Meine erste selbstgebaute Schlaggitarre

Wie baue ich mir eine Semiakustische- oder Archtopgitarre

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Re: Meine erste selbstgebaute Schlaggitarre

Beitrag von Haddock » 26.11.2015, 17:31

Hallo Martin,

das schaut doch ganz gut aus!

Die Unterlage ist natürlich der Knaller! :D

Gruss
Urs

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Re: Meine erste selbstgebaute Schlaggitarre

Beitrag von DoppelM » 26.11.2015, 23:20

(clap3) (clap3) (clap3) (clap3)
Sehr schön! Wo gibts diese Unterlagen?

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Re: Meine erste selbstgebaute Schlaggitarre

Beitrag von headstock » 27.11.2015, 07:49

Moin,

danke Leute, aber ich wollte das Filetstück eigentlich so ähnlich wie bei Frizzles Nr.8 machen.
Aber ich hab wohl nicht genau genug hingesehen, dann hab ich mich um 3 mm beim Fräsen verrechnet und schon hatte ich keinen Streifen Bindingmaterial, der breit genug war um den Spalt zu füllen. So mußte ich oben und unten noch jeweils einen kleinen s/w Streifen einkleben und dann mit Holz den Rest verfüllen. Klar geht das - aber es war so nicht geplant... (think)
DoppelM hat geschrieben:(clap3) (clap3) (clap3) (clap3)
Sehr schön! Wo gibts diese Unterlagen?

Wenn die Frage ernst gemeint war - in jeder Domäne, Möbelhaus, Badausstatter...

Gruß Martin

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Re: Meine erste selbstgebaute Schlaggitarre

Beitrag von capricky » 27.11.2015, 14:40

Diese "Unterlagen" berechtigen mich eigentlich, den Anwender hier mit sofortiger Wirkung zu sperren. Natürlich nur zum Schutz anderer Forenbesucher. Das ist eine derartige Geschmacksentgleisung.... bäääaaaahhhh... :cry:

capricky ;)

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Re: Meine erste selbstgebaute Schlaggitarre

Beitrag von DoppelM » 27.11.2015, 18:40

headstock hat geschrieben: Wenn die Frage ernst gemeint war - in jeder Domäne, Möbelhaus, Badausstatter...
Ach das is ne Badematte oder wie? Sorry, stand aufm Schlauch.

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Re: Meine erste selbstgebaute Schlaggitarre

Beitrag von headstock » 28.11.2015, 10:33

Moin
capricky hat geschrieben:Diese "Unterlagen" berechtigen mich eigentlich, den Anwender hier mit sofortiger Wirkung zu sperren. Natürlich nur zum Schutz anderer Forenbesucher. Das ist eine derartige Geschmacksentgleisung.... bäääaaaahhhh... :cry:

capricky ;)
...über Geschmack läßt sich ja bekanntlich nicht streiten...
Wir wissen ja, dass deine Lieblingsfarbe grün ist und du gern auf Kunstrasen spielst. Diese Unterlagen sind aber einfach genial in der Anwendung... (whistle)

Gruß Martin

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Re: Meine erste selbstgebaute Schlaggitarre

Beitrag von capricky » 28.11.2015, 10:51

headstock hat geschrieben: Diese Unterlagen sind aber einfach genial in der Anwendung... (whistle)

Gruß Martin
Jibs die ooch in grün! Dann kooft jefällichst die! ;)

grünpickly

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Re: Meine erste selbstgebaute Schlaggitarre

Beitrag von Haddock » 28.11.2015, 11:17

Guten Morgen,

grün währe ja nicht mal so schlecht, denn auf meinen Pflastersteinen findet man schwarze oder chrom Schräubchen kaum. Martin hat da schon recht, diese Unterlagen sind wirklich super in der Anwendung.

Gruss
Urs

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Re: Meine erste selbstgebaute Schlaggitarre

Beitrag von headstock » 02.12.2015, 07:27

Moin,

es ging ein klein wenig weiter - beim Schleifen. Die Rille auf der Decke ist fast glatt geschliffen. Dazu hab ich mir 2 Radiusklötze gemacht und die mit Schmirgel beklebt.
Hier die einzelnen Schritte
Striche, damit ich weiß wo Material abgenommen wird
Hier sieht man an den dunklen Stellen in der Mitte der Hohlkehle, wie tief ich noch muß
So sieht es dann fertig aus
Ich muß aber sagen, dass ich oben und unten brutal gegen die Faser geschliffen habe, da muß ich noch mal mit feinerem Schmirgel in Faserrichtung ran. Mir ging es hauptsächlig erst einmal um die Gleichmäßigkeit der Hohlkehle ringsherum - und die ist gut geworden.
Im letzten Bild sieht man auf dem braunen Streifen einen dunklen Fleck - das ist SSG.
Ich will die Oberfläche nach dem Schleifen sofort versiegeln und ein Paar Schichten davon aufbringen, damit sie nicht mehr so schmuddelig vom Bearbeiten wird.
Hierzu hab ich mal eine Frage - SSG und danach soll ein tarnsparenter Lack(vielleicht Bernstein) drauf.
Bleibt die Maserung nach dem SSG wie sie ist, oder wird sie noch besser hervorgehoben, wenn der Lack drauf kommt???
Danke
Gruß Martin

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Re: Meine erste selbstgebaute Schlaggitarre

Beitrag von kehrdesign » 02.12.2015, 10:19

Zum sofortigen Versiegeln kann ich Dir nur Schellack empfehlen. Da kannst Du ohne Risiko mit Bimsmehl füllen und wieder schleifen und hast damit eine NC- und 2K-PUR-Lack-verträgliche Grundierung, die dazu die Maserung unverfälscht zur Wirkung bringt (anfeuern klingt so brutal). Andere Decklacke habe ich selbst noch nicht getestet. Gerade übersehene Schleifriefen lassen sich mit dieser Füllmethode nahezu unsichtbar egalisieren. SSG habe ich seither nie wieder verwendet; der ist mittlerweile bestimmt eingetrocknet.
Auch eine ev. gewünschte Tönung kannst Du schon mit entsprechendem Schellack sehr fehlertolerant erzeugen.

Mein ursprünglicher Vorbehalt gegen Schellack und dessen Verarbeitung hat sich als völlig unbegründet herausgestellt. Allerdings habe ich aus Angst vor Flecken statt einer kompletten Schellack-Politur bei Gitarren immer mit einer (alkoholfesteren) Lackschicht abgeschlossen.

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Re: Meine erste selbstgebaute Schlaggitarre

Beitrag von bea » 02.12.2015, 10:31

Hallo Martin,
headstock hat geschrieben: Bleibt die Maserung nach dem SSG wie sie ist,
Bei meinen Versuchen mit SSG (auf der Decke meiner Jazzlady) wurde die Maserung ganz leicht angefeuert.
LG

Beate

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Re: Meine erste selbstgebaute Schlaggitarre

Beitrag von headstock » 02.12.2015, 11:18

Moin,
bea hat geschrieben: Bei meinen Versuchen mit SSG (auf der Decke meiner Jazzlady) wurde die Maserung ganz leicht angefeuert.
das verstehe ich schon, ich weiß aber nicht, ob dann beim Lackieren noch mehr geht - das würde ich nämlich gern haben. Ich glaube nämlich, dass der SSG die Maserung quasi "einfriert" und sie sich nicht mehr verändert.
kehrdesign hat geschrieben:Zum sofortigen Versiegeln kann ich Dir nur Schellack empfehlen. Auch eine ev. gewünschte Tönung kannst Du schon mit entsprechendem Schellack sehr fehlertolerant erzeugen.
Schellack wollte ich schon immer gern mal ausprobieren - habe es aber noch nie geschafft mir welchen zu besorgen und damit zu üben - da es ja nicht so einfach sein soll... (think) - und wo gibt es eigentlich Bimsmehl??? :roll: - muß ich mal googlen...

Aber danke für eure Antworten ich werde darüber nachdenken (think)

Gruß Martin

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Re: Meine erste selbstgebaute Schlaggitarre

Beitrag von kehrdesign » 02.12.2015, 12:14

Auf FeineWerkzeuge.de, habe ich gerade entdeckt, gibt's auch Schellack und Zubehör einschließlich Bimsmehl. Zum Start empfiehlt sich Schellack in bereits flüssiger (gelöster) Form, zur Verdünnung Ethanol (viele nehmen auch handelsüblichen Spiritus), natürlich Bimsmehl und ferner für mehr als Grundierung 'ne kleine Menge Polieröl.

Zum Einlassen (mit Pinsel) verwende ich Schellack ca. 1:5 verdünnt, zum Ballenauftrag nur 1:3 verdünnt.
Auf YT gibt's massig mehr oder weniger verständliche Anleitungen, auch zum Ballen"bau". Und für Grundierungen brauchst Du wirklich nicht viel Übung, etwas schwieriger ist dann die finale Ballen(hochglanz)politur.

Mit 1/2 Liter-Dose (Schellackpolitur hell, klar, Art.-Nr 1750 - von joha.eu/shop/de/) habe ich bisher zwei Gitarren, zusätzliche Hälse und diverse andere Holzteile grundiert und teilweise poliert und und ein Großteil der Dosenfüllung ist noch übrig.

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Re: Meine erste selbstgebaute Schlaggitarre

Beitrag von liz » 02.12.2015, 18:34

headstock hat geschrieben:
.. ich weiß aber nicht, ob dann beim Lackieren noch mehr geht - das würde ich nämlich gern haben. Ich glaube nämlich, dass der SSG die Maserung quasi "einfriert" und sie sich nicht mehr verändert.
Die Maserung wird sich nicht mehr viel Verändern, wohl aber die Tiefenwirkung mit zunehmender Schichtdicke. Die Maserung kannst du höchstens noch mit einer Ölgrundierung (leinölfirnis etc) mehr anfeuern. Die größte Tiefenwirkung erzielst du mit Schellack. Auch Nitrolack hat eine schöne Tiefenwirkung, am wenigsten hat 2k PU-Lack (von den Finishes die ich bis jetzt gemacht habe).
lg

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Re: Meine erste selbstgebaute Schlaggitarre

Beitrag von DoppelM » 03.12.2015, 11:19

Moin Martin,
Schellack ist quasimein Anfängerlack gewesen, und ehrlich gesagt kann ich noch nicht ganz verstehen wieso er so einen schwierigen Ruf hat. Wie oben schon gesagt: Nur die Hochglanz politur ist tricky. Ich nutze wachsfreie Flocken und handelsüblichen Spiritus, da man da die Mischung beliebig einstellen kann. Flocken und Bimsmehl habe ich beides sehr günstig aus der Bucht, mit 500g Flocken reicht man gefühlt ein Leben (bisher ein Kontrabass, die Kaufhaus-Archtop, ein Telehals, und nicht mal ein drittel verbraucht).

Streichen kann problematisch sein, wenn die Mischung nicht stimmt - wenn sie zu dünn ist löst die zweite schicht die untere an oder erzeugt Bläschen. Gegen letzteres hat mir etwas Leinöl in der Mischung geholfen, das sorgt aber auch für langsamere Trocknung.

Den eigentlichen Vorteil gerade für den Anfang find ich aber, dass man Fehler mit einem Spiritusgetränkten Lappen recht gut ausbessern kann. Einfach so lange rubbeln, bis genügend Schellack weggenommen wurde.

Fürs Porenfüllen mit Bimsmehl kenne ich zwei Methoden, entweder winzige Messerspitzen direkt aufs Holz und dann mit dünner Mischung und Ballen einarbeiten, oder direkt in die Mischung geben.

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Re: Meine erste selbstgebaute Schlaggitarre

Beitrag von headstock » 03.12.2015, 12:27

Moin,
Danke für eure mitgeteilten Erfahrungen und Hinweise.
Habe vorhin Bimsmehl, Schellack und `ne fertige Mischung bestellt.
Ich werde dann berichten, wie meine Versuche ausgegangen sind.

Gruß Martin

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Re: Meine erste selbstgebaute Schlaggitarre

Beitrag von headstock » 10.12.2015, 07:09

Moin,

momentan heißt es nur schleifen, schleifen, schleifen... :roll:
Bin gerade am Boden bei 320er Korn angekommen und langsam ergibt sich eine vernünftige Oberfläche fast ohne Kratzer. Vor allem habe ich die dem Umlauf folgenden Schleifspuren so gut wie weg.
Dazu hab ich gestern den Boden mal mit heißem Wasser übergossen. So richteten sich die restlichen Faser -enden auf und nach nochmaligem Schleifen hatte ich ne schöne gleichmäßige Oberfläche.
Wenn man sich Mühe gibt, sieht man im feuchten Zustand sogar `ne leichte Riegelung quer zur Längsrichtung (whistle)
Heute abend will ich mal die erste Schicht Schellack Grundierung mit Bimsmehl aufbringen - bin schon gespannt, wie das dann aussieht...

Gruß Martin

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Re: Meine erste selbstgebaute Schlaggitarre

Beitrag von kehrdesign » 10.12.2015, 11:18

Erst Einlassen, damit's tief eindringt: stark verdünnten Schellack (1 : 5...6) einfach aufpinseln.
Viel Erfolg.

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Re: Meine erste selbstgebaute Schlaggitarre

Beitrag von headstock » 10.12.2015, 13:07

Moin,
ich hab diese Fertigmischung
http://www.ebay.de/itm/331141985859
- da steht - gebrauchsfertig. Muß ich die auch noch verdünnen? :?:
Gruß Martin

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Re: Meine erste selbstgebaute Schlaggitarre

Beitrag von kehrdesign » 10.12.2015, 16:43

Ohne es genau zu wissen gehe ich davon aus, dass diese Mischung bereits für den Ballenauftrag richtig eingestellt ist, denn Bimsmehl ist ja auch schon drinne. Etwas stärker verdünnter Schellack (und ohne Bimsmehl) ist zum Einlassen per Pinsel m. E. besser geeignet. Anschließend solltest Du den aufgerührten, gut durchmischten Flascheninhalt direkt im Ballen verwenden können.

Ich gehe im Abstand von 5 bis 15 Minuten 2 bis 3 Mal mit dem Ballen drüber, bevor ich etwa einen Tag Zeit zum Durchtrocknen einkalkuliere. Vor dem nächten Ballen wird dann erstmal geschliffen (mit 300er bis 800er - rein gefühlsmäßige Entscheidung). Und wenn Du nicht gerade 'ne Beizung durchschleifst, kann eigentlich jeder Fehler hierbei wieder problemlos ausgebügelt werden.

Natürlich kannst Du diese MIschung nur zum Grundieren verwenden, zum Auftrag der glänzenden Schichten benötigst Du den Schellack pur, also ohne Bimsmehl-Beimischung. Auch kann man Bimsmehl in Pulverform an sehr porigen Stellen vor dem Ballenauftrag aufstreuen. Andere kommen prima damit zurecht, den Ballen vorm Auftrag mal in Bimsmehl einzutupfen.

Insofern ist man mit reinem Schellack und reinem Bimsmehl variabler, als mit dieser fertigen Mischung. Da reiner Schellack in gelöster Form im Allgemeinen um den Faktor 3 bis 4 verdünnbar gehandelt wird, ist dieser unterm Strich dann meist auch preislich günstiger.

Ich hoffe, die Infos helfen Dir.

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Re: Meine erste selbstgebaute Schlaggitarre

Beitrag von headstock » 11.12.2015, 07:38

Moin,
danke kehrdesign, deine Tips haben mir weiter geholfen.
Ich habe gestern 2 Schichten im Abstand von etwa 2 Stunden mit der fertigen Mischung aufgebracht. Zuerst mit dem Pinsel - dann mit dem Ballen.
Allerdings habe ich dann irgendwann meine eigene Technik angewandt, weil ich mit dem, was man so im Internet findet, nicht so gut klar kam.Da ist immer alles schön feucht, beim einreiben - bei mir war der Alkohol immer so schnell verflogen und es sah sofort trocken aus. Aus meinem Ballen kam nicht genug Feuchtigkeit heraus und so habe ich ihn direkt mit der Grundierung befeuchtet - das ging besser.(Wenn auch sicher nicht fachmännisch - aber ich übe ja noch)
Nach der 1. Schicht mit dem Pinsel hab ich noch mal nachgeschliffen(320). Nach der 2. Schicht mit dem Ballen war ich schon ganz zufrieden mit der Oberfläche - es stellte sich schon ein leichter "Glanz" ein.
Allerdings nicht überall - es gibt ein paar Stellen, an denen es stumpf und rauh ist.
Ich hab auch ein wenig probiert und den Ballen ab und zu mit Spiritus befeuchtet. Wie die stumpfen Stellen jetzt entstehen, weiß ich allerdings noch nicht... (think)

So, dann hab ich noch `ne Baustelle. Ich hab mich gestern noch mit dem Saitenhalter beschäftigt. Ich habe da so eine Schlinge für ein Cello besorgt und ein Abstützteil gebaut, welches den Druck auf die Bindingkante besser verteilen soll.
Gute Idee soweit - hab ich gedacht, aber dieses Celloband ist so steif, dass die ganze Halterung senkrecht nach oben steht.
Ich hab Angst, dass der Saitenzug es nicht schafft, das Band in geraden Linien und engem Radius um die Ecke zu ziehen, um einen tonstabilen Anker zu bilden.
Meine Frage - gibt es diese Bänder auch weicher - aus anderem Material, oder werden die vielleicht mit Wärme gebogen??? (think)

Ich wäre dankbar, wenn da jemand seine Erfahrung mitteilen könnte.

Gruß aus dem regnerischen, wenig winterlichen Norden

Martin

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Re: Meine erste selbstgebaute Schlaggitarre

Beitrag von kehrdesign » 11.12.2015, 10:31

Stumpfe Stellen entstehen, wenn (eher seltener) der Untergrund noch zu saugfähig ist, wahrscheinlicher ist aber, dass an diesen Stellen eine relativ dicke Schicht mit viel Bimsmehl drauf ist. Wenn das in zweiterem Fall nach dem nächsten Schliff geglättet ist, hast Du für die nächsten Ballen wieder eine annähernd gleiche Ausgangsbasis. Wenn erstmal eine homogene Schicht vorhanden ist, stellt sich auch der beschriebene Effekt mit der sofortigen Trocknung ein, eventuell den Lack auch etwas dünner einstellen. Ein Hindernis dabei könnte auch (ich weiß es nicht definitiv) das Bimsmehl-Gemisch sein. Auch benötigst Du für die späteren, glänzenden Schichten etwas Polieröl, dann gleitet der Ballen besser und unterbrechungsfrei. Das gute bei der ganzen Sache ist, dass man eigentlich nichts ruinieren kann und es daher viel Platz für eigene Experimente bei der Verfahrensweise und beim Herausfinden der eigenen Arbeitstechnik gibt. Und eine prima Untergrund für 'ne Decklackierung auf bspw. NC-Basis ist's allemal.

Zum Füllen eines handlichen Ballens verwende ich übrigens eine medizinische Einweg-Spritze (ohne Nadel). Die Füllmenge liegt dann so bei ca. 3 bis 4 ml. Das reicht bei 'nem Body gut für 2 bis 3 Aufträge. In der Pause verschwindet der Ballen in einem Glas geeigneter Größe mit Schraubdeckel, in dem alter Balleninhalt sattgetränkt mit Spiritus den Boden bildet und den Ballen auch über etliche Tage/Wochen schön frisch hält.

Viel Erfolg.
Gruß Falk

PS.
Die Idee mit dem Cello-Saitenhalter finde ich gut und stilmäßig zur gesamten Gitarre passend, vielleicht eine Kleinigkeit zu "schwungvoll". Aus welchem Material ist denn das zu steife Band? Wenn ich mich recht erinnere war das früher mal fein gewirkte aber dicke und gewachste Schnur aus Hanf.

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Re: Meine erste selbstgebaute Schlaggitarre

Beitrag von headstock » 11.12.2015, 11:18

Moin,

danke - ich werde weiter üben und probieren. ich denke, die "Füllung" meiens Ballens ist noch nicht ausgereift - ich hab da nur kleinere Stücken des Leinentuchs genommen, weil ich endlich loslegen wollte.
So ein Glas für den Ballen hab ich mir getsern auch schon gegriffen.

Den Saitenhalter habe ich fast original von einem alten Metallsaitenhalter abgezeichnet und dann aus Ebenholz nachgebaut.(s.o.)
Das Material der Schlinge ist irgendwie Nylon 3,5mm stark mit 2 Gewinden(zöllig)und Messingrändelmuttern an den Enden.
Gruß Martin

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Re: Meine erste selbstgebaute Schlaggitarre

Beitrag von DoppelM » 13.12.2015, 14:54

Moin Martin!

Ich nehm als Ballen immer ein Baumwolltuch (altes Betttuch zerschnitten, gibt so 70 bis 80 Tücher a ca 20x20), fülle es mit Watte aus dem Drogerimarkt (Baumwolle), und zum befüllen nutze ich eine alte Plastikflasche mit feiner Tülle, in der früher mal Balsamico-Reduktion war (das Zeug mit dem mittelmäßige Restaurants jeden Salat dekorieren, gibts in jedem Supermarkt).
Die fasst etwa 200ml und man kann die Menge Schellack gut tropfenweise dosieren, und die Tülle hat sogar einen Schraubverschluss!
Ich fülle, indem ich am Anfang die Watte gut tränke, danach fülle ich auf indem ich direkt auf den Ballen gebe. Aufbewahrung mach ich genau wie Falk.
Wenn der Ballen nicht ordentlich gleitet, verdünne ich entweder den Schellack minimal oder gebe einen Tropfen Leinöl hinzu. Manchmal tu ich das auch direkt in den Ballen, auf die Watte an der "Arbeitsfläche".
Mit dem Leinöl habe ich das Gefühl dass der Lack sich zwar etwas gleichmäßger verteilt, aber auch etwas länger zum Durchtrocknen braucht, bzw langsam minimal einfällt - Was nach ner Stunde schön glatt aussieht, kann nach einem Tag nochmal einen Übergang gebrauchen.

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Re: Meine erste selbstgebaute Schlaggitarre

Beitrag von headstock » 16.12.2015, 07:13

Moin,
also ich sage nicht, dass ich es "kann", aber ich glaube nach den ersten beiden "Fehlversuch Schichten" - bin ich auf einem guten Weg!
Ich spreche vom Aufbringen des Schellackes...
Nachdem meine ersten beiden Versuche auf dem Gitarrenboden mit meiner "ich weiß es besser - Methode" in die Hose gingen und ich jedesmal noch einmal überschleifen mußte, hab ich mir noch einmal ein Video im Netz gaaanz genau angeschaut und es gestern abend nochmal versucht.
Ich habe den Ballen neu gemacht(der ist allerdins noch nicht optimal) und ihn so getränkt, wie dort beschrieben - nämlich von innen - Schellack und Spiritus und auf den Boden einen Tropfen Öl - das von Ikea habe ich im Haus.
Es fühlte sich sofort besser an, als vorher. Ich achtete beim ziehen des Ballens genau darauf, dass er gut gleiten konnte und wenn nicht - kam wieder Spiritus in den Ballen, oder ein Tropfen Öl auf den Ballen.
Nebenbei beobachtete ich auf die "Alkoholschlieren", welche der Ballen zog und die dann im Licht der Lampe verdunsteten.
So stellte sich nach 3 Durchgängen und ca. 1 Stunde ein schöner erster Glanz ein.
Natürlich verändert sich die Oberfläche noch und es müssen noch einige Schichten aufgetragen werden, aber ich glaube, dass ich begriffen habe, worum es geht.
Was mir noch nicht gefällt sind die Farbe des Lackes und ein paar winzige Fussel, welche mein neuer Ballen hinterläßt.
Das Ballenmaterial werde ich wechseln - mit der Farbe allerdings, weiß ich noch nicht, was ich mache. Der Lack ist "Bernstein" und sieht in der Flasche sehr dunkel aus - es kommt aber so gut wie keine Färbung auf dem Holz an... (think)
Entweder die verändert sich noch nach einigen Schichten, oder ich bestelle mir noch was dunkleres.
Ich bleib am Ball(en) und werde berichten... (whistle)

Gruß Martin

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