Einstellbare Archtop-Brücke

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Einstellbare Archtop-Brücke

Beitrag von bea » 24.10.2016, 00:07

Darf ich die Gelegenheit Deines Bauthreads mal dazu missbrauchen, auf eine interessante Konstruktion einer Archtop-Brücke zu verweisen - die einstellbare Brücke von D'Aquisto, die ohne Schrauben auskommt:

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Die Idee ist ja naheliegend; ich hatte bisher allerdings Sorgen, dass sich das Oberteil selbständig machen könnte.
LG

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Re: 2 Archtops

Beitrag von capricky » 24.10.2016, 10:10

Also besonders elegant und intelligent finde ich diese "Problemlösung" nicht. Ich würde passgenaue Beilagen verwenden, wenn ich denn die Saitenlage verändern wollte.

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Re: 2 Archtops

Beitrag von bea » 24.10.2016, 11:33

Die verliert man aber im Zweifel.

Unabhängig davon hast Du natürlich Recht - das Ding ist schwer einzustellen.
Ohne Saitenanheber wird das wohl kaum möglich sein. Der ist allerdings genauso beim Hochstellen einer mit Schrauben einstellbaren Brücke Pflicht.

Hintergrund derartiger Konstruktionen ist übrigens, dass (akustische) Archtops typischerweise leichte Stege benötigen, um wirklich zu klingen.

Ach so, wenn wir wirklich in die Diskussion dieser Brücken einsteigen wollen, wäre das wohl besser in dem Faden aufgehoben, den ich vor einiger Zeit zu diesem Thema angelegt hatte. Mir ging es hier wirklich nur darum, Gerhard auf diese Konstruktion aufmerksam zu machen, ohne gleich den Faden zu kapern.
LG

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Re: 2 Archtops

Beitrag von capricky » 24.10.2016, 11:44

Vielleicht ist das auch so gedacht - Kunde/Gitarrist verschiebt solange den Keil, bis die Saitenlage dem persönlichen Geschmack entspricht und sägt dann die Überstände ab / läss absägen. Macht für mich den meisten Sinn. Ich kann mir nicht vorstellen, das ein Gitarrist auf Dauer komplette Überstände nach oben oder unten akzeptieren würde. Das würde auch etwas seltsam aussehen.

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Re: 2 Archtops

Beitrag von bea » 24.10.2016, 12:30

Archtops arbeiten gerne mal ziemlich stark. Man muss mit der Saitenlage häufiger den klimatischen Schwankungen folgen.
LG

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Re: Einstellbare Archtop-Brücke

Beitrag von liz » 24.10.2016, 19:45

Danke für die Idee, Bea! Ein ähnliches Konzept ist ja auch eine einteilige Bridge mit gefräster Nut für eine Knocheneinlage, die durch Unterlagen höhenverstellbar ist.
Ich bin allerdings ein Fan von Brücken ohne bewegliche Teile. Ich habe außerdem bei meiner 16er Archtop keinerlei Veränderung am Setup über den Sommer bzw. mit der jetzigen Heizperiode feststellen können. Bis ich die Stege an den aktuellen Archtops mache, geht aber noch einiges an Zeit ins Land, mal sehen was ich mache. Fest steht, sie werden aus Ahorn. Vermutlich werde ich sie zuerst massiv lassen und danach Masse reduzieren, um Klangvergleiche machen zu können.

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Re: Einstellbare Archtop-Brücke

Beitrag von bea » 25.10.2016, 01:12

Ich mag ja ebenfalls einteilige Stege. Deshalb hat meine selbstgebaute Archtop einen. Die hat über den vergangenen überraschenderweise ziemlich gearbeitet, sodass ich die Füße der Brücke mit Furnier aufdoppeln musste. Bis jetzt ist sie allerdings (wieder) stabil.

Ahorn als Stegmaterial habe ich auch mal ausprobiert, auf der Sorgenkind-Isana. Der Steg war übrigens zweiteilig höhenverstellbar - im Prinzip wie bei den industriell hergestellten Brücken, nur halt mit Distanzhüsen und einem Buchedübel als Führung. Dann noch ein paar experimentelle Stege, auf Sorgenkind und auf dem V-Bass. Aber für meinen Geschmack hat der Ahorn in allen Fällen zu viele Höhen genommen; die Ansprache wirkte immer "gebremst". Es ist dann bei beiden Instrumenten eine Katalox-Brücke mit Knocheneinlage geworden.

Und so wie meine zweite Isana (das Elvis-Modell, ebenfalls Sperrholz) mit dem alten Industriesteg klingt, dürfte sie wohl auch von einer Brücke mit Knocheneinlage profitieren.
LG

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Re: Einstellbare Archtop-Brücke

Beitrag von liz » 25.10.2016, 09:09

bea hat geschrieben:...hat der Ahorn in allen Fällen zu viele Höhen genommen; die Ansprache wirkte immer "gebremst".
das ist interessant, da ja bei Streichinstrumenten seit Jahrhunderten mit Erfolg Ahorn verwendet wird. Nun gut, das ist vielleicht ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen, da die Anregung der Saite anders ist. Grundsätzlich glaube ich aber nicht, dass man Ahorn als Stegmaterial eine generelle Dumpfheit zuschreiben kann. Ahorn ist auch nicht gleich Ahorn - da gibt es schon gewaltige Unterschiede!

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