irgendeine Idee hat irgendwer schon.

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Re: Bünde abrichten

#66

Beitrag von Gromit » 15.03.2012, 11:50

irgendwer hat geschrieben:
Gromit hat geschrieben: moin,
blöderweise habe ich gerade kein schnarrendes Exemplar da ....
Ich denke gerade an das Auswuchten von Autoreifen. (think)
Angenommen man würde mit einem Stroboskop die Buzzstelle sichtbar machen und dann an geeigneter Stelle im Hals/Griffbrett ein Gegengewicht implantieren. Und abschliessend mit einem patentiertem voodoo Inlay mit copyright Infos drauf verschliessen.

Fürs grosse Kino, bräuchte es nur noch ein Strobointerface fürn Computa und eine Software die ausrechnet wo wieviel Gewicht hin oder weg muss und der riesigen CNC-Maschine mitteilt wo sie bohren soll.

Das Auswuchten einzelner Saiten wäre natürlich der Königsweg, aber dazu bräuchte man noch das noch nicht erhältliche Dan's stringbalanceing kit.
Und bei jedem Saitenwechsel wieder bohren?
So wie beim Autoreifen wechseln jedesmal wieder auswuchten?
Gruss, Max
Genau! capricky sprach ja von Rente und so...
Bei Neugitarren würde ich auch eher ein verstellbares Gegengewicht im Stellstabtunnel verbauen.
Aber auch nur bei Gitarren mit Internetanschluss und, ähnlich wie bei verÄppel&Co als inÄppkauf, wo bei jedem Saitenwechsel eine Neukalibrierung ein par cent auf mein Rentenkonto bringen.
Wenn das Modell dann etabliert ist gibt es ein Firmwareupdate das auch beim Stimmen der Saiten die Kohle zum sprudel bringt.
Ihr dürft jetzt auch Steve zu mir sagen. :shock:
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Re: Bünde abrichten

#67

Beitrag von capricky » 15.03.2012, 12:02

irgendwer hat geschrieben:
Gefühlsmässig würde ich sagen, die Schwingungsebene rotiert manchmal um die Saitenachse.
Da können dann eigentlich nur die Finger oder die Brücke oder der Anschlag dran schuld sein.

Das ist nicht nur gefühlsmäßig so, man kann es ja beobachten. Und natürlich ist auch der Anschlag "schuld", zumindest jedenfalls der Anschlagsort und die Anschlagsrichtung. Diese Rotation wird warscheinlich u.a. durch die Eigenschwingung des Halses infolge oder als "Antwort" auf den Anschlag angeregt. Diese Eigenschwingung ist eine Torsionsschwingung, eine Drehschwingung, wie schon ich schon auf Computersimulationen aus den Laboren von Ibanez gesehen habe. Was macht man, wenn etwas unerwünscht schwingt? Man dämpft die Schwingung! Im Zusammenhang mit Gitarren, wo doch alles auf "beste Schwingungsübertragung" ausgerichtet sein soll eine unerhörte Forderung :badgrin:

Richtig angewendet kann man mit einem Saitenschnarrer allerdings auch einen Nummer 1 Hit starten: 1964 The Beatles, "I feel fine" - der typische Schwingungsebenendrehschnarrer einer leeren A-Saite 8)

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Re: Bünde abrichten

#68

Beitrag von Yiti » 06.06.2016, 20:47

Neues aus meiner Messzentrale:
Diagnose vor dem Abrichten -
Messuhr erfasst Daten für ein Excel-Diagramm
Messuhr erfasst Daten für ein Excel-Diagramm
Man sieht, was aus der Reihe tanzt, zugleich auch wie tief das Relief (Durchbiegung) ist.
Wenn drei Liniendaten, entlang der e1 und E6 und in der Mitte, erfasst werden, lässt sich auch der Radius darstellen.
Um zu sehen, wie gleichmäßig tief Bundiert wurde, läßt sich einfach auch die Griffbrett-Oberfläche mit der Messuhr mitscannen.
Bundkronen- und Griffbretbasis-Verlauf
Bundkronen- und Griffbretbasis-Verlauf
Ja, es ist halt mein hobby, nichts für tägliches Broterwerb (whistle)

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