Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Wie baue ich mir eine Semiakustische- oder Archtopgitarre

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Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 1 von 66 Beitragvon DoppelM » 13.07.2015, 22:28

Hallo. Hier mal mein erstes größeres Projekt vorgestellt. Die Geschichte dahinter ist ein wenig wie bei Loriots "Das Bild hing schief" - nur das es hier "Die Saitenlage stimmte nicht" heißen müsste. Aber von ich fang von vorne an.

Die Grundlage:
Eine alte akustische Archtop, für 50€ vom Flohmarkt. Ich tippa auf Musima, Jolana oder ähnliches, bzw. irgendein Kaufhaus als Endverkäufer. Auf dem Flohmarkt wirkte alles halbwegs ok, bis auf den eher zweifelhaft grob selbstgeschnitzten Steg. Kann man ja austauschen (Leider hab ich kein Foto des Orignalzustandes). Das mit dem Austauschen war dann doch nicht so einfach, bei einer benötigten Steghöhe von über 3,5 cm gibts wenig Auswahl.

Die Probleme:
Auf der Suche nach der Ursache fiel mir auf, dass wohl am Hals mal was gemacht worden ist: Der Halsfuß war gebrochen und wieder geleimt (ist ja nicht so selten), aber anscheinend wurde dabei auch der Halswinkel leicht erhöht. Erklärt einen Teil des Problems.

Bei einem Blick ins Innere mit Handykamera viel dann auch noch auf, dass die Balken beide angegknackst waren. Vermutlich also auch die Decke etwas eingesunken, was die enorme Steghöhe noch mehr erklärt. Nu erhöht sich ja mit steigendem Saitenwinkel am Steg der Druck auf die Decke - also bestand die Gefahr dass die Probleme noch wachsen.
Hier die abgehalfterte Gitarre und der Einblick.
Rohzustand

Kaputter Balken



Der Plan:

Die Entscheidung ist dann recht schnell gefallen: Das Ding wird auseinander genommen, kriegt neue Balken und ein Neck Reset.
Haha. Alles noch nie gemacht, aber kann man ja lernen :D. Zusätzlich kam dann die Idee das ganze zu elektrifizieren, und neu zu lackieren. Alter Lack ist zwar schön, aber dieses Orange-Kaufhaus-Burst ist nicht so ganz meins.


Das Zerlegen:
Schritt 1: Decke Runter. Vorsichtig mit Messer und Fön. Leider nicht ganz Vorsichtig genug. Es gab einige Einrisse bzw gespaltenes Furnier. Eh wurscht. Das werd ich wohl mit viel Sekundenkleber und dünnem Sperrholz ausbessern müssen. Die zerfetzte Kante werde ich wohl mit einem Binding kaschieren müssen.
Das Öffnen des Korpus gab mir allerdings düstere Vorahnungen: Weißleim, der großzügig vergossen wurde. Erklärte auch die Probleme beim Abheben der Decke. :roll:
Decke runter


Schritt 2: Altes Bracing weg. Der Weißleim war dabei so hartnäckig und auch mit viel Fön kaum zu erweichen, so dass die Balken mit dem Beitel weggeschnitzt und der Rest runtergeschliffen wurden. Trotzdem hat an einigen Stellen das Deckenfurnier gelitten. :?
Bracing Raus

Ein Balken ganz weg


Schritt 3: Den Hals Auslösen. Moment. Da war doch mal was gemacht worden? Einmal raten wie? Genau. Weißleim in Massen, mit besonderer Resistenz gegen Fön-Attacken. Nach viel Nachdenken und Rücksprache mit dem Freund der schon bei meinem Kontrabass den Hals neu eingesetzt hatte, riet der mir das so zu lassen und zur Not den Steg zu unterfüttern. Und nen Free Floating Pickup zu nehmen.
Hör ich natürlich nicht drauf. (whistle) Ich habe inzwischen eine genaue Vorstellung wie das Ding werden soll, und dazu zählen ein vernünftiger Steg, und Surfacemount Pickups.
Hals Raussägen (Not for the weak at heart...)


Schritt 3b: Den Hals raussägen. Brutal und vorsichtig mit dem Sägeblatt der Handsäge exakt am Halsfuß lang bis zur Decke. Da Fuß ja konisch zuläuft, kann man die entstehende Fuge durch Kürzen des Halsfußes und "Tieferlegen" verschwinden lassen (zumindest theoretisch). Das der Halsfuss dabei einige Kratzer ab, aber es soll ja eh neu lackiert werden, also ist etwas Schleifarbeit OK.
Ein Hals!


Das einzige Problem: Die Flächen müssen wieder plan werden, wodurch noch etwas Höhe verloren gehen wird. Am Ende wird sich wohl der Halswinkel nur minimal verändern. Und ich muss aufpassen den Hals dadurch nicht zu verkanten. Wird Schon.
Ein Restkorpus.



Der nächste Plan:
Die Balken für die Decke schnitzen. Dann die Deckenhöhe messen. Dann den Hals in den offenen Korpus einbauen, mit hilfe eines Balkens und Steges, die die korrekte Steckposition und -Höhe Simulieren. Vermutlich werde ich den Halsblock, der ja jetzt teilweise zum Halsfuß geworden ist, nach hinten erweitern. Der Hals war, wie damals öfter mal verschraubt, weswegen wohl der Halsfuß gebrochen war. das Loch geht auf jedenfall gerade durch, auch durch den Halsfuß. Evtl wiederhole ich das, ich schätze dass ich dadurch Stabilität gewinne auch wenn die seiten nicht 100% passgenau verleimt werden. Danach kommt die Decke drauf, und dann werde ich schon wieder 20 anderen Problemen begegnet sein.

Das Ziel:
Ich habe ja bereits gesagt, ich habe eine klare Vorstellung wie die Gitarre am Ende werden soll: Eine Mischung aus Gretsch und ES-125
Walnut Stain wie eine Tennessee Rose, mit Schellack überlackiert. Feines weißes Binding. GFS De-Armond Style Surface Mount Pickups. Ein dünnes Binding, um die Deckenkante zu kachieren. B3 Bigsby und wenn ich sie passend finde eine Simple Alu Brücke im Gretsch Style. Holz nicht, da ich auf das Singen und die Höhen von Metallbrücken stehe.

So. Soweit der Stand, bin gespannt auf Eure Kommentare. Seid gnädig, ich weiß dass ich sehr unorthodox vorgehe. Aber es geht ja auch ums lernen.
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 2 von 66 Beitragvon headstock » 14.07.2015, 07:21

Moin,
oh Mann, ich hab ja auch schon zwei solche Gitarren "zersägt" - und es erinnert mich sehr an damals - aber dein Tempo ist enorm.

Zu deinen Vorhaben - ich würde wie eigentlich üblich zuerst die Kiste wieder zumachen, dann das Binding und erst danach den Hals einleimen.
Dann kannst du nämlich den Halswinkel mit einer entsprechenden Brücke genau anpassen.
Den Höhenverlust des Halses kannst du mit dünnen Furnierstreifen ausgleichen - auch im Keil - so kommt der Hals automatisch wieder höher. Allerdings würde ich mir mit den Flächen sehr viel Mühe geben, damit sich eine vernünftige Verleimung ergibt.
Was die Herkunft deiner Gitarre angeht - Musima ist das glaube ich nicht - dagegen spricht die Form der F- Löcher. Wenn dich die Herkunft der Gitarre interessiert, mache noch ein paar Bilder von der Kopfplatte, den Mechaniken, dem Saitenhalter und der Brücke, dann kann man der Sache näher kommen.
Ansonsten - gutes Gelingen und rede mit den Leuten hier, bevor du sägst, das erspart dir manchmal doppeltes arbeiten...

Gruß Martin
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 3 von 66 Beitragvon DoppelM » 14.07.2015, 08:44

Hi Martin, Danke für dein Feedback. Der Höhenverlust ist ja gewollt, ich möchte ja am Ende mindestens einen cm tiefer an der Brücke ankommen, um einen normalen Archtop Steg nutzen zu können. Bei der zusammenbau reihenfolge überlege ich noch hin und her.
Der Halsfuß ist ja jetzt länger und greift ca 1cm unter die Decke, durch die Reste des Halsblockes die ich mit ausgesägt habe. Die möchte ich ungern wegarbeiten - zum einen stabilisieren sie den gebrochenen original Halsfuß, zum anderen ist der benutzte Leim der pure Horror. Den möchte ich möglichst wenig bearbeiten müssen.
Verleimen bevor die Decke draufkommt stell ich mir dadurch einfacher vor. die Höhe der Decke kann ich ja auch durch einen quer über den Korpus gelegte Balken simulieren, oder?
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 4 von 66 Beitragvon headstock » 14.07.2015, 10:11

Moin nochmal,

du kannst die Reihenfolge des Zusammenbaus natürlich variieren - aber alles hat seine Vor- und Nachteile. Mein Vorschlag ist ja die klassische Variante.
Wenn du erst den Hals einbaust, hast du nachher Probleme beim Binding - du kommst mit der Fräse im Halsbereich nicht mehr überall hin. Beim Aufeimen der Decke unter dem Griffbrett wird es auch Probleme geben - das ist eine wichtige Stelle für die Stabilität in Längsrichtung.
Was du aber auf alle Fälle machen solltest, ist, den Halsblock von hinten mit einem Holzklotz zuleimen. So erhälst du zusätzliche Leimfläche für den Halsfuß und mehr Stabilität beim Einsetzen des Halses - denn durch die Keilform würde sich die Zarge auseinanderbiegen.
Eine andere Erfahrung habe ich gemacht, was die theoretische Höhe der Brücke betrifft. Da kann man messen und ausrichten wie man will - am Ende kommen da noch Faktoren wie Saitenzug und der Druck der Brücke auf die Decke hinzu.
Ich hatte damals mit 25mm Brückenhöhe gerechnet - heute ist sie nur noch 22mm hoch um eine gute Saitenlage zu erzielen.
Also da würde ich heute (bei meinem aktuellen Projekt) gut 2-3mm mehr berechnen.
Was ich sagen will - überlege jeden Schritt ganz genau ...
Gruß Martin
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 5 von 66 Beitragvon pinacoco » 14.07.2015, 12:33

Was spricht eigentlich dagegen einen neuen Halsblock für den Korpus zu fertigen und am Halsfuß aus den angeleimten und nicht mehr lösbaren Hölzern einen Schwalbenschwanz? So hast du Spielraum beim (nachträglichen) Einsetzen was die Höhe betrifft.
Es macht wirklich Sinn den Hals sehr genau einzusetzen aus Stabilitäts- aber vor allem Klanggründen.
Gruß
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 6 von 66 Beitragvon headstock » 14.07.2015, 13:21

Moin,
ich würde es heute auch neu machen.
Dagegen spricht aber der minimalere Aufwand, den er betreiben will.
Wenn du einen neuen Halsblock und die dazugehörige Schwalbenschwanzführung machen willst, muß auch das Griffbrett und die Halsverlängerung darunter ab - sonst kannst du nicht fräsen - es sei denn du machst das alles mit dem Stemmeisen...

Gruß Martin
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 7 von 66 Beitragvon DoppelM » 14.07.2015, 23:04

Danke für die Tips. Halsblock von hinten zuleimen wird gemacht. Schwalbenschwanz is bei meinem bisschen Erfahrung wohl noch unrealistisch - abgesehen davon dass ich nicht an Griffbrett und Halsüberstand ranwill. Damit hab ich zwar vom Kontrabass erfahrung, aber das würde wie ich mich kenne gleich noch einen Halsstab nach sich ziehen. Das kommt wenn überhaupt später wenn sie gut klingt und mir der Hals nicht mehr gefällt.
Was die Decke angeht werd ich nochmal in mich gehen, und erstmal abwarten wie neue Bracings und Anpassung des Halszfußes verläuft. Wenn ich vorher alles sauber angepasst bekomme, sollte es ja keine Probleme mehr bereiten, die Verleimung nachher zu machen.
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 8 von 66 Beitragvon DoppelM » 17.07.2015, 10:34

Moin! Eine Frage habe ich bevor ich losziehe und Material besorge:
Die Auflage für die Decke ist relativ schmal, die Zarge an der Stelle nur minimal verstärkt. Sollte ich das in Anbetracht des Bindings evtl mit Reifchen verstärken?

Danke

Und noch ein Paar Fotos von Halsfuß und Zargenkante. Bin diese Woche nicht zu viel gekommen...
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 9 von 66 Beitragvon headstock » 17.07.2015, 11:04

Moin,
eigentlich reicht die Dicke der Kante aus. Das Binding braucht ja nur 1 - 1,5 mm dick werden. Die Zarge hat sicherlich 2mm und der durchgehende Reifchenstreifen sicher auch noch mal 3mm.
Wie willst du eigentlich das Binding machen - mit der Oberfräse und Fräser mit Anlauflager?

Aber je länger ich mir die Bilder anschaue, würde ich vorschlagen - mach entweder einen neuen Halsblock, oder säge den alten hinten soweit ab,bis die Schrägen weg sind und säge auch den Rest vom Halsblock am Halsfuß ab.
Dann kannst du wie oben schon mal gesagt eine neue glatte Platte hinten an den Halsblock leimen
Außerdem müssen da vernünftige Leimflächen entstehen, sonst sieht das genauso aus wie es dein Vorgänger gemacht hat.
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 10 von 66 Beitragvon DoppelM » 17.07.2015, 15:03

Moin. Das Binding werde ich vermutlich mit dem Dremel fräsen. Zum einen habe ich ein paar Fräser, unter anderem mit Anlauf bestellt. Der würde aber wahrscheinlich auf eine 2,5 mm Falz hinauslaufen. Zum anderen bastel ich gerad an einem seitlichen Anschlag für den Fräsaufsatz des Dremel. Welche Methode besser funktioniert muss ich noch ausprobieren. Jan, der Kollege der mir beim Upright geholfen hat, hatte vorgeschlagen ein traditionelles Bindingmesser selber zu bauen (er arbeitet fast nur mit selbstgebauten Handwerkzeugen), hatte aber auch bedenken ob das bei laminiertem Holz funktioniert.

Einen neuen Halsblock find ich inzwischen auch nicht mehr komplett abwegig, bin mir aber noch nicht ganz sicher wie ich den alten sauber Rausbekomme. Vermutlich müsste ich da ja mit nem langen Fräser von oben ran, um klare kanten zu bekommen.
Was den Halsfuß angeht, seh ich auch noch das Problem des alten Bruches. Der wird gerade durch den Halsblockrest stabilisiert (wenn auch nicht perfekt)
Wenn ich den wegmache, muss ich das anders sichern. Jans Lösung wär vermutlich mit Epoxy und nem Dübel (so hatte er den angebrochenen Wirbelkasten des KBass fixiert).

Hat eigentlich jemand ne Ahnung was für ein Holz der Hals ist? Für Ahorn ist es zu rötlich, für Buche stimmt die Maserung nicht.
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 11 von 66 Beitragvon liz » 17.07.2015, 18:34

DoppelM hat geschrieben:Einen neuen Halsblock find ich inzwischen auch nicht mehr komplett abwegig, bin mir aber noch nicht ganz sicher wie ich den alten sauber Rausbekomme. Vermutlich müsste ich da ja mit nem langen Fräser von oben ran, um klare kanten zu bekommen.
Was den Halsfuß angeht, seh ich auch noch das Problem des alten Bruches. Der wird gerade durch den Halsblockrest stabilisiert (wenn auch nicht perfekt)
Wenn ich den wegmache, muss ich das anders sichern. Jans Lösung wär vermutlich mit Epoxy und nem Dübel (so hatte er den angebrochenen Wirbelkasten des KBass fixiert).

Spannendes Projekt! Der gebrochene Halsfuß hält wahrscheinlich nix mehr. Ich würde das Ding wegnehmen und ein neues Stück Halsfuß sauber aufleimen. Den Fuß nachschnitzen und dann retouschieren. Das bricht dir sonst nämlich bald wieder!
lg
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 12 von 66 Beitragvon bea » 17.07.2015, 21:27

DoppelM hat geschrieben:Danke für die Tips. Halsblock von hinten zuleimen wird gemacht. Schwalbenschwanz is bei meinem bisschen Erfahrung wohl noch unrealistisch.


Nö, wieso? Ist damals sogar mir gelungen. Meine Archtop war mein erstes "richtiges" Gitarrenprojekt - damals hatte ich zwar weder Werkzeug noch Erfahrung, dafür aber um so mehr Mut (und ich bin in die Büchereinen gegangen und hab mich eingelesen).
LG

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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 13 von 66 Beitragvon headstock » 20.07.2015, 08:35

Moin,

den alten Halsblock bekommst du sicher mit `nem warmgemachten Spachtel oder diesem langen Tortenmesser ab - das wurde hier vor kurzem schon ein paar mal beschrieben.
Beim Halsfuß würde ich es so machen wie Liz es vorschlägt - absägen und ein neues Stück ansetzen und dieses würde ich tatsächlich mit 2 Dübeln sichern. So habe ich es bei meiner Archtoprestauration auch gemacht, weil es mir der Andreas Rall so empfohlen hat.
Wenn du wissen willst, aus welchem Holz der Hals ist, mußt du mal ein besseres Foto reinstellen - die Holzprofis hier können da bestimmt helfen.
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 14 von 66 Beitragvon pinacoco » 22.07.2015, 01:01

Wenn du schon nen neuen Halsfuß machen willst.

Säg doch einfach den alten Rest ab, das sind zwei Sägeschnitte.
Danach kannst du dann auch das Schwalbenschwanzstück machen
und mittels Dübel an den Rest Halsfuß und Unterseite Griffbrett anleimen.
Vllt muss das noch etwas verlängert werden um den Übergang am 14.Bund zu erhalten...?!?
Vorher passt du natürlich den (neuen) Halsblock an dein neues Verbindungsstück an.
Das geht dann ja deutlich einfacher da die Teile noch nicht mit Bidy und Hals verleimt sind.
Wenn das alles sitzt, Halsblock einleimen, Schwalbenschwanzstück andübeln,
Fertig.
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 15 von 66 Beitragvon DoppelM » 09.09.2015, 13:45

So. Endlich Zeit für die Werkstatt, bin einen Schritt weiter. Der Halsblock ging hervorragend raus: Mit dem Stecheisen Schicht für Schicht abspalten, reste wegschleifen (Auf Hitze reagierte ja der Leim nicht). Auch die Reste vom alten Block am Halsfuß habe ich wegbekommen - leider gestern vergessen Fotos zu machen. Parallel habe ich neue Balken gemacht. Nuja, irgendwie habe ich die nicht so 100% passgenau bekommen, weshalb ich sie brutal mit Massen an Epoxy und viel Druck eingeleimt habe. Ein wenig schäm ich mich ja, aber sicher ist sicher.
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 16 von 66 Beitragvon DoppelM » 21.09.2015, 22:57

So. Einige Werkstatttage, und ordentlich Lehrgeld. Irgendwie hat alles nicht soooooo gut geklappt wie ich mir das vorgestellt habe.

Wie schon erwähnt hatte ich am ersten Tag das Bracing verleimt.


Dann der Halsklotz. Da hat das einpassen besser funktioniert, deshalb Hide Glue genommen.


Dann den alten Halsklotzrest vom Halsfuß ab. Restlichen Epoxy in die Spalten und das Loch vom gebrochenen Fuß geschmiert.
Dann den Fuß auf der Bandschleifmaschine plan geschliffen, das ging besser als gedacht.


Danach eine Frasschablone auf basis des Halsfuß gemacht. Mehrfach mit der Frässchablone die Passung überprüft, eine Testfräsung an einem alten Kiefernstück gemacht. Wirkte alles gut.
Das nächste Problem: wie befestige ich die Frässchablone korrekt auf dem Korpus, ohne mir den Arbeitsraum für die Fräse zuzubauen?
Am Ende eine Aufwändige Konstruktion, bei der der Korpus in der Bank eingespannt war... Leider nicht gut genug, denn als ich die Fräse abnahm merkte ich dass sich irgendwas gelockert hatt, und die Schablone ein wenig hochfederte. Ganz nebenbei war der Fräser nicht besonders scharf, so dass alles etwas faserte und nicht wirklich sauber gefräst war - jetzt versteh ich wie die CBS-Fender Qualtiätsprobleme entstanden sind.
Den Block habe ich etwas nachbearbeitet, war aber nicht wirklich zufrieden.



Also als nächstes erstmal die Decke aufleimen. Bei den ersten Tests habe ich dann sofort etwas gemerkt: Die Decke hatte sich durch die Balken verzogen - von wegen Passung. Im Prinzip hatte sie einen zusätzlichen Bogen - wenn sie am Halsende plan auflag, kam sie hinten ca 1cm hoch. Mit etwa Druck liess sich das zurecht schieben, aber ich glaube ja nicht dass es optimal ist wenn die Deck vom Bracing in die eine und vom Korpus in die andere Richtung unter Spannung gesetzt wird. Leider habe ich davon keine Detailbilder


Geschluckt. Bracing ist fest mit Epoxy, und eine Kuhle in die Zargen schleifen wollte ich auch nicht.
Meine Entscheidung: Einfach mit Spannung druff. Eine Benedetto wirds eh nicht mehr.



Während des Verleimens mit zig zwingen und Hide Glue lief der natürlich an den Seiten runter. Außerdem verschob sich irgendwie ständig alles und passte nicht so wie gewollt. Nach dem alle zwingen saßen habe ich die Leim-Reste mit feuchten Lappen von den Zargen gerubbelt.

Ganz. Schlechte. Idee.

Das Resultat am nächsten Tag: eine Beule in der Zarge. Durch den Druck und die Feuchtigkeit hat sich die schön Zarge verzogen und nach außen gewölbt. Außerdem sind die Zargen über all minimal nach außen gelehnt, so dass ich ca 1mm kante weiter als die Decke habe.
Auch habe ich das Problem, dass die neue Halsfräsung natürlich anders und schmaler ist als die alte.

Ganz nebenbei: Der Hals kommt derzeit fast genau so hoch raus wie vorher.
Und beim Abklopfen meine ich eine tote Stelle in der Decke gefunden zu haben. Sie macht da nicht "Klong" sondern eher "knock". Als hätten sich zwei Laminatschichten voneinander gelöst (Bzw als hätte ich die Stelle beim Aufarbeiten dern Decke übersehen.


Puh. Ganz schön viel daneben gegangen. Vermute mal so lernt man wie es nicht geht.

Die einzigen Erfolgserlebnisse sind eher dass der Hals abgeschliffen und die Kopfplatte bearbeitet ist. Die war nämlich extrem vermackelt, so dass ich sie einfach etwas gekürzt habe...
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 17 von 66 Beitragvon DoppelM » 18.10.2015, 14:41

Es geht weiter!

Nachdem ich gestern studenlang am Halsfuß geschnitzt und gefeilt und gefräst und wieder aufgefüllt habe, passt es nun.
Folgende Schritte waren notwendig:

- die freien Flächen, wo der Auschnitt in den Zargen weiter ist als der Ausschnitt im Halsblock, habe ich mit kurzen Stücken Binding überbrückt.
- Am Halsfuß selber habe ich eine 1mm kannte eingefräst, um so dass der Hals tiefer sitzt und die Seiten überlappen - das gibt einen schöneren Abschluss. Dabei habe ich allerdings mit meinem improvisierten Dremel - Anschlag Jig teilweise etwas zu viel weggenommen, was ich hinterher mit dünnen Furnierstreifen ausgleichen konnte.
- die Fläche innen am Block war immer noch nicht wirklich plan / bzw der Hals kippelte darauf. Um das zu beheben habe ich ich mit doppleseitigem Klebeband Schleifpapier auf den Halsfuß geklebt und diesen mit winzigen Bewegungen als perfekte Schleiffläche genutzt.
- Die Kanten am Halsfuß habe ich immer wieder mit dem Stecheisen nachgearbeitet - Gott sei Dank schneidet sich das Holz des Halses extrem sauber.
- Auch unter der Griffbrett-Verlängerung musste ich jetzt ein paar mm wegnehmen, damit der Hals vollständig in den Block rutschen kann.


irgendwie passte dann plötzlich alles perfekt, der Fuß gleitet von oben rein, die Kanten exakt übereinander (ok, ganz unten ist viellicht 0,1 mm Spiel). Der Hals saugt sich fast fest. Ich werde trotzdem am Ende beim Verleimen zur Sicherheit eine Schraub durch die "Alte Stell" jagen. Inzwischen glaube ich dass der alte Bruch im Halsfuß mit etwas Epoxy-mäßigem geleimt wurde, es wirkt endlos stabil.

Da ich möglichst zum Verleimen morgen abend in die Werkstatt will, habe ich bereits angefangen Korpus und Hals zu Beizen. Es soll ein dunkles Mahagoni / Walnut Stain werden, wobei ich vorher mit Eisen-Acetat eine Art Age-Burst darunter legen möchte. Dazu schleife ich die innere, hellere Fläche stärker aus als den Rand - bin gespannt wie es wird. (mehr zu Eisen-Acetat findet ihr hier http://blog.taja-elektronik.de/altern-h ... olzsorten/ , meine Mischung hat einen leichten Rotton da sie Kaffee-Satz enthält).
Acetat vs nicht Acetat - derzeit wird es ein Ton ähnlich wie roher Nussbaum, Auf dem Hals wird es etwas dunkler - Ahorn bleibt sehr hell.
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 18 von 66 Beitragvon Poldi » 18.10.2015, 19:31

Sieht gut aus, haste gut hinbekommen
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 19 von 66 Beitragvon sunrisebrasil » 18.10.2015, 19:34

Ja, Respekt für Deinen Mut!
Bin auf das Endprodukt gespannt!

Grüsse
Markus
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 20 von 66 Beitragvon DoppelM » 18.10.2015, 20:20

Merci! Beizen war schon wieder ne Lehrstunde - kann schon mal sagen dass das Burst so nicht richtig funktioniert. Am Anfang ja, aber es war mir zu rosig. Irgendwie scheint die Beize auch mit den Salzen aus der Acetatbeize zu reagieren, auf jedenfall rochs erstmal wieder nach Essig und die Farbe verschob sich nach und nach (Gott sei dank in die Richtige Richtung). Vielleicht versuch ichs mit Anschleifen, die "Hochzeit" zwischen Hals und Korpus werde ich wohl nochmal verschieben müssen.
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 21 von 66 Beitragvon sunrisebrasil » 18.10.2015, 22:17

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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 22 von 66 Beitragvon DoppelM » 19.10.2015, 01:39

Eisen-Acetat-Schleif-Burst
Nass


Die erste Schicht war sehr rosig (mehr als auf dem Bild) außerdem waren anscheinen noch Lackreste im Holz die ich übersehen habe...
Erste Beiz-Schicht
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 23 von 66 Beitragvon DoppelM » 25.10.2015, 00:09

So, nachdem heute viel geschliffen wurde habe ich neu gebeizt, und zwar habe ich diesmal außer der Clou Tütenbeize Mahagoni (156) auch noch mal Kirschbaum Hell (171) dazu genommen - das durchfallbraun wirkte auf mich stumpf genug um die Rosigkeit des Mahagoni-Tons aufzufangen.
Gebeizt habe ich dann in etwa mit dieser Methode

[youtube]https://www.youtube.com/embed/XeERvZ8ca3o[/youtube]

Wobei ich auf der Decke das Mahagoni wesentlich (und auch die drunterliegende Acetat-Beize) stärker rausgeschliffen hatte als den Rest der Gitarre. Da habe ich nur den Rand nochmal wieder mit gebeizt, der rest kam über den Kirschbaum.
Was ganz gut funktioniert hat, war wie im Video für jede Farbe eingene Tücher plus saubere Tücher mit klarem Wasser zu haben - mit dem klaren Wasser kann man ganz gut dafür sorgen dass aus einer Kante ein Verlauf wird.



Es ist zwar durch die unterschiedliche Wirkung der Acetat-Beize und durch das Anschleifen ziemlich scheckig, und alle Narben im Holz sind extra betont, aber das war ja auch ein Ziel - dass das Holz unruhig wird und ein wenig verbrauchter wirkt.
Als nächste kommt jetzt eine Schellack-Lackierung - die wird hoffentlich Farben und den groben Burl der im Holz versteckt ist nochmal herausarbeiten.
Dadurch dass der Korpus jetzt so unruhig und eigen wirkt, bin ich auf die Idee gekommen nur Chrome Hardware zu nehmen - inklusive verchromter Dogears und vechromter Knöpfe. Eigentlich steh ich ja auf die Patina von Nickel-Hardware und mag kein Bling, aber hier könnte das einen perfekten Kontrast zum "rauen" look des Restes geben.
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 24 von 66 Beitragvon bea » 25.10.2015, 10:50

Ganz ehrlich: mir gefällt das nicht.

Es sieht noch mehr nach Kaufhaus aus als vorher, nur noch nach "Anti-Gitarre". Destruktiv.
In Durchfallbraun sieht es als aus wie Durchfall.

In einer ungewöhnlichen Farbe kann eine missratene Lackierung mit etwas Glück wirklich reizvoll aussehen, wie bei meiner Tenor-SG. Aber das war schieres Glück; ich war drauf und dran, alles runterzureißen und die Gitarre deckend zu lackieren.
Und genau das wäre hier die große Chance gewesen: Rot oder violett gebeizt (was anderes verträgt kaum den Untergrund) oder - hier eindeutig besser - transparent lackiert, und dann ggf noch ein schmaler Burst in Schwarz drauf, und sie hätte wirklich schick werden können. Vielleicht ginge auch schwarz transparent.

Schade angesichts der Mühe, die Du in das Instrument gesteckt hattest.

Vorbehandeltes Holz nochmal zu beizen, und dann auch noch mit Wasserbeize, geht halt in den allermeisten Fällen in die Hose.

Wenn Du es retten möchtest und weil Du ja schon viel Arbeit hineingesteckt hast - warum setzt Du nicht noch eins drauf und verpasst dem Korpus ein hübsches Binding und eine schicke deckende Lackierung. Vielleicht schwarz glänzend - das wäre immerhin stilecht für eine Schlaggitarre dieser Ära.
LG

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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 25 von 66 Beitragvon DoppelM » 25.10.2015, 11:06

Dass es nicht jedermanns Fall ist ist mir klar. Ich persönlich mag allerdings das scheckige, kommt vielleicht daher dass man sowas bei alten kontrabässen oft findet. Über eine Deckende lackierung habe ich auch schon mehrfach nachgedacht, schwarze Instrumente mag ich aber fast nie - finde das einfach langweilig. Wenn dann eher weiß oder seafoam green.
Ich stehe aber wie schon erwähnt eher auf Instrumente, die etwas roh und abgelebt werden als auf perfekt sauberen hochglanz. Sowas könnte ich auch gar nicht.

Letztendlich stimme ich dir zu dass die Acetatbeize nicht die beste Idee war, was aufm Couchtisch gut wirkt kann für ne Archtop schon zu brutal sein, gerade da das Ausschleifen da ja die unregelmäßigkeit verstärkt.
Auch über ein Binding habe ich nachgedacht - habe sogar das richtige Material da. Mir fehlt aber das passende Werkzeug dazu, und irgendwie habe ich auch Schiss die Deckenkante zu versauen.

LG
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 26 von 66 Beitragvon DoppelM » 25.10.2015, 23:03

Dumdidum.... Beas Eintrag hat mir keine Ruhe gelassen.
folgendes hat sich seitdem getan: ich habe mit wasser und verdünnter Acetat-Beize die Fleckigkeit etwas reduziert. (und das Burst...)
Der größte Teil der Flecken stammte ja aus ungleichmäßig ausgeschliffenem Acetat-Grau, da die Beize nicht mit Pigmenten arbeitet sondern mit den Tanninen reagiert wird sie nicht ewig dunkler, sonder gleichmäßiger beim wiederholten Beizen - es können ja nur noch nicht "verarbeitete" Tannine aus den hellen Stellen reagieren, wer schon hat der kriegt nicht mehr. Das Wasser hat natürliche auch die Pigmente der anderen Beizen etwas rumgeschoben, Durchfallbraun und Mahagonipink mischen sich also mehr.

Außerdem habe ich mir ein Binding-Jig für den Dremel gebastelt. Sehr DIY und provisorisch und später zeigte sich dass irgendwas noch nicht stimmt, aber erstmal die Beschreibung

Man braucht:Ein paar alte Schrauben, den Fräs-Aufsatz des Dremel, ein möglichst steifes Stückchen Metall (in meinem Fall: Alublech mit 2mm Stärke). Die eine Schraube ist von einer Fahhrad-Bowdenzug-Halterung - der Vorteil ist der runde glatte Kopf. Das wird der Anschlag.
Die Einzelteile

In das Metallstück bohrt man zwei passende Löcher, ebenso eines in den Fräs-Aufsatz.
So siehts von vorne aus

So von der Seite


Die Einstellung des Anschlags ist etwas Knifflig, gerad für die Tiefe. Dafür musste ich testen und dann den ganzen Fräsaufsatz am Flansch verschieben.

Die ersten Testergebnisse waren ganz vielverssprechend. Man muss drauf achten alles möglichst senkrecht zu halten, und am besten langsam in mehrern Durchgängen Fräsen. Nach dem alles zu passsen schien habe ich mir dann allen Mut zusammengenommen und bin an die Gitarre.
Die erstes Halbe Zarge lief hervorragend. An der Taille wurds durch die Deckenwölbung kniffelig: Teilweise war die Kante durch das nicht 100% passgenaue aufleimen und das beischleifen ziemlich rund geworden - was dazu führt dass der Binding-Kanal keine exakte Kante oben hat.
Als ich dann ungefähr am Endpin angekommen war, wurde der Kanal immer flacher. Keine Ahnung wieso, es war alles fest und auch der Fräser sah gut aus, aber der Anschlag stimmte nicht mehr. Also nachjustiert. Immer in mehreren Durchgängen rum.
Das Problem der runden Kante setzte sich aber weiter fort, und viel wieter rein konnte ich nicht gehen. Man sieht es gut daran dass die Kante noch dunkel ist. Mein Binding-Material ist 1mm dick, der Kanal 0,7-0,8 mm.

Also habe ich das Binding eingeklebt, und hoffe dass es sich soweit in die Lücke zieht dass es hinterher passt. Alternative wäre nochmal abmachen, tiefer Fräsen und ein mehrfaches Binding zu machen, was ich vermeiden möchte.
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 27 von 66 Beitragvon bea » 26.10.2015, 01:21

Falls es nicht klappen sollte, könntest Du ggf. auch mit einem kleine Stech- oder Schnitzeisen nacharbeiten, Breite so um die 7-8 mm. Mit so einem Beitel und einem Winkel zum Anzeichnen habe ich den Bindingkanal meiner Archotp ausgearbeitet. Der Kanal selbst war dann genauer als ich das Binding einkleben habe können (das ist nämlich eher schief gegangen).

Die Farbe sieht ja schon ganz anders aus. Was hast Du vor? Farblich transparent transparent "antik" oder deckend?
LG

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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 28 von 66 Beitragvon DoppelM » 26.10.2015, 02:15

Hi Bea, die Farbe sieht zu 90% anders aus weil sie dort jetzt trocken ist. Ingesamt ist eigentlch nur das helle Burst nachgedunkelt. Das Eigentliche Ziel war mal etwas in Richtung eines gealterten Walnut Burst wie bei alten Gretsches - das ist ja auch oft sehr lebhaft und fleckig. Etwas näher bin ich da jetzt wieder ran.
Mit dem Stecheisen trau ich mich da nicht ran, die Decke neigt dazu komisch zu splittern.
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 29 von 66 Beitragvon Poldi » 26.10.2015, 06:21

Kleinere Lücken kann man ja auch mit der Aceton-Binding-Pampe auffüllen.
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 30 von 66 Beitragvon DoppelM » 27.10.2015, 23:59

In guter Tradition habe ich auch diesmal wieder genügend Fehler gemacht um zu lernen.
Als Kleber habe ich den Ruderer Plastikkleber von Rall genommen. Ich war zwar eigentlich großzügig (genug um die Decke einzusauen) aber wohl nicht überall. An mindestens einer Stelle ist das Binding lose.

Nu hab ich ein paar Fragen:
A) wie krieg ich das am besten raus? Möglichst so dass man bei überarbeiten der beize (schon wieder :/ !) nichts sieht? Schleifen, oder hilft da AcetonP
B) kann ich die in die losen Stellen Aceton reinlaufen lassen um sie zu verbinden? Reines oder Bindingpampe? Oder besser Sekundenkleber?
C) wenn ich mit Acetonpampe Arbeite, wie setze ich die am besten an und verarbeite sie dann? Also wie viel Binding rein, wie flüssig mach ich sie?

Puh. Manchmal gibts so Frustmomente...
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 31 von 66 Beitragvon Poldi » 28.10.2015, 06:39

A) Schleifen oder Ziehklinge
B) Aceton reinlaufen lassen oder Sekundenkleber. Ich bevorzuge letzteres.
C) Etwas Aceton in ein Gurkenglas, o.ä., so das der Boden ca. einen halben Zentimeter bedeckt ist.
Dann etwas Binding-Material ,ca. 20-30 cm, klein schneiden (je kleiner die Stücke desto besser löst sich das ganze auf) und in
das Aceton geben. Deckel drauf und ab und zu etwas schwenken. Wenn es zu dickflüssig geworden ist wieder mit etwas Aceton
auffüllen. Das ganze sollte so zähflüssig wie Honig sein.
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 32 von 66 Beitragvon bea » 28.10.2015, 10:12

Poldi hat geschrieben:A) Schleifen oder Ziehklinge

Wobei die Ziehklinge auf einer gewölbten Decke gezielteren Zugriff auf einzelne Flecken erlaubt. Gerade weil es ja um Sperrholz, also um dünne Furnierlagen, geht, ist da ja Vorsicht angebracht.
LG

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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 33 von 66 Beitragvon DoppelM » 28.10.2015, 10:41

Moin, Danke für die Tips. Da die Decke in letzter Zeit echt Unberechenbarkeit in Bezug auf splittern und reißen gezeigt hat und meine Ziehklingen-Skills noch nicht ganz ausgereift sind werde ich wohl trotzdem vorsichtig per Hand schleifen. Die oberste Furnierlage hat schon echt viele Haarrisse (sieht man auf dem Durchfallburst-Bild ganz gut) und das Ding besteht bald Hälfte aus Sekundenkleber :D
Schleifen kann ich einfach besser...
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 34 von 66 Beitragvon headstock » 28.10.2015, 10:43

Moin,

DoppelM hat geschrieben:In guter Tradition habe ich auch diesmal wieder genügend Fehler gemacht um zu lernen.

Puh. Manchmal gibts so Frustmomente...


du machst auch manchmal erst den Fehler und fragst dann... :?:

Man macht z.B. erst das Binding und beizt oder lackiert dann. Ich kann dir nur das Buch von Bendetto empfehlen - das hat mir gerade bei der richtigen Reihenfolge der Arbeitsschritte sehr geholfen und gezeigt, wo auch ich Fehler gemacht habe.

Andererseits muß ich dir auch ein Lob aussprechen, wie beharrlich du an der Sache weiter machst. (clap3)

Gruß Martin
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 35 von 66 Beitragvon DoppelM » 28.10.2015, 16:46

Moin, ich weiß. Habe mich vor dem beizen gegen das Binding entschieden, war dann mit der Kante unzufrieden und hab mir dann erst das Dremeljig gebastelt. ¯\_(ツ)_/¯

Ich recherchier schon zu den Themen die ich mache und habe auch ein Buch (http://www.amazon.de/Guitarmaking-Tradi ... r+building)
Da sist einerseits ganz gut weil es sehr auf simples handwerkzeug und klassische methoden setzt, zum anderen geht es aber auch gerne mal den aufwändigen Weg, weshalb.
Ich habe auch hier ein paar bekannte die ich regelmäßig frage, aber letztendlich macht mir meine Ungeduld da häufig den Strich durch die Rechnung :D

Und: Aus wessen Fehlern wie sollen denn die anderen Neulinge lernen wenn ihr hier alle immer direkt so 1a Sachen abliefert :D Gerade das Binding is z.B. etwas was real viel schwieriger ist als es in all den Beschreibungen und Youtubevideos aussieht.... :)
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 36 von 66 Beitragvon DoppelM » 30.10.2015, 21:24

So. Das Binding ist...nuja. Besser wirds nicht. Nach viel Füllen, kleben, kratzen, schleifen.... hätte ich es eigentlich neu machen müssen aber hätte auch nicht wirklich gewusst wie, ohne Monatelang pause zu machen und mir erstmal eine Menge Werkzeug zuzulegen. Und selbst dann...
Die krumme Deckenkante und mehrfach geflickte Decke hat mir zusammen mit dem doch nicht so optimalen Bindingkanal an etlichen Stellen kleine streiche Gespielt (und dass ich erstmal Binding scrapen lernen musste :D). Am ende ist das Binding nu nicht besonders gleichmäßig und an einigen stellen kommt an der Kante minimal die nächst Laminatschicht raus.
Das macht aber gaaaaaaaar nix, wenn man nicht die Absicht hat eine Hochglanzvorzeigeinstrument zu bauen.
(whistle)
Bea hatte ja gefragt wo ich hin will, farblich. Um mir selber nochmal ein wenig Orientierung und Inspiration zu geben habe ich daraufhin Bilder alter Archtops und Kontrabässe gesammelt. Ich halt schon auf scheckig gealtertes Walnut Stain :D
https://www.pinterest.com/doppelm/archtops/
https://www.pinterest.com/doppelm/uprights/
Zum Thema Kontrabässe: Mein Schatz, mit gefärbtem Schellack lackiert. Ein alter Framus der vorher mal straßenköterblond war.


Zurück zur Gitarre:
Inzwischen hab ich die erste Schellack drauf, und bin für mich auf einem guten Weg. Die Farbe wird noch dunkler, Brauner. Ja, die Flecken kommen wieder etwas vor, aber gleichzeitig springt die leichte Riegelung hervor. Auf den Fotos sieht man das kaum, aber sie wird schon sehr so wie ich mir das mal vorgestellt habe. Urig halt.
Erste Grundierung mit Schellack
Rückseite, auch schon etwas Schellack
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 37 von 66 Beitragvon bea » 30.10.2015, 21:43

DoppelM hat geschrieben:Und: Aus wessen Fehlern wie sollen denn die anderen Neulinge lernen wenn ihr hier alle immer direkt so 1a Sachen abliefert :D Gerade das Binding is z.B. etwas was real viel schwieriger ist als es in all den Beschreibungen und Youtubevideos aussieht.... :)


Von wegen 1a - ich stehe zu den Fehlern, die ich mache, und ich mag meine Instrumente trotzdem. Das Binding meiner Archtop ist übrigens auch bestenfalls so lala. Es war ebenfalls das erste Mal, und ich empfand es als richtig stressig. Beim nächsten Versuch probiere ich dann halt, diese Fehler zu vermeiden und mache dafür andere :-)
LG

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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 38 von 66 Beitragvon DoppelM » 31.10.2015, 14:48

bea hat geschrieben:Von wegen 1a - ich stehe zu den Fehlern, die ich mache, und ich mag meine Instrumente trotzdem.
Was heißt hier trotzdem? Gerades deshalb! Natürlich ärgert man sich über manche dinge, aber mein Kontrabass wäre nicht meiner, würde sich am Halsfuss nicht der Schellack genau da lösen wo die ich den Hals mit reinem Leinöl behandelt habe....

Habe ich bereits erwähnt dass ich Schellack liebe? Solange man sich daran hält jede Bahn nur einmal zu fahren und dann alles gut trocknen zu lassen, kommt immer etwas schönes bei heraus :)
Natürlich schafft man allein dadurch noch keine Französische Politur, aber im Vergleich zu anderen Finishes ist es schwer Schellack komplett zu versauen - und selbst wenn kann man alles mit Alkohol runterreiben. (OK, ja, bei meinem Kontrabass habe ich das ein bis zwei mal machen müssen bis ich das Gefühl für den richtige Mischung hatte.)

Hier ist die erste Schicht mit "richtiger" Konzentration (1:2 Mischung plus ein Tropfen Leinöl). Die Grundierung habe ich mit 1:5 und etwas Bimsmehl auf dem Untergrund gemacht. Als Ballen nehme ich ein altes weißes Bettlaken (in 20x20cm Stücke zerteilt) und einfache Watte aus der Kosmetikabteilung. Ein paar ungleichmäßige Stellen sieht man gerade noch, mit feinem Anschleifen sollten die aber auch bald verschwinden.

Das tolle ist nicht nur die letztendlich recht einfache Verarbeitung, sondern dass das Zeug so unbedenklich ist - nimmt man keinen vergällten Alkohol, könnte man es theoretisch trinken.
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 39 von 66 Beitragvon bea » 01.11.2015, 01:29

Gut, dass Du das Binding eingebaut hast. Wertet die Gitarre m.E. deutlich auf.
LG

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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 40 von 66 Beitragvon Haddock » 01.11.2015, 07:22

Guten Morgen,

Jupp, da stimme ich Bea zu.

Gruss
Urs
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 41 von 66 Beitragvon DoppelM » 24.11.2015, 20:39

Meh. Gestern habe ich den Hals eingeleimt, und wie bei diesem Projekt üblich lief wohl nicht alles glatt.

beim Abnehmen der zwingen heute knackte es schon verdächtig. Bei etwas kraftvollem ziehen seitlich und nach hinten knackte es weiter, und ja, das ding bewegt sich. Minimal, aber scheisse.
Abgesehen dass die verbindung sicher nicht perfekt geschnitten ist, vermute ich dass ich auch beim Leim zu sparsam war.

Was Nu?

Meinen Überlegungen:

a) Schraube rein
b) Saiten drauf und gucken ob er mir entgegen kommt
c) abnehmen und neu leimen

Oder erst a), dann b) dann evtl c)?

Das Problem das ich gerade sehe und über dass ich nie nachgedacht habe: sowohl Hals, als auch Decke und Halsblock sind mit titebond hautleim geleimt. Wenn ich jetzt mit Dampf und Wärme daran gehe, wie kontrolliere ich dass nur die Richtige verbindung aufgeht? Oder kann ich einfach Rütteln bis es knack macht?

:(

Liebe Grüße, Malte

(Fotos bald, gerade zu frustriert. Sieht nämlich gut aus...)
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 42 von 66 Beitragvon liz » 24.11.2015, 22:12

hmmm. Wenn sich der Hals eh schon bewegt, kannst du ihn vermutlich ohne Dampf lösen - einfach so lange bewegen, bis er rauskommt. Ich würde den Hals wieder rausnehmen, die Schwalbenschanzausnehmung auffüttern und den Hals ordentlich mit Kreide einpassen. Das muss schon im trockenen Zustand ohne Leim spielfrei und fest sein, sonst hält es im verleimten Zustand auch nicht. Schrauben kannst du wohl nicht, da die Gitarre ja schon geschlossen ist - und von außen Schrauben willst du wirklich nicht. Also ran an die Arbeit! (los)
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 43 von 66 Beitragvon DoppelM » 25.11.2015, 00:49

Hi Gerhard, es ist leider kein richtiger Schwalbenschwanz, die Seiten sind gerade. Und als ich die gemacht hab wurd mir klar dass ich mit dem Stecheisen noch nicht so geübt bin, einen richtiger Schwalbenschwanz liegt glaub ich außerhalb meiner Fähigkeiten.. Fräsen kann ich am Halsfuß auch nicht, da ich den Griffbrettüberhang nicht ab machen will - eine Schraube von außen macht mir bei dem Instrument nicht soo viel aus, wie ich anderswo schon erwähnt habe sind die Hälfte meiner Instrumente so restauriert bzw die Egmond sogar schon original. Es ist halt eine Kaufhaus-Gitarre, das Niveau deiner L5 werde ich im leben nicht mehr erreichen :D

Rausnehmen werde ich ihn aber auf jeden Fall und gucken wo es Spiel hat, vielleicht läßt sich auch ohne Schwalbenschwanz noch was machen :)
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 44 von 66 Beitragvon DoppelM » 25.11.2015, 01:46

Ok, Hals is Raus, hatte an etwa 50% keinen richtigen Kontakt. Hrmpf. Werde wohl noch etwas nacharbeiten, dass der Hals am Ende einen mm Tiefer in die Tasche rutscht ist wohl kein Problem - beim Testen musste ich den Steg ca 3-4mm hochdrehen.

Wobei mich die Erwähnung des Schwalbenschwanzes etwas angefixt hat. Vielleicht schaff ich ja eine minimale Neigung der Seiten, damit es sich zumindest etwas "reinzieht"?

Oder ist Epoxy hier mal wieder Freund des Anfängers?
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 45 von 66 Beitragvon Poldi » 25.11.2015, 06:34

Du kannst Epoxid nehmen, das ist nicht nur Freund des Anfängers.
Allerdings muss die Klebefläche vom Leim befreit werden und die Spalte dürfen nicht all zu groß sein.
Und Du musst Dir im klaren sein das die Klebeverbindung nicht mehr ohne weiteres zu lösen ist.
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 46 von 66 Beitragvon liz » 25.11.2015, 09:25

DoppelM hat geschrieben:.. es ist leider kein richtiger Schwalbenschwanz, die Seiten sind gerade. Und als ich die gemacht hab wurd mir klar dass ich mit dem Stecheisen noch nicht so geübt bin, einen richtiger Schwalbenschwanz liegt glaub ich außerhalb meiner Fähigkeiten..

Ach was. Auch einen "unrichtigen" Schwalbenschwanz, wie er bei Geigen gemacht wird, kann sehr gut mit Kreide eingepasst werden, so dass er im trockenen Zustand hält. Dazu braucht man auch nicht unbedingt ein Stemmeisen, für die Feinanpassung reicht ein hinterschnittener Schleifklotz. Und ansonsten: Stemmeisen richtig scharf machen ist natürlich Voraussetzung, dann arbeitet das eigentlich von alleine.
Du kannst natürlich auch mit Epoxy kleben wenn du willst - je nachdem, wie groß die Motivation noch ist.

Edit: Bilder von verschiedenen Schleifklötzen, die man zur Anpassung braucht: einmal für die Stirnfläche, einmal für die Flanken, einmal für Tief rein.



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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 47 von 66 Beitragvon DoppelM » 25.11.2015, 09:58

Guten Morgen, danke für die Tips!

"Unrichtig" heißt die Flanken sind nicht angewinkelt?
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 48 von 66 Beitragvon liz » 25.11.2015, 10:05

DoppelM hat geschrieben:Guten Morgen, danke für die Tips!

"Unrichtig" heißt die Flanken sind nicht angewinkelt?


Die Flanken sind nur im Konus des Griffbretts angewinkelt:

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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 49 von 66 Beitragvon DoppelM » 25.11.2015, 23:35

Ja, das meinte ich auch :)

Merci!
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 50 von 66 Beitragvon DoppelM » 03.12.2016, 22:42

Man mag es kaum glauben, aber hier bewegt sich was! Bald hoffentlich nicht mehr, denn heute habe ich mich nochmal mit der Halsbaustelle beschäftigt. Mit zig kleinen Furnierbeilagen, Epoxy und ner Schraube reiht sich die kleine in die Tradition meines Kontrabass und meines Höfner. (Da wars aber nicht ich!)

Mir ist allerdings ein neues Wehwehchen aufgefallen: in nähe des Steges ist die oberste Funrnierschicht leichtangerissen. Durch den (noch sehr leichten) Saitendruck auf der Decke ist jetzt anscheinend die Spannung der Wölbung etwas niedriger - jedenfalls zeigt sich nu dass es nicht nur ein dünner riss ist, sondern die Schicht sich auch gelöst hat und gegen die anderen klappert. Nu ist die Gitarre ja schon wieder gebeizt und mit Schellack lackiert. Wie reparier ich das ohne den Lack zu versauen?

Eine Idee hab ich - aber keine Ahnung obs geht: Abkleben, exakt am Riss das Abklebeband mit nem skalpell öffnen, und dann mit feiner Kanüle superflüssigen Sekundenkleber rein - geht das?
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 51 von 66 Beitragvon bea » 03.12.2016, 23:26

Grundsätzlich ja, auch wenn ich es eher mit dünnflüssigem Knochenleim probieren würde. Oder mit verdünntem und vorsichtig erwärmten Fischleim
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 52 von 66 Beitragvon DoppelM » 04.12.2016, 03:10

Habe leider nur den Braunen Titebond Hideglue. Aber der braucht eeeeeewig zum richtig trocknen.
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 53 von 66 Beitragvon filzkopf » 04.12.2016, 12:39

Ich würde es mit Superkleber versuchen....
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 54 von 66 Beitragvon DoppelM » 04.12.2016, 13:53

Ich dachte das sei das selbe wie Sekundenkleber, Cyanoacrylat?
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 55 von 66 Beitragvon filzkopf » 04.12.2016, 17:16

DoppelM hat geschrieben:Ich dachte das sei das selbe wie Sekundenkleber, Cyanoacrylat?


Ja, ist das selbe :)
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 56 von 66 Beitragvon capricky » 04.12.2016, 17:34

Ich würde verdünnten Fischleim nehmen, anwärmen brauchst Du den aber nicht. Vorteil gegenüber allen andern Leimen und Klebern - nächsten Tag kannst Du Leimreste mit einem feuchten Tuch oder Küchenpapier einfach entfernen. Es entfällt die Beischleiferei von Sekundenkleber.

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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 57 von 66 Beitragvon DoppelM » 04.12.2016, 20:16

Danke. Das ist exakt was ich vermeiden will - Die Schellack-Auf Beize Spot Repair die ich bei meinem Telehals gut hinbekommen habe funktioniert mit der dunklen, mehrfachen Beize nämlich nicht so gut...
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 58 von 66 Beitragvon DoppelM » 06.12.2016, 00:10


Soeben durfte die kleine ihre ersten Gehversuche nach der OP vollziehen.
Es wird noch andere Mechaniken geben (verchromte Waverly-Kopien von einer Electromatic), die Rissthemen sind noch Aktuell, sie braucht nen neuen Sattel und ne neue Bundierung aaaaaaaaber: Halswinkel stimmt!!! Und sie sieht besser aus als vorher!

Tonabnehmermäßig überleg ich noch. Da sie ja Deutsch ist und Saitenhalter, Steg und Mechaniken chrom sind wäre eine alte 60er-Jahre Floating -Kombi von Framus / Schaller mit Verchromtem Pickguard und cremefarbenen Knöpfen ein Traum. Mal sehen ob ich die irgendwie bezahlbar bekomme...
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 59 von 66 Beitragvon bea » 06.12.2016, 02:40

Mhmm, ich würde ihr einfache chinesische Goldhardware und einen vergoldeten Minihumbucker für Halsmontage spendieren. Idealerweise ohne Schlagbrett, dafür vielleicht mit einer Endknopfbuchse und parallelen Widerständen, die die Potilast nachbilden.
LG

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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 60 von 66 Beitragvon Poldi » 06.12.2016, 06:33

Sehr schön, dann hat sich die ganze Arbeit ja doch gelohnt. (clap3)
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 61 von 66 Beitragvon DoppelM » 06.12.2016, 08:59

Bea, ein Artec-Floating Pickup wäre in der Tat die angedachte Alternative. Die Chrome-Hardware hatte ich vor nem JAhr extra für die Gitarre besorgt, Gold mag ich persönlich nur auf einer Gitarre: Ner 56er Les Paul Custom - bis dahin brauch ich noch ein bisschen ;)
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 62 von 66 Beitragvon bea » 06.12.2016, 10:42

Das Gold habe ich ins Spiel gebracht, weil der warme Gelbton des Metalls gut zu dem warmen Braunton der Gitarre passt. Für mein Empfinden besser als Chrom, aber die Geschmäcker sind halt verscheiden.
LG

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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 63 von 66 Beitragvon gitarrenmacher » 06.12.2016, 19:15

gitarrenmacher hat geschrieben:
DoppelM hat geschrieben:
IMG_3665.JPG


Tonabnehmermäßig überleg ich noch. Da sie ja Deutsch ist und Saitenhalter, Steg und Mechaniken chrom sind wäre eine alte 60er-Jahre Floating -Kombi von Framus / Schaller mit Verchromtem Pickguard und cremefarbenen Knöpfen ein Traum. Mal sehen ob ich die irgendwie bezahlbar bekomme...


Habe ich. Und du eine PN
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 64 von 66 Beitragvon penfield » 06.12.2016, 19:30

Sehr gut geworden. (clap3)
Bin schon neugierig wie sie mit der Hardware aussieht.
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 65 von 66 Beitragvon DoppelM » 10.12.2016, 11:12

Gitarrenmacher, ich hatte dir auf die PN geantwortet :)
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Re: Kaufhaus Archtop neu Aufbauen

Beitrag 66 von 66 Beitragvon gitarrenmacher » 11.12.2016, 12:04

DoppelM hat geschrieben:Gitarrenmacher, ich hatte dir auf die PN geantwortet :)


Jau, hab ich gesehen. Der Prügel steht ja bei mir warm und trocken. Null Problemo
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