Bünde abrichten

Einstellung des Instrumentes: Optimaler Saitenabstand, Bundreinheit usw.
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Poldi
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Bünde abrichten

#1

Beitrag von Poldi » 09.02.2012, 13:25

Wie richtet Ihr Eure Bünde ab?
Mich interessiert dabei vor allem wie Ihr den Hals dabei einstellt.
Gerade, konkav (also gegen die Saitenspannung) oder eher konvex (mit der Saitenspannung).
Nach meinen Überlegungen würde ein konvex eingestellter Hals beim Bünde abrichten
eher Sinn machen.
Wobei ich bis dato. den Hals immer gerade eingestellt habe.
Hintergrund meiner Frage ist die Saitenlage einer ehemaligen Gitarre von mir,
eine Jackson JDR94, die hatte eine Seitenlage von unglaublichen ca. 1mm am 24. Bund
an der E-Saite bei minimaler Halskrümmung.
Und das ohne Schnarren.
Ich komm bei meinen Gitarren auch schon ziemlich weit runter, aber ich habe das Gefühl als geht da noch mehr.
Aktuell bei der Iceman an der E-Saite ca. 1,8mm am 21. Bund, Halskrümmung ca. 0,7mm.
Etwas weiter runter geschraubt habe ich dann schon ein Schnarren der E-A-D-Saiten.
Aufgezogene Saiten Ernie´s 009-046, 628er Mensur.
Was bringt eigentlich diese Vorrichtung: http://www.stewmac.com/shop/Fretting_su ... k_Jig.html
Wenn ich das richtig verstanden habe, simuliert dieses Teil die Gitarre unter Saitenspannung,
dasselbe erreiche ich doch auch mit einem Double-Action TR. Oder täusche ich mich da?

So, dann hoffe ich mal auf eine rege Diskusion.

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Re: Bünde abrichten

#2

Beitrag von Claas » 09.02.2012, 15:03

Also ich Spanne den Halsstab, so dass er nach hinten gebogen wird. Dann lege ich ein langes Lineal auf das Griffbrett, dann sollte das Lineal in der Mitte aufliegen und hin und her wackeln können. Dann entspanne ich langsam den Trussrod wieder, und zwar genau bis zu dem Punkt, wo das Lineal nicht mehr wackelt. Dann ist der Hals gerade.

Naja und dann wie gewohnt: Bünde abrichten, wieder rundfeilen, polieren, fertig.

Gruß
Claas

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Re: Bünde abrichten

#3

Beitrag von Yiti » 09.02.2012, 19:41

Ich war bisher mit der Standard-Abrichtmethode nie ganz zufrieden.
Um die Halskrümmung ("Relief") genau nach Bedarf voreinzustellen und fixieren, habe ich mir dazu eine Folterbank gebaut.
Gitarren-OP-Tisch
Gitarren-OP-Tisch
Frei nach diesem Baubericht und überwiegend aus dem Restekiste-Material:
http://www.scribd.com/doc/12359971/How- ... att-Vinson
Einige Details muss ich noch verbessern und überlege, wie man mit einer zusätzlichen Messuhr-Scan-Vorrichtung, die Vorher-Nachher Bundhöhen messen und vergleichen könnte.
Diese Angelegenheit ist schon hier diskutiert worden:
http://www.gitarrebassbau.de/viewtopic. ... ling#p7959
Yiti, nimm es mir bitte nicht übel, aber das ist absolut praxisfern.....
Egal, die Erde war früher auch nur eine Scheibe.
-yiti- (whistle)

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Re: Bünde abrichten

#4

Beitrag von capricky » 09.02.2012, 21:18

Poldi hat geschrieben: Hintergrund meiner Frage ist die Saitenlage einer ehemaligen Gitarre von mir,
eine Jackson JDR94, die hatte eine Seitenlage von unglaublichen ca. 1mm am 24. Bund
an der E-Saite bei minimaler Halskrümmung.
Und das ohne Schnarren.

Also vor die 1 mm gehört doch noch ein Komma und eine Zahl? Oder hast Du die Bundhöhe zum Griffbrett gemessen?

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Re: Bünde abrichten

#5

Beitrag von Poldi » 10.02.2012, 06:02

@class: Also gerade, danke.

@Yiti: Du richtest also bei Deiner Vorrichtung die Bünde bei einem konvex gebogenen Hals ab?

@capricky: Nein, die Saitenlage war wirklich so tief. Es können natürlich auch 1,2mm gewesen sein. Da ich die Gitarre schon ein paar Jahre nicht mehr habe kann ich leider keine Beweise mehr bringen.
Aber ob 1,0 oder 1,2mm, mir geht es einfach darum das da wohl immer noch was geht. Das Teil ist so eine Art referenz an die ich schon immer dran kommen wollte.
Natürlich sind irgendwann Grenzen gesetzt.

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Re: Bünde abrichten

#6

Beitrag von bigherb » 10.02.2012, 08:35

ich will jetzt kein neues Fass aufmachen aber wie spielt sich eine Gitarre mit einer solchen Saitenlage ? Ich hämmere ordentlich rein in meine Drähte und kann mir das so gar nicht vorstellen.

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Re: Bünde abrichten

#7

Beitrag von Herr Dalbergia » 10.02.2012, 09:54

Naja, ....

was glaubst du wo die Energie hingeht wenn du bei einer Flyoed Gitarre die Saite anregst? bei einer non-Trem Klampfe ist halt....kein trem welches durch die gefederte Aufhängung die Schwingungsenergie sehr schnell absorbiert. bei einem Flyoed, geade bei 9er oder 10er saiten kann man sehr oft auf 1,0 bis 1,5 mmm runter, deswegen spielen die shredder die ja so gerne. Die Saite bäumt sich einfach nicht so stark auf wie bei einer Paula o.ä.

Böse Zungen sagen jetzt....die Floyed würde "schlechter" klingen....also rein aksutisch gesehen...

das gleiche spiel hast du bei aksutishen gitarren. Ist die Decke sehr dick und unbeweglcih bäumt sich die saite viel stärker auf, die Amplitude wächst, leidr der Klang nicht....ist die Decke beweglciher gebaut fließt mehr Energie von der Saite auf die Decke ( bei gleicher Stegkonstruktion, bevor ich hier zerlegt werde.....), und iA. ist eine flachere Saitenlage möglich. Ist die Decke zu dünn, fehlt es der akustischen an Sustain, aber die Saitelage kannst einstellen wie bei einer ESP aus dem Customshop....

das ist im groben meine Erfahrung dazu.

Wie ich die Bünde abrichte / den halsstaab einstelle kommt darauf an, wie weich der Hals ist....aber tendenziell so wie hier schon geschireben.

mfg alex

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Re: Bünde abrichten

#8

Beitrag von clonewood » 10.02.2012, 10:38

ich arbeite den Hals vor dem Aufleimen des Griffbretts ganz leicht hohl, nach dem Aufleimen setze ich die Einfachstäbe auf leichte Spannung, so dass alles gerade ist und richte dann ab.....

mit dieser Methode fahre ich seit Jahren sehr gut

1mm (wer es mag) an der dünnen E-Saite bis zum Halsübergang sind kein Problem....an der dicken E-Saite braucht es etwas mehr.......die in den Korpus hereinragenden Bünde erhalten ein ganz leichtes "Fallaway"......

das ist aber, wie Herr Dalbergia schon sagt, alles abhängig vom Instrument und vom Spieler



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Re: Bünde abrichten

#9

Beitrag von bigherb » 10.02.2012, 11:10

hm.... Herr Dalbergia....
Nun mag ja ein Fender Vibrato nur entfernt einem FR entsprechen aber meine Erfahrungen sind doch anders. Dort, im historischen Wibbel, wird auch Schwingunsgenergie in den Federn absorbiert. Aber alle Gitarren dieser Bauart haben eine etwas höhere Saitenlage nötig (zumindest bei meinen Klampfen). Bei Non Vib Gitten kann ich die Saitenlage tiefer stellen......

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Re: Bünde abrichten

#10

Beitrag von Poldi » 10.02.2012, 11:46

bigherb hat geschrieben:ich will jetzt kein neues Fass aufmachen aber wie spielt sich eine Gitarre mit einer solchen Saitenlage ? Ich hämmere ordentlich rein in meine Drähte und kann mir das so gar nicht vorstellen.
Ich hämmere auch schon rein...
Ich spiele einfach gerne Gitarren mit flachen Saitenlagen, ich finds erheblich angenehmer.

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Re: Bünde abrichten

#11

Beitrag von Poldi » 10.02.2012, 11:49

Herr Dalbergia hat geschrieben:Naja, ....

was glaubst du wo die Energie hingeht wenn du bei einer Flyoed Gitarre die Saite anregst? bei einer non-Trem Klampfe ist halt....kein trem welches durch die gefederte Aufhängung die Schwingungsenergie sehr schnell absorbiert. bei einem Flyoed, geade bei 9er oder 10er saiten kann man sehr oft auf 1,0 bis 1,5 mmm runter, deswegen spielen die shredder die ja so gerne. Die Saite bäumt sich einfach nicht so stark auf wie bei einer Paula o.ä.

Wie ich die Bünde abrichte / den halsstaab einstelle kommt darauf an, wie weich der Hals ist....aber tendenziell so wie hier schon geschireben.

mfg alex
Aha, das hört sich doch schon mal logisch an und erklärt einiges.

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Re: Bünde abrichten

#12

Beitrag von Poldi » 10.02.2012, 11:53

clonewood hat geschrieben:ich arbeite den Hals vor dem Aufleimen des Griffbretts ganz leicht hohl, nach dem Aufleimen setze ich die Einfachstäbe auf leichte Spannung, so dass alles gerade ist und richte dann ab.....

die in den Korpus hereinragenden Bünde erhalten ein ganz leichtes "Fallaway"......
Auch sehr interesant die Sache mit dem Fallaway. Danke.

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Re: Bünde abrichten

#13

Beitrag von Yiti » 10.02.2012, 21:23

Poldi hat geschrieben:@class: Also gerade, danke.

@Yiti: Du richtest also bei Deiner Vorrichtung die Bünde bei einem konvex gebogenen Hals ab?
Nein, noch immer bei möglichst geradem Hals.

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Re: Bünde abrichten

#14

Beitrag von Magfire » 10.02.2012, 23:54

Poldi hat geschrieben:Nach meinen Überlegungen würde ein konvex eingestellter Hals beim Bünde abrichten
eher Sinn machen.
Hallo Poldi,
auch wenn das Thema weitgehend beantwortet ist:
Magst du mir das einmal näher ausführen?

Ich bin nebenbei bemerkt auch ein Freund von superflachen Saitenlagen und zwar so flach, dass mein Gitarrenlehrer regelmäßig die Krise kriegt, wenn er auf meiner Paula spielt :D. 1mm halte ich allerdings schon für bewundernswert bis übertrieben... Da muss man beim Spielen ja sowas von aufpassen...

Um nochmal auf die konvexe oder konkave Einstellung zurückzukommen:
Wenn das bei Bünde abrichten der Fall ist, nimmt man doch entweder in der Mitte oder am Anfang und Ende mehr Material weg... (think)
Daher würden mich deine Überlegungen doch näher interessieren.

Viele Grüße,
Philip

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Re: Bünde abrichten

#15

Beitrag von Poldi » 11.02.2012, 11:07

Wenn ich den Hals beim abrichten leicht konvex einstelle dann bekomme ich theoretisch schon mal ein Fallaway an den
letzten Bünden und der Hals wird so abgerichtet wie er im bespannten Zustand steht.
Wenn ich es schaffe, mach ich Montag mal eine Zeichnung dazu.
Ich selber habe es aber auch noch nicht gemacht, deshalb meine fragerei hier.
Aber es hat sich ja wohl bestätigt, das das Abrichten der Bundstäbchen nur bei geraden Hals sinnvoll ist.

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Re: Bünde abrichten

#16

Beitrag von capricky » 11.02.2012, 11:22

Magfire hat geschrieben:
Um nochmal auf die konvexe oder konkave Einstellung zurückzukommen:
Wenn das bei Bünde abrichten der Fall ist, nimmt man doch entweder in der Mitte oder am Anfang und Ende mehr Material weg... (think)
Daher würden mich deine Überlegungen doch näher interessieren.
Da macht nicht wirklich Sinn. Eine leichte Hohllage des Griffbretts sollte Durch den Halsstab einzustellen sein, nicht über entsprechend tiefer geschliffenen Bünde. 0,7mm in Mitte Griffbrett sind eh zuviel, da wird es in hohen Lagen schon wieder problematisch. Das gilt jetzt natürlich alles mit aufgezogenen Saiten, nicht für das Einstellen zum Abrichten, hier ist natürlich eine möglichst gerade Einstellung richtig und die mache ich auch über den Halsstab. Diese Stewmac Vorrichtung macht nur Sinn bei Hälsen, die nach dem Absaiten, einen leichten konvexen Bogen haben, der sich nicht gerade stellen läßt. Dazu muß dann mittig des Halses bei Kopfplattenunterstützung ein Spanngurt gezogen werden, der darf aber nicht dicker sein als der Bunddraht hoch ist, sonst schleift man den Gurt nämlich durch. Wenn der Saitenzug es aber nicht schafft, den Hals nach dem Abrichten gerade zuziehen, war die Aktion sinnlos, besser wäre gewesen neu zu bundieren und vorher das Griffbrett abzurichten.
Eine leicht konkave, also hohle Lage des bundierten Griffbretts von max. 1-3 Zehnteln ist beim Abrichten auch nicht problematisch, solange man keine Schleifklötze in Griffbrettlänge verwendet (die halte ich bei diesem Job grundsätzlich für schlicht idiotisch). Meine Schleifklötze sind so lang wie ein Blatt Schleifpapier breit ist, also etwa 20cm (ist wohl nicht DIN), es geht aber auch kürzer, aber unter 15cm sollte man nicht gehen. Das deckt immer noch beim Schleifen mindestens 6 Bünde ab. Auch hier könnte theoretisch dieses Stewmacteil für eine geraden Hals sorgen, was nützt es aber, wenn anschließend der Saitenzug den Hals in eine Krümmung zieht, die ich nicht auf ein erträgliches Maß stellen kann.
Ich hoffe es ist nicht verborgen geblieben, das ich diesem Stewmacteil sehr kritisch gegenüberstehe? :badgrin:

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Re: Bünde abrichten

#17

Beitrag von clonewood » 11.02.2012, 11:32

es gab ja mal vor Zeiten auf Ebay so ein Tool mit dem bei aufgespannten Saiten abgerichtet werden kann......ich habe mich nie dafür interessiert, aber im Prinzip wurden dort am Sattel und Steg die Saiten aufgebockt, so dass man dann unter den Saiten, bei spielpraktischer Saitenspannung und gerade eingestelltem Hals, abrichten kann.....

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Re: Bünde abrichten

#18

Beitrag von capricky » 11.02.2012, 11:45

clonewood hat geschrieben:es gab ja mal vor Zeiten auf Ebay so ein Tool mit dem bei aufgespannten Saiten abgerichtet werden kann......ich habe mich nie dafür interessiert, aber im Prinzip wurden dort am Sattel und Steg die Saiten aufgebockt, so dass man dann unter den Saiten, bei spielpraktischer Saitenspannung und gerade eingestelltem Hals, abrichten kann.....
Das stelle ich mir so richtig komfortabel vor... :roll:
Das Abrichten selbst ist ja recht schnell erledigt, aber zu dem Job gehört ja noch das kronen, entgraten, polieren und ein gewisser Schutz des Griffbretts (Abkleben) vermeidet Stress (auch mit Kunden)

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Re: Bünde abrichten

#19

Beitrag von clonewood » 11.02.2012, 11:54

ja....rücksichtslose Vermarktung.....Nachteile werden dabei natürlich Verschwiegen

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Re: Bünde abrichten

#20

Beitrag von capricky » 11.02.2012, 12:15

Ich merke gerade, meine Sicht als Servicemann hatte den Blick auf die "Neubauten" versäumt. Da muss das Ziel natürlich auch ein gerader Hals vor dem Abrichten sein. Da hier bei einer gelungenen Bundierung ja nicht mal 1/10mm abgetragen werden muss, erübrigen sich auch alle Überlegungungen hinsichlich "fallaway" und dergleichen

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Re: Bünde abrichten

#21

Beitrag von Poldi » 12.02.2012, 10:45

...solange man keine Schleifklötze in Griffbrettlänge verwendet (die halte ich bei diesem Job grundsätzlich für schlicht idiotisch)....

@capricky: Warum??

Ich dachte immer je länger desto besser (ich meine jetzt den Schleifklotz :D ) damit ich eine Gleichmäßigkeit über die gesamte GB-Länge erhalte.


Edit: Das war mein 1000. Beitrag. (rocking)

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Re: Bünde abrichten

#22

Beitrag von Yiti » 12.02.2012, 14:51

Vorläufig ohne meinen Kommentar:
http://www.youtube.com/watch?v=Jr6sLkxN ... re=related Fret leveling Part 3
Poldi hat geschrieben:...Das war mein 1000. Beitrag. (rocking)
Hut ab (clap3)
gruß Yiti

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Re: Bünde abrichten

#23

Beitrag von capricky » 13.02.2012, 16:31

Poldi hat geschrieben:
@capricky: Warum??

Ich dachte immer je länger desto besser (ich meine jetzt den Schleifklotz :D ) damit ich eine Gleichmäßigkeit über die gesamte GB-Länge erhalte.
Ach hier war ja noch was...
Diese "Präzision" ist nicht notwendig, der 1. und zweite 2. Bund muß nun wirklich nicht auf das Hundertstel oder Tausenstel mit dem 21., 22. oder 24. Bund fluchten, wichtig ist praktisch nur, daß zu dem jeweiligen "Nachbarbund", also davor und dahinter diese Genauigkeit gegeben ist, der "Rest" ergibt sich von selbst. Wenn man ein 1Meter langes Brett planhobeln will, muß man dazu auch keinen 1Meter langen Hobel verwenden.
Wenn ich den Typ in Yitis verlinkten clip am Griffbrett werkeln sehen, dann fällt mir dazu nur "akribischer Dilletantismus" ein :roll: . Was soll das bringen? Gut, das kann man so machen, aber aus professioneller Sicht meiner nun dreißigjährigen Servicetätigkeit mit einigen hundert Abrichtungen kann man so kein Geld verdienen, da geht es nämlich auch um Zeit. Das Abrichten eines neu bundierten Griffbretts ist völlig harmlos, da muß man nur ein paar mal hinundherrutschen, aber nicht kronen, eine anstrengende zeitaufwändige Arbeit, selbst mit der Diamandfeile. Ich spreche hier von bespielten Bünden mit Dellen in den Bünden an den üblichen Stellen. Da würde man sich einen "Wolf" mit einem Schleifklotz in Griffbrettlänge schleifen, das geht gar nicht. Mit einem "kurzen" Abrichtklotz decke ich auch mindestens 6 Bünde gleichzeitig ab, bin aber viel flexibler bei "real existierenden" Griffbrettern mit ihren leichten Wellenprofilen. Wenn ich diese langen Schleifklötze verwenden würde, muss ich auch diesen Stewmacbock nehmen um den Hals gerade zu bekommen. Spann ich den Hals dann wieder ab, nimmt der sein altes Profil doch wieder ein. :?

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Re: Bünde abrichten

#24

Beitrag von Poldi » 13.02.2012, 16:52

Eine sehr interessante Ausführung, danke dafür.
Das mit dem Stewmac-Jig sehe ich mittlerweile genauso wie Du.
Hab ich das jetzt richtig gelesen das Du die Bundstäbchen nach dem Abrichten nur noch polierst und nicht verrundest?
Dann bin ich ja nicht alleine, ich meine auch das man durch das schleifen und polieren mit einer weichen Schaumstoffnagelfeile o.ä. auch einen Radius auf den Bundstäbchen bekommt.

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Re: Bünde abrichten

#25

Beitrag von capricky » 13.02.2012, 17:03

Poldi hat geschrieben: Hab ich das jetzt richtig gelesen das Du die Bundstäbchen nach dem Abrichten nur noch polierst und nicht verrundest?
Neue Bünde auf einem neu gebautem Hals muss ich nicht kronen, wenn doch habe ich beim bundieren oder am Griffbrett gepfuscht! :?
Abgespielte und dann abgerichtete Bünde muss ich mit Sicherheit crownen, auch wenn ich nur einzelne Bünde wechsle.

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