[Planung] Bass-Brüder: fretless und fanned

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100WChris
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[Planung] Bass-Brüder: fretless und fanned

#1

Beitrag von 100WChris » 01.09.2016, 20:21

Hallo Leute,
seit längerem schwebt mir die Idee vor der Nase herum: ich möchte zwei 5-Saiter- Bässe bauen, einen Fretless und einen Multiscale.
Bässe sind Neuland für mich, hab bisher E-Gitarren gebaut und gerade die ersten Klassischen Gitarren in der mache.
Aber eigentlich bin ich studierter Bassist :)
Heute hatte ich ein bisschen Zeit und hab mich ans CAD gesetzt und gemalt. Das Ergebnis bitte ich nun zu diskutieren! Es ist ein erster Versuch (aber ein paar Gedanken hab ich mir vorher schon gemacht). Kopfplatte ist bisher nur "angelegt".
Bisher geht es mir nur um die Form, wird so was spielbar sein? Ich wollte eine dnamische Form, aber nicht zuuu modern. Single-cut mag ich nicht...
Ich bin für jeden Input dankbar, am Ende soll was richtig Gutes rauskommen und das schaffe ich sicherlich nicht alleine :?
Grüße
Chris
PS: …ähhh, der fünfte Bund ist irgendwo verloren gegangen, hat ihn jemand gesehen? :shock:
PPS: zwischenzeitlicher Edit: Hab die Linienstärke angepasst, damit die Tuner und die Bridge nicht so dick gedruckt werden...
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Erster Formversuch, Kopfplatte ist nur hingerotzt
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100WChris
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Re: [Planung] Bass-Brüder: fretless und fanned

#2

Beitrag von 100WChris » 01.09.2016, 21:16

So, ich hab mal weitergemacht. Hier ist die Version V2.
Bei meinem ersten Entwurf dachte ich:
"Ich spiel eh nie da oben (Bassistenweisheit: das Geld wird untern verdient :)), also kann ich den Hals weit in den Korpus schieben, der Bass wird kürzer, weniger kopflastig, leichter zu spielen.
Aber leider sieht es besser aus, wenn das Griffbrett etwas weiter raus steht.
Der Plan ist übrigens die erste halbwegs vernünftige Form 1:1 in Pappe zu realisieren um mal zu sehen wir sich das anfühlt…
Grüße
Chris
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zweite Version: Hals rutscht weiter raus…
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Re: [Planung] Bass-Brüder: fretless und fanned

#3

Beitrag von bea » 01.09.2016, 22:26

An Deiner Stelle würde ich

a) den oberen Teil der Taille nicht so tief eintaillieren und "glatter" gestalten. Näher an einem Ric. Die Form wirkt so noch ein wenig aus den Fugen. Sie erinnert mich übrigens deutlich an rumblebirds letzte Bässe (->Nachbarforum). Ok, ist wegen der Prise Rickenbacker auch keine Überraschung.

b) die Mechaniken richtig herum planen. Außer Du willst das ganz ausdrücklich genau so herum.

c) den Sattel möglichst nah am Gurtpin, also den Hals nicht zu weit nach "draußen". Die hohen Lagen erreicht man auch so ;-) Aber die Gefahr der Kopflastigkeit sinkt.

Nummer zwei empfinde ich insgesamt eher als Verschlechterung denn als Verbesserung.
LG

Beate

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Re: [Planung] Bass-Brüder: fretless und fanned

#4

Beitrag von 100WChris » 01.09.2016, 23:34

Hi Bea,
vielen Dank für Dein Feedback!

zu a.) jetzt, wo Du´s sagst: da steckt schon viel Ric drin. War mir gar nicht bewusst! Aber das ich mich rumblebird Form-technisch annähere, dass ist schon eine… Überraschung :)

zu b.) nein, will ich nicht so. Mechaniken waren falsch rum…

zu c.) kommt mir zu Gute. Wie gesagt, ich spiel eher selten in den oberen Lagen. Warum eigentlich nicht gleich Headless-Bridge und eine Saitenaufnahme auf einer leichten Kopfplatte?! Gibt es sowas? Ich bräuchte das ja auch als Einzelsaitenhardware für den Multiscale… OK, hab nachgesehen: das gibt´s.
beste Grüße
Chris

Hab mit Deinen Vorschlägen gespielt. Aber so ist´s mir zu klobig. Ich male weiter…
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Re: [Planung] Bass-Brüder: fretless und fanned

#5

Beitrag von Haddock » 02.09.2016, 08:51

Guten Morgen,

für mich stimmen die Proportionen noch nicht. Die Hörner sind im Verhältnis zum hinteren Korpusteil zu gross, oder zu weit oben. Versuch vieleicht mal die Hörner näher an den Hals zu bringen und die Rundung hinten am Korpus noch etwas glätten.

Gruss
Urs

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Re: [Planung] Bass-Brüder: fretless und fanned

#6

Beitrag von DoppelM » 04.12.2016, 13:09

Für mich sind d und g Saiten-Mechanik vertauscht. Bei nem 3-2 design muss wie bei ner gitarre auf der unterseite die äußerste Saite am nächsten zum Korpus ankommen, sonst gibts instinktiv Stimmchaos. dazu müsste die Kopfplatte dan dreieckiger werden, was sie für mich auch Harmonischer wirken lassen würde.

Beim Korpus wirkt am Unterbug die Treblehälfte zu klein, die andere Seite ist viel größer.

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Re: [Planung] Bass-Brüder: fretless und fanned

#7

Beitrag von kehrdesign » 04.12.2016, 15:30

DoppelM hat geschrieben:Für mich sind d und g Saiten-Mechanik vertauscht. ...
... nee, der Wickelsinn von G und hoher H sind für rechte Mechaniken falsch herum.

Dieses Prinzip, dass bei L+R-Anordnung die Mechanik der höchsten Saite weiter vom Sattel entfernt ist als die der nächsttieferen, ist zwar optisch ein Hingucker, aber allgemein maßlich kritisch, weil diese Saite dann dem Wirbel der nächsten Saiten (besonders bei 6-Saitern mit 3L,3 R) schon sehr nahe kommt.
Man weiß nicht recht, ob aus Dummheit, Platzmangel oder Schlamperei ein Unikat der Gitarrenwelt überhört wurde.
(aus Allan Holdsworth's Nachruf von Michael Rüsenberg)

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Re: [Planung] Bass-Brüder: fretless und fanned

#8

Beitrag von DoppelM » 04.12.2016, 22:31

Das mit dem Wickelsinn hat ja nichts damit zu tun dass die g-Saite bei rechts anordnung die direkt am satttel sein sollte, oder? Kann es sein dass wir das selbe meinten?

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Re: [Planung] Bass-Brüder: fretless und fanned

#9

Beitrag von kehrdesign » 04.12.2016, 23:02

DoppelM hat geschrieben:Das mit dem Wickelsinn hat ja nichts damit zu tun dass die g-Saite bei rechts anordnung die direkt am satttel sein sollte, oder? Kann es sein dass wir das selbe meinten?
Ich meine, dass H- und G-Saite im Gegensatz zu der skizzierten Anordnung normalerweise von der dem Wirbel gegenüber liegenden Seite der Wickelwelle zum Sattel verlaufen.
5S-bassmechanik.jpg
rot: H-Saitenverlauf und (falscher) Wickelsinn
blau: G-Saitenverlauf und (falscher) Wickelsinn
grün: Der Abstand zwischen dem Wirbelgriff der G-Saite und der vorbeilaufenden H-Saite ist geringer als bei der geläufigen Anordnung der Mechaniken.
5S-bassmechanik.jpg (11.4 KiB) 1165 mal betrachtet
Würden H- und G-Saite hingegen "richtig herum" aufgewickelt, könnte die H-Saite leicht mit der Welle der G-Saite kollidieren.

(think) Allerdings wenn (was wahrscheinlich ist) von der Ausführung des Schraubenradtriebes her die Selbsthemmung in beide Drehrichtungen gleich ist, kann man die Saite eigentlich auch "verkehrt herum" aufwickeln. Denn die Zugrichtung, für die das Mechanikspiel ausgelegt ist, bleibt ja unverändert (im Gegensatz zu einer Mechanik für die andere Headstock-Seite). Mit Mechaniken mit unsymmetrischem Flankenwinkel am Schraubenradtrieb könnte es wegen der möglicherweise nicht ausreichenden Selbsthemmung problematisch werden.
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Re: [Planung] Bass-Brüder: fretless und fanned

#10

Beitrag von bea » 05.12.2016, 00:15

kehrdesign hat geschrieben:[
Würden H- und G-Saite hingegen "richtig herum" aufgewickelt, könnte die H-Saite leicht mit der Welle der G-Saite kollidieren.
Das ist doch ein Bass! Die H-Saite ist richtig. Falsch sind D und G.
(think) Allerdings wenn (was wahrscheinlich ist) von der Ausführung des Schraubenradtriebes her die Selbsthemmung in beide Drehrichtungen gleich ist, kann man die Saite eigentlich auch "verkehrt herum" aufwickeln.
Bei Schaller M4 und Nachbauten - also geschlossenem Getriebe - könnte das funktionieren. Bei offenen Mechaniken wird das aber ganz sicher Probleme geben - bei meinem 4-saitigen Blacky hatte ich die und musste die Mechanik umsetzen.

Wenn die Mechanik der D-Saite so weit nach außen gesetzt wird, dass der Wickelsinn stimmt, wird sie auch korrekt unter der Kopfplatte herausschauen. Nur bei der G-Saite wird es nicht passen. Da scheint mir die Kopfplatte zu schmal zu sein.

Ein Dreieck ähnlich Flying V oder Grabber, aber 5-saitig, dürfte gut realisierbar sein. In der Rahmenkopfplatte meiner 5-saitigen V wird das ja auch umgesetzt. Da läge dann die Mechanik der G-Saite wie üblich vor der der D-Saite. Das finde ich auch sehr viel praxisgerechter!
So herum wie gezeichnet ist die Anordnung meiner Meinung nach extrem verwirrend!



Ich vermute jedoch, dass es leichter werden wird, eine gefällige Kopfplatte für 3+2 zu entwerfen, wenn man auf die Pseudo-Parallelität der Saiten hinter dem Sattel verzichtet.
LG

Beate

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Re: [Planung] Bass-Brüder: fretless und fanned

#11

Beitrag von DoppelM » 05.12.2016, 00:32

Wir reden über fast das gleiche von unterschiedlichen Enden. Bzw zwei Probleme mit einer Lösung. Natürlich müssen die Saiten ihre Mechaniken tauschen UND den Wickelsinn ändern. Die jetzige d-Saitenmechanik muss ein ganzes Stück nach außen rücken und die g-Saite übernehmen, die jetze g-Saitenmechnik muss ein kleines Stück nach außen und die d-Saite übernehmen. Was bei der derzeitigen Kopfplattenform aber nicht geht.

Wer "normale" 3-2er Anordnungen gewohnt ist, würde bei dieser hier immer erstmal die die D-Saite runterstimmen, wenn er die G-Saite hochstimmen will. Weil falsche Mechanik und falscher Wickelsinn.
Die Parallelität geht dann auch wieder klar, ist ja bei modernen Bässen Standard dass da alles brav in Reih und Glied marschiert. (nur die Gibsons, Höfners und Rickenbacker können das nicht so gut)

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Re: [Planung] Bass-Brüder: fretless und fanned

#12

Beitrag von DoppelM » 05.12.2016, 00:39

Alternative Lösung, wenn die Form bleiben soll: ein ganzes Stück verlängern und eine 4L-1R Lösung. Oder verlängern und etwas stauchen damit man die Mechaniken dichter anordnen kann und ne 5L Lösung draus machen.

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Re: [Planung] Bass-Brüder: fretless und fanned

#13

Beitrag von kehrdesign » 05.12.2016, 10:16

bea hat geschrieben:
kehrdesign hat geschrieben: Würden H- und G-Saite hingegen "richtig herum" aufgewickelt ...
Das ist doch ein Bass! Die H-Saite ist richtig. Falsch sind D und G.

Ja klar :idea: ,
mein von keinerlei Sachkenntnis getrübtes Gemüt ist von einer hohen H-Saite bei einem Standard-5-Saiter ausgegangen; mit den dicken Drähten hab ich's eben nicht so - Sorry. :)
Hört eigentlich jemand noch 31 Hz. Grundfrequenz der tiefen H?
DoppelM hat geschrieben:Alternative Lösung, wenn die Form bleiben soll: ein ganzes Stück verlängern und eine 4L-1R Lösung. ...
Das wäre ja dann die übliche Anordnung bei nachträglich aufgestockten Viersaiterlayouts. Ich bin gespannt auf Chris' Lösung.
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Re: [Planung] Bass-Brüder: fretless und fanned

#14

Beitrag von bea » 05.12.2016, 11:51

kehrdesign hat geschrieben: Hört eigentlich jemand noch 31 Hz. Grundfrequenz der tiefen H?
Na, zum Glück erzeugen Saiten nicht nur Grundfrequenzen. Das klänge ziemlich langweilig.
Bei E-Bässen ist die erste Oberwelle eh die stärkste Teilschwingung im Signal. Ausgenommen tatsächlich bei den dicken Prügeln von H-Saiten, deren Obertöne manchmal so sehr gedämpft sind, dass das Signal absäuft.
LG

Beate

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Re: [Planung] Bass-Brüder: fretless und fanned

#15

Beitrag von 100WChris » 05.12.2016, 16:27

Hi Leute,
sorry, die Diskussion um die Wirbel ist an mir vorbeigegangen.
Doch die Lösung des "Problems" ist ganz einfach: Hab mir noch gar nicht groß Gedanken über die Kopfplatte gemacht :D Hab das einfach nur mal auf die schnelle ins CAD gezogen und hingeschoben, so dass ich eine Ahnung davon kriege wie das aussehen kann. Genau hingeschaut hab ich nicht…
Es werden aber tiefe H-Saiten und es wird vermutlich eine 2/3 Aufteilung, damit die Kopfplatte nicht zu groß wird.

Hab leider grad keine Zeit mich um dieses Projekt zu kümmern, hab grad andere Baustellen :(
Aber eingestampft ist sind die "Brüder" noch nicht!
Grüße
Chris

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