Schnarren bestimmter Töne

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Schnarren bestimmter Töne

Beitrag 1 von 10 Beitragvon Martin » 17.11.2016, 00:12

Hey liebes Forum,
Seit ein paar Tagen bin ich auf der Suche nach der Ursache für ein schnarrendes Geräusch an einer klassischen Gitarre meines Vaters.

Es lässt sich auf eine bestimmte Frequenz eingrenzen: A / 7. Bund D-Saite und A 2. Bund G-Saite. (bei den benachbarten Tönen entsteht ein ähnliches Geräusch, jedoch nicht so stark)
Bei Oktaven oder anderen Tönen tritt das Problem nicht auf. Örtlich vermute ich das Problem an (oder in der nähe) der Bridge.

    - Die Saiten hab ich erneuert,
    - die Stegeinlage über dem Piezzo-Pickup (nb ducer nb 5000) raus genommen und wieder eingesetzt,
    - alle Schrauben gelöst und wieder angezogen und
    - das Bateriefach ausgebaut.

Ich habe keinen Punkt gefunden, an dem ich durch Dämpfen mit der Hand das Störgeräusch unterdrücken konnte.
Beim klopfen auf Decke, Zargen und Boden konnte ich keine besonderen Geräusche feststellen.

Einzig die Bebalkung der Decke schein durch die Durchgangsbohrung vom Pickup leicht beschädigt worden zu sein.
Dort hab ich ein Posterstrip aufgeklebt um zu sehen ob das eine Verbesserung bringt. Ohne Erfolg.

Hat von Euch einer eine Idee wie ich bei der Fehlersuche weiter vorgehen könnte?

schöne Grüße, Martin.
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Re: Schnarren bestimmter Töne

Beitrag 2 von 10 Beitragvon capricky » 17.11.2016, 14:20

Gibt es Unterschiede im Schnarren, wenn Du an den betroffenen Bünden mittig oder randnah zum Bunddraht greifst? Es geht mir dabei um den Ausschluß von Saitenprellen, das heißt die Saite hebt nach Anschlag für kurze Zeit vom Bundstab ab und schnarrt dadurch. Bedingt ist das durch durch starke Resonanzen im Stegbereich.

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Re: Schnarren bestimmter Töne

Beitrag 3 von 10 Beitragvon Martin » 19.11.2016, 13:52

hey capricky,
endlich hatte ich Zeit gründlich zu untersuchen ob es Unterschiede im Schnarren gibt, wenn ich an verschiedenen Positionen und mit unterschiedlich starkem Druck Greife.
Das Geräusch bleibt leider gleich.




Das Schnarren tritt aktuell bei diesen Saiten/Bünden auf:
    e - alles super
    h - alles super
    g - Leersaite, 1. + 2. Bund
    D - 4. bis 6. Bund
    A - 3. bis 11. Bund
    E - 7. bis 15. Bund



Auch das unterlegen eines dünnen Plastikstücks zum erhöhen der Bridge (wie nennt man eigentlich die weißen Keramik Teile?) hat keine Verbesserung gebracht.
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Re: Schnarren bestimmter Töne

Beitrag 4 von 10 Beitragvon gitarrenmacher » 19.11.2016, 14:15

Um das Fehler - Ausschlussverfahren voran zu bringen, würde ich dir empfehlen mal in einen Laden für Künstlerbedarf zu gehen und dir ein kleines, gekröpftes Palettmesser zu kaufen. S. Bild. Damit fährst du dann die Leistenränder ab um zu fühlen, ob alle Leimnähte fest sind.
Besonders würde ich auch die Rückplatte der Brücke, die Ausklinkungen der Leisten in diesem Bereich und die Enden der Leisten untersuchen.
Manchmal sind die Leisten wirklich nur partiell aus dem Leim gegangen. Das kann man durch Ausspiegeln nicht erkennen.
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Re: Schnarren bestimmter Töne

Beitrag 5 von 10 Beitragvon capricky » 19.11.2016, 14:23

Martin hat geschrieben:...wie nennt man eigentlich die weißen Keramik Teile?


Geschirr! 8)

Nee, das sind Brückchen und sehr wahrscheinlich aus Knochen, ich hatte hier auch schon ein paar Yairis auf dem Tisch.

Zum Schnarren - wenn du absolut ausschließen kannst, daß es keine losen Teile an der Mechanik gibt (man sollte nicht glauben, daß diese Geräusche am deutlichsten aus dem Korpus zu hören sind), dann wird es ein loser Balken oder eine lose Leiste an der Decke sein. Bevorzugt natürlich an einer Stelle, die man nur schwer einsehen kann und noch schwerer erreicht. Ein grobe Lokalisierung ist durch planvolles Abdrücken der Decke erreichbar. Allerdings braucht man dafür drei Hände - eine die greift, eine die Saiten zupft und eine Hand (Daumen/Finger) die drückt. Ein(e) Helfer(in) ist erforderlich. Also zupfen/anschlagen und drücken. Verändert sich das Schnarren oder hört es sogar auf, ist die ungefähre Stelle gefunden. Dann mit Spiegel, Kamera oder Endoskop den Störenfried entgültig aufspüren.

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Re: Schnarren bestimmter Töne

Beitrag 6 von 10 Beitragvon Martin » 19.11.2016, 23:36

Super, vielen Dank für die Tips! Dann werde ich morgen mal testen ob ich so etwas Finde.
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Re: Schnarren bestimmter Töne

Beitrag 7 von 10 Beitragvon capricky » 20.11.2016, 00:09

Ein Kapodaster würde eine Hand und somit den "Helfer" ersetzen, vorzugsweise für die Greifhand! 8)

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Re: Schnarren bestimmter Töne

Beitrag 8 von 10 Beitragvon gitarrenmacher » 20.11.2016, 10:04

Und vergiss die Bodenleisten nicht.

So ein Nebengeräusch kann jeden Reparatör zum Wahnsinn treiben (think) (think)
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Re: Schnarren bestimmter Töne

Beitrag 9 von 10 Beitragvon sunrisebrasil » 20.11.2016, 12:12

Interessante Diskussion!
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Re: Schnarren bestimmter Töne

Beitrag 10 von 10 Beitragvon Martin » 21.11.2016, 01:56

Da ich am heutigen Sonntag nicht an ein Palettenmesser komme, hab ich zunächst den Gitarrenbesitzer als Kapodaster verwendet und ihn den fiesesten Ton Spielen lassen den seine Gitarre grad hergibt.

Durch Abdrücken der Mechaniken/Decke/Zargen/Boden konnte ich keine Veränderung an dem Geräusch feststellen.
Erst als ich mit ´nem Pinselstiel auf den "Geschirrschrank" ;) gedrückt hab, verschwand das Schnarren.
Juchhu!

Um auszuschließen, daß es an dem Brückchen der A-Saite lag, hab ich dieses noch mal entfernt. Das Schnarren blieb, und ließ sich weiterhin durch gezielten Druck auf die Bridge dämpfen.

Morgen werde ich mir einen kleinen Hebel basteln, mit dem ich durch das Schallloch auf die Rückplatte der Brücke drücken kann.

Vielen Dank, ihr habt mir schon ein ganzes Stück weiter geholfen...
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