Bünde--wie oben?

Einstellung des Instrumentes: Optimaler Saitenabstand, Bundreinheit usw.
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Bünde--wie oben?

#1

Beitrag von viento » 08.11.2017, 18:12

Ich habe mal von SpringsteensTele gelesen, daß er die Bünde nach oben etwas spitz zulaufend hat machen lassen. Vielleicht wars aber auch jemand anderes.

Meine 360-12er Rick hat sie oben erstaunlich flach, aber prima bespielbar.

Eine Tele, die ich hier habe, hat einen anscheinend "Billighals" mit unregelmäßig verrundeten Bünden.
Vielleicht kommt daher der leicht "jaulende" (= etwas übertrieben gesagt) Klang, besonders der beiden dickeren Saiten (E+A).
Bevor ich mir einen neuen Hals kaufe, werde ich die Bünde erst mal oben mit nem entsprechenden Schleifklotz nivellierend abschleifen und dann eventuell mit der Bundfeile abrunden (plus polieren) --- oder wäre eine flächige Oberseite auch ok?

Bedankt!
Freundlicher Gruß!

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Re: Bünde--wie oben?

#2

Beitrag von AsturHero » 08.11.2017, 18:40

..flächige Oberseite ist nicht ok.
je flacher/gerade die Bundoberseite, umso ungenauer wird der Ton, bzw. wirds nicht mehr bundrein beim greifen, weil die Auflagefläche der Saite zu groß wird.....darum kommt man nach nivellieren nicht drum herum mit einer Bundfeile wieder die Dinger (halb)rund zu feilen
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Re: Bünde--wie oben?

#3

Beitrag von capricky » 08.11.2017, 18:58

AsturHero hat geschrieben:
08.11.2017, 18:40
..flächige Oberseite ist nicht ok.
je flacher/gerade die Bundoberseite, umso ungenauer wird der Ton, bzw. wirds nicht mehr bundrein beim greifen, weil die Auflagefläche der Saite zu groß wird.....darum kommt man nach nivellieren nicht drum herum mit einer Bundfeile wieder die Dinger (halb)rund zu feilen
Nee, das kann ich nicht gelten lassen. Ich finde flache Bünde viel angenehmer zu bespielen, deshalb übertreibe ich es auch nicht mit der Bundabrundfeile nach dem Bündeabrichten, es ist dann eher so ein "Kante brechen". Die Saiten kerben sich später beim Bespielen auch nicht mehr so stark in die Bünde ein.
StewMac bietet jetzt auch eine Bundfeile an, mit der man so eine Art "Flachdach" auf der Bundkrone formt, das finde ich ein bißchen übertrieben. Meine "Flachbünde" wurden jedenfalls nie kritisiert. 8)

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Re: Bünde--wie oben?

#4

Beitrag von AsturHero » 08.11.2017, 19:32

vielleicht wirkt sich das bei einer Gitarre nicht so aus, beim Bass schon, weil bei richtigen "Dächern" wanderdert der Auflagepunkt ja ca. 1 mm weiter nach vorne, somit ist Intonation und Stimmung für den Pöppes...hat ja eigentlich nen Grund, dass man Bundschlitze auch auf nach dem Komma schlitzt und nicht grob peilt oder?

Der Bezugspunt für den Ton ist ja der höchste Punkt des Bundstäbchens, wenn denn der Bund flach ist oben, wandert der Auflagepunkt automatisch etwas weiter nach vorne, je nach "Grad", bzw. Breite des Daches
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Re: Bünde--wie oben?

#5

Beitrag von capricky » 08.11.2017, 22:54

Du musst wissen, dass ich ausgesprochen sensibel bin, was Intonation bei Gitarren betrifft und deshalb auch ein "Spezialist" für deren Problemlösungen. Ein Bass ist auf Grund der größeren Mensur viel unanfälliger für Probleme durch vielleicht nicht korrekt gesetzte Bünde. Außerdem spielt man auf dem Bass auch weniger Akkorde, als auf der Gitarre. Sollte es tatsächlich Intonationsprobleme geben, ist eine "überalles" Kompensation indem man den Sattel 1 - 2mm Richtung Brücke verschiebt, eine einfache Lösung.

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Re: Bünde--wie oben?

#6

Beitrag von Poldi » 09.11.2017, 05:36

Bei meiner GibSohn Les Paul sind die Bünde auch eher flach. Ich denke das das vom Pleken kommt.
Sie spielt sich aber damit sehr angenehm.

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Re: Bünde--wie oben?

#7

Beitrag von filzkopf » 09.11.2017, 17:44

ich lass meine Bünde auch eher flach..... finde das angenehmer zu spielen.... und das ist ja das wichtigste ;)
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Re: Bünde--wie oben?

#8

Beitrag von DanielP » 12.11.2017, 12:24

capricky hat geschrieben:
08.11.2017, 18:58

Nee, das kann ich nicht gelten lassen. Ich finde flache Bünde viel angenehmer zu bespielen, deshalb übertreibe ich es auch nicht mit der Bundabrundfeile nach dem Bündeabrichten, es ist dann eher so ein "Kante brechen". Die Saiten kerben sich später beim Bespielen auch nicht mehr so stark in die Bünde ein.
StewMac bietet jetzt auch eine Bundfeile an, mit der man so eine Art "Flachdach" auf der Bundkrone formt, das finde ich ein bißchen übertrieben. Meine "Flachbünde" wurden jedenfalls nie kritisiert. 8)

capricky
Falls du die Z-File von Stewmac meinst, die macht kein Flachdach, sondern ein „Spitzdach“, Die Asymetrische Form der Feile egalisiert sich, da man Sie ja von beiden Seiten benutzt. Man bekommt quasi ein dreieckige symmetrische Bundkrone.Der Vorteil liegt einfach darin, dass es dadurch für ungeübte Anwender einfacher ist, einen schmalen Bereich auf dem Bund stehen zu lassen. An sich ist die Idee ganz nett, aber so richtig geil ist die Feile auch nicht. Die Verarbeitung ist für das Geld eher bescheiden...
Viele Grüße
Daniel

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Re: Bünde--wie oben?

#9

Beitrag von capricky » 12.11.2017, 12:42

Ja, Flachdach ist falsch, es ist eher ein "Pultdach"! Aber Satteldach = dreieckiges Spitzdach wäre auch falsch, die Feile macht das asymetrisch. Das will ich auch nicht, ich will flache Bünde... aber nun nicht über die gesamte Breite, nur so 1 bis 2mm, je nach der Grundbreite des Bunddrahtes.

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edit: die Bünde sind ja dann auch nicht wirklich flach, durch die Nachbearbeitung "Kante brechen" bekommen sie nur einen größeren Radius...

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Re: Bünde--wie oben?

#10

Beitrag von hatta » 12.11.2017, 13:06

DanielP hat geschrieben:
12.11.2017, 12:24
capricky hat geschrieben:
08.11.2017, 18:58

Nee, das kann ich nicht gelten lassen. Ich finde flache Bünde viel angenehmer zu bespielen, deshalb übertreibe ich es auch nicht mit der Bundabrundfeile nach dem Bündeabrichten, es ist dann eher so ein "Kante brechen". Die Saiten kerben sich später beim Bespielen auch nicht mehr so stark in die Bünde ein.
StewMac bietet jetzt auch eine Bundfeile an, mit der man so eine Art "Flachdach" auf der Bundkrone formt, das finde ich ein bißchen übertrieben. Meine "Flachbünde" wurden jedenfalls nie kritisiert. 8)

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Falls du die Z-File von Stewmac meinst, die macht kein Flachdach, sondern ein „Spitzdach“, Die Asymetrische Form der Feile egalisiert sich, da man Sie ja von beiden Seiten benutzt. Man bekommt quasi ein dreieckige symmetrische Bundkrone.Der Vorteil liegt einfach darin, dass es dadurch für ungeübte Anwender einfacher ist, einen schmalen Bereich auf dem Bund stehen zu lassen. An sich ist die Idee ganz nett, aber so richtig geil ist die Feile auch nicht. Die Verarbeitung ist für das Geld eher bescheiden...
Viele Grüße
Daniel
So eine wollt ich mal bestellen. Sagst du das ist die feile nicht wert?
Bisher verrunde ich mit einer stinknormal billig bundfeile vom rall :D
Gruß
Harald

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Re: Bünde--wie oben?

#11

Beitrag von DanielP » 12.11.2017, 13:17

hatta hat geschrieben:
12.11.2017, 13:06


So eine wollt ich mal bestellen. Sagst du das ist die feile nicht wert?
Bisher verrunde ich mit einer stinknormal billig bundfeile vom rall :D
Also die Feile macht was Sie soll und du bekommst ohne Probeme einen echt schmalen streifen Oben auf der Bundkrone. dafür ist der Bund halt an den Flanken etwas gerader als mit einer normalen Feile.
Ich bin nur von der Verarbeitungsqualität der Feile etwas enttäuscht, für das Geld kann man eigentlich mehr erwarten.

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