Mehrstreifiges Binding

Alles zu akustischen Gitarren und Bässen

Moderator: jhg

Antworten
Benutzeravatar
the bird
Halsbauer
Beiträge: 359
Registriert: 01.07.2014, 08:11
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 2 Mal

Mehrstreifiges Binding

#1

Beitrag von the bird » 18.10.2016, 22:47

Guten Abend zusammen,

ich will mal wieder eine defekte Westerngitarre mit einer Intarsiendecke versehen und die soll ein mehrstreifiges Holzbinding bekommen, etwa 4mm breit.
Wie mache ich das denn am sinnvollsten?
Zuerst das Binding aus Furnierstreifen zusammenleimen und dann biegen (wenn ja, mit welchem Leim, daß es sich auch biegen lässt)

oder

die Furnierstreifen einzeln nacheinander einleimen?

Insgesamt hatte ich an 4 Streifen gedacht, von innen gesehen: hell, dunkel, hell á 0,6mm, dunkel 1,2mm

Benutzeravatar
jhg
Moderator
Beiträge: 1074
Registriert: 25.04.2010, 14:43
Wohnort: Hohenlimburg
Danksagung erhalten: 6 Mal
Kontaktdaten:

Re: Mehrstreifiges Binding

#2

Beitrag von jhg » 18.10.2016, 23:12

Nur damit wir über die gleichen Dinge reden:

Das Binding bzw. die Ränder sind i.d.R. 2mm stark und 6-8mm hoch und bestehen aus einem Stück. Das muss natürlich vorgebogen werden. Die Randeinlagen, Purfling oder wie auch immer man das nennen mag sind ja nur ca. 1mm tief in der Decke eingelegt und bestehen i.d.R. aus mehreren Furnierstreifen - in dem Falle könnte man hell,dunkel, dunkel, hell nehmen in jeweils 0,6mm. Die nehme ich unverleimt mit den Rändern und leime alles zusammen in einem Durchgang. Fertige Randeinlagen sollte man vorbiegen sonst könnte es bei den engen Radien Probleme geben.

Benutzeravatar
the bird
Halsbauer
Beiträge: 359
Registriert: 01.07.2014, 08:11
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 2 Mal

Re: Mehrstreifiges Binding

#3

Beitrag von the bird » 19.10.2016, 09:07

Danke, das hilft mir weiter.

Benutzeravatar
elektrojohn
Ober-Fräser
Beiträge: 856
Registriert: 24.04.2010, 18:44
Wohnort: Seeheim-Jugenheim

Re: Mehrstreifiges Binding

#4

Beitrag von elektrojohn » 19.10.2016, 09:41

Wenn Du das Binding auf der Zargenseite mehrstreifig machen willst, wie hier:
viewtopic.php?f=63&t=605&start=53
...dann solltest Du die Zierstreifen vor dem Biegen mit den Randeinlagen verleimen. Das ist allerdings etwas heikel, da sich der Leim durch Hitze und Feuchtigkeit beim Biegen wieder lösen kann.

Gruß C.

Isegrim
Halsbauer
Beiträge: 330
Registriert: 20.05.2013, 15:08

Re: Mehrstreifiges Binding

#5

Beitrag von Isegrim » 19.10.2016, 12:01

Zierstreifen an den Zargen leime ich mit Titebond III an die Ränder, dabei jede Furnierlage mit Leim bestrichen und alles zusammen gleichzeitig gepresst. Mit Titebond III ist mir der Leim noch nie aufgegangen, eher brechen die Ränder und Zierstreifen, wenn man beim Biegen nicht aufpasst. Die Ränder inklusive angeleimte Zierstreifen biege ich dann in Form, sodass sie möglichst gut an die Zargen passen. Zierstreifen für Decke und Boden lasse ich in einzelnen Furnierstreifen. Da ich für diese Zierstreifen einen extra Absatz in Decke und Boden fräse, leime ich sie meist erst alleine ein und später die Ränder. Dabei verleime ich die Furnierstreifen nicht miteinander, sondern bestreiche nur den Fräskanal mit Leim. Das hat bis jetzt immer gehalten, auch wenn ich bis zu vier Furnierstreifen (4x0,5mm) verwende. Zum Schneiden der Furnierstreifen habe ich mir einen Holzklotz gebaut, in den in vier Cutterklingen gleichzeitig in gleichmäßigen Abständen einspannen kann, sodass ich aus einem Furnier mit ein mal Schneiden drei Furnierstreifen bekomme.

Benutzeravatar
taxman
Zargenbieger
Beiträge: 1487
Registriert: 23.04.2010, 22:16

Re: Mehrstreifiges Binding

#6

Beitrag von taxman » 19.10.2016, 14:14

Zum Schneiden der Furnierstreifen habe ich mir einen Holzklotz gebaut, in den in vier Cutterklingen gleichzeitig in gleichmäßigen Abständen einspannen kann, sodass ich aus einem Furnier mit ein mal Schneiden drei Furnierstreifen bekomme.
Super Idee, sowas bastel ich mir auch. Danke :)

Benutzeravatar
thoto
Zargenbieger
Beiträge: 1265
Registriert: 09.10.2013, 12:33
Wohnort: Braunschweig / Niedersachsen
Hat sich bedankt: 27 Mal
Danksagung erhalten: 18 Mal
Kontaktdaten:

Re: Mehrstreifiges Binding

#7

Beitrag von thoto » 19.10.2016, 15:28

Zum Schneiden der Furnierstreifen habe ich mir einen Holzklotz gebaut, in den in vier Cutterklingen gleichzeitig in gleichmäßigen Abständen einspannen kann, sodass ich aus einem Furnier mit ein mal Schneiden drei Furnierstreifen bekomme.
Sehr schöne Idee!

Ich habe beim Schneiden von Furnier immer das Problem, dass es sich (in Faserrichtung) schnell spaltet, anstatt geschnitten zu werden. Wie umgehst du das? Oder hast du eine gute Technik auf Lager?
Thoto
Aktuelles Projekt: viewtopic.php?p=116032

Isegrim
Halsbauer
Beiträge: 330
Registriert: 20.05.2013, 15:08

Re: Mehrstreifiges Binding

#8

Beitrag von Isegrim » 19.10.2016, 17:37

Das ist in der Tat ein Problem. Ich verwende Klingen mit mittiger, beidseitig angeschliffener Schneide, wie für Bastelskalpelle. Die spanne ich sehr flach in meine Vorrichtung ein und lasse sie nur sehr wenig unten herausschauen, sodass die Klinge nicht alleine mit der Spitze sondern mit der Länge der Schneide in das Furnier drückt, also mehr schneidet als spaltet. Ich schneide mit Parallelanschlag und bei Bedarf in mehreren Durchgängen, wenn ich merke, dass das Holz sich bei zu viel Druck spaltet. Ich werde mal ein Foto nachliefern, damit ihr seht, wie ich das meine.

Benutzeravatar
Arsen
Zargenbieger
Beiträge: 1316
Registriert: 22.05.2011, 20:43
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 9 Mal

Re: Mehrstreifiges Binding

#9

Beitrag von Arsen » 19.10.2016, 18:19

Isegrim hat geschrieben:Zierstreifen an den Zargen leime ich mit Titebond III an die Ränder, dabei jede Furnierlage mit Leim bestrichen und alles zusammen gleichzeitig gepresst.
Spricht da eigentlich was gegen Sekundenkleber? Der dürfte doch einigermaßen hitzebeständig sein, oder? (think)
Gruß, Arsen

Isegrim
Halsbauer
Beiträge: 330
Registriert: 20.05.2013, 15:08

Re: Mehrstreifiges Binding

#10

Beitrag von Isegrim » 19.10.2016, 19:05

Sekundenkleber sollte auch gehen. Wenn mir die Ränder beim Biegen brechen oder splittern, klebe ich das in der Regel wieder mit Sekundenkleber, weil ich das Biegeeisen ja im Betrieb habe und nicht ewig warten will, bis der Leim ausgehärtet ist. Die Klebestellen halten dann meistens. Nehme den Pattex dünnflüssig dafür.

Benutzeravatar
elektrojohn
Ober-Fräser
Beiträge: 856
Registriert: 24.04.2010, 18:44
Wohnort: Seeheim-Jugenheim

Re: Mehrstreifiges Binding

#11

Beitrag von elektrojohn » 20.10.2016, 22:32

Nach meiner heutigen Biegeerfahrung kann ich sagen, dass Titebond II waterproof auch gut funktioniert. Es hat sich kein Streifen in seine Einzelteile zerlegt.

Benutzeravatar
liz
Luthier
Beiträge: 3968
Registriert: 03.05.2010, 14:19
Wohnort: Raccoon City
Hat sich bedankt: 12 Mal
Danksagung erhalten: 6 Mal
Kontaktdaten:

Re: Mehrstreifiges Binding

#12

Beitrag von liz » 21.10.2016, 19:20

Ich nehme zum laminieren normalen Weißleim von Leifa, den gabs als großen Kübel bei uns im Baumarkt. Wenn man nicht zu heiß biegt, geht das ganz wunderbar.

Benutzeravatar
gitarrenmacher
Ober-Fräser
Beiträge: 757
Registriert: 27.04.2010, 09:46
Hat sich bedankt: 5 Mal
Danksagung erhalten: 23 Mal
Kontaktdaten:

Re: Mehrstreifiges Binding

#13

Beitrag von gitarrenmacher » 21.10.2016, 21:58

Ponal Express zum Purflings laminieren und auch Zargenränder unterwärts mit Purflings auszustatten 1A
Sekundenkleber finde ich suboptimal. Wird zu hart und unflexiebel. Für schwarze Streifen nehme ich grundsätzlich Vulkanfiber. Gib es in 0,3 bis 1,5mm. Lässt sich einwandfrei leimen und bricht nicht. Gibt Holzlaminaten als Zwischenlage einen guten Schutz gegen brechen.
Munterbleiben
Chrischan
www.gitarrenmacher.de

Never underestimate the stupidity of idiots

Antworten

Zurück zu „Akustische Instrumente“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast