Gitarren-Charango Hybrid

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Moderator: jhg

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Paco del Mar
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Gitarren-Charango Hybrid

Beitrag von Paco del Mar » 14.10.2016, 11:43

Hallo Gemeinde...
Für den Eigenbedarf (Prototyp) aber auch als Auftragsarbeit angedacht habe ich begonnen eine
12 Saitige Oktavgitarre zu bauen auf Basis eines Ronroco (Großes Charango) .
Der Gedanke dabei ist das Klangbild eines Charango/Ronroco mit der Spielweise einer Gitarre zu kombinieren.
Es soll durch die Form bedingt Exotisch-Orientalisch klingen.
Verwendbar für alle Musikrichtungen. Mensur 500 mm mit 20 Bünden.
Grundkörper: aus dem Vollen herausgearbeitet in Europäischer Akazie.
Decke: Deutsche Alpenfichte (Haselfichte)..Griffbrett und Kopfplatte aus geflammtem Ebenholz.
Steg und Sattel selbstverständlich aus Büffelknochen. Der steg wird auch aus Geflammtem Ebenholz erstellt.
Mechanik 12 Saitig für Nylonsaiten. Da sich dieses Projekt hinzieht zeige ich erst jetzt den Ablauf bis zur Vollendung.

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Poldi
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Re: Gitarren-Charango Hybrid

Beitrag von Poldi » 14.10.2016, 12:11

Hut ab, den Korpus aus dem Vollen zu schnitzen ist schon heftig.
Mal abgesehen von der Holzverschwendung, warum hast Du das so gemacht?
Die handwerkliche Arbeit sieht aber schon klasse aus.

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Re: Gitarren-Charango Hybrid

Beitrag von Isegrim » 14.10.2016, 21:56

Ja, das würde mich auch interessieren. Dadurch ist der Korpus ja auch nicht immer im Rift und neigt eher zu Rissen, oder? Finde es aber ein tolles Projekt, super Arbeit!

Paco del Mar
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Re: Gitarren-Charango Hybrid

Beitrag von Paco del Mar » 15.10.2016, 01:59

Hallo Freunde...

Nun.. Das es aus dem Vollen herausgearbeitet wird ist bei Charangosa/Ronroco in Südamerica so üblich.
Risse gibt es deswegen keine... Im Gegenteil.
Habe dieses Jahr au einen noch grünen Stamm (Europäische Walnuss) mehrere Rohlinge gefertigt
die jetzt langsam trocknen. Hätte ich versucht das Holz als Planken zu trocknen wären garantiert bei
der geforderten Materialstärke Risse entstanden. So trocknet das Holz nun Rissfrei da wenig Material zum "Verspannen" vorhanden ist.

Andererseits bin ich der überzeugung daß es einen Klangvorteil hat wenn man das Instrument nicht aus vielen einzelnen Komponenten zusammenleimt. Keine Verleimungen die den Schwingungen im Weg sind.
Habe dieses Jahr bereits ein Charango in der Bauweise gefertigt und der Klang ist genial.

Es ist zwar mehr körperliche Arbeit brauche aber im Gegenzug kaum Hilfsmittel und Formen/Schablonen.
Leider bekommt mein kein Holz in der geforderten Stärke (Rissbildung bei der Trocknung) so daß man entweder den Stamm selber besorgen muss oder man Leimt Bretter zu einem Block.

Übrigens.... Der Aufwand mit dünnen brettchen einen bauchigen Korpus zu erstellen dürfte weitaus größer sein.
Materialverschwendung ist relativ wenn man betrachtet daß Rio Palisander geschützt werden musste vermutlich nicht
wegen dem Instrumentenbau..... :evil:
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Re: Gitarren-Charango Hybrid

Beitrag von kehrdesign » 15.10.2016, 14:11

Ja, sehr, sehr interessant. So ähnlich, wie die Ovation, nur aus massivem Holz statt Plastik.
Was den Materialverbrauch angeht sehe ich das nicht anders als 'ne gechamberte Paula o. ä. massive Solidbody-Gitarren.
Wie realisierst Du die gewünschte Stärke der Zargen-Boden-Einheit? Mittels Bohrmarken, durch Messung (Messsuhr mit Bügel, ...) oder gar nach Gefühl?

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Re: Gitarren-Charango Hybrid

Beitrag von Paco del Mar » 16.10.2016, 09:30

Hallo...
Die Wandstärke ermittle ich wie Du gesagt hast.
Anfangs nach Auge/Gefühl... später mif messzirkel und zum Schluss mit einer Messuhr.
Die Wandstärke beträgt 5 mm.
Ich liebäugle au h mit der Hersgellung einer 12 Saitigen 4/4 Gitarre in gleicher Bauweise.
Ovation Gitarren sin quasi auch nur eine Kopie von Charangos... Charango mit Kunststoffkörper (GFK)
habe ich bereits in den 70ern gebaut... Klanglich halte ich nichts vom "Plastikkörper"

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Re: Gitarren-Charango Hybrid

Beitrag von gitarrenmacher » 16.10.2016, 12:22

Paco del Mar hat geschrieben:
Übrigens.... Der Aufwand mit dünnen brettchen einen bauchigen Korpus zu erstellen dürfte weitaus größer sein.
Materialverschwendung ist relativ wenn man betrachtet daß Rio Palisander geschützt werden musste vermutlich nicht
wegen dem Instrumentenbau..... :evil:
Donnerwetter. HUT AB. (clap3) (clap3)
Hat irgendwas von einem Einbaum. Da haben die Südamerikaner ja die besten Erfahrungen.
Hast du irgendwo Soundfiles hinterlegt, auf denen man so ein Instrument solo hören kann?
Einer meiner Kollegen (Mandolinen-und Archtopgitarrenbauer) hat sich kürzlich so etwas zugelegt und ist begeistert
https://www.sautershop.de/woodcarver/mi ... set?c=7692


Das mit dem Riopalisander sehe ich ein wenig anders. Einen guten Anteil am Holzraubbau für den Musikinstrumente kann man nicht weg diskutieren.

Bin gespannt, wie es weitergeht.
Munterbleiben
Christian
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Re: Gitarren-Charango Hybrid

Beitrag von Paco del Mar » 05.11.2016, 22:11

Nun bin ich endlich beim Steg angekommen.
12 Saiten wollen sicher verankert sein.
Die Reparaturzwingen sind Marke Eigenbau.
Weitere Schritte folgen bald
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Paco del Mar
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Re: Gitarren-Charango Hybrid

Beitrag von Paco del Mar » 12.11.2016, 13:05

https://www.youtube.com/watch?v=BRKiVm8 ... e=youtu.be

Hier nun wie gewünscht eine Soundprobe des "Guitaroco"
Leider mit alten und gemischten saiten.
Nach dem Schellack bekommt es ordentliche Saiten ;)

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Sven2
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Re: Gitarren-Charango Hybrid

Beitrag von Sven2 » 12.11.2016, 13:59

Paco del Mar hat geschrieben:https://www.youtube.com/watch?v=BRKiVm8 ... e=youtu.be

Hier nun wie gewünscht eine Soundprobe des "Guitaroco"
Leider mit alten und gemischten saiten.
Nach dem Schellack bekommt es ordentliche Saiten ;)
Wirklich ganz grandios!
Das Instrument klingt toll und es macht Spaß dir beim Spielen zuzuhören. Tolle Arbeit!
Stellst Du auch eine Bildergalerie ein, wenn der Lack fertig ist?

Sven
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