Blacky 1 und Blacky 2

Themen zum Bau von E-Bässen

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bea
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Re: Blacky 1 und Blacky 2

#26

Beitrag von bea » 07.12.2015, 13:31

Bevor ich die heutige Bastelphase abschließe, mal ein paar Bilder. Hier die Kopfplatte. Den Sattel habe ich grob vorgekerbt; vermutlich werde ich ihn noch etwas tiefer ausfeilen müssen. Probehalber sind auch die Mechaniken schon mal drauf. Wegen meines selbstgemachten Stresses beim Bohren tanzt vor allem eine Mechanik aus der Reihe - irgendwann sollte ich das doch mal gleichmäßiger hinbekommen (naja, wie es aussieht, werde ich im kommenden Jahr ein ordentliche Werkstatt aufbauen können. Mit Bohrständer. Drückt mir mal die Daumen.)
Aber genauer als die Bohrungen des Tonabnehmers sind die allemal - diese Bohrungen wollen komplett geschlossen und neu angelegt werden; der Tonabnehmer steht schief - B-Ware halt. Das Doppelloch wirft allerdings schon Fragen zu den Produktionsabläufen der chinesischen Serienfertigung auf...
Wegen der badewannengroßen Fräsung wird es ohne Schablone schwierig, genau zu treffen. Meine Idee: eine Holzplatte hineinlegen, Schlagbrett montieren, Splitcoil "über Kopf" hineinlegen, seitlich fixieren und dann durch die Befestigungslöcher bohren.

Den Splitcoil werde ich übrigens durch einen DiMarzio DP122 aka Model P ersetzen, den ich seit vorgestern übrig habe. Der Originaltonabnehmer steckt schon im Briefumschlag...

Zur Kopflastigkeit: ich fürchte, dass die nicht unerheblich ausfallen wird. Weil der Befestigungspunkt des Gurtknopfs am oberen Horn etwas zu weit innen zu liegen kommt, werde ich da wohl ein oder zwei Ferrulen zwischensetzen und die Schraube verlängern. Das gleiche auch bei Blacky 2.
LG

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Re: Blacky 1 und Blacky 2

#27

Beitrag von bea » 09.12.2015, 18:59

So. Äußerlich ist er fertig. An der Schaltung muss noch ein wenig gefeilt werden. Aber dazu möchte ich ihn erst mal ein wenig spielen. Als Saiten habe ich Ernie Ball 2837 riskiert. Das sind Bariton-Saiten für 29 3/4 " Mensur, Nickel Roundwound. Auch die G-Saite passte gerade so; mit einer TOM hätte es schon nicht mehr gereicht. Nach den ersten Tönen habe ich das Gefühl, dass Flatwounds oder Halfrounds besser klingen.

Natürlich gabs noch einige Pannen, vor allem einen riesigen Lackabplatzer zwischen den beiden PU-Öffnungen. Den konnte ich nur mit Filzstift ausmalen und mit Nitro überlackieren.
LG

Beate

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Re: Blacky 1 und Blacky 2

#28

Beitrag von Haddock » 09.12.2015, 19:06

Hallo Bea,

der schaut super aus! Bin auf das Elektroniktuning gespannt. Der Chickenhead passt auch super.

Gruss
Urs

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Re: Blacky 1 und Blacky 2

#29

Beitrag von bea » 13.12.2015, 20:44

So ganz fertig bin ich ja noch nicht. Bei beiden Blackies steht noch was an.

Zunächst Blacky VI:

Hier erkennt man ja recht deutlich, dass der Saitenwinkel am Sattel recht klein ist, vor allem bei den beiden E-Saiten, aber auch bei A-H, wenn ich die Sattelkerben optimal tief feile (da hats noch etwas Luft...)

Bild

Stellt sich die Frage, ob ich an Stelle der beiden im Anflug befindlichen zusätzlichen Saitenreiter oder zusätzlich die Kopfplatte rückseitig aufdoppeln sollte, um die Mechaniken nicht so weit herausschauen zu lassen. Was meint Ihr?

Und jetzt der Viersaiter:

Der Lackabplatzer bei Blacky VI gibt mir zu denken; er lässt mich zögern, die Öffnung für den J anzufertigen. Gibt es da sicherere Möglichkeiten? Z.B. Anfertigen einer Bohr- und Stemmschablone aus hinreichend dickem Holz, die während der Arbeiten fest aufgespannt ist?
LG

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Re: Blacky 1 und Blacky 2

#30

Beitrag von bea » 25.01.2016, 14:24

Noch keine Bilder, aber ein kurzes Update: gerade habe ich begonnen, eine Schablone für den J-PU zu zeichnen. Ein Reststück Fertigparkett, mit der glatten Seite auf den Bass gespannt und dann vorsichtig erst mal den Kontur im Lack angerissen - könnte klappen. Auch hier wird es wieder langsam gehen; denn der Bass steht nicht in der Wohnung.

Hinsichtlich der Elektronik ist folgendes angedacht:

- Drehschalter mit Chickenhead für die PU-Wahl.
- Splitcoil über Spannungsteiler zum Pegelausgleich
(meine beiden J-s sind nicht besonders laut...)
- Serien-C für Split-Coil
- Volume als Push-Pull-Schalter für
- C-Switch
- Treble-Bleed-Schaltung, ggf. sowohl im Spannungsteiler des SC als auch am Volume-Poti.

Der J soll eher weiter weg vom Steg montiert werden, z.B. in der Linie der Stegspule eines MM-Tonabnehmers. Dann dürften meine J-Tonabnehmer, die eher von der bassärmeren Sorte sind, halbwegs ausgewogen klingen.
LG

Beate

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Re: Blacky 1 und Blacky 2

#31

Beitrag von bea » 26.01.2016, 21:27

Weil ich heute meinen freien Tag genossen hatte, gings mit der Schablone weiter. Hier das zugehörige Bild:
Nicht schön, aber selten. Und als Führung bzw. Begrenzung für Bohrer und Stecheisen ausreichend. Als Frässchablone nicht.
LG

Beate

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Re: Blacky 1 und Blacky 2

#32

Beitrag von Jackhammer » 29.01.2016, 22:56

bea hat geschrieben:So. Äußerlich ist er fertig. An der Schaltung muss noch ein wenig gefeilt werden. Aber dazu möchte ich ihn erst mal ein wenig spielen. Als Saiten habe ich Ernie Ball 2837 riskiert. Das sind Bariton-Saiten für 29 3/4 " Mensur, Nickel Roundwound. Auch die G-Saite passte gerade so; mit einer TOM hätte es schon nicht mehr gereicht. Nach den ersten Tönen habe ich das Gefühl, dass Flatwounds oder Halfrounds besser klingen.

Natürlich gabs noch einige Pannen, vor allem einen riesigen Lackabplatzer zwischen den beiden PU-Öffnungen. Den konnte ich nur mit Filzstift ausmalen und mit Nitro überlackieren.
DSC_2964.JPG
DSC_2965.JPG
DSC_2971.JPG
Hallo Bea,

hast Du die Seiten durch den Body durchgeführt oder sind die in die Brücke von hinten eingefädelt? Und wie stark ist die Mensurkompensation bei den beiden E-Seiten?
Viele Grüße
Yuriy

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Re: Blacky 1 und Blacky 2

#33

Beitrag von bea » 29.01.2016, 23:15

Hi,

die Saiten führe ich ganz normal durch die Löcher in der Mechanik. Dazu musste ich für die A- und die E-Saite aufbohren.

Die Mensurkompensation habe ich an einem normalen Shortscale-Bass abgenommen (also vom 12. Bund zum komensierten Sattel gemessen) und die Brücke soweit schräggestellt, dass die Saitenreiter möglichst weit vorne und in einer Reihe stehen, jedoch mit ein klein wenig Luft zum Verkleinern der Kompensation. Deshalb stehen die Saitenreiter auf dem Bild auch tatsächlich fast in einer Linie.
Dies ist notwendig, weil der Platz für die tiefe E-Saite sonst viel zu knapp wird.

Hast Du ein Instrument zur Verfügung, bei dem Du einfach lunzen kannst?

Falls nicht, kann ich ja nochmal das Bandmaß nehmen und grob nachmessen.
LG

Beate

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Re: Blacky 1 und Blacky 2

#34

Beitrag von Jackhammer » 04.02.2016, 21:47

N'Abend!

leider konnte ich keinen Bass finden. Könntest Du doch mal nachmessen, falls Du Zeit hast?
Viele Grüße
Yuriy

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Re: Blacky 1 und Blacky 2

#35

Beitrag von bea » 04.02.2016, 22:21

Der Bass steht grad neben meinem Stuhl. Also:

h-Saite 38.15 cm (geringste Kompensation, das e benötigt etwas mehr)
E-Saite 38.6 cm.

Schätzionometrisch bestimmt vm 12. Bund zur kompensierten Sattelauflage. Je nach Saitensatz und Verlauf der Saite über den Sattel (ist bis zu einem gewissen Grad zufällig, besonders, weil ich die Saiten bewusst auf den Sätteln "knicke").

Saiten; Earie Ball 2837, .090-.020
LG

Beate

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Re: Blacky 1 und Blacky 2

#36

Beitrag von Jackhammer » 05.02.2016, 00:03

bea hat geschrieben:Der Bass steht grad neben meinem Stuhl. Also:

h-Saite 38.15 cm (geringste Kompensation, das e benötigt etwas mehr)
E-Saite 38.6 cm.

Schätzionometrisch bestimmt vm 12. Bund zur kompensierten Sattelauflage. Je nach Saitensatz und Verlauf der Saite über den Sattel (ist bis zu einem gewissen Grad zufällig, besonders, weil ich die Saiten bewusst auf den Sätteln "knicke").

Saiten; Earie Ball 2837, .090-.020
Super, danke Dir!

Ich habe hier den 250B6 Seitensatz von 7ender , .024-.084, da sollen die Werte ziemlich dicht an Dinen Werten liegen. Mal schauen ob es mir tatsächlich gelingt mit einer stratartigen Brücke die multiscale Mensur mit 31.5-30 Zoll zu realisieren...
Viele Grüße
Yuriy

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Re: Blacky 1 und Blacky 2

#37

Beitrag von bea » 05.02.2016, 09:52

Ds stelle ich mir schwierig vor, vor allem nachher beim spielen. Der ohnehin schon sehr knappe Saitenabstand könnte dann bereits zu eng werden. Mit Einzelbrücken sollte das besser gehen.
LG

Beate

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Re: Blacky 1 und Blacky 2

#38

Beitrag von bea » 06.03.2016, 17:01

Vermurkst ! :-(
bea hat geschrieben: Der Lackabplatzer bei Blacky VI gibt mir zu denken; er lässt mich zögern, die Öffnung für den J anzufertigen. Gibt es da sicherere Möglichkeiten? Z.B. Anfertigen einer Bohr- und Stemmschablone aus hinreichend dickem Holz, die während der Arbeiten fest aufgespannt ist?
Das habe ich so probiert. Und natürlich wandert der Bohrer beim Ausbohren aus und drückt die Schablone zur Seite. Ein riesiges unförmiges Loch. Ziemlich entnervt habe ich dann doch weitergearbeitet. Zu allem Überfluß gabs dann auch noch einen Lackabplatzer - das Stück konnte ich zwar wieder einkleben, aber ärgerlich ist es doch. Das Problem scheint die Grundierung zu sein. In dieser Hinsicht sind die beiden Bässe deutlich sensibler als der Epi EB-0.

Hier mal ein Bild.
Bei normaler Beleuchtung sieht es zwar nicht ganz s schrecklich aus - aber bleiben kann das so nicht. Zunächst jedoch gibt es wichtigeres zu tun: Abstimmen der Schaltung. Der Splitcoil ist deutlich lauter als der J-Tonabnehmer; er klingt zudem deutlich "badewanniger" als üblich. Hier also der Versuch, das durch die Beschaltung zu tunen.
Folgende Maßnahmen habe ich durchgeführt:
  • dem Push-Pull-Poti wurden 220 kOhm parallel gelegt, um das Fehlen des zweiten Lautstärkepotis auszugleichen.
  • eine normale Tonblende ist zuschaltbar; sie kann mit einem Trimmer eingestellt werden.
  • der Split-Coil wird über ein Trimmpoti auf den Schalter geführt, mit dem man den Pegel des Tonabnehmers anpassen kann. Ich hatte gerade 500k über.
  • der Split-Coil bekommt einen Kondensator in Reihe, um die tiefen Bässe ein wenig abzusenken. Zusammen mit dem 500k-Trimmer landete ich fürs erste bei 10 nF.
Grundsätzlich funktioniert das ganz ordentlich. An den Werten muss ich allerdings noch ein klein wenig feilen. Erster Eindruck über den Verstärker:
  • Die 220 kOhm reichen nicht. Die Belastung durch die Tonblende einer Jazzbass-Schaltung muss immer vorhanden sein. Also auf 120 kOhm vermindern.
  • Ggf sollte der Wert des Trimmers für den SC verkleinert werden. Alternativ ein Widerstand parallel.
  • Der Kondensator in Reihe zum SC könnte noch etwas vergrößert werden. Alternativ käme auch ein Widerstand parallel zum Kondensator in Frage, der die Absenkung in den ganz tiefen Tiefen. Muss ich noch probieren. Wenn ich den Widerstand des Trimmpotis vermindere, muss ich den Kondensator ohnehin vergrößern.
LG

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Re: Blacky 1 und Blacky 2

#39

Beitrag von bea » 19.12.2017, 02:34

Lasst mich bitte dieses Thread aufgreifen. Es geht vor allem um den 4-Saiter.

Bei dem ist mir der Hals zu klobig (ok, beim 6-Saiter auch, aber der wird dringend gebraucht) - der Kleine hat von der Breite her einen Prezi-Hals. Den hatte ich noch nie gemocht: mit 15 hatte ich mal so einen Prügel in der Hand. Das war so abschreckend, dass mich das über Jahrzehnte vom Bassspielen abgehalten hatte. Und mit den breiten Hälsen der beiden Kleinen kann ich mich auch nicht anfreunden.

Also: bei Blacky 1 muss der Saitenabstand verkleinert und der Hals schmaler gemacht werden. Das müsste doch eigentlich sogar bei eingebauten Bünden mit dem Bandschleifer machbar sein?
(Ok, Bünde aus- und wieder einbauen wäre jetzt auch nicht die Welt...)

Aber es gibt ein Hindernis: die Brücke. Ich suche eine für geringeren Saitenabstand.

Gefunden habe ich bisher die Hipshot Typ A, die es sogar mit 16.5 mm gibt.
Aber für die Brücke mehr hinlegen als für das ganze Instrument...
Eigentlich suche ich ja einen billigen Blechwinkel mit Feder 5-Loch-Befestigung, aber schmaleren Saitenreiter. Ideal wären 16.5 mm Saitenabstand. Billig, made in China.
Weiß jemand, ob ich da fündig werde?

Kennen tue ich nur die Bronco-Bass-Brücke mit 18 mm Saitenabstand:
http://www.guitarfetish.com/Vintage-Fen ... p_812.html
Nachteil: die Intonierbarkeit. Hätte es ggf einen Sinn, eine Sattelkompensation einzubauen, damit die eingeschränkte Einstellbarkeit nicht so sehr ins Gewicht fällt? Gibt es da einen sinnvollen first guess, der sich unabhängig von den Saiten anwenden lässt?
LG

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Re: Blacky 1 und Blacky 2

#40

Beitrag von headstock » 19.12.2017, 07:19

Moin Bea,
ich hab mir die Brücke jetzt `ne halbe Stunde angeschaut und hätte `ne Selbstbau Lösung.
Allerdings brauchte man ein wenig Material (Rohr) `ne gute Fräse und Geduld.

Also - man könnte aus den hinteren Löchern am kurzen Winkel - Langlöcher machen - auch bei den beiden für die Schrauben.
Dann schiebt man über die Reiter einfach eine Hülse aus Rohr, bohrt die alten Löcher für die Schrauben nach und feilt oder schleift neue Rillen für den Saitenabstand hinein. Da die Reiter ja in der Mitte weiter zusammenrücken müssen, drehst du sie einfach um (Außenseite nach innen) - die sind ja nicht symmetrisch.
Finale wäre außen noch eine seitliche Begrenzung, damit nichts verrutschen kann, aber vielleicht wäre die gar nicht nötig.
Ich hoffe, dass man meine Gedanken nachvollziehen kann, es ist manchmal schwierig, Ideen leicht verständlich darzustellen.

Vielleicht findest du ja irgendwo auch eine fertige Brücke die passt, aber ich würde es sicher erst einmal so versuchen.
Wenn du da Hilfe brauchst, schreib mir `ne PN.
Gruß Martin

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Re: Blacky 1 und Blacky 2

#41

Beitrag von Rallinger » 19.12.2017, 08:08

bea hat geschrieben:
19.12.2017, 02:34
Eigentlich suche ich ja einen billigen Blechwinkel mit Feder 5-Loch-Befestigung, aber schmaleren Saitenreiter. Ideal wären 16.5 mm Saitenabstand. Billig, made in China.
Weiß jemand, ob ich da fündig werde?
Made in China weiß ich nix, aber die Schaller Bass Bridge 2000 hat ein minimales Stringspacing von 45mm.

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Re: Blacky 1 und Blacky 2

#42

Beitrag von Drifter » 19.12.2017, 10:42

Wird Dir vielleicht nix helfen, aber ich kann Dir eine Schaller 3D Bassbrücke anbieten, leider in Gold. Siehe hier: viewtopic.php?f=38&t=6217

Die Abstände gibt Rall an: https://shop.rall-online.net/Schaller-3 ... er-schwarz

Über den Preis würden wir uns schon einigen, villeicht hast Du ja noch goldene Mechaniken über, die Du gleich einbauen könntest.....

lG

Norbert

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Re: Blacky 1 und Blacky 2

#43

Beitrag von bea » 19.12.2017, 11:37

Hallo Martin,
headstock hat geschrieben:
19.12.2017, 07:19
ich hab mir die Brücke jetzt `ne halbe Stunde angeschaut und hätte `ne Selbstbau Lösung.
An Selbst- oder Umbau habe ich auch gedacht. Wenn ich die Möglichkeiten hätte, würde ich sogar einen kompletten Selbstbau erwägen; die Konstruktion ist ja durchaus überschaubar. Messingwinkel, Messing(gewinde)stange M8 oder M10 und ein paar Schrauben und Federn...
Das Problem für mich ist wieder mal der fehlende Bohrständer (besonders der fehlende Platz für denselben).
Bis ich daran denken kann, werkzeugmäßig entsprechend aufzurüsten, wird es aber wohl noch ein gutes Jahr dauern...
Also - man könnte aus den hinteren Löchern am kurzen Winkel - Langlöcher machen - auch bei den beiden für die Schrauben.
Mhmm, da hätte ich statische Bedenken - da setzt der Saitenzug an, sogar verstärkt wegen des Hebels. Und so eine Blechwinkelbrücke kann sich über die Jahre durchaus auch schon einfach mal so verziehen.
LG

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Re: Blacky 1 und Blacky 2

#44

Beitrag von headstock » 19.12.2017, 13:35

Moin,
ich habe einen Fehler gemacht - ich hab mir immer die verlinkte Brücke angesehen - deine ist ja ganz anders - mit 4 Einzelreitern.
Hmm (think) das muß ich mir noch mal durch den Kopf gehen lassen. Also so ein neues Grundblech ist wirklich kein Problem, wenn man genaue Maße hat. Die Reiter, die du da drauf hast, bekommt man ja gar nicht enger zusammen. Kannst du da nicht wieder welche von `ner normalen Gitarre nehmen?
Übrigens hätte ich das mit den Langlöchern nicht so kritisch gesehen, weil die Löcher ja ganz unten am Knick sind...

Gruß Martin

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Re: Blacky 1 und Blacky 2

#45

Beitrag von bea » 19.12.2017, 22:51

Ach so, angesichts des Preises möchte ich schon mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel erreichen; sonst kann ich ja gleich einen neuen Bass bauen ;-) Ein besserer Splitcoil steht übrigens auch noch an...


Auf meinem Instrument könnte wohl diese Brücke montiert sein; ich habe allerdings eine Tiefe von 45 mm gemessen.

https://www.gitarre-bestellen.de/produc ... 386e548f22

Die Bronco-Brücke wäre 4 mm kürzer. Wenn ich Pech habe, wird man da die alten Schraubenlöcher sehen.

Hier eine "echte" Bronco-Brücke - hübsch, aber Schraubenlöcher physikalisch nicht so geschickt platziert:
https://www.basspartsresource.com/image ... 10-000.jpg
Den Import kann man hier wohl vergessen.

Über die billigen Einzelbrücken habe ich auch schon nachgedacht. Die würden gerade so auf den Korpus passen; es würde aber schon seltsam aussehen, weil sie fast bis zur Kante des Korpus reichen würden.

Weiter gefunden habe ich noch eine sehr weit verstellbare Brücke von Wilkinson: https://www.rockinger.com/index.php/de/ ... BB4B-WBB4G
LG

Beate

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Re: Blacky 1 und Blacky 2

#46

Beitrag von headstock » 20.12.2017, 08:18

Moin,
also die Brücke von Rockinger ist vom Prinzip der Einstellbarkeit doch super. Was mich stört - ich habe bei ebay noch ein anderes Bild gefunden - und da sieht es aus, als ob die Halter hinten aus Guss sind. Keine Ahnung, ob die nicht brechen können.
Aber auch vom Preis her, sind die bei Rockinger günstiger - bei Ebay kostetet die 34€.

Ich hab mich mal durch eine Reihe von Bass Bridges gearbeitet (hat mich vorher nie interessiert) und gesehen, dass man die Reiter auf Deiner Brücke kaum enger bauen kann. Wenn man da 1mm sparen kann ist das fast das Maximum...
Also wenn du 16,5mm Abstand willst, brauchst du andere Reiter.
Gruß Martin

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Re: Blacky 1 und Blacky 2

#47

Beitrag von bea » 20.12.2017, 12:29

headstock hat geschrieben:
20.12.2017, 08:18
Was mich stört - ich habe bei ebay noch ein anderes Bild gefunden - und da sieht es aus, als ob die Halter hinten aus Guss sind. Keine Ahnung, ob die nicht brechen können.
Eben. Das hält mich ja auch davon ab, diese Brücke zu kaufen.

Und klar, dass ich bei Blechwinkelbrücken andere Reiter und auch anders positionierte Schrauben benötige.

Auch wegen des Saitenabstands muss ich nochmal in mich gehen; immerhin sind ja auch die Tonabnehmer für die weiteren Saitenabstände ausgelegt. Vielleicht reichen mir ja sogar die 18 mm, wenn ich auch den Hals anpasse.
Es geht übrigens um abgehobenes Zeugs. Ich brech mir ziemlich die Finger ab, wenn ich versuche, auf diesem Instrument das Gitarrenintro für Stairway to Heaven oder gar das Gitarrenriff von Message in a Bottle zu spielen, oder sonstwas mit Akkorden. Da ist mir die Umstellung zwischen diesem Instrument, das normalerweise zum Üben in der Firma stehen soll, und den anderen Bässen zu groß.

Und auf dem dem 6-Saiter (dessen Saitenabstand ja bereits kleiner ist) wünsche ich mir einen etwas schmaleren Rand zwischen hoher E-Saite und Griffbrettkante.
LG

Beate

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Re: Blacky 1 und Blacky 2

#48

Beitrag von bea » 12.01.2018, 00:11

Die Bronco-Brücke ist vorhin eingetrudelt. Es kann losgehen. Erster Schritt - Sattelkompensation. Vorversuche mit untergeklemmtem Streichholz ergaben sinnvolle Verhältnisse bei einer sattelseitigen Kompensation von 2 mm (der Streichholzdicke). E und G kompensiert, A udn D nich. Der Unterschied am Steg ist beträchtlich. Die G-Saite ist auf allen Bünden recht sauber. Scheint ganz gut zu passen.
Also Schlitz vor dem Sattel aufweiten, Sattel versetzen und mit den zum Testen verewndeten Streichholzstummeln füllen, Bundreinheit wieder einstellen.
Und hier zusammen mit der neuen Brücke, tatsächlich eine für den Bronco. Saitenabstand 3 mm schmaler als bisher. Die Befestigungslöcher sind physikalisch "optimal" platziert: drei Löcher an der Vorderkante, wo die Zugkraft der Saiten am kleinsten ist, und dort, wo sie am größten ist, nur zwei Löcher. Fendersche Perfektion ...
Aber wenigstens optisch eine Aufwertung.

Dank der verkürzten Stegkompensation lässt sich die neue Brücke so montieren, dass ich wenigstens die beiden bisherigen vorderen Schrauben nutzen kann.

Fragt sich, ob ich die mittlere der drei vorderen Schauben nicht einfach nach hinten setzen sollte? Die mittlere Bohrung vorne müsste dann halt offen bleiben.


Wenn die Brücke montiert ist, kann ich planen, wie viel ich seitlich vom Hals wegnehmen muss. Da gibt es eine Herausforderung: wie gestalte ich den Hals-Korpus-Übergang? Was mache ich insbesondere mit dem Teil des Halses, der im Korpus steckt? Was mache ich am unteren Cutaway? Wenn ich das Griffbrett da schmaler mache, das Holz darunter aber stehen lasse, wird das seltsam aussehen. Wenn ich das Griffbrett in der Verlängerung der Cutaway-Kontur verbreitere, wohl auch. Mhmm.

Am Korpus möchte ich auf keinen Fall etwas wegnehmen.
Dateianhänge
LG

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Re: Blacky 1 und Blacky 2

#49

Beitrag von headstock » 12.01.2018, 07:19

Moin Bea,

ich glaube, wenn du die Kontur des Bodys am Hals anzeichnest und einen eleganten Radius hin zum schmaleren Griffbrett schleifst, sieht es nicht so schlimm aus. Der Bogen darf aber erst ab der Pickguard Oberkante beginnen.
Das dürfte mit einem Kugelfräser in der Oberfräse - oder wenn nicht vorhanden - auch mit Rund- und Halbrundfeile, möglich sein. Für die Fräse muss man natürlich irgendeine Führungskante schaffen. Aber darüber musst du dir ja sowieso Gedanken machen, wenn du den ganzen Hals schmaler machen willst.

Gruß Martin

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Re: Blacky 1 und Blacky 2

#50

Beitrag von bea » 12.01.2018, 15:26

So ganz scheint es heute nicht mein Tag zu sein. Das zusätzliche Befestigungsloch habe ich total außerhalb der Mitte markiert. So gewaltig ist der Knick in meiner Optik selten ...

Ansonsten passt erstmal alles, vor allem auch die Intonation.
Gefräst wird übrigens nicht; ich wollte da mit Hobel und/oder Bandschleifer rangehen, oder vielleicht sogar mit dem Stemmeisen und im Bereich des Übergangs mit der Bildhauerfeile. Das dürfte alles freihändig klappen. Aber erstmal in Ruhe planen und anzeichnen. Diese Änderung steht beim 6-Saiter übrigens ebenfalls im Raum. Die beiden Schätzelchen haben ja jetzt insgesamt den gleichen Saitenabstand.
LG

Beate

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